Globalisierung - Eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen


Hausarbeit, 2012
13 Seiten, Note: none

Leseprobe

Globalisierung

1. Definition und Einleitung

2. Geschichte der Globalisierung
2.1 Industrialisierung
2.2 Kapitalismus
2.3 Marxismus und Kommunismus
2.4 Patriotismus, Nationalismus, Faschismus
2.5 Weltreligionen

3. Kommunikation, Internet

4. „Quelle“ und „Amazon“

5. Vor- und Nachteile
5.1 Der marktwirtschaftlichen Art
5.2 Der rechtlichen und politischen Art
5.3 Auf Länderebene
5.4 Der sozialen Art
5.5 Der kulturellen Art
5.6 Der ökologischen Art

6. Fazit

Quellen

1. Definition und Einleitung

In der Wirtschaft bedeutet Globalisierung zunächst zweierlei: weltweite Kundschaft und weltweite Konkurrenz. Jeder Produzent und Verkäufer muss sich fragen, ob er ohne Internetauftritt auf dem Markt noch eine Chance hat, jeder Käufer kann sich über das Internet informieren, ob es den gewünschten Artikel 1.000 Kilometer entfernt billiger gibt. Wer in diesem Wettbewerb mit allen technischen Notwendigkeiten nicht mithalten kann, droht den Anschluss zu verlieren. Kommunikation und Handel über Kontinente hinweg hat es aber schon früher gegeben, und politische Ideen und technische Erfindungen haben das lange vor dem Computer gefördert und genutzt, wie z.B. das hochseetüchtige Schiff, die Eisenbahn, das Auto, das Telefon und die Zeitung, später das Radio und das Fernsehen.

2. Geschichte der Globalisierung

2.1 Industrialisierung

Die Erfindung der Dampfmaschine und wenig später der Eisenbahn hat es möglich gemacht, dass die europäischen Nationen große Fortschritte machen und dann, nach der Entdeckung und Kolonialisierung anderer Kontinente, diese beherrschen und ausbeuten konnten. Die massenhafte Produktion bzw. Verarbeitung von Waren und Rohstoffen, wie Eisen und Stahl, Gold, Tabak, Zuckerrohr, Kaffee und Kakao, die in Europa sehr begehrt waren und hohe Preise erzielten, führte zur Versklavung von Eingeborenen und zum Reichtum ganzer Dynastien von Fabrikanten und Händlern. Auch die Überseetransporte mit immer größeren Schiffen trugen zur Globalisierung der europäischen Dominanz bei.

2.2 Kapitalismus

Der sich aus der Industrialisierung ergebende Kapitalismus insbesondere Großbritanniens, das die Weltmeere dank seiner Flotte beherrschte, und dann der USA und später halb Europas, ergab sich vor allem aus dem Wirtschaftsliberalismus des 18. Jahrhunderts (vgl. Adam Smith). Die liberale Weltanschauung der modernen Demokratie führte dazu, dass auch das Gewinnstreben und das Streben nach Marktbeherrschung bzw. Monopolstellung akzeptiert wurden. Denn die Herrscher profitierten vom Erfolg der Unternehmer und des Handels. „Global Player“ gab es so bereits in der Kolonialzeit, Allen voran die britische Ostindien-Kompanie für den Warenhandel zwischen England und Indien. Die Waren, mit denen die „Kapitalisten“ reich wurden, wurden zwar in Afrika oder Amerika mühsam hergestellt bzw. geerntet oder abgebaut, aber den Profit heimste das Mutterland ein. Schon Sombart (1863-1941) nannte den Kapitalismus eine „seit Beginn der Neuzeit auf Grund des Erwerbsstrebens vordringende einmalige Erscheinung der abendländischen Kultur“[1], und Ruhland (1860-1914) nannte ihn ergänzend eine „soziale und wirtschaftliche Krankheit, an der Kulturen zugrunde gehen, wenn die Geldinteressen die Oberhand gewinnen“[2].

2.3 Marxismus und Kommunismus

Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) kritisierten aus eigener Anschauung die kapitalistischen Produktionsverhältnisse, Marx begründete den wissenschaftlichen Sozialismus. Die Forderung des Marxismus lautet, kurz gesagt, dass die Arbeiter als entscheidender Faktor der Produktion am Gewinn angemessen beteiligt werden müssen. In der Realität aber seien sie ausgebeutet, unterbezahlt und rechtlos, obwohl sie doch diejenigen seien, die den Reichtum der Kapitalisten erarbeiteten. Dieser „Grundwiderspruch der kapitalistischen Produktion“ könne nur durch die revolutionäre Erhebung der Arbeiterklasse, des Proletariats, beseitigt werden. Als Übergangsform des Staates müsse die Arbeiterklasse nach der Enteignung der Kapitalisten die „Diktatur des Proletariats“ errichten. Das Ziel der „klassenlosen Gesellschaft“ aber sollte weltweit erreicht werden. Unterschiede zwischen Rassen und Völkern wurden nicht mehr berücksichtigt, was als Gegenentwurf zu Nationalismus, Rassismus und Kolonialismus verstanden werden kann, aber auch zum Imperialismus der Sowjetunion führte. Diese strebte vor allem unter Stalin, Chruschtschow und Breschnjew (Staatschefs der Sowjetunion) im Kalten Krieg die, wenn möglich, weltweite (globalisierte) Ausbreitung des Kommunismus an, und zwar auch, wenn „nötig“, mit Gewalt.[3]

Inzwischen jedoch, nach dem vorläufigen Ende des Kommunismus, da auch China mit seiner Mischung aus Kommunismus und Kapitalismus von Marx und Lenin immer mehr abrückt, kommt von links, von kommunistischer und sozialistischer Seite also, Kritik an der Globalisierung – denn diese diene zuallererst den Kapitalisten.

2.4 Patriotismus, Nationalismus, Faschismus

Rechte bis rechtsradikale Ideologie ist sich in der Globalisierungskritik einmal mit den Linken einig, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Der gemeinsame Gegner heißt Kapitalismus. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Amerikanisierung der ganzen Welt für einen Lokalpatrioten ein Gräuel sein kann. Der Verlust kultureller Eigenheiten von Regionen und Völkern und der kulturellen Vielfalt in der Welt wird befürchtet. Diese Befürchtungen können dann auch in die ethnisch-rassistische Richtung tendieren. Denn wenn man beklagt, dass durch die Verwestlichung und den technischen Fortschritt, durch den Raubbau an der Natur Ureinwohner in Papua-Neuguinea oder im Amazonas-Regenwald vom Aussterben bedroht sind, dann ist der Schritt nicht weit, auch eine Vermischung der Völker und Rassen zu beklagen, die das Aussterben noch beschleunigen würde. Für Europa aber heißt das: Ablehnung von Zuwanderung insbesondere aus Afrika und Asien oder auch die Ablehnung von Anglizismen, um die eigene Sprache und Bevölkerung z.B. möglichst „deutsch“ zu erhalten. Alfred Rosenberg, der Chefideologe des Nationalsozialismus, beschwor die Furcht vor dem „Weltstaat“, den die Kapitalisten und Bolschewisten seiner Ansicht nach anstrebten, um die Welt zu beherrschen. Hinter beidem stand bei ihm freilich „der Jude“. Und die Ursache für den Untergang der antiken griechischen Hochkultur sah Rosenberg in der Vermischung der Griechen mit asiatischen Völkern.

2.5 Weltreligionen

Das Sendungsbewusstsein des Christentums und des Islam führte zum Ziel weltweiter Missionierung. Dabei setzte man nicht nur auf Überzeugungskraft, sondern auch auf Zwang. Diese beiden „Weltreligionen“ beschränkten sich nicht auf ein Volk oder ein Land, wie es Juden oder Hindus taten, vielmehr träumten sie zumindest ursprünglich von einer Welt, in der alle Menschen ihrer und nur dieser einen Religion angehörten. Dabei lassen sie im romantisierenden Idealfall, wie auch Kapitalismus und Kommunismus, Unterschiede bei Kultur und Hautfarbe nicht mehr gelten, und gerade deshalb sind sie global erfolgreich und verbreitet. Interessant zu wissen ist im Vergleich dazu, dass frühe Hochkulturen, die außenpolitisch oftmals aggressiv und imperialistisch waren, wie die Römer, Griechen und Ägypter, weniger versuchten ihre Religionen zu verbreiten.

[...]


[1] Der Neue Brockhaus. Leipzig 1938.

[2] Der Neue Brockhaus. Leipzig 1938.

[3] Vgl. http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=74TOQ4

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Globalisierung - Eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Politikwissenschaften)
Note
none
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V195939
ISBN (eBook)
9783656217442
ISBN (Buch)
9783656218555
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Globalisierung gibt es nicht erst, seit es das Internet gibt. Die Profiteure und die Kritik an ihr sind äußerst vielschichtig. Ein umfassender erster Überblick
Schlagworte
globalisierung, eine, herausforderung
Arbeit zitieren
Christian Winkelmann (Autor), 2012, Globalisierung - Eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195939

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