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Hermann Bahrs „Kampf“ gegen den Naturalismus – und seine Überwindung.

Eine Betrachtung ausgewählter Essays.

Titre: Hermann Bahrs „Kampf“ gegen den Naturalismus – und seine Überwindung.

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 13 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Michael Brandl (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Die Herrschaft des Naturalismus ist vorüber, seine Rolle ist ausgespielt, sein Zauber ist gebrochen.“ So lautet der erste Satz in einem der bekanntesten Essays des gebürtigen Linzers Hermann Bahr. Er zählt, wenn auch heute nicht mehr allzu bekannt, zweifelsohne zu einem der wichtigsten Autoren bzw. Schreiber um die Jahrhundertwende des auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer behandelt Bahr, vor allem in seinen Essays, die Rolle der Kunst sowie der Literatur seiner Zeit und spart nicht selten mit Kritik an der Denkweise und den Ansichten des Naturalismus. Man wird in der Geschichte vermutlich kei-nen anderen Autor oder Literaturkritiker finden, der mit solch einem Eifer und einem ständigen Bedürfnis nach Antworten auf der Suche nach etwas Neuem, nach der Moderne war.
Im Folgenden möchte ich nun versuchen, Bahrs ‚Kampf‛ gegen den Naturalismus etwas näher zu erläutern. Dazu dienen vornehmlich einige seiner Essays, in denen er sich, auf verschiedene Art und Weise dargestellt, mit dem, seiner Meinung nach, längst überfälligem Ende des Naturalismus beschäftigt.
Nach einer kurzen Vorstellung der literarischen Welt der damaligen Zeit werden im Einzelnen ‚Henrik Ibsen‛, ‚Die Moderne‛ und ‚Die Überwindung des Natura-lismus‛ betrachtet, wobei die Kritikpunkte Bahrs am Naturalismus vorgestellt und seine Forderungen besprochen werden sollen.
Letztendlich will ich aber auch der Frage nachgehen, ob Bahr, nach der von ihm proklamierten Misere der Literatur, auch eine Lösung für die „Neue[n] Schulen (…), welche von den alten Schlagworten nichts mehr wissen wollen“ anbietet. Ist die Überwindung des Naturalismus in der Form der Décadence bzw. des Symbo-lismus vollzogen, oder hatten viele seiner Kritiker recht, indem sie ihm häufig vorwarfen, nichts Konkretes oder Verwertbares auszusagen und sich lediglich in den Mittelpunkt stellen zu wollen.
Ebenso soll versucht werden kurz Antwort darauf zu geben, ob Bahr mit seinen Ansichten und Ideen einer Moderne Erfolg und damit Einfluss auf das literarische Geschehen in Wien hatte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

II. Einleitung

III. Bahrs Kampf gegen den Naturalismus

1. Die Situation der Literatur um 1890

1.1. Deutschland und Österreich

1.2. Frankreich

2. Erste Kritik am Naturalismus

2.1. Henrik Ibsen

2.2. Die Moderne

3. ‚Die Überwindung des Naturalismus‛

3.1. Erneute Kritik am Naturalismus

3.2. Forderungen

3.3. Die Mystik der Nerven

4. Décadence / Symbolismus als Überwindung des Naturalismus

IV. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literaturkritische Wirken von Hermann Bahr und dessen maßgeblichen Beitrag zur Überwindung des Naturalismus um die Jahrhundertwende. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Bahr durch seine theoretischen Schriften und die Proklamation einer neuen "Moderne" – insbesondere durch Konzepte wie die "Mystik der Nerven" – den literarischen Wandel hin zum Symbolismus und zur Décadence in Wien beeinflusste und ob er als zentraler Impulsgeber für diese ästhetische Neuausrichtung gelten kann.

  • Analyse des literarischen Klimas und der Naturalismus-Rezeption um 1890
  • Kritische Auseinandersetzung mit Ibsens Stellung zwischen Naturalismus und Moderne
  • Erläuterung der Konzepte "Moderne" und "Mystik der Nerven"
  • Vergleich und Einordnung von Décadence und Symbolismus als Gegenentwurf zum Naturalismus

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Mystik der Nerven

Genau an diesem Punkt sieht Bahr die Möglichkeit gegeben, den Naturalismus zu überwinden und danach nicht vor eine literarische Leere gestellt zu sein. „Ich glaube also, daß der Naturalismus überwunden werden wird durch eine nervöse Romantik; noch lieber möchte ich sagen: durch eine Mystik der Nerven.“ Doch was genau meint Bahr mit diesem Begriff?

Es geht hierbei darum, dass, wie bereits erwähnt, nicht mehr die Wiedergabe einer bestehenden Außenwelt als Zentrum und Ausgangspunkt für das Schreiben zugrunde gelegt wird, sondern der Autor eine Außenwelt um seine Gefühle und Empfindungen, auf Erlebtes und Geschehenes herum konstruiert. Nicht die genaue Darstellung von naturwissenschaftlichen Ereignissen oder Gegebenheiten ist Thema, sondern Gedanken, Gefühle und Symbole, in denen Erlebtes und Geschehenes, wiedergegeben werden können.

So wie Bahr es darstellt scheint es aber auch, als wäre der (deutsche) Naturalismus notwendig gewesen, um sich dessen bewusst zu werden. Indem der Naturalismus es einem Autor nämlich nicht ermöglichte, quasi frei von der Seele zu schreiben, konnte überhaupt erst erkannt werden, dass diese Art der Literatur nicht mit den Bedürfnissen der Leser konform gehen konnte. Es brauchte eine Möglichkeit, das mit den Nerven erlebte in einer passenden und angemessenen Form wiederzugeben. „Der Naturalismus ist entweder eine Pause zur Erholung der alten Kunst; oder er ist eine Pause zur Vorbereitung der neuen: jedenfalls ist er ein Zwischenakt.“

Zusammenfassung der Kapitel

II. Einleitung: Diese Einleitung führt in Hermann Bahrs kritische Haltung gegenüber dem Naturalismus ein und skizziert das Ziel, seinen Einfluss auf die Entstehung der Moderne in Wien zu untersuchen.

III. Bahrs Kampf gegen den Naturalismus: Dieses Kapitel analysiert Bahrs Kritik am Missverständnis des französischen Naturalismus im deutschen Raum und stellt sein Bemühen dar, eine neue literarische Ästhetik zu begründen.

1. Die Situation der Literatur um 1890: Hier wird der verbreitete, aber nach Bahrs Ansicht falsch verstandene Naturalismus in Deutschland im Vergleich zur fortschreitenden Entwicklung in Frankreich beschrieben.

1.1. Deutschland und Österreich: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie der Naturalismus in den deutschsprachigen Raum adaptiert wurde und worin Bahr die inhaltlichen Fehler dieser Rezeption sah.

1.2. Frankreich: Es wird erläutert, wie Bahr durch seinen Aufenthalt in Frankreich vom dortigen Symbolismus und der Décadence beeinflusst wurde.

2. Erste Kritik am Naturalismus: Das Kapitel widmet sich Bahrs frühen essayistischen Versuchen, die deutsche Literaturkritik und den Naturalismus herauszufordern.

2.1. Henrik Ibsen: Dieser Unterpunkt untersucht Ibsen als eine von Bahr ambivalent bewertete Figur zwischen traditionellem Naturalismus und einer neuen Moderne.

2.2. Die Moderne: Hier wird Bahrs Forderung nach einem radikalen Wandel zur Subjektivität und zur Darstellung innerer psychischer Zustände dargelegt.

3. ‚Die Überwindung des Naturalismus‛: Dieser Teil befasst sich mit Bahrs namensgebendem Essay und der Notwendigkeit, das Objektive durch ein neues, subjektives Kunstverständnis zu ersetzen.

3.1. Erneute Kritik am Naturalismus: Hier wird Bahrs Argumentation vertieft, dass der Naturalismus den Künstler in seiner Entfaltung einenge und eine Weiterentwicklung blockiere.

3.2. Forderungen: Dieser Abschnitt formuliert Bahrs Wunsch nach einer neuen inneren Wahrheit, die sich von den Schablonen des Naturalismus lösen müsse.

3.3. Die Mystik der Nerven: Es wird erläutert, wie Bahr durch die Konzentration auf individuelle Empfindungen und Nervenzustände den Naturalismus überwinden will.

4. Décadence / Symbolismus als Überwindung des Naturalismus: Das Kapitel diskutiert die Begriffe Décadence und Symbolismus als mögliche Zielpunkte von Bahrs ästhetischer Erneuerung.

IV. Schluss: Der Schluss bilanziert Bahrs Leistungen als Kritiker und unterstreicht, dass er zwar nicht der Erfinder des Begriffs Moderne war, aber maßgeblich zu dessen Durchsetzung beitrug.

Schlüsselwörter

Hermann Bahr, Naturalismus, Moderne, Symbolismus, Décadence, Literaturkritik, Henrik Ibsen, Mystik der Nerven, Subjektivität, Wiener Moderne, Jahrhundertwende, Literaturgeschichte, Ästhetik, literarischer Wandel, Problemdichtung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Wirken des österreichischen Autors und Kritikers Hermann Bahr und seine spezifische Rolle beim Versuch, den Naturalismus literarisch zu überwinden und eine neue ästhetische Moderne zu etablieren.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Im Fokus stehen die literarischen Strömungen um 1890, die theoretische Auseinandersetzung mit Henrik Ibsen, das Konzept der "Moderne" sowie die Abgrenzung und Einordnung von Symbolismus und Décadence.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern Bahr durch seine Essays den literarischen Wandel vom Naturalismus zu einer subjektorientierten Moderne erfolgreich vorangetrieben und beeinflusst hat.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der essayistischen Schriften von Hermann Bahr sowie auf der Auswertung relevanter zeitgenössischer und literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Jahrhundertwende.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Ausgangssituation um 1890, die Kritik an Ibsen, die Ausformulierung der "Moderne" durch Bahr, die Theorie der "Mystik der Nerven" sowie die Diskussion, wie Symbolismus und Décadence als Überwindung des Naturalismus fungieren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte sind Hermann Bahr, Naturalismus, Moderne, Symbolismus, Décadence, Literaturkritik, Wiener Moderne und die Mystik der Nerven.

Was meint Hermann Bahr konkret mit dem Begriff der "Mystik der Nerven"?

Bahr versteht darunter eine literarische Form, die sich von der objektiven Wiedergabe der Außenwelt abkehrt und stattdessen das Erleben, die Gefühle und die psychische Befindlichkeit des Autors zum Ausgangspunkt der Darstellung macht.

Warum spielt der Einfluss der französischen Literatur eine so wichtige Rolle für Bahr?

Bahr sah in der zeitgenössischen französischen Literatur (wie bei Baudelaire) bereits die Tendenzen zum Symbolismus und zur Décadence, die er als notwendig für die Entwicklung einer neuen Moderne in Wien erachtete.

Wie bewertet der Autor der Arbeit Bahrs Erfolg als Kritiker?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Bahr zwar oft als kompliziert oder überheblich wahrgenommen wurde, aber durch seinen unermüdlichen Einsatz maßgeblich dazu beitrug, den Gedanken der Moderne in Wien und darüber hinaus populär zu machen.

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Résumé des informations

Titre
Hermann Bahrs „Kampf“ gegen den Naturalismus – und seine Überwindung.
Sous-titre
Eine Betrachtung ausgewählter Essays.
Université
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Germanistik)
Cours
PS Hermann Bahr
Note
1,0
Auteur
Michael Brandl (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
13
N° de catalogue
V196298
ISBN (ebook)
9783656222842
ISBN (Livre)
9783656223887
Langue
allemand
mots-clé
hermann bahrs kampf naturalismus überwindung eine betrachtung essays
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michael Brandl (Auteur), 2008, Hermann Bahrs „Kampf“ gegen den Naturalismus – und seine Überwindung., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196298
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Extrait de  13  pages
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