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Senioren-Hausgemeinschaften. Genussvolles Altern dank Biografiearbeit

Title: Senioren-Hausgemeinschaften. Genussvolles Altern dank Biografiearbeit

Bachelor Thesis , 2012 , 93 Pages

Autor:in: Johanna Kiessig (Author)

Health - Nutritional Science
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Der demografische Wandel erfordert zur bedarfsgerechten Versorgung demenzkranker Menschen eine Umstrukturierung stationärer Einrichtungen. Hierbei haben sich vor allem Hausgemeinschaften in Deutschland etablieren können, deren Konzept, ursprünglich aus Frankreich und Holland stammend, an die besonderen Bedürfnisse Demenzkranker angepasst wurde. Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen die Dezentralisierung von Versorgungsstrukturen sowie die weitestgehende Normalisierung des Alltags.
Durch den an der Biografie der Bewohner orientierten Tagesrhythmus werden die betroffenen Personen akzeptiert und wertgeschätzt. Die Eigenständigkeit der Bewohner kann dadurch weitestgehend erhalten werden.
Der Ansatz kann zudem die Nahrungsaufnahme demenzkranker Personen fördern, welche oft von Mangelernährung betroffen sind. Bereits beim Einzug der Demenzkranken in die stationäre Einrichtung werden biografische Daten wie z.B. besondere Ernährungsvorlieben oder Abneigungen schriftlich festgehalten und ständig aktualisiert. So kann, durch gezielte Stimulation mit Hilfe von bekannten Gerüchen und einer gezielten Essensauswahl der Appetit gefördert werden. Doch nicht nur das Lieblingsessen, sondern auch der kulturelle Hintergrund und die Herkunft der Bewohner spielen eine große Rolle bei der Biografiearbeit. Auswirkungen haben diese vor allem auf Dauer und Ausgiebigkeit von Mahlzeiten sowie auf bevorzugte Nahrungsmittel.
Ziel dieser Arbeit war es, die kulturellen Unterschiede bei der Umsetzung biografieorientierter Speisenversorgung in französischen und deutschen Hausgemeinschaften zu untersuchen.
Hierzu wurde eine Hausgemeinschaft in Deutschland und zwei in Frankreich mittels leitfadenorientierter Experteninterviews über die Speisenversorgung innerhalb der Einrichtung befragt. Neben den kulturellen Unterschieden bei der Speisenversorgung wurde während der Befragung auch deutlich, dass die Konzepte sehr unterschiedlich umgesetzt wurden. In Deutschland wird die ursprünglich als Modellprojekt aufgebaute Hausgemeinschaft sehr erfolgreich geführt. Sie setzt alle Faktoren, die für den Erfolg als notwendig beschrieben werden, wirksam um. Das Verhalten und der Gesundheitszustand der in der Gemeinschaft lebenden Bewohner ist im Vergleich zu demenzkranken Bewohnern in klassischen Altenpflegeheimen aussichtsreich: keine Aggressionen, kaum Mangelernährung und auch die Beziehung zwischen dem Personal und den Bewohnern besteht auf einer sehr persönlichen Basis.
In .......

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Demografischer Wandel

3. Cantous und Hausgemeinschaften

3.1. Der Entwicklungsprozess von Versorgungseinrichtungen

3.2. Begriffe: Cantou und Hausgemeinschaft

3.3. Prinzipien

3.4. Struktur

3.5. Zielgruppen

3.6. Personal

3.6.1. Präsenzkräfte: Die Alltagsmanager

3.6.2. Pflegekräfte

3.6.3. Angehörige

3.7. Abgrenzung der Hausgemeinschaften zu anderen Wohnformen

3.8. Chancen und Risiken von Hausgemeinschaften

3.9. Fazit: Hausgemeinschaften und Cantous

4. Umgang mit Demenz und Ernährung

4.1. Demenz und Alzheimer

4.1.1. Symptome und psychosoziale Auswirkung auf die Ernährung

4.1.2. Behandlung von Demenz

4.2. Ernährung älterer Menschen mit Demenz

4.2.1. Veränderte Bedürfnisse und Empfehlungen für die Ernährung Demenzkranker

4.2.2. Unterschiedliche kulturelle Essgewohnheiten und ihre Auswirkung auf die Ernährung im Alter

4.3. Fazit: Demenz und Ernährung

5. Biografiearbeit bei der Ernährung von Menschen mit Demenz

5.1. Erinnerungsarbeit als Aufarbeitung

5.2. Inhalt und Formen der Biografiearbeit

5.3. Herausforderung Biografiearbeit

5.4. Essbiografie

5.5. Fazit: Biografiearbeit bei der Ernährung von Menschen mit Demenz

6. Ein kultureller Vergleich der biografieorientierten Speisenversorgung von Menschen mit Demenz in Cantous und Hausgemeinschaften

6.1. Praxiserfahrungen: Biografiearbeit in der Pflege

6.2. Theoretische Unterschiede bei der biografieorientierten Speisenversorgung in Hausgemeinschaften und Cantous

7. Methodisches Vorgehen

7.1. Festlegung der Stichprobe

7.2. Leitfaden

7.3. Durchführung

7.4. Gültigkeit der Befragung

8. Ergebnisse der Untersuchung

8.1. Struktur der untersuchten Einrichtungen

8.2. Ernährung und Speisenversorgung in der Hausgemeinschaft / im Cantou

8.2.1. Essen

8.2.2. Kultur, Religion, Regionalität...

8.2.3. Dauer des Essens

8.3. Fortbildungen

8.3.1. Qualitätsstandards

8.4. Mitarbeit der Angehörigen

8.5. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

8.6. Diskussion der Ergebnisse

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Analyse von kulturellen Unterschieden in der biografieorientierten Speisenversorgung für demenzkranke Bewohner in Hausgemeinschaften zwischen Deutschland und Frankreich. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der Frage, wie diese Konzepte in der Praxis umgesetzt werden und ob eine biografieorientierte Ernährungsstrategie die Nahrungsaufnahme verbessern und Mangelernährung reduzieren kann.

  • Struktureller Vergleich von deutschen Hausgemeinschaften und französischen Cantous
  • Bedeutung der Biografiearbeit und Essbiografie bei Demenzerkrankungen
  • Analyse von Ernährungsweisen, Essgewohnheiten und kulturellen Präferenzen
  • Evaluation von praktischen Lösungsansätzen zur Vermeidung von Nahrungsverweigerung
  • Untersuchung der Rollen von Personal und Angehörigen in der Speisenversorgung

Auszug aus dem Buch

3.2. Begriffe: Cantou und Hausgemeinschaft

Der Begriff Cantou stammt aus dem Provenzalischen und bedeutet Feuerstelle. Damit ist die Ess-Ecke bzw. der Kamin gemeint, an welchem die Familienmitglieder im Südwesten Frankreichs in ihren Häusern zusammenkamen. Der Großteil des Familienlebens spielte sich vor dieser Feuerstelle ab und war damit ein Ort der Kommunikation und Begegnung.

Neben diesem Wortursprung existiert auch die vor allem durch die Association Belge des Cantous weit verbreitete Definition „Centre d’Activités Naturelles Tirées d’Occupation Utiles“ („Wohnbereich mit Animationen, die sich am natürlichen, Biographie gestützten Tagesablauf des Bewohners orientieren“). Diese Definition kommt dem noch häufiger verwendeten Ausdruck Unité de vie oder Unité Alzheimer etwas näher. Bei diesen Begriffsverwendungen für die französischen Hausgemeinschaften stehen vor allem die ‚Einheit‘ und der Zusammenhalt im Vordergrund und sind, im Gegensatz zu ‚Cantou‘, für jeden sofort verständlich und daher weiter verbreitet.

Unter diesen Begriffen ist demzufolge eine Wohngemeinschaft zu verstehen, welche vor allem für demente Bewohner und Bewohnerinnen geschaffen wurde, um für diese Personengruppe eine familienähnliche Lebenssituation und sichere Umgebung zu schaffen. Als ‚Feuerstelle‘ ist hierbei die „[...] an der Biografie der Bewohner orientierte, [....], für die Bewältigung des gesamten Haushaltsführung voll funktionsfähige Wohnküche“ zu verstehen, welche als zentraler Aufenthalts- und Kommunikationsort für jeden Bewohner fungiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Pflegesituation von Demenzkranken und führt Hausgemeinschaften als alternative Wohnform ein, bei der Biografiearbeit eine zentrale Rolle spielt.

2. Demografischer Wandel: Das Kapitel beschreibt die sozioökonomischen Herausforderungen durch die alternde Bevölkerung in Deutschland und Frankreich und begründet die Notwendigkeit neuer Wohnmodelle.

3. Cantous und Hausgemeinschaften: Hier werden das Konzept, die Prinzipien, die Personalstruktur und die Zielgruppen von Hausgemeinschaften als „vierte Generation“ der Altenpflege definiert.

4. Umgang mit Demenz und Ernährung: Dieses Kapitel analysiert die physiologischen und kognitiven Veränderungen bei Demenzkranken und deren Auswirkungen auf das Essverhalten sowie notwendige therapeutische Interventionen.

5. Biografiearbeit bei der Ernährung von Menschen mit Demenz: Die Bedeutung der Erinnerungsarbeit und die Erstellung von Essbiografien als Methode zur Appetitförderung und Steigerung der Lebensqualität werden hier vertieft.

6. Ein kultureller Vergleich der biografieorientierten Speisenversorgung von Menschen mit Demenz in Cantous und Hausgemeinschaften: Das Kapitel führt die theoretischen Überlegungen in eine methodische Untersuchung über, um Praxiserfahrungen gegenüberzustellen.

7. Methodisches Vorgehen: Beschreibung des qualitativen Forschungsansatzes mittels leitfadenorientierter Experteninterviews in Deutschland und Frankreich.

8. Ergebnisse der Untersuchung: Darstellung und Diskussion der Daten hinsichtlich der strukturellen Unterschiede, der Ernährungsversorgung, Fortbildungen und der Mitarbeit von Angehörigen.

9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Hausgemeinschaftskonzepts und Empfehlungen für eine kultursensible und biografieorientierte Speisenversorgung.

Schlüsselwörter

Demenz, Hausgemeinschaften, Cantou, Biografiearbeit, Essbiografie, Speisenversorgung, Mangelernährung, Altenpflege, Ernährungsbiografie, Lebensqualität, Integrative Validation, stationäre Einrichtungen, kultureller Vergleich, Betreuung, Präsenzkräfte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht alternative Wohnformen für demenzkranke Menschen, speziell Hausgemeinschaften (in Deutschland) und Cantous (in Frankreich), und analysiert, wie eine biografieorientierte Speisenversorgung deren Lebensqualität und Ernährungszustand verbessern kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind der demografische Wandel, das Konzept der Hausgemeinschaft im Vergleich zum klassischen Heim, die Herausforderungen der Ernährung bei Demenz sowie die praktische Anwendung der Biografiearbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie die biografieorientierte Speisenversorgung in Hausgemeinschaften und Cantous umgesetzt wird und ob diese Umsetzung kulturell geprägte Unterschiede aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin wendet einen qualitativen Forschungsansatz an, basierend auf leitfadenorientierten Experteninterviews mit Mitarbeitern von Einrichtungen in Deutschland und Frankreich.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Demenz und Ernährung, die Definition der Hausgemeinschaft, die Methodik der Biografiearbeit und die detaillierte Auswertung der geführten Experteninterviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Demenz, Hausgemeinschaften, Biografiearbeit, Ernährung und Lebensqualität definieren.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Personals in Hausgemeinschaften von klassischen Heimen?

In Hausgemeinschaften übernehmen Präsenzkräfte die Alltagsbegleitung und Mahlzeitenzubereitung gemeinsam mit den Bewohnern, während in klassischen Heimen oft eine strikte Trennung von Fachpflege und Hauswirtschaft existiert.

Welche Rolle spielt die Kultur für die Ernährung Demenzkranker laut der Autorin?

Die Kultur beeinflusst maßgeblich Essenszeiten, Gängefolgen und Vorlieben; daher ist eine individuelle, biografiebasierte Anpassung des Speiseplans essenziell, um die Nahrungsaufnahme zu fördern und Stress zu vermeiden.

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Details

Title
Senioren-Hausgemeinschaften. Genussvolles Altern dank Biografiearbeit
College
Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach
Course
Social Hospitality
Author
Johanna Kiessig (Author)
Publication Year
2012
Pages
93
Catalog Number
V195951
ISBN (eBook)
9783656218685
ISBN (Book)
9783656219385
Language
German
Tags
Biografiearbeit Hausgemeinchaft Demenz Ernährung Wohnen im Alter Vergleich Frankreich Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johanna Kiessig (Author), 2012, Senioren-Hausgemeinschaften. Genussvolles Altern dank Biografiearbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195951
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