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Die Grenzen der Gerechtigkeit - Martha C. Nussbaums Kritik an Rawls und der Fähigkeitenansatz

In Bezug auf Menschen mit geistiger Behinderung

Título: Die Grenzen der Gerechtigkeit - Martha C. Nussbaums Kritik an Rawls und der Fähigkeitenansatz

Trabajo Escrito , 2012 , 15 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Ulrike Grimm (Autor)

Trabajo social
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Gerechtigkeit ist ein Schlagwort, das heutzutage in aller Munde ist. Rechtsphilosphisch gesehen ist die soziale Gerechtigkeit die zentrale Idee des Rechts überhaupt (vgl. Dt. Verein für öffentliche und private Fürsorge, 2007, S. 851). Doch wie Gerechtigkeit tatsächlich aussieht wird sehr unterschiedlich definiert. Vertragstheorien üben hierbei einen großen Einfluss auf die Politik aus. Martha Nussbaum, amerikanische Philosophin, beschäftigt sich in ihrem neuen Buch „Die Grenzen der Gerechtigkeit“ mit den Unzulänglichkeiten gängiger Vertragstheorien, insbesondere derer John Rawls, einer der bekanntesten zeitgenössischen Vertragstheoretiker. Nussbaum weist auf drei Bereiche hin, in denen die Theorie Rawls an ihre Grenzen gelangt: Dies umfasst zum einen Menschen mit Behinderung, die Beziehungen von Staaten bzw. die nationale Zugehörigkeit sowie der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies, also den Umgang mit Tieren und Pflanzen. Rawl selbst hat diese Probleme benannt, Martha Nussbaum geht ihnen nun nach. Mit dem mit Amartya Sen entwickelten Fähigkeitenansatz (capability approach), den sie überträgt und erweitert, so dass er nicht mehr nur ökonomisch ausgelegt wird, schlägt sie eine andere Sichtweise vor, die diese Probleme lösen soll.
Diese Arbeit geht der Frage nach, inwiefern diese Thesen haltbar sind. Nussbaum belegt ihre Annahmen anhand einiger Beispiele von Menschen mit geistiger Behinderung, die in den USA leben. Diese Arbeit wird ebenfalls überprüfen, ob diese auf einen Menschen mit geistiger Behinderung, der in Deutschland lebt, übertragbar und daher global sind.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Martha Nussbaums Kritik an Rawls Theorie der Gerechtigkeit als Fairness

2.2 Überprüfung der Kritik von Martha Nussbaum anhand eines Fallbeispiels

2.3 Der Fähigkeitenansatz

2.4 Überprüfung des Fähigkeitenansatz am Fallbeispiel des Herrn B.

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch Martha C. Nussbaums Gerechtigkeitstheorie unter besonderer Berücksichtigung ihrer Auseinandersetzung mit den klassischen Vertragstheorien, insbesondere jener von John Rawls. Das zentrale Ziel ist es, die Anwendbarkeit von Nussbaums Fähigkeitenansatz auf die Lebensrealität von Menschen mit geistiger Behinderung zu prüfen und zu hinterfragen, ob ihr theoretischer Rahmen global gültige Standards für Gerechtigkeit und Würde setzen kann.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der Vertragstheorie von John Rawls
  • Einführung und Analyse von Martha Nussbaums Fähigkeitenansatz (Capability Approach)
  • Praktische Überprüfung der theoretischen Thesen an einem Fallbeispiel (Herr B.)
  • Analyse der Schnittstellen zwischen philosophischer Gerechtigkeitstheorie und praktischer Behindertenhilfe
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Leistungsprinzip und menschlicher Würde

Auszug aus dem Buch

2.1 Martha Nussbaums Kritik an Rawls Theorie der Gerechtigkeit als Fairness

Gerechtigkeitstheorien bedürfen langfristiger Stabilität und müssen daher abstrakt sein. Gleichzeitig müssen sie auf die Gegenwart und die drängendsten Fragen eingehen. Heute werden insbesondere drei Probleme durch die Gerechtigkeitstheorien vernachlässigt: Dies ist zum einen die Gerechtigkeit gegenüber Menschen mit Behinderung, die Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen der Welt bzw. unter den Nationalstaaten sowie die Gerechtigkeit gegenüber nichtmenschlichen Tieren (vgl. Nussbaum, 2010, S. 13ff). Eine befriedigende Theorie der Gerechtigkeit muss, so Nussbaum, auch Menschen mit geistiger Behinderung einbeziehen (vgl. Nussbaum, 2010, S. 142).

Insbesondere bei den sogenannten Vertragstheorien ist das Problem der Vernachlässigung von Menschen mit Behinderung, speziell mit geistiger Behinderung, offensichtlich. Hier wird von Gerechtigkeit ausgegangen, die von einem Gesellschaftsvertrag ausgeht. Dieser wird von den beteiligten Personen auf Augenhöhe geschlossen, bzw. von Menschen, die frei, gleich und unabhängig sind (vgl. Nussbaum, 2010, S. 25ff). Vor diesem Hintergrund benennt Nussbaum zwei vorrangige Kritikpunkte an dieser Theorie: Teilhabe am Gesellschaftsvertrag und seinen Errungenschaften wie z.B. der Gerechtigkeit, sowie das an ökonomischen Gesichtspunkten ausgelegte Leistungsprinzip.

So gehören Menschen mit Beeinträchtigung nicht zur Gruppe der Freien, Gleichen und Unabhängigen, und damit zu denjenigen, die den Vertrag mitentwickeln und über seine grundlegenden Prinzipien mitentscheiden (vgl. Nussbaum, 2010, S. 33). Die Fähigkeit, frei zu sein umfasst zumindest die Fähigkeit, vernünftige moralische Entscheidungen zu verfassen (vgl. Nussbaum, 2010, S. 53). Manche Menschen mit schweren geistigen Behinderungen können selbst bei größtem Wohlwollen an diesen Entscheidungen nicht teilnehmen (vgl. Nussbaum, 2010, S. 35). Der Gesellschaftsvertrag geht von einer Norm aus, an der gemessen wird – Menschen mit Behinderung entsprechen dieser Norm jedoch nicht, sind also nicht gleich (vgl. Nussbaum, 2010, S. 51). Die Behinderung an sich verursacht Abhängigkeiten, wodurch auch das Merkmal der Unabhängigkeit auf Menschen mit Behinderung nicht zutrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz sozialer Gerechtigkeit heraus und führt in die Kritik von Martha Nussbaum an den Vertragstheorien von John Rawls ein, insbesondere in Bezug auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Nussbaums theoretische Ansätze, kritisiert die Ausschlussmechanismen klassischer Vertragstheorien und führt den Fähigkeitenansatz als alternative Perspektive ein, die an einem konkreten Fallbeispiel detailliert erprobt wird.

2.1 Martha Nussbaums Kritik an Rawls Theorie der Gerechtigkeit als Fairness: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie klassische Vertragstheorien durch ihr Verständnis von Unabhängigkeit und Leistungsfähigkeit Menschen mit geistiger Behinderung systematisch von der Gerechtigkeit ausschließen.

2.2 Überprüfung der Kritik von Martha Nussbaum anhand eines Fallbeispiels: Dieses Kapitel veranschaulicht die theoretische Kritik an einem konkreten Fallbeispiel, das verdeutlicht, warum herkömmliche Modelle der sozialen Teilhabe bei Menschen mit komplexen Behinderungen an ihre Grenzen stoßen.

2.3 Der Fähigkeitenansatz: Hier wird das Konzept des Fähigkeitenansatzes erläutert, das den Fokus von einer rein ökonomischen Nutzenbetrachtung auf eine wertebasierte Unterstützung menschlicher Entwicklung verschiebt.

2.4 Überprüfung des Fähigkeitenansatz am Fallbeispiel des Herrn B.: Dieses Kapitel testet die Praktikabilität des Fähigkeitenansatzes im direkten Abgleich mit der Lebenswirklichkeit und den Unterstützungsleistungen für den Fall Herrn B.

3. Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Untersuchung, beleuchtet das Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung in der Behindertenhilfe und diskutiert die Grenzen von Nussbaums Modell.

Schlüsselwörter

Soziale Gerechtigkeit, Martha C. Nussbaum, John Rawls, Vertragstheorie, Fähigkeitenansatz, Capability Approach, geistige Behinderung, Menschenwürde, Gesellschaftsvertrag, Teilhabe, Leistungsprinzip, Behindertenhilfe, Inklusion, Ressourcenorientierung, Lebensform

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Gerechtigkeitstheorien Menschen mit geistiger Behinderung einbeziehen können und welche Schwächen traditionelle Vertragstheorien diesbezüglich aufweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Gerechtigkeitskritik, der Bedeutung menschlicher Würde sowie der praktischen Anwendung des Capability Approach (Fähigkeitenansatz) in der sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Überprüfung, ob Nussbaums Fähigkeitenansatz eine tragfähige Alternative zu Rawls Theorie darstellt, um eine gerechte gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit schwerer Behinderung zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Literaturanalyse der Gerechtigkeitstheorien und eine fallbeispielbasierte Überprüfung, um theoretische Konzepte an der sozialen Realität zu spiegeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Auseinandersetzung mit Nussbaums Kritik an Rawls, die Vorstellung des Fähigkeitenansatzes sowie die praktische Anwendung dieser Theorien auf ein konkretes Fallbeispiel (Herr B.).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Gerechtigkeit, Fähigkeitenansatz, Gesellschaftsvertrag, Menschenwürde, Inklusion und Leistungsprinzip.

Warum ist das Fallbeispiel des Herrn B. für die Analyse so wichtig?

Herr B. stellt aufgrund seiner komplexen Beeinträchtigungen eine Herausforderung für den klassischen Gesellschaftsvertrag dar, da er keinen ökonomischen Nutzen erbringen kann und auf umfassende Unterstützung angewiesen ist.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin hinsichtlich Nussbaums Fähigkeitenansatz?

Die Autorin erkennt den Wert des Ansatzes für die Würdigung der Menschenwürde an, weist jedoch auf methodische Schwierigkeiten bei der Messung von Fähigkeiten und auf die Gefahr willkürlicher Schwellenwerte hin.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Grenzen der Gerechtigkeit - Martha C. Nussbaums Kritik an Rawls und der Fähigkeitenansatz
Subtítulo
In Bezug auf Menschen mit geistiger Behinderung
Universidad
University of Applied Sciences Koblenz
Curso
Philosophie
Calificación
2,0
Autor
Ulrike Grimm (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
15
No. de catálogo
V195749
ISBN (Ebook)
9783656220176
ISBN (Libro)
9783656220855
Idioma
Alemán
Etiqueta
grenzen gerechtigkeit martha nussbaums kritik rawls fähigkeitenansatz bezug menschen behinderung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ulrike Grimm (Autor), 2012, Die Grenzen der Gerechtigkeit - Martha C. Nussbaums Kritik an Rawls und der Fähigkeitenansatz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195749
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