Dieses Buch ist eine stark erweiterte Fassung einer von mir verfassten Novizen-Thesis zum Thema Intellektuelles Kapital und Wissensbilanzierung in der Pflegeausbildung. Die primäre Fragestellung der Arbeit lautet: „Wie kann das intellektuelle Kapital einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule definiert und als Wissensbilanz dargestellt werden?“ und ist ein Versuch, die Begrifflichkeit und Methodik der Wissensbilanzierung in den Pflegebereich, beginnend bei der Ausbildung, zu übertragen.
Dieses Thema erscheint mir in der heutigen Zeit besonders wichtig, da sich der Gesundheits- und Sozialbereich vermehrt auch Gedanken über seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit machen muss. Die Meinung, Sozialbereiche sind Organisationen zur Selbstverwirklichung oder sie benötigen aus altruistischen Gründen kein Management, ist in der heutigen Zeit der angespannten Haushaltslagen nicht mehr länger aufrechtzuerhalten. Die Arbeit bietet daher mit dem Modell der Wissensbilanz eine Möglichkeit, ein Berichts- und Steuerungsinstrument für das Management zu entwickeln.
Ich denke, die Methode der Wissensbilanzierung ist nicht nur für die Ausbildung von Interesse, sondern für jede Institution und Organisation im Gesundheits- und Pflegebereich.
Inhaltsverzeichnis
1. Intellektuelles Kapital und Wissensmanagement
1.1 Intellektuelles Kapital
1.1.1 Definition und Komponenten des intellektuellen Kapitals
1.1.2 Der Mitarbeiter und sein Wissen als Humankapital
1.1.3 Historische Entwicklung des Humankapital-Begriffes
1.2 Wissensmanagement
1.2.1 Bedeutung des Wissensmanagements
1.2.2 Definition und Arten des Wissens
2. Definition und Aufbau einer Wissensbilanz
2.1 Definition und Nutzen einer Wissensbilanz
2.1.1 Definition Wissensbilanz
2.1.2 Nutzen und Funktion einer Wissensbilanz
2.1.3 Abgrenzung zur Finanzbilanz
2.2 Historische Entwicklung der Wissensbilanz
2.2.1 Internationale Entwicklung
2.2.2 Entwicklung im deutschsprachigen Raum
2.3 Aufbau einer Wissensbilanz
2.3.1 Allgemeiner Modellaufbau einer Wissensbilanz
2.3.2 Vision, Ziele, Strategie und Prozesse
2.3.3 Prozesse
2.3.4 Humankapital
2.3.5 Strukturkapital
2.3.6 Beziehungskapital
2.3.7 Kennzahlen und verbale Indikatoren
2.4 Form und Inhalt einer Wissensbilanz
2.4.1 Standards und Richtlinien
2.4.2 Form und Inhalt einer Wissensbilanz
3. Voraussetzungen für die Wissensbilanzierung im Schulbereich
3.1 Schule als Organisation
3.1.1 Der allgemeine Organisationsbegriff
3.1.2 Die Schule als Organisation
3.2 Schule und Management
3.2.1 Definition von Management
3.2.2 Allgemeine Aufgaben des Managements
3.2.3 Das Verhältnis zwischen Management und Pflege
3.2.4 Der Schuldirektor als Manager
3.2.5 Aktueller Status des Schuldirektors
3.2.6 Vergleich Schulleiter GKPS mit anderen Schulformen
3.3 Schulentwicklung und Steuerung als Managementaufgabe
3.3.1 Schulentwicklung allgemein
3.3.2 Leitbild-Schulprofil-Schulprogramm
3.4 Gesundheits- und Krankenpflegeschulen aus ökonomischer Sicht
3.4.1 Die Produktivität von Gesundheits-und Krankenpflegeschulen
3.4.2 Interne und externe Anspruchsgruppen einer GKPS
4. Entwicklung einer Wissensbilanz an einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule
4.1 Allgemeine Grundlagen und Methode
4.2 Beschreibung der Ausgangssituation
4.2.1 Geschäftsumfeld bzw. Schulumfeld
4.2.2 Wissensziele
4.3 Bearbeitung und Darstellung des intellektuellen Kapitals
4.3.1 Humankapital
4.3.2 Strukturkapital
4.3.3 Beziehungskapital
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Modell der Wissensbilanzierung als managementorientiertes Berichts- und Steuerungsinstrument für den Bereich der Ausbildung in Gesundheits- und Krankenpflegeschulen zu adaptieren und dessen praktische Anwendbarkeit durch ein fiktives Beispiel aufzuzeigen.
- Grundlagen des intellektuellen Kapitals und Wissensmanagements
- Methodik und Aufbau von Wissensbilanzen in Non-Profit-Organisationen
- Anforderungen an das Management von Gesundheits- und Krankenpflegeschulen
- Konstruktion einer beispielhaften Wissensbilanz für eine Musterschule
Auszug aus dem Buch
Leitbild (Auszug):
Seit 1968 leistet die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Musterschule einen wichtigen Beitrag für eine patientenorientierte Pflege im Musterland. Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler auf ihre Tätigkeit als eigenverantwortliche Pflegerin und Pfleger nicht nur fachlich vor, sondern unterstützen sie auch bei der Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten. Soziale Kompetenz, kritisches und selbstreflektierendes Denken und die Fähigkeiten zur Problemlösung im Team besitzen bei uns im Unterricht den gleichen Stellenwert, wie die fachlichen Ausbildungsziele laut dem Curriculum. Wir sehen uns als lernende Organisation, die versucht, ihre Ziele mit Hilfe einer strukturierten Wissensarbeit zu verwirklichen. […]
Wie im Leitbild formuliert, sehen wir unsere Aufgabe als Schule nicht nur in der Vermittlung des im Curriculum definierten Lehrstoffes, sondern wir versuchen auch, unsere Schüler bei der Entwicklung von sozialer Kompetenz wie Selbstreflexion, Kommunikation oder kritischem Denken aktiv zu fördern. Zusätzlich wollen wir zukünftig auch andere Berufsausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen wie etwa die Heimhilfeausbildung und Zusatzqualifikationen für die Schüler der gehobenen Ausbildung anbieten. Mit dieser Vision wollen wir nicht nur die Ausbildungssituation unserer Schüler laufend verbessern, sondern auch unseren Schulstandort in ökonomisch, kritischen Zeiten absichern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Intellektuelles Kapital und Wissensmanagement: Vermittlung der theoretischen Grundlagen zum intellektuellen Kapital, Humankapital und den Zielen sowie Methoden des Wissensmanagements.
2. Definition und Aufbau einer Wissensbilanz: Erläuterung des theoretischen Konzepts der Wissensbilanz, ihrer historischen Entwicklung, ihres Nutzens und des Modellaufbaus inklusive Kennzahlen und Indikatoren.
3. Voraussetzungen für die Wissensbilanzierung im Schulbereich: Analyse der Schule als Organisation und der spezifischen Managementaufgaben eines Schuldirektors unter Berücksichtigung ökonomischer Rahmenbedingungen.
4. Entwicklung einer Wissensbilanz an einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule: Praktische Erstellung einer fiktiven Wissensbilanz für eine Musterschule mit Beschreibung des Schulumfelds und Darstellung der Kapitalgruppen.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Diskussion der Potenziale des Wissensmanagements für die Schulentwicklung.
Schlüsselwörter
Wissensbilanz, Intellektuelles Kapital, Wissensmanagement, Humankapital, Strukturkapital, Beziehungskapital, Gesundheits- und Krankenpflegeschule, Schulmanagement, Schulentwicklung, Bildungsmanagement, Kennzahlen, Non-Profit-Organisation, Kompetenzentwicklung, Dienstleistungsqualität, Prozessmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Instruments der Wissensbilanzierung als Steuerungsinstrument im Management von Gesundheits- und Krankenpflegeschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören das Wissensmanagement, die Definition des intellektuellen Kapitals sowie die spezifischen Anforderungen an die Führung und Schulentwicklung von Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, das Konzept der Wissensbilanz für Schulen zu definieren und aufzuzeigen, wie diese ihre Leistung und ihr intellektuelles Kapital gegenüber Anspruchsgruppen transparent machen und strategisch steuern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und der anschließenden Entwicklung eines fiktiven Praxismodells (Probewissensbilanz) für eine Musterschule.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Voraussetzungen der Wissensbilanzierung im Schulkontext und die konkrete Entwicklung einer fiktiven Wissensbilanz für eine Gesundheits- und Krankenpflegeschule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensbilanz, Intellektuelles Kapital, Wissensmanagement, Humankapital, Bildungsmanagement und Qualitätsentwicklung sind zentrale Begriffe.
Wie unterscheidet sich die Wissensbilanz von einer klassischen Finanzbilanz?
Während die Finanzbilanz auf monetäre Größen und die Vergangenheit fokussiert, stellt die Wissensbilanz nicht-monetäre Werte wie Know-how und Beziehungsstrukturen in den Vordergrund und dient der zukunftsorientierten Steuerung.
Warum ist das Management von Humankapital in der Pflegeausbildung kritisch?
Da Pflegeausbildung eine Dienstleistung darstellt, die stark von menschlichem Wissen und Können abhängt, ist die systematische Erfassung dieser Faktoren essenziell, um gegen den zunehmenden Kostendruck bestehen zu können.
Was bedeutet der Begriff "Kunde" in Bezug auf eine Pflegeschule?
Der Begriff wird in der Arbeit übertragen verwendet; primäre Kunden sind die Schüler, während die Schule als Dienstleister agiert, die Bildungs- und Entwicklungsprozesse initiiert.
- Arbeit zitieren
- Christian Balon (Autor:in), 2012, Die Wissensbilanz in der Pflegeausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195842