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Kinderarmut in Deutschland: Wie wirkt sich Armut auf die Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen von Kindern aus?

Titre: Kinderarmut in Deutschland: Wie wirkt sich Armut auf die Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen von Kindern aus?

Thèse de Bachelor , 2009 , 36 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Ricarda Röleke (Auteur)

Sociologie - Système social et Structure sociale
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Kinderarmut galt in Deutschland lange Zeit als unbedeutendes Randphänomen. Im Zuge des öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurses um Chancengerechtigkeit erschien in den letzten Jahren eine Reihe von Studien, die sich explizit mit der Thematik auseinandersetzen. Diese liefern ein umfassendes Bild der Auswirkungen von Armutslagen auf die Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen von Kindern. Unklar bleibt jedoch inwieweit Armut sozial vererbt wird. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, inwieweit Kinderarmut in Deutschland einen reproduktiven Charakter besitzt. Ziel ist es aufzuzeigen, welche individuellen und institutionellen Mechanismen eine Vererbung von Lebenschancen begünstigen. Da die Forschung momentan über keinen allgemein anerkannten Armutsbegriff verfügt (vgl. dazu u.a. Beisenherz 2002, Butterwegge/Klundt/Belke-Zeng 2008, Leßmann 2006), werden zunächst die gängigsten Armutskonzepte erläutert, um dann auf die Besonderheiten der Definition und Messung von Armut bei Kindern einzugehen. Hieran schließt sich eine Erläuterung von Pierre Bourdieus Theorie der Reproduktion sozialer Lagen an. Zur Einführung in die aktuelle Lage folgt dann eine Kurzdarstellung der Situation armer Kinder in Deutschland. Eine ausschließliche Betrachtung der Einkommenssituation reicht hier nicht aus, da es sich bei Armut um ein multidimensionales Phänomen handelt, das in verschiedenste
Lebensbereiche hinein wirkt. Es werden daher die Ausprägungen und Folgen von Unterversorgungen in den zentralen Dimensionen materielle Versorgung, Bildung, Wohnen, Gesundheit, Freizeit und soziale Integration überblicksartig dargestellt. An diese Momentaufnahme der Armutssituation schließt sich in logischer Folge die Betrachtung langfristiger Wirkungsmechanismen an. Unter Rückgriff auf Bourdieus theoretisches Fundament werden hierbei spezifische Habitusformen und Ressourcenverhältnisse aufgezeigt, die eine Reproduktion von Armutslagen befördern könnten. Eine vollkommene Verlagerung der Ursachen von Armutskarrieren auf die individuelle Ebene würde dabei der Realität jedoch nicht gerecht werden. Vielmehr führt erst die Interaktion der Betroffenen mit gesellschaftlichen Institutionen, wie dem Bildungs- oder Sozialsystem, zur Entstehung von Bedingungen,
welche eine Verfestigung multipler Deprivationen hervorrufen können. Abschließend wird Bourdieus Ansatz daher durch empirische Erkenntnisse bezüglich der Einflussnahme staatlicher Sozialpolitik ergänzt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I EINLEITUNG

II ARMUT

II.I RESSOURCENANSATZ

II.II LEBENSLAGENANSATZ

II.III CAPABILITY-ANSATZ

II.IV ARMUT UND ARMUTSMESSUNG BEI KINDERN

III DIE REPRODUKTION SOZIALER LAGEN NACH PIERRE BOURDIEU

III.I KAPITAL

III.II HABITUS

III.III HABITUS UND KAPITAL IM SOZIALEN RAUM

IV KINDERARMUT IN DEUTSCHLAND

IV.I URSACHEN VON ARMUTSLAGEN BEI KINDERN

IV.II ARMUT UND LEBENSCHANCEN

V ZUR REPRODUKTION VON ARMUTSLAGEN IN DEUTSCHLAND

V.I KAPITAL

V.II HABITUS

V.III POLITISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

VI ARMUT UND LEBENSCHANCEN – EINE ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Kinderarmut in Deutschland in Anlehnung an Pierre Bourdieu als spezifische Reproduktionsform sozialer Lagen verstanden werden kann, mit dem Ziel, die Mechanismen aufzuzeigen, die eine intergenerationale Vererbung von Lebenschancen begünstigen.

  • Theoretische Grundlagen von Armutsbegriffen und kinderspezifischer Armutsmessung.
  • Anwendung der Bourdieuschen Theorie (Kapital, Habitus, sozialer Raum) auf die Lebenswelt von Kindern.
  • Analyse der Ursachen und Folgen von Kinderarmut im Kontext des deutschen Arbeitsmarktes und der Familienstrukturen.
  • Untersuchung der Rolle politischer Rahmenbedingungen bei der Reproduktion oder Prävention von Armutslagen.

Auszug aus dem Buch

III.II Habitus

Die gesellschaftliche Lage einer Person spiegelt sich nach Bourdieu nicht nur in ihrem verfügbaren Kapital, sondern auch in ihr selbst wieder. So werden die äußeren Lebensbedingungen im Laufe der Sozialisation zu einem inneren Dispositionssystem, einer Art inkorporierten Sozialstruktur, umgewandelt (Bourdieu 1987b: 101-102). Dieser sogenannte Habitus besteht einerseits aus klassenspezifischen Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Denkschemata mit deren Hilfe die Umwelt klassifiziert wird, bietet andererseits jedoch auch ein Repertoire an konkreten Handlungsmustern (Bourdieu 1987: 280). Er setzt dadurch einen Rahmen des sozial Möglichen und Logischen, innerhalb dessen sich Individuen frei bewegen können (Bourdieu 1987b: 103-104). Die Persönlichkeit bildet dabei eine Variante des klassenspezifischen Habitus, welche durch individuelle Erfahrungen und Lebensverläufe gekennzeichnet ist (Bourdieu 1987b: 113). Im Rahmen der gesellschaftlichen Interaktion wirkt der Habitus als sozialer Selbstverortungssinn (sens pratique), mit dessen Hilfe die Akteure quasi instinktiv erkennen, welches Verhalten ihrer sozialen Position angemessen ist (Bourdieu 1987b: 108). Nach außen zeigt sich der Habitus in der individuellen Hexis, d.h. in Sprache, Haltung oder Bewegung, und wird damit wiederum zur Basis der Klassifikation durch Dritte (Bourdieu 1987b: 135-136). So ist er nicht nur ein Produkt der sozialen Lage (opus operatum), sondern trägt durch die Strukturierung der menschlichen Praxis (modus operandi) auch zu ihrer Reproduktion bei (Bourdieu 1987: 281).

Zusammenfassung der Kapitel

I EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Kinderarmut als gesellschaftliches Phänomen und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zur intergenerationalen Vererbung von Lebenschancen.

II ARMUT: Erläuterung theoretischer Konzepte zur Armutsdefinition sowie spezifische Herausforderungen bei der Messung von Armut im Kindesalter.

III DIE REPRODUKTION SOZIALER LAGEN NACH PIERRE BOURDIEU: Vorstellung der zentralen Begriffe Kapital, Habitus und sozialer Raum als theoretisches Fundament für die Untersuchung sozialer Ungleichheit.

IV KINDERARMUT IN DEUTSCHLAND: Analyse der aktuellen Armutssituation von Kindern unter Berücksichtigung von Ursachen am Arbeitsmarkt und den Auswirkungen auf Lebenschancen.

V ZUR REPRODUKTION VON ARMUTSLAGEN IN DEUTSCHLAND: Untersuchung, wie Kapital und Habitus in Verbindung mit politischen Rahmenbedingungen zur Verfestigung von Armut beitragen.

VI ARMUT UND LEBENSCHANCEN – EINE ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion möglicher Ansätze für eine präventive Armutspolitik.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Bourdieu, Kapital, Habitus, soziale Reproduktion, Lebenslagenansatz, Capability-Ansatz, Lebenschancen, Bildungsbenachteiligung, Sozialpolitik, Armutsprävention, soziale Ungleichheit, soziale Exklusion, materielle Unterversorgung, intergenerationale Verfestigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Problematik der Kinderarmut in Deutschland auseinander und untersucht, wie diese dazu führt, dass soziale Nachteile von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Armut, die theoretische Rahmung durch Pierre Bourdieus Konzepte, die Ursachen von Kinderarmut im deutschen Wohlfahrtsstaat sowie die Auswirkungen auf Bildungs- und Entwicklungschancen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die individuellen und institutionellen Mechanismen zu identifizieren, die dazu führen, dass Kinder aus armen Verhältnissen aufgrund ihrer sozialen Herkunft systematisch benachteiligt werden und Armutslagen sich verfestigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen und analytischen Ansatz, indem sie soziologische Konzepte (speziell Bourdieu) mit empirischen Studien und sozialpolitischen Analysen zur Kinderarmut verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Darstellung der Armutsursachen, die Analyse der Wirkungsmechanismen auf Kinder (unter Einbeziehung von Kapital und Habitus) sowie die kritische Prüfung politischer Interventionsmöglichkeiten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Habitus, Kapital (ökonomisch, kulturell, sozial), Vererbung von Lebenschancen, soziale Reproduktion und Multidimensionalität der Armut definiert.

Inwiefern beeinflusst der "Habitus" die Armutsbewältigung bei Kindern?

Der Habitus prägt Denkmuster und Erwartungshaltungen. Kinder aus bildungsfernen Schichten entwickeln oft einen fatalistischen Habitus, der den sozialen Aufstieg erschwert, während Kinder aus der Mittelschicht eher einen "sense of entitlement" entwickeln, der ihnen hilft, Institutionen besser für ihre Zwecke zu nutzen.

Welche Rolle spielt die Politik bei der Reproduktion von Armut?

Die Arbeit zeigt, dass die deutsche Sozialpolitik Armut oft nur kurzfristig abfedert, anstatt durch gezielte Prävention die Startchancen nachhaltig zu verbessern. Vorhandene Angebote werden zudem oft nicht von den Gruppen genutzt, die sie am dringendsten benötigen.

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Résumé des informations

Titre
Kinderarmut in Deutschland: Wie wirkt sich Armut auf die Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen von Kindern aus?
Université
University of Passau  (Lehrstuhl für Soziologie)
Note
1,3
Auteur
Ricarda Röleke (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
36
N° de catalogue
V196283
ISBN (ebook)
9783656222941
ISBN (Livre)
9783656228196
Langue
allemand
mots-clé
Armut Kinder Gesellschaft Kinderarmut Schichtung Reproduktion; Unterschicht Pierre Bourdieu soziale Lagen Chancengerechtigkeit Chancenlosigkeit Lebensbedingungen; Kindheit Verwirklichungschancen Vererbung Soziologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ricarda Röleke (Auteur), 2009, Kinderarmut in Deutschland: Wie wirkt sich Armut auf die Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen von Kindern aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196283
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Extrait de  36  pages
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