Abstract
Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Thema „Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in der Schule“. Der Integrationsprozess wird vielschichtig diskutiert und stellt ein aktuelles Problem dar. Die Schule ist hierbei Verbindung zwischen Gesellschaft und Familie und hat die Aufgabe Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund erfolgreich in die Aufnahmegesellschaft mit einzugliedern.
In dieser Arbeit soll durch eine Studie ermittelt werden, inwieweit sich die befragten Kinder in der Schule integriert fühlen. Dazu wurden drei Schülerinnen mit türkischem Migrationshintergrund, ein Schüler mit italienischem Migrationshintergrund und eine Schülerin mit vietnamesischem Migrationshintergrund interviewt, die alle aus der zweiten bzw. dritten Generation von Migranten stammen. Diese Studie basiert auf den Grundsätzen des qualitativen Denkens und folgt dem Untersuchungsplan der Einzelfallanalyse. Erhoben wurden die Daten durch problemzentrierte Interviews, deren Fragen teilweise dem Index für Inklusion entnommen wurden.
Zu Beginn der Arbeit wird die Migration vorgestellt, welche die Wanderungsformen, die Migrationsbewegungen in Deutschland nach 1945 und eine Definition von Migrationshintergrund umfasst. Danach erfolgt eine Begriffsklärung von Integration, in der auch auf Erklärungsansätze und speziell die Integration von Kindern und Jugendlichen eingegangen wird. Darauf folgt dann ein Kapitel, in dem beschrieben wird, wie die Institution Schule mit Migration und Integration umgeht, um dann zum Index für Inklusion überzuleiten, der wie bereits kurz beschrieben, für die in dieser Arbeit durchgeführte Studie verwendet wurde. Anschließend wird aufgezeigt, wie die Studie erhoben, ausgeführt, aufbereitet und ausgewertet wurde, um dann die erlangten Ergebnisse mit dem Index für Inklusion zu vergleichen. Im Resümee werden noch einmal die wichtigsten Punkte der Befragung zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Migration
2.1 Wanderungsformen
2.2 Migrationsbewegungen in Deutschland
2.3 Migrationshintergrund
3. Integration
3.1 Drei Erklärungsansätze für Integration
3.2 Integration von Kindern und Jugendlichen
4. Migration und Integration in der Schule
5. Index für Inklusion
6. Die durchgeführte Studie
6.1 Die Theorie des qualitativen Denkens
6.2 Untersuchungsplan der Studie
6.3 Die qualitative Analyse
6.1.1 Das Erhebungsverfahren
6.1.2 Das Durchführungs- und Aufbereitungsverfahren
6.1.3 Das Auswertungsverfahren
7. Vergleich der Ergebnisse mit dem Index für Inklusion
8. Resümee
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, den Integrationsgrad von Kindern mit Migrationshintergrund an Schulen zu untersuchen und zu ermitteln, inwieweit sich die betroffenen Schülerinnen und Schüler in ihr schulisches Umfeld integriert fühlen.
- Analyse des Integrationsbegriffs und der theoretischen Grundlagen der Migration.
- Untersuchung des schulischen Umfelds als zentraler Integrationsraum für Kinder und Jugendliche.
- Anwendung des "Index für Inklusion" als methodisches Instrument zur Evaluation der schulischen Situation.
- Durchführung einer qualitativen Einzelfallanalyse mit problemzentrierten Interviews bei fünf Jugendlichen.
- Vergleich der empirischen Ergebnisse mit den Anforderungen einer inklusiven Schulpraxis.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Thema Integration, vor allem auch in der Schule, stellt ein aktuelles Problem unserer Gesellschaft dar. Immer wieder berichten Medien vornehmlich über misslungene Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Besonders für Kinder ist dieser Vorgang schwer, wenn sie aus ihrem sozialen bekannten Umfeld herausgerissen werden und sich in einem neuen eingewöhnen sollen. „Kinder entwickeln sich in die Gesellschaft hinein, d.h. sie versuchen sich in irgendeiner Weise in die Gesellschaft, in der sie aufwachsen, zu integrieren“.
Wie diese Integration aussieht ist jedoch von Kind zu Kind unterschiedlich. „In Einwanderungsgesellschaften [wie Deutschland] steht der Integrationsprozess von Kindern aus Migrantenfamilien im Mittelpunkt, da sie in besonderer Weise von Ausgrenzung und Marginalisierung bedroht sind. Gerade in dem Übergangsalter zwischen 9 und 14 Jahren werden wichtige Grundlagen für das spätere Zusammenleben in multikulturellen Gesellschaften gelegt: Es kommt darauf an, ob und wie Kinder mit und ohne Migrationshintergrund lernen, miteinander umzugehen und wie sie auf das Leben in einer Einwanderungsgesellschaft vorbereitet werden“.
Deshalb hat die Institution Schule, mit der die Kinder am häufigsten in Berührung kommen, einen großen Beitrag zur Integration in die Aufnahmegesellschaft zu leisten. „Die Integration von Kindern und Jugendlichen stellt in heterogenen Gesellschaften einen komplizierten lebensgeschichtlichen Prozess dar, bei dem Institutionen wie Familie und Schule […] einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Der Integrationsprozess kann als Interaktion zwischen Eigenaktivität der Kinder und Jugendlichen auf der einen Seite und den auf sie bezogenen Institutionen auf der anderen Seite untersucht werden. Beide Seiten haben ihren Anteil am Gelingen (oder Misslingen) dieses Prozesses. Kinder und Jugendliche können erfolgreich in die Gesellschaft hineinwachsen trotz oder wegen der auf sie einwirkenden Institutionen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in der Schule ein und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
2. Migration: Das Kapitel beleuchtet theoretische Definitionen von Migration, Wanderungsformen und historische Migrationsbewegungen in Deutschland nach 1945.
3. Integration: Hier erfolgt eine Begriffsklärung von Integration sowie die Vorstellung von drei zentralen Erklärungsansätzen, inklusive der spezifischen Perspektive auf Kinder und Jugendliche.
4. Migration und Integration in der Schule: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Schule als zentralen Integrationsraum und analysiert Herausforderungen wie Bildungschancen, Sprache und institutionelle Faktoren.
5. Index für Inklusion: Das Kapitel führt den "Index für Inklusion" als Analyseraster ein, mit dem Schulen ihren Inklusionsgrad selbst bewerten und Verbesserungspotenziale identifizieren können.
6. Die durchgeführte Studie: Beschreibung des qualitativen Forschungsansatzes, des Untersuchungsplans der Einzelfallanalyse sowie des methodischen Vorgehens bei der Erhebung und Auswertung der Interviews.
7. Vergleich der Ergebnisse mit dem Index für Inklusion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der fünf durchgeführten Interviews anhand der Dimensionen des Index für Inklusion detailliert ausgewertet und diskutiert.
8. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die Schulsituation der befragten Kinder und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der schulischen Integration.
Schlüsselwörter
Integration, Migration, Migrationshintergrund, Schule, Inklusion, Index für Inklusion, Einzelfallanalyse, qualitative Forschung, Bildungsungleichheit, Sozialraum, SchülerInnen, Diversität, Interkulturelle Erziehung, Bildungschancen, Migrationspädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit sich Kinder mit Migrationshintergrund in deutschen Schulen integriert fühlen und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Bereiche Migration, schulische Integration, theoretische Erklärungsansätze für soziale Eingliederung sowie die Anwendung des "Index für Inklusion" in der Schulpraxis.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist es, durch eine qualitative Studie die subjektive Sicht von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erfassen, um zu verstehen, wie sie ihren schulischen Alltag und ihre Akzeptanz innerhalb der Schulgemeinschaft erleben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt die qualitative Sozialforschung und folgt dabei dem Forschungsdesign der Einzelfallanalyse. Die Daten wurden durch problemzentrierte Interviews mit fünf Jugendlichen erhoben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Definitionen und Integrationsansätze), die Rolle der Schule bei der Integration, die Vorstellung des "Index für Inklusion" sowie die Durchführung und Auswertung der empirischen Fallstudie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Integration, Schule, Migrationshintergrund, Index für Inklusion und Einzelfallanalyse.
Warum wurde der "Index für Inklusion" zur Auswertung der Interviews gewählt?
Der Index dient als hilfreiches Analyseraster, das es ermöglicht, das Schulleben systematisch zu durchleuchten und konkrete Bereiche wie Inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken auf ihre Wirkung für Schüler mit Migrationshintergrund hin zu prüfen.
Welche Rolle spielt die Sprache im Integrationsprozess laut der Autorin?
Die Sprache wird als eminent wichtiges Kommunikationsmittel identifiziert, das sowohl ein Integrationsmerkmal als auch bei mangelnder Beherrschung eine Barriere für Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe darstellt.
Was ergab die Befragung der Jugendlichen bezüglich ihrer Lehrer?
Die Befragten fühlten sich von den Lehrkräften größtenteils gleich behandelt. Allerdings wurden vereinzelt diskriminierende Praktiken, wie etwa das Vergeben deutscher Namen an Kinder mit fremdländischen Vornamen, als problematisch und stigmatisierend empfunden.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Freundeskreises für die Integration?
Der Freundeskreis stellt einen wesentlichen Integrationsraum dar. Die Autorin beobachtete, dass die befragten Kinder ihre Kontakte sowohl zu Kindern aus der eigenen Herkunftskultur als auch zur Aufnahmegesellschaft pflegen, was für ihre Sozialisation von hoher Bedeutung ist.
- Citation du texte
- Julia Schmitt (Auteur), 2011, Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196087