In der vorliegenden Arbeit wird das Verhalten von Führungspersonen unter dem Aspekt von wahrgenommener Macht betrachtet. Hier soll untersucht werden, ob Führungspersonen ihre Position und ihren Einfluss für den Erfolg der Gruppe verwenden, oder eher zum eigenen Vorteil nutzen. Dabei werden Persönlichkeitsfaktoren von Führungspersonen betrachtet, sowie auch die Beziehung zwischen Führungsperson und Geführten.
Anhand einer Studie von J. K. Maner und N. L. Mead (2010) sollen daran anschließend die Faktoren dargestellt werden, die sich negativ auf das Verhalten der Führungspersonen auswirken und das eigene Interesse über die Gruppenziele stellen. Desweiteren wird in dieser Studie gezeigt, dass ein Wettbewerb der Gruppe mit einer Fremdgruppe zu gegenteiligen Ergebnissen führt und Führungspersonen ihr eigennütziges Verhalten ablegen.
Die Ergebnisse sollen anschließend diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
3 Theoretischer Teil
3.1 Definition und Bedeutung von Führung
3.2 Definition von Macht
3.3 Führung und Persönlichkeit
3.4 Psychologische Effekte von Macht
3.5 Die Machtasymmetrie zwischen Führungsperson und Geführten
4 Darstellung der Studie
4.1 Überblick
4.2 Ausgewählte Variablen der Studie
4.2.1 Individuelle Unterschiede bei machtbezogener Motivation
4.2.2 Instabilität innerhalb der Gruppenhierarchie
4.2.3 Wettbewerb zwischen Gruppen
4.3 Beschreibung der Experimente
4.4 Ergebnisse der Studie
4.5 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen von Macht auf das Verhalten von Führungspersonen und geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen diese ihre Machtposition zur Förderung von Gruppenzielen nutzen oder ihr eigenes Interesse über die Belange der Gruppe stellen.
- Psychologische Effekte von Macht auf das Führungsverhalten
- Die Rolle individueller Unterschiede in der Dominanzmotivation
- Einfluss der Stabilität von Gruppenhierarchien auf Führungskräfte
- Auswirkungen von Wettbewerbssituationen zwischen Gruppen
- Strategien zur Vermeidung von Machtmissbrauch und Ausbeutung
Auszug aus dem Buch
3.5 Die Machtasymmetrie zwischen Führungsperson und Geführten
Die Vergangenheit macht deutlich, dass Gruppen immer eine Führungsperson benötigen (Maner & Mead, 2010) und die Häufigkeit von Führung innerhalb der Geschichte hat auch gezeigt das Führung eine stabile Strategie dafür bietet, Gruppen erfolgreich und effektiv zusammenarbeiten zu lassen (Van Vugt, Hogan & Kaiser, 2008 zit. nach Maner & Mead, 2010). Führungspersonen haben, vor allem in Krisenzeiten, dazu beigetragen die Gruppe zu den gewünschten Zielen zu führen. Dabei sollen sie die Gruppe dabei unterstützen vorliegende Probleme zu lösen, Konflikte innerhalb der Gruppe zu entschärfen und sich gegen andere Gruppen durchzusetzen.
Eine Asymmetrie besteht, bezogen auf das Verhältnis von Führungspersonen und deren Geführten dann, wenn diese beide Parteien nicht gleichberechtigt sind und die Macht ungleich verteilt ist. Führungspersonen verfügen über mehr Kontrolle und somit auch über mehr Macht. Diese hierarchische Struktur wird von den Führungspersonen häufig positiv betrachtet, da sich dadurch bestimmte Vorteile ergeben können. Dementsprechend versuchen sie ihre Position zu sichern. Die Geführten stehen dabei oft vor der Gefahr ausgebeutet zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zusammenfassung: Die Arbeit beleuchtet das Verhalten von Führungspersonen unter dem Aspekt wahrgenommener Macht und analysiert anhand der Studie von Maner und Mead, unter welchen Umständen eigennütziges Verhalten auftritt.
2 Einleitung: Es wird die zentrale Bedeutung von Führung in Gruppen sowie das Spannungsfeld zwischen der Förderung des Wohlergehens der Gruppe und dem Streben nach persönlicher Macht und Dominanz eingeführt.
3 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Führung und Macht, diskutiert Zusammenhänge mit der Persönlichkeit und beleuchtet die psychologischen Effekte, die Macht auf das Verhalten von Führungskräften ausüben kann.
4 Darstellung der Studie: Die methodische Vorgehensweise und die Variablen der fünf Experimente von Maner und Mead werden detailliert dargelegt, gefolgt von einer Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
5 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Macht unter instabilen hierarchischen Bedingungen insbesondere bei dominanzorientierten Personen zu eigennützigem Verhalten führen kann, während Wettbewerbssituationen zwischen Gruppen diesen Effekt abmildern.
Schlüsselwörter
Führung, Macht, Führungsperson, Gruppenziele, Dominanzmotivation, Gruppenhierarchie, Machtasymmetrie, Wettbewerb, psychologische Effekte, Machtmissbrauch, Ausbeutung, Handlungsfähigkeit, Sozialpsychologie, Selbstinteresse, Gruppenleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Macht die Entscheidungen und das Verhalten von Führungspersonen beeinflusst und unter welchen Bedingungen diese eher für oder gegen die Interessen ihrer Gruppe handeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Führungspsychologie, die Dynamik von Macht, hierarchische Instabilität innerhalb von Gruppen sowie die Auswirkungen von intergruppalem Wettbewerb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bedingungsfaktoren für eigennütziges Führungsverhalten zu identifizieren und die Diskrepanz zwischen Gruppenzielen und persönlichem Machterhalt zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der detaillierten Auswertung der empirischen Studie von Maner und Mead (2010), die fünf verschiedene Experimente umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen von Macht und Führung erarbeitet, bevor die spezifischen Experimente zu Themen wie dominanzorientierter Motivation und Instabilität in Hierarchien vorgestellt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Machtasymmetrie, Dominanzmotivation, Gruppenhierarchie, Führung und eigennütziges Verhalten charakterisieren.
Was unterscheidet den Dominanz- vom Prestige-Ansatz nach Henrich und Gil-White?
Der Dominanz-Ansatz beschreibt Machtausübung durch Zwang und egoistische Ressourcenmanipulation, während der Prestige-Ansatz auf der Nutzung von Fachwissen und Fähigkeiten zum Wohle der Gruppe basiert.
Welchen Einfluss hat eine instabile Gruppenhierarchie auf Führungspersonen?
Eine instabile Hierarchie kann bei dominanzorientierten Führungspersonen ein Bedrohungsempfinden auslösen, das sie dazu verleitet, Informationen vorzuenthalten oder leistungsstarke Mitglieder auszuschließen, um ihre eigene Macht zu sichern.
- Citar trabajo
- Sylvia Grieß (Autor), 2011, Eigene Interessen vs. Gruppenziele - Auswirkungen von Macht auf das Verhalten von Führungspersonen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196110