Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Histoire littéraire, Epoques

"Medea" von Christa Wolf und Euripides im Vergleich

Titre: "Medea" von Christa Wolf und Euripides im Vergleich

Exposé (Elaboration) , 2012 , 15 Pages

Autor:in: Jay Hem (Auteur)

Philologie Allemande - Histoire littéraire, Epoques
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Zwischen den zwei verschiedenen Versionen des Medeia-Mythos, die eine von dem griechischen Dramatiker Euripides und die andere von der deutschen Schriftstellerin Christa Wolf, liegen mehrere Unterschiede vor, die sowohl auf den Zeitpunkt ihrer Entstehung, die beiden Autoren und auch auf ihren jeweiligen Entstehungshintergrund zurückzuführen sind. Das Drama des Euripides hat eine etwas kürzere Handlung und fokussierte Thematik, die sich im wesentlichen mit dem Mord Medeas an ihren gemeinsamen Kindern mit Iason (bei Wolf, Jason) und dem Mord an seiner neuen Frau Kreusa (bei Wolf, Glauke) befasst. Das Drama setzt an der Stelle ein, als Medea erfährt, dass Iason mit Kreusa verlobt und in sie verliebt ist. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Tragödie ihren Verlauf. Wie in den klassischen Dramen üblich gibt es keine parallel verlaufenden Handlungsstränge oder viele Personen, die an der Handlung teilhaben.
Christa Wolfs Prosaroman ist so aufgebaut, dass insgesamt sechs Personen in zehn Kapiteln in inneren Monologen, die sogenannten 'Stimmen', verschiedene Teile des Medeia-Mythos, der sich in Korinth abspielt, wiedergeben. Auch diese Handlung setzt ein, nachdem Jason und Medea in Korinth angekommen sind, dort schon einige Zeit leben, aber Jason noch nicht mit Glauke verlobt ist. In den Kapiteln von Medea und Jason werden durch Rückblicke auch noch Teile der Argonauten-Sage erzählt, die den Geschehnissen in Korinth vorausgehen und ihre Handlungen und Motive zum Teil erklären. Die einzelnen Stimmen, die zwar chronologisch angeordnet sind, aber nicht unbedingt in sich chronologisch erzählen, geben verschiedene Ereignisse wieder, die erzählen wie Medea in Korinth ankommt, herausfindet, dass der König Kreon seine Tochter Iphinoe geopfert hat um die Stadt weiter beherrschen zu können und dass Medea wegen dieser Entdeckung durch verschiedene Gerüchte und Intrigen dazu verurteilt werden kann, die Stadt verlassen zu müssen. Anschließend werden ihre Kinder von den Korinthern getötet und ihr der Mord angehängt.
Der wichtigste Unterschied zwischen den zwei Bearbeitungen ist die Figur der Medea. Wolf so wie Euripides entwerfen beide eine Version der Geschichte, in der das Patriarchat gegenüber Medea versagt. Inwiefern sich die zwei Werke unterscheiden und was die möglichen Gründe für diese Unterschiede sind, obwohl ihnen ein gemeinsamer Mythos zugrunde liegt, ist die Frage mit der sich diese Arbeit beschäftigt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Formale Unterschiede

3. Inhaltliche Unterschiede

3.1 Die Figur der Medea

3.2. Andere inhaltliche und thematische Unterschiede

4. Ergebnisse des Vergleichs

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedliche Darstellung des Medea-Mythos bei Euripides und Christa Wolf. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse formaler und inhaltlicher Divergenzen, insbesondere hinsichtlich der Charakterisierung Medeas sowie der Motivation und Ausführung zentraler Handlungsereignisse im Kontext gesellschaftlicher Machtstrukturen.

  • Vergleich zwischen klassischem Drama und modernem Prosaroman
  • Die Figur der Medea als Frau im Patriarchat
  • Untersuchungen zur Rezeption und Variation des Kindermord-Motivs
  • Gesellschaftspolitische Einflüsse und Geschlechterrollen

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Figur der Medea

Medea wird bei Euripides und Wolf auf jeweils recht unterschiedliche Weise dargestellt, obwohl ihre Fähigkeiten und Taten, dank des ähnlichen Verlaufs der Geschichte, größere Gemeinsamkeiten haben. Die Unterschiede finden sich hauptsächlich in Motiven und den Charakterzügen ihrer Taten. Hinzukommt, dass Medea in „Medea. Stimmen“ auch Opfer von Gerüchten und erfundenen Geschichten wird, die ihren Ruf schädigen sollen. Im Drama des Euripides dagegen, gibt es nicht die Möglichkeit Gerüchte oder Gespräche außerhalb der Figur von Medea darzustellen, da diese immer Zentrum des Dramas ist und die anderen vorhandenen Charaktere nicht auf der Bühne untereinander interagieren, sondern lediglich mit ihr.

Einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Versionen der Medea-Figur ist das Motiv des Kindermords. Während sie bei Euripides ihre Kinder tatsächlich eigenhändig umbringt (Planung des Mordes und seine Durchführung befinden sich zwischen den Versen 1062 – 1250)1, ist in dem Roman von Wolf der Tot der Kinder nicht Medeas Handlung „Tot. Sie haben sie (Medeas Kinder) [anm. des Verf.] ermordet. Gesteinigt [...]“2 sondern die der Korinther.

Diese zwei verschiedenen Darstellungen des Mythos sind zwei verschiedene Formen der Interpretation, die auf den Charakter von Medea zurückführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel stellt die beiden Werke vor und skizziert die grundlegenden Unterschiede in Handlung und Entstehungshintergrund.

2. Formale Unterschiede: Hier werden die strukturellen Divergenzen zwischen dem klassischen Drama des Euripides und dem in Stimmen gegliederten Prosaroman von Christa Wolf erläutert.

3. Inhaltliche Unterschiede: Dieses Kapitel analysiert tiefgreifend die variierenden Charakterisierungen der Medea-Figur sowie die spezifischen Rollenbilder und soziopolitischen Themen beider Werke.

3.1 Die Figur der Medea: Dieser Abschnitt konzentriert sich speziell auf die unterschiedliche Motivlage und Darstellung des Kindermords bei Euripides und Wolf.

3.2. Andere inhaltliche und thematische Unterschiede: Hier werden die Rollenverteilungen innerhalb der Gesellschaft und die Einflüsse von Machtstrukturen auf die Protagonisten beleuchtet.

4. Ergebnisse des Vergleichs: Das Schlusskapitel resümiert die Gründe für die Unterschiede und ordnet Medea als weibliche Heldin in ihrem jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext ein.

Schlüsselwörter

Medea, Euripides, Christa Wolf, Mythos, Patriarchat, Kindermord, Stimmen, Literaturvergleich, Prosaroman, antikes Drama, Geschlechterrollen, Korinth, Identität, Machtstruktur, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die antike Tragödie 'Medea' von Euripides mit dem modernen Prosaroman 'Medea. Stimmen' von Christa Wolf hinsichtlich ihrer inhaltlichen und formalen Unterschiede.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Darstellung der Medea-Figur, das Aufbegehren gegen patriarchale Strukturen, die psychologische Tiefe der Charaktere sowie die historische und politische Kontextualisierung des Mythos.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum die beiden Autoren den gemeinsamen antiken Mythos unterschiedlich interpretieren und welche Bedeutung dies für das Bild der Medea hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Textanalyse, bei der sowohl formale Aspekte (Aufbau des Dramas vs. Monolog-Struktur des Romans) als auch inhaltliche Motive gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Untersuchung der formalen Unterschiede, gefolgt von einer inhaltlichen Analyse der Medea-Figur und weiterer soziopolitischer Aspekte wie der Geschlechterrollen in Korinth.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Medea, Mythos, Patriarchat, Kindermord, Stimmen, Literaturvergleich und Geschlechterrollen.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Kindermords zwischen den Werken?

Bei Euripides tötet Medea ihre Kinder eigenhändig aus Rache, während bei Christa Wolf der Kindermord als eine von den Korinthern begangene Tat dargestellt wird, um Medea als Sündenbock zu instrumentalisieren.

Welche Rolle spielen die sogenannten 'Stimmen' in Wolfs Roman?

Die 'Stimmen' dienen als Kapitelstruktur, durch die verschiedene Charaktere in inneren Monologen ihre subjektive Sicht auf die Ereignisse wiedergeben und somit eine vielschichtige Remythisierung ermöglichen.

Fin de l'extrait de 15 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
"Medea" von Christa Wolf und Euripides im Vergleich
Université
University of Göttingen
Auteur
Jay Hem (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
15
N° de catalogue
V196325
ISBN (ebook)
9783656224457
ISBN (Livre)
9783656226536
Langue
allemand
mots-clé
medea christa wolf euripides vergleich
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jay Hem (Auteur), 2012, "Medea" von Christa Wolf und Euripides im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196325
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint