Die venezianische Oper


Seminararbeit, 2007

15 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Entwicklung der Oper in Italien

2. Venedig – Die Kultur-Stadt

3. Entwicklung der venezianischen Oper
3.1. Opernhäuser
3.2. Spielzeit
3.3. Solisten

4. Berühmtheiten
4.1. Claudio Monteverdi
4.1.1. Jugendzeit
4.1.2. In Mantua
4.1.3. In Venedig
4.2. Francesco Cavalli
4.3. Marc’Antonio Cesti

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Entwicklung der Oper in Italien

Die Renaissance war die Zeit der „Wiedergeburt“ der alten Künste. Zu dieser Zeit wurde der Mensch als Individuum neu entdeckt. Der Geist des Menschen beugte sich nicht länger dem Gesetz der Einheit und Einförmigkeit, mit dem die zentralisierte Majestät der katholischen Kirche bis dahin souverän die Welt beherrscht hat.

Der Mensch entdeckte die Kraft seines schöpferischen Geistes, dem bislang die Möglichkeit des Erfassens von Gegebenheiten, nicht aber die Kraft oder sogar das Recht zugestanden hatte, die Dinge kritisch zu beobachten, sich selbst zu entdecken, selbst zu forschen und selbst schöpferisch tätig zu sein. Diese Erkenntnis veränderte in unglaublich kurzer Zeit das Weltbild. Sie führte zur Bejahung der Schönheiten der Natur und des Lebens.

Es ist die Zeit der Entdeckungsreisen und Erfindungen. Die Zeit, in der man mit den vom Mittelalter kritiklos gepflegten philosophischen Systemen nichts Rechtes mehr anzufangen weiß. Die Zeit der Naturphilosophie mit ihrer Kritik und Lehren von den vielen Erden, die mit den Planeten um die Sonne kreisen. Die Träger dieser neuen Zeit sind der Entdecker Amerikas Kolumbus, der außergewöhnliche Künstler Leonardo da Vinci, der Erfinder der Buchdrucks Gutenberg und die großen Denker Kopernikus und Galileo Galilei. Es ist die Zeit in der Rom nicht mehr im Mittelpunkt steht. Paris, Genf, Florenz, München und Venedig sind die neuen Weltstädte, die Kulturzentren, in denen Latein schon längst das Vorrecht verloren hat, Traditionssprache der Gelehrsamkeit zu sein.

Es ist diese Dezentralisierung auf allen Gebieten der Kultur und die Unabhängigkeit der Künste von der Kirche und von Rom, die in Italien viele Städte zur Blüte bringen. So wie sich diese mit den Kunstwerken großer Baumeister, Bildhauer, Maler und Dichter schmücken, so findet auch die Musik dort Eingang, Pflege und Erneuerung. Auch vor dieser Zeit haben die Städte regen Anteil, sogar schöpferischen Anteil an der Kunst genommen, aber zur Zeit der Renaissance blüht überall neues künstlerisches Leben auf.

Da ist Florenz mit seiner berühmten „caramat“, einer Art privater Akademie, die sich um den Grafen Bardi scharte, den großen Gönner hervorragender Musiker, Poeten und Philosophen. Dort wird versucht das „Musikdrama“ der Griechen wieder zu entdecken und eine Musik zu bilden, die, nach den Grundsätzen Platons und anderer klassischer Schriftsteller, nicht in den Fehler verfallen durfte, die Worte unvollkommen stehen zu lassen oder, dem Sinn und Versmaß entgegen, Silben zu verlängern oder zu verkürzen, leidlich dem Kontrapunkt zu Liebe. Die Musik ist zunächst Sprache und Rhythmus und erst dann Ton, nicht umgekehrt.

Damit waren die Berechtigung und die Möglichkeit des Einzelgesanges, der Einzelstimme als anzustrebende neue Kunstform gefunden. Man nannte sie „monodia“, den meist von Instrumenten chorisch oder solistisch besetzten Einzelgesang, eine Vereinigung von Sprache und Musik, wobei die Musik hier als rein nachahmende Kunst vollkommen abhängig von der sprachlichen Unterlage ist. Der Komponist ahmte dabei allerdings nicht nur sklavisch den Rhythmus der Worte nach, sondern auch den Ausrucksgehalt der Worte und allmählich auch das, was er persönlich beim Auffassen des Textes empfindet.

Die lateinischen Kirchentexte wurden dafür abgelehnt, da man ja die „Wiedergeburt der Antike“ erstrebte, wurden klassische Dichtungen und Stoffe, zum Teil auch Fragmente aus griechischen Tragödien gewählt. Dabei wurden das Griechische ins Italienische übersetzt, was auch dem Humanismus zu verdanken ist.

Die gewählten Texte wurden in einer Art „Rezitativ“ harmonisch gesprochen und dabei wurde großer Wert auf die Wiedergabe des Gehaltes der Worte gelegt. Man erhielt also eine Zwischenform von Sprechen und Singen. Dabei wurde der Sprechgesang mit den zu dieser Zeit noch geringen Instrumentalmitteln, Klavier, Laute, Lyra und Flöte, später auch Geigen, begleitet. 1594 wurden die ersten Vorläufer der späteren Oper aufgeführt. Was diesen Werken noch fehlte war ein großer Meister, der über Formbegriffe, philologische Studien und gelehrte Konstruktionen hinaus nun wirklich sein eigenes Inneres, seine Individualität in der Musik zur Darstellung brachte. Es war wohl der Zwang der höfischen Kreise, der das Entstehen eines wahrhaft freien und unabhängigen Künstlertums verhinderte. Florenz wies diese Einschränkungen und Hindernisse auf, dass eben die neue Kunst nicht zu ihrer vollen Entfaltung kommen konnte. Dazu bedurfte es einer anderen Umgebung und anderer Menschen.

2. Venedig – Die Kultur-Stadt

Beides bot in bedeutender Weise Venedig. Die Musikkultur in Venedig, so wie an den Höfen von Mantua und Ferraras zeichnete sich durch jahrelange Tradition, aber auch durch Fortschrittsbewusstsein aus. Abgesehen von der „Terra ferma“ mit Städten, wie Padua, Verona und Bergamo stand Venedig im 15. Jahrhundert im Musikleben weit hinter den herzoglichen Nachbarstaaten. Die Stadt besaß keineswegs jene zentrale Bedeutung, die es im folgenden Jahrhundert erlangen sollte.

Im 16. Jahrhundert bildete Ober-Italien und dabei insbesondere Venedig eine Musikkultur aus, die durch die Förderung einer selbstständigen Instrumentalmusik bestimmt wurde. Diese wurde vorwiegend von den niederländischen Musikern betrieben, die in der Lagunenstadt beschäftigt waren. Seit den zwanziger und dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts gewann die „Capella di San Marco“ in Venedig immer mehr an Bedeutung und drängte die Hofkapellen in den Hintergrund. Die „Capella di San Marco“ unterstand weltlicher Autorität, dem Dogen und den höchsten Würdenträgern.

In der Lagunenstadt galt die Musik als Symbol für eine gut organisierte, tugendhafte und harmonische Regierung. Sie besaß auch in der Folgezeit eine besondere Bedeutung. Die „Capella di San Marco“ wurde zu einem wichtigen musikalischen Zentrum. Zu dieser Zeit waren Ciprino de Rore und Adrian Willaert bekannte Meister, die zuvor in Ferrara gearbeitet hatten, ebenso wie Gioseffo Zorlino.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde die venezianische Oper mit einer neuen Stilrichtung geprägt. Giovanni Gabrieli führt dort die Mehr-Chörigkeit ein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die venezianische Oper
Hochschule
Universität Wien  (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Note
1
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V195917
ISBN (eBook)
9783656220060
ISBN (Buch)
9783656219910
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theaterwissenschaft, Oper, Venezianische Oper
Arbeit zitieren
Isabella Switil (Autor), 2007, Die venezianische Oper, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195917

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