Einleitung
Leistung in der Schule wird heutzutage hoch bewertet, nur welche Bedingungen tragen zu einer hohen Schulleistung bei? Mit Schulleistungsbeurteilungen in Zeugnissen wird über den Zugang von Qualifikationen und damit meist auch über die sozialen Positionen einzelner Personen in unserer Gesellschaft entschieden. Von der Schule ausgestellte Zeugnisse sind der öffentlich anerkannte Leistungsstandard der Schüler und haben somit einen erheblichen Einfluss auf ihre weiteren Bildungswege. Doch was macht den Schulleistungserfolg aus? Inwieweit lässt sich der Schüler vom Lehrer beeinflussen und motivieren bestimmte Handlungen auszuführen? Diese Fragen spielen im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler eine besondere Rolle. So sollen die Schüler durch die Lehrer auf das Leben vorbereitet werden, müssen dafür viele neue Sachverhalte lernen und ihre Leistungen regelmäßig überprüfen lassen. Was sind aber nun die Beweggründe der Schüler zu Lernen und Leistungen zu erbringen? Welche Ursachen des Erfolgs oder Misserfolgs machen Schüler für ihre Resultate verantwortlich und wie wirken Ursachenzuschreibungen der Lehrer auf sie ein? Die Motivation wird dabei als ein maßgeblicher Faktor angesehen, die Schüler zu schulischen Leistungen zu bewegen. Welchen Einfluss dabei der Lehrer als extrinsischer Motivator auf die Leistungsmotivation des Schülers haben kann, ist demnach das - anhand von empirischen Erkenntnissen zu untersuchende - Ziel der vorliegenden Arbeit.
Zum besseren Verständnis der Thematik der vorliegenden Arbeit bedarf es im zweiten Kapitel zunächst einer kurzen Abgrenzung von Begrifflichkeiten. Um der Frage nachzugehen, warum Menschen in gleichen Leistungssituationen unterschiedlich handeln, werden im darauf folgenden Kapitel drei Theorien der Leistungsmotivation herangezogen. Im vierten Kapitel werden einige extrinsische Einflussfaktoren des Lehrers auf die Leistungsmotivation untersucht, bevor die vorliegende Arbeit mit einer Schlussbetrachtung schließt. Im Hinblick auf den begrenzten Umfang dieser Arbeit, können hier nicht sämtliche extrinsische Einflussfaktoren des Lehrers auf die Leistungsmotivation der Schüler untersucht werden. Ebenso wenig können die empirischen Versuche methodologisch kritisch hinterfragt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärungen
2.1 Was sind Schulleistungen?
2.2 Was ist Motivation?
2.3 Was ist Leistungsmotivation?
3 Theorien der Leistungsmotivation
3.1 Das Risiko-Wahl-Modell von ATKINSON
3.2 Die Attributionstheorie nach WEINER
3.3 Das Selbstbewertungsmodell von HECKHAUSEN
4 Extrinsische Einflussfaktoren des Lehrers auf die Leistungsmotivation der Schüler
4.1 Der Einfluss von Lehrererwartungen
4.2 Die Auswirkungen von Lehrersanktionen
4.3 Die Bedeutung der Bezugsnormorientierung
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand empirischer Erkenntnisse, welchen Einfluss Lehrkräfte als extrinsische Motivatoren auf die Leistungsmotivation von Schülern ausüben können. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Lehrerverhalten und motivationalen Prozessen zu beleuchten, um pädagogische Handlungsoptionen zur Förderung des Schulerfolgs abzuleiten.
- Grundlegende Definitionen von Schulleistung, Motivation und Leistungsmotivation.
- Analyse zentraler psychologischer Theorien zur Leistungsmotivation (Atkinson, Weiner, Heckhausen).
- Einfluss von Lehrererwartungen und dem Pygmalion-Effekt auf Schülerleistungen.
- Wirkungsweise von Sanktionen wie Lob und Tadel im Unterrichtskontext.
- Bedeutung der Bezugsnormorientierung für die Selbstbewertung der Schüler.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Attributionstheorie nach WEINER
Das Risiko-Wahl-Modell war gegenüber jenen Theorien, die ein Verhalten nur aus der Person und deren Triebzuständen bzw. nur aus situativ bestimmten Reizen erklären wollten, deshalb so forschungsfruchtbar und fortschrittlich, weil es Verhalten als Wechselwirkung von Person und Situation vorhersagte. Jedoch konnte das Modell keinerlei Antwort darauf geben, warum eine Person in einer bestimmten Situation so und nicht anders handelt.
Des Weiteren sind auch die Ursachen nicht geklärt, die eine Person für ihr Resultat verantwortlich macht. Gerade aber diese sind entscheidend dafür verantwortlich, wie Erfolg und Misserfolg letztendlich auf den Akteur wirken (vgl. RHEINBERG 2002, S. 83).
Wird Misserfolg der eigenen mangelnden Fähigkeit als Ursache zugeschrieben, so wird dies völlig andere Konsequenzen zur Folge haben, als wenn man sog. äußere Faktoren wie z.B. Pech oder eine hohe Aufgabenschwierigkeit als Ursache ausmacht. Als erster analysierte HEIDER die Ursachenerklärungen (Kausalattributionen) und trennte zwischen konstanten und variablen Ursachenfaktoren wie „Können“ und „Bemühen“. WEINER, FRIEZE, KUKLA, REED, REST & ROSENBAUM haben diesen Ansatz dann für die Leistungsmotivationsforschung fruchtbar gemacht. Demnach werden herangezogene Kausalfaktoren zum einen nach der Zeit eingestuft, und zum anderen zwischen Faktoren der Person (internal) oder der Umwelt (external) getrennt (vgl. im Folgenden RHEINBERG 2002, S. 83). WEINER verband die für Erfolg und Misserfolg grundlegenden Kausalelemente zu einem Klassifikationsschema.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Schulleistungen ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Einfluss des Lehrers als extrinsischen Motivator zu untersuchen.
2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Schulleistung, Motivation und Leistungsmotivation als theoretische Basis für die weitere Analyse.
3 Theorien der Leistungsmotivation: Hier werden das Risiko-Wahl-Modell, die Attributionstheorie und das Selbstbewertungsmodell vorgestellt, um das Zustandekommen leistungsorientierten Verhaltens zu erklären.
4 Extrinsische Einflussfaktoren des Lehrers auf die Leistungsmotivation der Schüler: Dieses Hauptkapitel untersucht, wie Lehrererwartungen, Sanktionen und Bezugsnormen direkt oder indirekt die Motivation von Schülern beeinflussen.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen Bezugsnormorientierung sowie eines förderlichen Lehrerverhaltens.
Schlüsselwörter
Leistungsmotivation, Schulleistung, Motivation, Lehrererwartungen, Pygmalion-Effekt, Attributionstheorie, Bezugsnormorientierung, Selbstbewertungsmodell, extrinsische Motivation, pädagogische Psychologie, Lernprozess, Lehrer-Schüler-Interaktion, Lob und Tadel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Voraussetzungen für Schulleistungserfolge und der Rolle, die Lehrkräfte dabei durch extrinsische Motivation spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Motivationspsychologie, die Analyse verschiedener Leistungstheorien sowie die Interaktion zwischen Lehrerverhalten und Schülermotivation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis empirischer Erkenntnisse zu klären, inwieweit Lehrer durch ihr Handeln und ihre Rückmeldungen die Leistungsmotivation ihrer Schüler positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse bestehender leistungsmotivationspsychologischer Theorien und empirischer Forschungsbefunde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung klassischer Motivationsmodelle sowie eine Untersuchung spezifischer Einflussfaktoren wie Erwartungen, Sanktionen und Bezugsnormen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leistungsmotivation, Attribution, Bezugsnormorientierung und pädagogisches Lehrerhandeln charakterisiert.
Was ist unter dem Pygmalion-Effekt zu verstehen?
Der Pygmalion-Effekt beschreibt den Prozess einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, bei dem die Erwartungen eines Lehrers an einen Schüler dessen tatsächliche Leistung beeinflussen.
Warum wird die individuelle Bezugsnorm empfohlen?
Die individuelle Bezugsnorm wird empfohlen, da sie den Fokus auf den persönlichen Lernzuwachs des Schülers legt und so die Motivation auch bei schwächeren Schülern besser aufrechterhalten kann als ein ständiger Vergleich mit dem Klassendurchschnitt.
- Citar trabajo
- Dipl. Betriebswirt (FH) Thomas Albers (Autor), 2012, Motivation - Intelligenz: Voraussetzungen für Schulleistungserfolg?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196314