Das Verfahren der „Lern- und Bildungsgeschichten“ wurde ursprünglich unter dem Namen „learning stories“ von Margaret Carr Ende der 1990er Jahre in Neuseeland entwickelt. Ihr Ziel war es ein adäquates Verfahren für die Beobachtung und Beschreibung von Lernerfolgen in der Alltagspraxis zu finden. Dabei standen die individuellen Lernprozesse der Kinder im Vordergrund, um das Verständnis für Bildungs- und Lernwege der Kinder zu fördern.
Mit „Lern- und Bildungsgeschichten“ meinte M. Carr auch ursprünglich schon Erzählungen und Geschichten vom Lernen eines Kindes, das man zuvor beobachtet hat. Die anschließende Beschreibung dient dann zum Festhalten von Handlungen der Kinder in bestimmten Situationen und den Aspekten, die der/die ErzieherIn davon wahrgenommen hat.
Diese beschriebenen „Momentaufnahmen“ aus dem Leben der jeweiligen Kinder erzählen etwas über die Bildungsinteressen und Bildungswege des beobachteten Kindes zu dieser Zeit.1
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1 Nach Leu, H.R., Flämig.K., Frankenstein, Y., Koch, S., Pack, i., Schneider, K. & Schweiger, M. (2007).Bildungs- und Lerngeschichten. Bildungsprozesse in früher Kindheit beobachten, dokumentieren und unterstützen. Mit 1DVD und 1CD-ROM. Berlin: verlag das Netz Nach http://www.dij.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=320&Jump1=LINKS&Jump2=5,vom 18.Mai 09
um 10:11 Uhr
Inhaltsverzeichnis
1. Ursprung der Methode
2. Gegenstand der Beobachtung
3. Kern der Methode
4. Kriterien des Verfahrens
5. Die einzelnen Schritte des Verfahrens
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Konzept der "Lern- und Bildungsgeschichten" als wissenschaftliches Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren für die pädagogische Alltagspraxis in Kindertageseinrichtungen vorzustellen und dessen Anwendungsmöglichkeiten zu erläutern.
- Historischer Ursprung und theoretische Einordnung des Verfahrens
- Abkehr vom Defizitblick hin zur ressourcenorientierten Beobachtung
- Die Rolle der "Lerndispositionen" als Fundament für Bildungsprozesse
- Qualitätskriterien und methodische Anforderungen an die Dokumentation
- Phasenmodell der praktischen Umsetzung im pädagogischen Alltag
Auszug aus dem Buch
1. Ursprung der Methode
Das Verfahren der „Lern- und Bildungsgeschichten“ wurde ursprünglich unter dem Namen „learning stories“ von Margaret Carr Ende der 1990er Jahre in Neuseeland entwickelt. Ihr Ziel war es ein adäquates Verfahren für die Beobachtung und Beschreibung von Lernerfolgen in der Alltagspraxis zu finden. Dabei standen die individuellen Lernprozesse der Kinder im Vordergrund, um das Verständnis für Bildungs- und Lernwege der Kinder zu fördern.
Mit „Lern- und Bildungsgeschichten“ meinte M. Carr auch ursprünglich schon Erzählungen und Geschichten vom Lernen eines Kindes, das man zuvor beobachtet hat. Die anschließende Beschreibung dient dann zum Festhalten von Handlungen der Kinder in bestimmten Situationen und den Aspekten, die der/die ErzieherIn davon wahrgenommen hat.
Diese beschriebenen „Momentaufnahmen“ aus dem Leben der jeweiligen Kinder erzählen etwas über die Bildungsinteressen und Bildungswege des beobachteten Kindes zu dieser Zeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ursprung der Methode: Beschreibt die Entstehung des Konzepts der "learning stories" durch Margaret Carr und deren Zielsetzung, individuelle Lernprozesse in der Alltagspraxis besser verständlich zu machen.
2. Gegenstand der Beobachtung: Erläutert den Paradigmenwechsel weg von einer defizitorientierten Sichtweise hin zur Anerkennung und Erfassung vorhandener Kompetenzen und kindlicher Interessen.
3. Kern der Methode: Führt den Begriff der "Lerndispositionen" ein, die als Basis für lebenslanges Lernen dienen und fünf spezifische Verhaltensweisen von Kindern umfassen.
4. Kriterien des Verfahrens: Definiert die notwendigen Qualitätsmerkmale für die Durchführung, wie etwa eine einfache Sprache, die Kontextualisierung der Beobachtungen und die Interpretation der Ergebnisse.
5. Die einzelnen Schritte des Verfahrens: Detailliert den praktischen Prozess von der Beobachtung über die Teamdiskussion und Dokumentation bis hin zur Ableitung pädagogischer Folgeschritte.
Schlüsselwörter
Lern- und Bildungsgeschichten, Lerndispositionen, Kindertageseinrichtung, Beobachtung, Dokumentation, Lernprozesse, Ressourcenorientierung, pädagogische Fachkraft, Bildungswege, Lernstrategien, Reflexion, Entwicklungsbegleitung, Bildungsinteressen, Kontextualisierung, Austausch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument grundsätzlich?
Das Dokument bietet eine Einführung in das Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren "Lern- und Bildungsgeschichten" für den Einsatz in Kindertageseinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Methode, die Bedeutung von Lerndispositionen, der ressourcenorientierte Beobachtungsansatz sowie die konkrete schrittweise Umsetzung in der Praxis.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, pädagogischen Fachkräften ein Instrument an die Hand zu geben, um Lernprozesse von Kindern präziser wahrzunehmen, zu dokumentieren und wirkungsvoll zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Text zugrunde?
Der Text basiert auf einem explorativen und deskriptiven Ansatz, der die von Margaret Carr entwickelte qualitative Methode der "learning stories" analysiert und strukturiert.
Was wird im Hauptteil des Handouts behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die theoretische Basis der Lerndispositionen, die Qualitätskriterien des Verfahrens und eine Anleitung für die praktischen Schritte der Durchführung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Lerndispositionen", "Ressourcenorientierung", "Dokumentation", "Lernprozesse" und "Reflexion" charakterisiert.
Warum ist der Verzicht auf den "Defizitblick" so zentral?
Weil die Methode darauf abzielt, die Stärken und Kompetenzen eines Kindes zu identifizieren, anstatt lediglich nach dem Fehlen altersgerechter Fertigkeiten zu suchen.
Welche Rolle spielt das Team bei der Anwendung der Methode?
Das Team ist entscheidend für den zweiten Schritt, da durch den kollegialen Austausch und Vergleich von Beobachtungen unterschiedliche Deutungen zusammengeführt und validiert werden.
Wie wird das eigene Verhalten der Fachkraft in der Arbeit bewertet?
Die Arbeit betont, dass die Fachkraft ihr eigenes erzieherisches Verhalten und ihre Vorstellungen von Fortschritt stets kritisch reflektieren muss, um fundierte Entscheidungen für das Kind zu treffen.
- Citation du texte
- Elena Ganswind (Auteur), 2009, Lern- und Bildungsgeschichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196198