Modernisierung des Gerichtsvollzieherwesens: Effizienzsteigerung im Beleihungsmodell


Bachelorarbeit, 2012

54 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

A. Einleitung

B. Grundlagen des Zwangsvollstreckungsrechts
I. Grundlagen
1. Rechtsquellen
2. Systematik
a) Begriff
b) Abgrenzung
II. Die Vollstreckungsorgane

C. Der Gerichtsvollzieher in der aktuellen Gesetzeslage
I. Geschichtliche Entwicklung
II. Funktion
1. Amtsausführung
2. Zwangsbefugnisse
III. Rechtsstellung
IV. Geschäftsanfall
V. Vollstreckungssysteme im europäischen Ausland

D. Kritik am aktuellen System
I. Verfassungsrechtliche Problematik
II. Finanzielle Problematik
III. Strukturelle Problematik

E. Gesetzesentwurf zur Reform des Gerichtsvollzieherwesens
I. Zielsetzung und wesentlicher Inhalt
II. Beleihungsmodell und Privatisierung
1. Terminologie der Privatisierung
2. Das Rechtsinstitut der Beleihung
a) Begriff
b) Ausgestaltung
c) Zuordnung zur Privatisierung
III. Der Gerichtsvollzieher in der geplanten Gesetzeslage
1. Beleihung
2. Rechtsstellung
a) Amt des Gerichtsvollziehers
b) Aufsicht
3. Aufgabenkreis
4. Haftungsfragen
IV. Vergütungssystematik und Wettbewerb
1. Erfolgsorientierung im Gebührenrecht
a) Einführung einer Erfolgsgebühr
b) Ausgestaltung
c) Begründung und Kritik
aa) Kostenerhöhung
bb) Sozialverträglichkeit
cc) Erfolgsgebühr
dd) Auswirkung auf die öffentlichen Haushalte
2. Leistungsanreize durch Wettbewerb
3. Zwischenergebnis

F. Verfassungsrechtliche Problematik der Reform
I. Justizgewährungsanspruch
1. Gegenstand des Grundrechts
2. Vereinbarkeit mit dem Gesetzesentwurf
a) Grundsätzliche Problematik
b) Einzelfallanalyse
c) Zwischenergebnis
II. Funktionsvorbehalt des Art
1. Zweck der Norm
2. Tatbestandsseite
3. Rechtsfolgen
a) Das Regel-Ausnahme-Verhältnis
b) Vorliegen von Sachgründen
4. Vereinbarkeit mit dem Gesetzentwurf
a) Wirkung des Art
b) Diskussion
c) Zwischenergebnis

G. Zusammenfassung und Beurteilung der Reform

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung I

Titel: Geschäftsanfall

Quelle: Staatssekretärsarbeitsgruppe, Abschlussbericht vom 04.03.2009, S.10

Abbildung II

Titel: Einnahmen/Kosten – Unterdeckung

Quelle: BR-Drs. 808/10, S.9 ff.

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Vitzthum, Wolfgang Graf

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Eidesstattliche Versicherung

Ich erkläre hiermit durch meine Unterschrift an Eides Statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe angefertigt habe.

Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken, Daten und Konzepte sind als solche im Literaturverzeichnis gekennzeichnet.

Darüber hinaus versichere ich, dass die Arbeit bislang keiner Prüfungsbehörde vorgelegt wurde und auch noch nicht veröffentlicht bzw. Bestandteil einer Studien- oder Prüfungsleistung war.

A. Einleitung

Das Zwangsvollstreckungsrecht, welches der Durchsetzung titulierter Ansprüche dient, ist im Wesentlichen geprägt durch den Gerichtsvollzieher als zentrales Vollstreckungsorgan.

Die Aufgaben des Gerichtsvollziehers verlangen regelmäßig Ein¬griffe in Grundrechte des Schuldners und sind daher immer auch von hoher verfassungsrechtlicher Relevanz. Im Rahmen der aktuellen Gesetzeslage ergeben sich jedoch zahl¬rei¬che Probleme.

Hierbei sind zunächst Aspekte verfassungsrechtlicher Art, im Hin¬blick auf die Regelungs¬systematik durch Ver¬wal¬tungs¬¬vor¬schrif¬¬ten, beachtlich. Daneben besteht im aktuellen Gerichts¬voll¬zieh¬er¬¬system eine erheb¬liche Kostenunterdeckung, welche durch Steuermittel der einzelnen Bundes¬länder ausgeglichen werden muss. Nicht zuletzt ist auch der struk¬turelle Aufbau des Gerichts¬voll¬zieherwesens, bezüglich der Bezirkszuordnung und hieraus folgender mangelnder Flexibilität, Gegen¬stand der Diskussion.

Um diesen Problematiken zu entgegnen beziehungsweise das System grundsätzlich zu überarbeiten und zu optimieren wurde von den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Meck¬len¬burg-Vorpommern und Niedersachsen im Jahr 2010 (wie auch schon 2007) ein Reform¬entwurf zur Moderni¬sierung des Gerichtsvollzieher¬wesens vorgelegt, welcher eine lebhafte rechts¬¬politische Diskussion entfacht hat und über den unter anderem auch in Printmedien berichtet wur¬de. Diese Diskus¬si¬on mündete schließlich auch mit der Aufnahme der Absicht zur Moder¬nisierung der Vollstreckungsstrukturen, als Um¬setz¬ungs¬¬ziel, in den Koalitions¬vertrag der aktuellen Regierungs¬parteien.

Der Reformentwurf sieht die Einführung eines Beleihungs¬systems vor. Hiernach soll die Tätigkeit der Gerichts¬voll¬zieher nicht länger durch justizeigene Beamte, sondern viel¬mehr durch beliehene Private durchgeführt werden. Es soll gewissermaßen eine Aus¬la¬gerung der Tätigkeit in den privaten Sektor der Volks¬-wirtschaft erfolgen. Vorbild dieses Reform¬an¬satz¬es ist die Privatisierung öffentlich-rechtlich orga¬nisierter Einrichtungen. Dieses hat sich in der jüngeren Vergangenheit zu einem effizien¬ten Modell struk¬tu¬rel¬ler Reformen entwickelt. Beispiele hierfür sind die Flug¬sicher¬¬heit, der Schienenverkehr oder auch der Post- und Tele¬kommuni¬ka¬tions¬sektor. Ergänzt wird das Re¬form¬konzept durch Änderungen im Gerichts¬voll¬zieher¬kosten¬recht , sowie im Grundgesetz.

Dargestellt werden in dieser Arbeit, nach der Einleitung (Teil A) zunächst die Grund¬-lagen zum Zwangsvollstreckungsrecht (Teil B). In einem dritten Abschnitt erfolgt eine Ein¬füh¬rung zur Rechts¬lage der Gerichts¬vollzieher im aktuellen Sys¬tem, sowie zur Re¬ge¬lungssystematik im euro¬päischen Vergleich (Teil C). Im vierten Abschnitt folgt die Er¬läu¬te¬rung der oben aufge¬führten ver¬fassungs¬rechtlichen, finan¬ziel¬len, sowie struk¬¬tu¬rel¬len Pro¬ble¬me der gegenwärtigen Rechts¬lage (Teil D). Hier¬an an-knüpf¬end wird der Gesetz¬ent¬wurf de¬tail¬liert dargestellt und diskutiert, wobei insbesondere auf das angestrebte Be¬leihungs¬modell, als auch die finanziellen Hintergründe eingegangen wird. Hierzu erfolgt auch eine Darstellung möglicher Gesetzesfolgen (Teil E). Be¬son¬deres Augen¬merk liegt weiterhin auf der ver-fassungs¬recht¬lichen Si¬tua¬tion (Teil F).

B. Grundlagen des Zwangsvoll¬streck¬ungsrechts

In diesem Abschnitt sollen die wesentlichen Grundlagen des normativen Zwangsvollstreckungsrechts sowie die verschie¬denen Vollstreckungsorgane dargestellt werden.

I. Grundlagen

1. Rechtsquellen

Das Zwangsvollstreckungsrecht ist grundsätzlich im achten Buch der Zivilprozessordnung kodifiziert. Die Vor¬schrif¬ten befinden sich in den §§ 704 ff. ZPO. Darüber hinaus sind die Normen zur Vollstreckung in das unbewegliche Vermögen im Gesetz über die Zwangs¬versteigerung und Zwangs¬ver¬wal¬tung (ZVG) kodifiziert.

Die Rechtsgrundlagen für den Gerichtsvollzieher selbst er¬geben sich aus § 154 GVG, aus den Be¬am¬ten¬¬gesetzen sowie den bundes¬einheitlichen Gerichts¬voll-zieher¬ordnungen (GVO) der ein¬zel¬nen Bundesländer.

2. Systematik

a) Begriff

Das Zwangsvollstreckungsrecht dient der zwangsweisen Durch¬setz¬ung beziehungsweise Sicherung privatrechtlicher Leis¬tung¬s¬¬¬¬ansprüche des Gläubigers gegen den Schuldner, welche in einem zivilprozessualen Vollstreckungstitel ver-brieft sind. Daher geht dem Vollstreckungsverfahren regel¬mäßig, jedoch nicht notwendigerweise, ein Erkenntnis¬ver¬fahren voraus.

Zu den Leistungsansprüchen zählen nicht nur Ansprüche auf ein positives Tun, wie beispielsweise die Zahlung eines Geld¬betrages aus einem Vertragsverhältnis, sondern auch An¬sprü¬che welche auf ein Unterlassen oder Dulden gerichtet sind. Dem Inhaber des titulierten Anspruchs (Gläubiger) steht hierzu das staatliche Verfahren der Zwangsvollstreckung gegen den¬jenigen, gegen den vollstreckt wird (Schuldner), zur Ver¬fügung. Dieses ergibt sich daraus, dass eine Selbsthilfe, von weni¬gen Ausnahmen abgesehen, im Interesse des Rechts¬frie¬dens und im Kontext zum Zwangsmonopol des Staates, ver¬boten ist. Dem Gläubi¬ger steht mithin zur Durchsetzung seiner For¬der¬ung¬en ein ver¬fas¬sungs¬rechtlich geschützter Anspruch gegen den Staat auf Vollstreckung gegen den Schuldner zu, welchen man auch als Voll¬streckungs¬anspruch bezeichnet. Dieser An¬spruch ergibt sich auch bereits aus Art. 6 I der EMRK.

[...]

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Details

Titel
Modernisierung des Gerichtsvollzieherwesens: Effizienzsteigerung im Beleihungsmodell
Hochschule
Fachhochschule Trier - Umwelt-Campus, Standort Birkenfeld
Note
1,9
Autor
Jahr
2012
Seiten
54
Katalognummer
V196374
ISBN (eBook)
9783656226390
ISBN (Buch)
9783656226741
Dateigröße
820 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reform, gerichtsvollzieherwesens, beleihungsmodell, diskussion
Arbeit zitieren
Mathias Welsch (Autor), 2012, Modernisierung des Gerichtsvollzieherwesens: Effizienzsteigerung im Beleihungsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196374

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