Die vorliegende Arbeit beleuchtet anhand vier kleinerer Fallbeispiele, die komplexe Thematik der Anwaltshaftung in vier speziellen Bereichen: Die anwaltliche Haftung im Rahmen von strafrechtlichen Deals, bei Testamentserrichtungen, im Zusammenhang mit Datenschutz sowie im Rahmen von Schiedstätigkeiten eines Anwalts.
Inhaltsverzeichnis
A. Zivilrechtliche Haftung des Strafverteidigers im Rahmen von „strafrechtlichen Deals“
I. Problemstellung
II. Haftungsgrundlagen
III. Der „Deal“ im Strafrecht
1. Zulässigkeit strafrechtlicher Deals
2. Anwaltliche Pflichtverletzungen bei Verständigungen
IV. Fazit
B. Zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts im Rahmen von Testamentserrichtungen
I. Problemstellung
II. Haftungsgrundlagen
1. Schuldverhältnis
2. Pflichtverletzung und Verschulden
3. Schaden
III. Fazit
C. Zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts im Rahmen des Datenschutzes
I. Problemstellung
II. Vertraglicher Anspruch
1. Pflichtverletzung
2. Vertretenmüssen
3. Schaden
III. Deliktische Ansprüche
IV. Fazit
D. Zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts im Rahmen von Schiedstätigkeiten
I. Problemstellung
II. Haftungsvoraussetzungen
III. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die komplexen zivilrechtlichen Haftungsrisiken, denen Rechtsanwälte in vier spezifischen Tätigkeitsbereichen ausgesetzt sind, und untersucht dabei anhand konkreter Fallbeispiele, unter welchen Voraussetzungen Schadensersatzansprüche gegen den Anwalt erfolgreich geltend gemacht werden können.
- Haftungsfragen bei strafrechtlichen Verständigungen („Deals“)
- Zivilrechtliche Haftung bei fehlerhafter Testamentserrichtung
- Anwaltshaftung im Zusammenhang mit Datenschutzverletzungen und Hackerangriffen
- Haftungsrisiken bei Schiedstätigkeiten
- Grundlagen des Mandatsvertrags und der anwaltlichen Sorgfaltspflichten
Auszug aus dem Buch
A. Zivilrechtliche Haftung des Strafverteidigers im Rahmen von „strafrechtlichen Deals“
Mandant M wird des Mordes an O beschuldigt. Sein Anwalt A sieht für ihn keine andere Chance, als eine Vereinbarung mit dem Staat zu schließen, die M im Gegenzug zu einem Geständnis eine Erleichterung der Haftstrafe gewährt. Nachher stellt sich jedoch heraus, dass M eine 60%ige Chance hatte, freigesprochen zu werden. M verklagt A nun wegen Verletzung des Berufspflicht.
Eine zivilrechtliche Haftung des Strafverteidigers kann sich aus einer Verletzung des Mandatsvertrags als entgeltlichem Geschäftsbesorgungsvertrag nach §§ 675, 611, 280 Abs. 1 BGB ergeben. Eine solche Haftung setzt voraus, dass der Verteidiger seine Pflichten aus dem Mandatsvertrag schuldhaft verletzt hat und dem Mandaten daraus ein Schaden entstanden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Zivilrechtliche Haftung des Strafverteidigers im Rahmen von „strafrechtlichen Deals“: Dieses Kapitel erläutert die Haftung bei fehlerhafter Beratung im Kontext strafprozessualer Verständigungen, wobei ein enger Ermessensspielraum des Anwalts betont wird.
B. Zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts im Rahmen von Testamentserrichtungen: Hier wird untersucht, wie Anwälte bei Fehlern in der Testamentsgestaltung haften, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Vertrags mit Schutzwirkung für Dritte.
C. Zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts im Rahmen des Datenschutzes: Dieser Abschnitt behandelt die anwaltliche Pflicht zur Datensicherung und zum Schutz vor unbefugten Zugriffen, etwa durch Hackerangriffe, und deren Auswirkungen auf die Prozessführung.
D. Zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts im Rahmen von Schiedstätigkeiten: Das Kapitel analysiert die Haftung von Schiedsrichtern und stellt fest, dass bei fahrlässigem Verhalten in der Spruchtätigkeit meist keine Haftung gegeben ist.
Schlüsselwörter
Anwaltshaftung, Mandatsvertrag, Strafrechtliche Deals, Pflichtverletzung, Schadensersatz, Testamentserrichtung, Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte, Datenschutz, Hackerangriff, Beweissicherungspflicht, Schiedsverfahren, Sorgfaltspflicht, Rechtsanwalt, Haftungsgrundlagen, Berufsrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zivilrechtlichen Haftung von Rechtsanwälten in speziellen Mandatskonstellationen anhand von vier exemplarischen Fallbeispielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Anwaltshaftung bei strafrechtlichen Deals, Testamentserrichtungen, Datenschutzverletzungen sowie Schiedsrichter-Tätigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Haftungsvoraussetzungen nach dem Mandatsvertrag aufzuzeigen und zu klären, wann anwaltliches Fehlverhalten zu Schadensersatzansprüchen führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rechtsdogmatische Analyse auf Basis von Gesetzestexten, aktueller Rechtsprechung und einschlägiger Literatur angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Sektionen, die jeweils die Problemstellung, die Haftungsgrundlagen und ein abschließendes Fazit für den jeweiligen Rechtsbereich enthalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Anwaltshaftung, Mandatsvertrag, Pflichtverletzung, Schadensersatz, Sorgfaltspflicht und die jeweiligen speziellen Rechtsgebiete wie Datenschutz oder Erbrecht.
Kann ein Anwalt für den Verlust von Mandantendaten durch Hacker haften?
Ja, wenn der Anwalt fahrlässig gehandelt hat, indem er keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen wie Backups oder Firewalls getroffen hat, um den Verlust oder die unbefugte Veröffentlichung zu verhindern.
Wie unterscheidet sich die Haftung im Schiedsverfahren von der eines Anwalts im Zivilprozess?
Bei der eigentlichen Spruchtätigkeit im Schiedsverfahren ist die Haftung auf vorsätzliche Rechtsbeugung beschränkt, wohingegen der Anwalt im Zivilprozess bei fahrlässiger Pflichtverletzung leichter haftbar gemacht werden kann.
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- Kornelius Fuchs (Author), 2012, Die Zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195990