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Die Entstehung der Konsumgesellschaft: Über die europäische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und die Entwicklung des Bürgers zum Konsumenten

Title: Die Entstehung der Konsumgesellschaft: Über die europäische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und die Entwicklung des Bürgers zum Konsumenten

Examination Thesis , 2010 , 69 Pages

Autor:in: Philip Grabowski (Author)

Sociology - Consumption and Advertising
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Das Zeitalter der Aufklärung kann als Geburtsstunde einer differenzierten europäischen Konsumgesellschaft betrachtet werden.Breite Bevölkerungsschichten neigten von nun an dazu, eine Vielzahl von Gütern und Dienstleistungen zu konsumieren, die man vorher nicht konsumiert hatte. Mit diesem Konsum ging eine Persönlichkeits- und Verhaltensänderung, vor allem der bürgerlichen Schichten einher.(...)Des Weiteren vollzog sich eine Individualisierung, Ausdifferenzierung und Pluralisierung der Lebensstile, die das konsumtive Verhalten enorm begünstigte.(...)Diese Arbeit soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wieso die Bürger des 18. Jahrhunderts vermehrt zu Konsumenten wurden. Dabei muss die gesellschaftliche Sozialstruktur erläutert und in Zusammenhang mit den neuen Konsumgewohnheiten gebracht werden. Es geht mir weniger darum, faktisch, z.B. in Form einer Aufzählung der neuen Konsumgüter darzustellen, dass und was genau konsumiert wurde, was von deutschen Forschern wie Michael North bereits geleistet wurde.Vielmehr will ich aufzuzeigen, weshalb konsumiert wurde und wie sich der Konsum in beinahe alle Lebensbereiche drängte. Es soll ein komplexes Bild dieser frühen Form von Konsumgesellschaft entwickelt werden.(...)Hierzu werde ich auch exemplarisch auf einige Konsumbereiche wie den der Textilindustrie und Mode oder der neuen Genussmittel wie Kaffee oder Tabak, der Kultur und der Literatur eingehen.Die Aufarbeitung einer grob umrissenen zeitgenössischen intellektuellen Debatte um die neuen Konsumgewohnheiten, den „Luxus“, „die Üppigkeit“ oder die „Habgier“ protokolliert dabei im letzten Kapitel die Entstehung einer deutschen Konsum-gesellschaft nicht nur, sondern veranschaulicht auch, wie der Konsum zunehmend ins Bewusstsein der damaligen Menschen trat und dass sich eine Veränderung der Einstellungen zum Konsum vollzog.(...)Als Quellen benutze ich, aufgrund meiner sozial- und mentalitäts- geschichtlichen Herangehensweise, nicht beispielsweise Geschäftsakten, Akten über Warensteuern und Warenzölle sowie Nachlassinventare etc., sondern v.a. Literatur und Zeitschriften aus der damaligen Zeit, wie Anstands- und Verhaltensbücher Adolf Knigges, philosophische Abhandlungen Immanuel Kants oder auch erste Formen von Lifestyle- und Modemagazinen wie das „Journal des Luxus und der Moden“, „Der Menschenfreund“. Diese Journale liefern dabei eine Vielzahl hilfreichen Materials.(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Der Bürger im Wandel

3. Zur zeitlichen Einordnung

4. Der Konsum

5. Der Bürger wird zum Konsumenten

6. Beispiele anhand verschiedener Konsumbereiche

6.1. Literatur, Zeitschriften und Lektüre

6.2. Annäherung und Abgrenzung der Klassen am Beispiel des Kulturkonsums

6.3. Kleidung, Schmuck, Genussmittel und Repräsentation nach Außen

7. Die Luxus- und Konsumdebatte der damaligen Zeit

8. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung der europäischen Konsumgesellschaft im 18. Jahrhundert und analysiert, wie sich der Bürger in diesem Prozess zum Konsumenten entwickelte. Dabei wird erforscht, wie gesellschaftliche Strukturen, neue Konsumgewohnheiten und das Streben nach sozialer Identität und Status in einem engen wechselseitigen Verhältnis zueinanderstanden.

  • Die Transformation des Bürgertums und die Rolle des Konsums für die soziale Mobilität.
  • Der Einfluss von Mode, Literatur und Kulturkonsum auf die Identitätsbildung.
  • Die Analyse der zeitgenössischen Luxuskontroverse und ihre Bedeutung für die ökonomische Entwicklung.
  • Die theoretischen Positionen von Denkern wie Immanuel Kant und Adolph Knigge zum Konsumverhalten.
  • Die Bedeutung von Wareninszenierungen für die Entstehung bürgerlicher Lebensstile.

Auszug aus dem Buch

3. Zur zeitlichen Einordnung

An dieser Stelle soll geklärt werden, weshalb die Entstehung einer differenzierten europäischen Konsumgesellschaft und Konsumkultur auf das 18. Jahrhundert datiert werden kann, worin sich die Forscher heute weitgehend einig sind.

Häufig wird diese neue Form der Konsumgesellschaft des Zeitalters der Aufklärung als eine Art „Protoindustrialisierung“ periodisiert, insofern, als dass Luxus- und Konsumgüter nicht mehr, wie zuvor, alleine für die wohlhabenden Stände des Adels und des gehobenen Bürgertums, sondern nun auch breiten Bevölkerungsanteilen zur Verfügung standen. Voraussetzung hierfür war eine neue Form gewerblicher Warenproduktion von „Massenartikeln“ (- wie u.a. Kleidung, Knöpfe, Schnallen, Borten, Haken oder Tücher -) auf dem Land für den Massenabsatz auf interregionalen und zunehmend internationalen Märkten. Manche sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer „Demokratisierung“ des (Luxus-) Konsums.

Eine „Demokratisierung“ des Konsums konnte aber nur dadurch erfolgen, da nun auch – veranlasst durch die oben bereits erläuterte Kapitalverschiebung vom Adel auf breite bürgerliche Schichten – mehr Kaufkraft unter allen gesellschaftlichen Klassen vorherrschte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik der europäischen Konsumgesellschaft im 18. Jahrhundert ein und erläutert die Absicht, nicht bloß Güter aufzuzählen, sondern die Ursachen und gesellschaftlichen Bedingungen des Konsums zu ergründen.

2. Der Bürger im Wandel: Hier werden der Begriff des Bürgers und der Wandel des Bürgertums innerhalb der ständischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts beschrieben, wobei insbesondere die soziale Mobilität beleuchtet wird.

3. Zur zeitlichen Einordnung: Dieses Kapitel begründet die Datierung der Konsumgesellschaft auf das 18. Jahrhundert und diskutiert Begriffe wie „Protoindustrialisierung“ und „Konsumrevolution“.

4. Der Konsum: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Ausbreitung von Konsumgütern, wie Textilien und Genussmitteln, in breite Bevölkerungsschichten und die Bedeutung des städtischen Konsums.

5. Der Bürger wird zum Konsumenten: Hier wird untersucht, wie Bürger durch Konsum versuchten, Anerkennung in einer adeligen Gesellschaft zu erlangen und ihre soziale Stellung zu verbessern.

6. Beispiele anhand verschiedener Konsumbereiche: Anhand der Bereiche Literatur, Kultur und Kleidung wird aufgezeigt, wie Konsum als Instrument der Klassenzugehörigkeit und sozialen Identitätsbildung fungierte.

7. Die Luxus- und Konsumdebatte der damaligen Zeit: Dieses Kapitel arbeitet die zeitgenössische Kontroverse um den Luxusbegriff auf, von der christlichen Kritik bis zur merkantilistischen und ökonomischen Debatte über das Gemeinwohl.

8. Nachwort: Das Fazit fasst zusammen, wie Konsumgewohnheiten die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts prägten und wie diese als Urform unserer modernen, markenorientierten Konsumgesellschaft betrachtet werden kann.

Schlüsselwörter

Konsumgesellschaft, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Bürgertum, Luxus, Konsumkultur, soziale Mobilität, Warenproduktion, Identität, Geschmacksbildung, Kapitalverschiebung, Kulturkonsum, Mode, Ökonomisierung, Konsumkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung der Konsumgesellschaft im 18. Jahrhundert in Europa und der Rolle des Bürgertums in diesem Prozess.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Bürgertums, die Bedeutung von Luxus und Mode, die Rolle der Literatur und der Wandel der Konsumgewohnheiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum im 18. Jahrhundert verstärkt konsumiert wurde und wie sich der Konsum in nahezu alle Lebensbereiche ausdehnte, um Identität und sozialen Status zu bilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein sozial- und mentalitätsgeschichtlicher Ansatz gewählt, der Literatur, Zeitschriften, Anstandsbücher und philosophische Abhandlungen der Zeit analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Konsumbereiche wie Literatur, Mode und Luxus sowie die intellektuelle Debatte der damaligen Zeit, etwa durch Positionen von Kant und Knigge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Konsumgesellschaft, Aufklärung, bürgerliche Identität, Statusstreben und die Luxusdebatte.

Welche Rolle spielt Adolph Knigge in dieser Analyse?

Knigge dient als zentraler Beobachter und Kritiker der Gesellschaft, dessen Anstandsbücher Aufschluss über die Erwartungen an das bürgerliche Verhalten und den kritischen Umgang mit Konsum geben.

Wie bewerten die zeitgenössischen Denker den Konsum?

Denker wie Kant standen dem Konsum kritisch gegenüber, während Wirtschaftsdenker oder Unternehmer wie Bertuch ihn als notwendige Triebfeder für Wohlstand und Fortschritt legitimierten.

Was ist das Besondere an der Rolle von Friedrich Justin Bertuch?

Bertuch war Herausgeber des einflussreichen "Journals des Luxus und der Moden" und fungierte als Pionier, der Konsum kommerziell förderte und theoretisch durch die Differenzierung von Luxusbegriffen verteidigte.

Was besagt die These zur „Demokratisierung“ des Konsums?

Die Arbeit diskutiert, dass Luxusgüter durch veränderte Produktionsbedingungen einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich wurden und somit nicht mehr exklusiv dem Adel vorbehalten waren.

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Details

Title
Die Entstehung der Konsumgesellschaft: Über die europäische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und die Entwicklung des Bürgers zum Konsumenten
College
LMU Munich
Author
Philip Grabowski (Author)
Publication Year
2010
Pages
69
Catalog Number
V195894
ISBN (eBook)
9783656217473
ISBN (Book)
9783656218067
Language
German
Tags
konsumgesellschaft untersuchungen gesellschaft jahrhunderts zusammenhang entstehung konsumkultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philip Grabowski (Author), 2010, Die Entstehung der Konsumgesellschaft: Über die europäische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und die Entwicklung des Bürgers zum Konsumenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195894
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