Die vorliegende Arbeit behandelt das oft diskutierte Thema „Gewalt an Schulen“. Dieses Thema ist
weit verbreitet und oft behandelt, dennoch gibt es kaum Studien zur Situation in Österreich, noch ob
sich die Motive der Täter oder die Ursachen im Laufe der Zeit verschoben haben.
Gewalt wurde früher vom Lehrer auf den Schüler mittels Rohrstäbchen ausgeübt. Aber der Begriff
„Gewalt“ ist heutzutage vielschichtiger als damals.
Diese Arbeit soll einen kleinen Überblick über die neuen Ausprägungen der Gewalt, sowie die
Verschiebung der Motive und Ursachen für Gewalt bieten, sie soll weder Lösungen noch ein
allgemein gültiges Gesetz für den Ablauf von Gewalt an Schulen, vermitteln.
Das Kapitel „Erkenntnisinteresse“ behandelt, das subjektive, allgemeine, aber auch
wissenschaftliche Erkenntnisinteresse des Themas.
Das Forschungsproblem wird im gleichnamigen Kapitel dargestellt und erläutert.
Im Kapitel „Aktueller wissenschaftlicher Diskurs“ werden ausgewählte Ergebnisse, der bisher
durchgeführten Studien, sowie die dadurch entwickelten Lösungsansätze präsentiert und
verdeutlicht. Die Ergebnisse der Studien beziehen sich leider in erster Linie auf Deutschland, aber
die entwickelten Lösungsansätze sind auch in Österreich auffindbar.
Weiters sollen in Kapiteln „Dimensionen“ und „Hypothesen“ die Dimensionen, Kategorien und
deren Ausprägungen erläutert werden. Was ist Gewalt? Wer ist bei Gewalt an Schulen beteiligt?
Was sind Auslöser für Gewalt an Schulen? Welche Motive haben Täter zur Ausübung von Gewalt?
Wie läuft Gewalt an Schulen ab? Gibt es Unterschiede bezüglich der Personen-Ebenen, der
unterschiedlichen Schultypen oder den Wiener Gemeindebezirken? Sowie der Zusammenhang der
unterschiedlichen Dimensionen des Forschungsproblem als Hypothesen formuliert werden.
Im empirischen Teil der Arbeit, werden die Dimensionen und Hypothesen operationalisiert. Eine
passende Untersuchungsmethode ausgewählt und das Untersuchungsdesign entwickelt.
Die durch die Anwendung des entwickelten Untersuchungsdesigns erforschten Ergebnisse, werden
im gleichnamigen Kapitel dargestellt, veranschaulicht und interpretiert. Durch deren Interpretation
werde die bis dahin aufgestellten Hypothesen vorläufig verifiziert oder falsifiziert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung des Forschungsproblems
3. Erkenntnisinteresse
3.1. subjektives Erkenntnisinteresse
3.2. allgemeines Erkenntnisinteresse
3.3. wissenschaftliches Erkenntnisinteresse
4. Aktueller wissenschaftlicher Diskurs
5. Dimensionen
5.1. Arten der Gewalt
5.2. Ursachen und Motive
5.3. Wiener Schulen
5.4. Akteure
6. Hypothesen
7. Methode der Datengewinnung
7.1. Untersuchungsdesign
7.1.1. Quantitative Befragung
7.1.2. Inhaltsanalyse
7.2. Feldphase
7.2.1. Befragung der Schüler
7.2.2. Befragung der Lehrer
8. Ergebnisse
8.1. Grafische Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
8.1.1. Schüler-Fragebogen
8.1.2. Lehrerfragebogen
8.2. Falsifikation und vorläufige Verifikation der Hypothesen
9. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über die Ausprägungen von Gewalt an Wiener Schulen zu geben und dabei insbesondere die Verschiebungen von Motiven und Ursachen zu untersuchen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie schaut es in Wien mit der Gewalt an Schulen aus?“.
- Analyse der Formen von physischer und psychischer Gewalt im schulischen Kontext.
- Untersuchung der Motive und Ursachen für Gewalt bei Schülern und Lehrern.
- Vergleich der Rollen von Schülern, Lehrern und Eltern im Gewaltgeschehen.
- Empirische Datengewinnung mittels Schüler- und Lehrerfragebögen zur Verifikation von Hypothesen.
Auszug aus dem Buch
5. Dimensionen
Das Forschungsproblem Gewalt an Wiener Schulen wirft einige Fragen auf, die auch gleichzeitig die Dimensionen dieser forschungsleitenden Fragestellung sind. Diese Fragen sind: In welcher Form zeigt sich Gewalt an Schulen? Welche Ursachen tragen zu dieser Entwicklung bei? Welche Schultypen sind mit Wiener Schulen in erster Linie gemeint? Wer ist daran beteiligt?
5.1. Arten der Gewalt
Gewalt kann unterschiedlich auftreten, sie kann physisch oder psychisch erfolgen. Jürgen Mansel und Klaus Hurrelmann haben Gewalt in der Schule wie folgt definiert:
„Gewalt in der Schule umfaßt demnach das Spektrum von Tätigkeiten und Handlungen, die physische und psychische Schmerzen oder Verletzungen bei den im Bereich der Schule handelnden Personen zur Folge haben oder die auf die Beschädigung von Gegenständen im schulischen Raum gerichtet sind. Gewalt in der Schule umfasst Angriffe, Übergriffe und Bedrohungen im unterrichtlichen Geschehen und im außerunterrichtlichen Bereich.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Gewalt an Schulen ein, erläutert die Relevanz der Untersuchung für den österreichischen Kontext und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2. Darstellung des Forschungsproblems: Dieses Kapitel thematisiert die Verbreitung von Gewalt an Schulen und stellt fest, dass bisherige Studien häufig wesentliche Faktoren wie Langeweile oder Trotz nicht ausreichend berücksichtigen.
3. Erkenntnisinteresse: Das Kapitel beleuchtet das subjektive Interesse der Autorin sowie das allgemeine und wissenschaftliche Interesse an einer differenzierten Analyse von Gewaltformen an Schulen.
4. Aktueller wissenschaftlicher Diskurs: Hier werden bestehende Studien und Lösungsansätze wie Peerseinsätze oder das Konstanzer Trainingsmodell (KTM) präsentiert.
5. Dimensionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Kategorien wie Arten der Gewalt, Ursachen, verschiedene Schultypen in Wien und die beteiligten Akteure definiert.
6. Hypothesen: Hier werden Annahmen über das Gewaltverhalten der Geschlechter sowie über die Interaktion zwischen Schülern und Lehrern aufgestellt.
7. Methode der Datengewinnung: Das Kapitel beschreibt das Untersuchungsdesign, bestehend aus quantitativen Befragungen und Inhaltsanalyse, sowie die Herausforderungen der Feldphase.
8. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die grafisch aufbereiteten Daten der Schüler- und Lehrerbefragungen und bewertet die aufgestellten Hypothesen.
9. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über Gewaltmotive und -formen an Wiener Schulen und stellt fest, dass sich die Gründe für Gewalt im Vergleich zu früher gewandelt haben.
Schlüsselwörter
Gewalt, Wiener Schulen, Schüler, Lehrer, Psychische Gewalt, Physische Gewalt, Mobbing, Aggression, Schulalltag, Täterrolle, Opferrolle, Prävention, Intervention, Quantitative Befragung, Lernumfeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Erscheinungsformen und Ursachen von Gewalt an Wiener Schulen und hinterfragt, wie sich das Verhalten von Schülern und Lehrern in diesem Kontext darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von physischer und psychischer Gewalt, die Analyse der Akteursrollen sowie die Untersuchung von Motiven wie Langeweile oder Provokation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, ein Bild der Gewaltsituation an Wiener Schulen zu zeichnen und die Forschungsfrage „Wie schaut es in Wien mit der Gewalt an Schulen aus?“ zu beantworten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es kommt eine quantitative Untersuchungsmethode zum Einsatz, die durch Fragebögen für Schüler und Lehrer sowie eine anschließende Inhaltsanalyse der Antworten realisiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den theoretischen Diskurs, die Definition der Dimensionen, die Hypothesenbildung sowie die detaillierte Auswertung der empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gewalt, Wiener Schulen, Täter-Opfer-Dynamik, psychische Gewalt, pädagogische Interaktion und die Untersuchung von Motiven.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen psychischer und physischer Gewalt eine so große Rolle?
Die Arbeit betont, dass insbesondere psychische Gewalt oft unterschätzt wird und bei Schülern sowie im Schüler-Lehrer-Verhältnis eine zentrale Rolle in der Gewaltwahrnehmung spielt.
Welche Rolle spielt das Geschlecht bei den untersuchten Gewaltformen?
Die Ergebnisse legen nahe, dass Jungen eher zu physischer Gewalt neigen, während psychische Gewalt bei Mädchen stärker ausgeprägt ist und sich auch in der Lehrer-Schüler-Interaktion spezifische Geschlechterunterschiede zeigen.
Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die Lehrerrolle?
Die Untersuchung zeigt, dass Lehrer nicht nur als Präventionsinstanz agieren, sondern selbst in psychische Gewaltprozesse involviert sein können, etwa durch Bestrafungspraktiken oder durch die Wahrnehmung von Provokationen.
Was ist das Fazit bezüglich der Lösungsansätze?
Das Fazit bleibt offen, da die Arbeit feststellt, dass bisherige Maßnahmen oft erfolglos blieben und effektive, endgültige Strategien gegen Gewalt an Schulen eine noch intensivere, langfristige Forschung erfordern.
- Quote paper
- Isabella Switil (Author), 2005, Kampfarena Klassenzimmer - Analyse der Gewalt an Wiener Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195920