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Julian zwischen Christenverfolgung und unermüdlicher Reformtätigkeit

Titre: Julian zwischen Christenverfolgung und unermüdlicher Reformtätigkeit

Dossier / Travail de Séminaire , 2011 , 28 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Niko Pankop (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Religionspolitik Julians. Es wird die Frage erörtert, ob Julians Politik qualitativ den vorkonstantinischen Christenverfolgungen gleichzusetzen ist.
In der früheren Forschung wurde weitgehend die Auffassung akzeptiert, dass die julianische Religionspolitik in zwei Phasen zu unterteilen sei. In einer ersten Phase sei Julian tolerant und versöhnlich vorgegangen. Er erließ eine allgemeine Amnestie für vormals verbannte Bischöfe und ließ pagane Tempel wiedereröffnen. Sein anfänglich gemäßigtes Vorgehen wird dabei meist als politisch motiviert interpretiert. Eine zweite Phase dagegen sei von einem härteren und diskriminierenden Vorgehen gegen die Christen geprägt. Julians Verachtung der Christen sei offen zum Vorschein gekommen und hätte von nun an seine Politik bestimmt.

Diese Sichtweise wird anhand der Untersuchung von Julians Schriften und seiner Religionspolitischen Maßnahmen kritisch hinterfragt. Dabei erscheint Julian, wenn er auch eine tiefe Abneigung gegen das Christentum verspürte und ein überzeugender Heide war, dennoch als ein pragmatischer Realpolitiker. Seine Ziele und politischen Ansichten drückten sich, in dieser von religiösem Fanatismus aufgeladenen Zeit, ebenso in der Sprache und auf dem Gebiet der Religion aus. Eine tiefe Cäsur ist in seiner Politik nicht erkennbar.
Seine Maßnahmen waren nicht explizit gegen Christen gerichtet. Sie dienten nicht dem Hauptziel, die Christen zu treffen, sondern folgten pragmatischen politischen Motiven.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Julian - genialer Reformer oder psychopathischer Christenverfolger?

3. Julians Politik – eine Christenverfolgungspolitik?

3.1. Allgemeine Toleranz?

3.2. Restitution des Heidentums

3.3. Das Rethorenedikt

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Religionspolitik Kaiser Julians mit der zentralen Forschungsfrage, ob seine Maßnahmen qualitativ als Christenverfolgungspolitik im Sinne der vorkonstantinischen Epoche zu bewerten sind oder ob sie primär anderen, machtpolitischen Zielen dienten.

  • Analyse des antiken und modernen Bildes von Kaiser Julian
  • Untersuchung der sogenannten Toleranz- und Restitutionsedikte
  • Kritische Würdigung des sogenannten Rethorenedikts
  • Reflektion der Machtbasis und Loyalitätsstrukturen unter Julian

Auszug aus dem Buch

3.3. Das Rethorenedikt

Das von Julian erlassene Rethorenedikt ist schon in der Antike das am meisten umstrittene Gesetz Julians. Genauer handelt es sich bei dem Erlass über den Schulunterricht nicht nur um ein einzelnes Edikt. So ist uns zunächst ein Gesetz vom 17. Juni 362 im Codex Theodosianus überliefert: „Masters of studies and teachers must excel first in character, then in eloquence. […] if any man should wish to teach […] he shall be approved by the judgement of the municipal senate and shall obtain the decree of the decurions with the consent and agreement of the best citizens. For this decree shall be referred to Me for consideration”

Weiterhin ist uns aus dem Corpus des julianischen Briefwechsels ein Reskript erhalten, in dem Julian das Gesetz ausführlich erklärte und in dem näher erläuterte, wie man sich moralisch auszeichnen konnte: „Lehrt aber jemand in den wesentlichsten Fragen das Gegenteil von dem, was er denkt, ist das dann etwa nicht die Handlungsweise von Krämerseelen“? Dies sind nach Ansicht Julians die Christen. Sie unterrichteten zwar anhand der hellenischen Literatur Grammatik und Rethorik, da sie aber nicht an die Götter glaubten, unterrichteten sie nach Julians Ansicht damit etwas, von dem sie nicht überzeugt waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Religionspolitik Julians und Darstellung der zentralen Fragestellung bezüglich einer möglichen Christenverfolgungspolitik.

2. Julian - genialer Reformer oder psychopathischer Christenverfolger?: Auseinandersetzung mit dem widersprüchlichen historischen Bild Julians und der Rolle von Propaganda in antiken Quellen.

3. Julians Politik – eine Christenverfolgungspolitik?: Hauptteil, in dem durch die Analyse konkreter Edikte hinterfragt wird, ob Julians Handeln als gezielte Verfolgung zu werten ist.

3.1. Allgemeine Toleranz?: Analyse der Amnestiepolitik und der strategischen Absichten hinter Julians Toleranzbekundungen.

3.2. Restitution des Heidentums: Untersuchung der Tempelrestitution als ökonomische und machtpolitische Maßnahme zur Stabilisierung der heidnischen Kulte.

3.3. Das Rethorenedikt: Detaillierte Betrachtung des Gesetzes zum Schulunterricht und dessen Bedeutung für die Kontrolle über die Bildungseliten.

4. Fazit: Zusammenfassendes Ergebnis, dass Julians Politik primär auf Loyalitätssicherung und Verwaltungsstabilisierung zielte und nicht als Christenverfolgung im klassischen Sinne einzuordnen ist.

Schlüsselwörter

Kaiser Julian, Religionspolitik, Christenverfolgung, Restitution, Toleranzedikt, Rethorenedikt, Spätantike, Konstantinische Wende, heidnische Kulte, Staatsapparat, Loyalität, Bildungssystem, Codex Theodosianus, Ammianus Marcelinus, Libanios.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Religionspolitik Kaiser Julians und hinterfragt kritisch, ob diese als systematische Verfolgung der Christen zu bewerten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das historische Julian-Bild, die Rolle der Religion im spätrömischen Staat sowie die Analyse spezifischer Edikte (Toleranz, Restitution, Bildung).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Julians Politik qualitativ den Christenverfolgungen des 3. Jahrhunderts gleichzusetzen ist oder ob machtpolitische Gründe dominierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Quellenanalyse, insbesondere den Vergleich zeitgenössischer Schriften (z.B. Briefe Julians, Werke von Libanios und Ammianus) mit modernen wissenschaftlichen Interpretationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Edikte zur Toleranz, zur Restitution heidnischer Tempel und das Rethorenedikt im Kontext der Machtstrukturen des Reiches untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kaiser Julian, Religionspolitik, Restitution und Loyalität strukturiert.

Warum war das Rethorenedikt so umstritten?

Es schloss christliche Lehrer vom Unterricht aus, sofern diese nicht zum Heidentum konvertierten, was von Zeitgenossen als gezielter Angriff auf die Bildungschancen der christlichen Elite gewertet wurde.

Führte Julian eine aktive Christenverfolgung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine systematische Christenverfolgung gab; vielmehr dienten die Maßnahmen der Konsolidierung der kaiserlichen Macht und der Schwächung der Kirche als konkurrierende Institution.

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Résumé des informations

Titre
Julian zwischen Christenverfolgung und unermüdlicher Reformtätigkeit
Université
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Cours
Hauptseminar: Kaiser Julian
Note
1,3
Auteur
Niko Pankop (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
28
N° de catalogue
V196102
ISBN (ebook)
9783656223290
ISBN (Livre)
9783656224273
Langue
allemand
mots-clé
Julian Christenverfolgung Christentum Antike Spätantike Tempel Rethorenedikt Restitution Toleranz Kirche Heidentum Götter Heiden Christen Ammian Kaiser
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Niko Pankop (Auteur), 2011, Julian zwischen Christenverfolgung und unermüdlicher Reformtätigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196102
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Extrait de  28  pages
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