Die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 waren ohne Zweifel ein Medienereignis, wenn nicht sogar eines der ersten Medienereignisse überhaupt. Die Anschläge, bei denen insgesamt drei Flugzeuge in die Zwillingstürme, sowie in das Pentagon rasten, rissen 3000 Menschen in den Tod. Das Geschehen wurde in Echtzeit in die ganze Welt übertragen und von so vielen Menschen gleichzeitig verfolgt und miterlebt oder auf Film und Foto festgehalten wie kaum vorher. Diese Tatsache hat die Medienpraxis nicht nur für eine kurze Zeit, sondern langfristig und grundlegend geändert. Auch heute noch hat fast jeder die Bilder der brennenden Türme vor Augen, die in den Fernsehern um die Welt gingen.
Das Essay befasst sich mit den Geschehnissen des 11. Septembers als Medienereignis und seinen Folgen, basierend auf einer detaillierten Betrachtung von Beispielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Der 11. September als Medienereignis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Amateurjournalismus während der Terroranschläge vom 11. September 2001. Dabei wird analysiert, wie Laien durch den intuitiven Einsatz technischer Geräte zu Augenzeugen und Amateurjournalisten wurden und wie sich diese Dynamik zwischen privaten Aufnahmen und professioneller Berichterstattung auf die Wahrnehmung des Ereignisses auswirkte.
- Die Entstehung des Amateurjournalismus durch das 9/11-Ereignis
- Die Klassifizierung von Augenzeugen in direkte und sekundäre Beobachter
- Die moralische Debatte um Amateuraufnahmen von Katastrophenereignissen
- Das Internet als nachträgliches digitales Archiv für Videomaterial
- Die Wechselwirkung zwischen Amateurfilmern und professionellen Medien
Auszug aus dem Buch
Der 11. September als Medienereignis
Die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 waren ohne Zweifel ein Medienereignis, wenn nicht sogar eines der ersten Medienereignisse überhaupt. Die Anschläge, bei denen insgesamt drei Flugzeuge in die Zwillingstürme, sowie in das Pentagon rasten, rissen 3000 Menschen in den Tod. Das Geschehen wurde in Echtzeit in die ganze Welt übertragen und von so vielen Menschen gleichzeitig verfolgt und miterlebt oder auf Film und Foto festgehalten wie kaum vorher. Diese Tatsache hat die Medienpraxis nicht nur für eine kurze Zeit, sondern langfristig und grundlegend geändert. Auch heute noch hat fast jeder die Bilder der brennenden Türme vor Augen, die in den Fernsehern um die Welt gingen. Man erinnert sich daran, wie man an diesem Tag von dem Unglück erfahren hatte, wie man dann selbst stundenlang vor dem Fernsehbildschirm saß und die Sondersendungen verfolgte.
Ein interessante Beobachtung ist die intuitive Reaktion der Betroffenen, die direkt nach dem ersten Medium griffen, das ihnen zur Hand war: dem Telefon, Handy oder der Digitalkamera, um Freunde und Bekannte per Anruf oder SMS zu informieren, sich ihrer Sicherheit zu vergewissern oder um zu fotografieren oder zu filmen. Radios und Fernseher wurden angestellt, Autoradios liefen auf voller Lautstärke, damit alle mithören konnten, man versammelte sich vor öffentlichen Fernsehern, etwa in Elektromärkten – und das nicht nur in unmittelbarer Umgebung, sondern weltweit. Allein in einem Elektrogroßmarkt in Berlin sehen 200 Menschen gemeinsam in einem Elektrogroßmarkt die Sondersendung. Es scheint, als gäbe es einen grundlegenden Instinkt des Menschen, sich zu vernetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Der 11. September als Medienereignis: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Anschläge als historisches Medienereignis und beschreibt die intuitive Vernetzung sowie Dokumentationsbereitschaft der Menschen unmittelbar nach dem Ereignis.
Schlüsselwörter
Graswurzeljournalismus, 11. September, Augenzeugen, Medienereignis, Amateurfilm, Digitalkamera, Terroranschläge, Echtzeit, Authentizität, Amateurfotografie, Medienpraxis, Dokumentation, Krisenkommunikation, Digitales Archiv, Vermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Anfänge und die Bedeutung des sogenannten Graswurzeljournalismus, welcher durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 als Medienereignis massiv geprägt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernpunkten gehören die veränderte Medienpraxis, die Rolle von Amateuren als Augenzeugen, der technische Fortschritt bei der Verbreitung von Bildmaterial sowie die ethische Einordnung privater Aufnahmen in Katastrophenkontexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Laien durch den spontanen Einsatz von Handys und Kameras zu Akteuren der Nachrichtenvermittlung wurden und wie dieser Prozess die professionelle Berichterstattung dauerhaft beeinflusst hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fallbeispielen, Videomaterial von Augenzeugen und theoretische Reflexionen zu Medieneffekten und Katastrophenwahrnehmung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Gruppen von Augenzeugen, der moralischen Problematik des Amateurjournalismus und der Funktion des Internets als digitales Archiv.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Graswurzeljournalismus, Augenzeugen, Echtzeit-Dokumentation, Authentizität und die historische Zäsur durch den 11. September.
Welche Bedeutung hatte das Internet zum Zeitpunkt des Anschlags?
Im Jahr 2001 war das Internet technisch noch begrenzt und überlastet, fungiert aber heute als essentielles digitales Archiv, das Amateurvideos der Nachwelt zugänglich macht.
Warum wurde das "Draufhalten" der Kamera als zentrales Merkmal identifiziert?
Das ungefilterte Filmen ("Draufhalten") erzeugt eine hohe Authentizität und vermittelt den Zuschauern ein Gefühl der Unmittelbarkeit, das sich von professionell geschnittenen TV-Beiträgen unterscheidet.
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- Sandra Kuberski (Autor), 2011, Der 11. September als Medienereignis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195954