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Der Zusammenhang zwischen der Christenverfolgung des Paulus und der Tora

Titre: Der Zusammenhang zwischen der Christenverfolgung des Paulus und der Tora

Dossier / Travail de Séminaire , 2011 , 27 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Patrick Langbein (Auteur)

Théologie - Théologie biblique
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„Ein Hebräer unter Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen.“(Phil 3,6) An dieser Stelle des Philipperbriefes beschreibt Paulus sich selbst in der Zeit vor seiner Berufung – der Zeit seiner Verfolgung der christlichen Gemeinde. Eigenartig und fremd wirkt hier der Gebrauch des Wortes Gesetz. Es scheint, als ob Paulus seine Verfolgung mit dem Gesetz begründet, ohne dies aber genauer auszuführen.
In welchem Verhältnis standen nun die Christenverfolgung des Paulus und das Gesetz? Welchen Zusammenhang bilden Verfolgung und Tora? Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden.
Die Quellenlage zu diesem Thema erschöpft sich mit der Apostelgeschichte des Lukas und drei der Briefe des Paulus: Der Galater-, der 1. Korinther-, und der Philipperbrief. Im ersten Kapitel der Arbeit soll auf diese Zeugnisse eingegangen werden. Es folgen Ausführungen zur Prägung des Paulus in der Zeit vor seiner Berufung. Dann werden vier Fragen beantwortet, ohne die eine Klärung der Hauptfrage nicht möglich wäre: Wann verfolgte Paulus die christliche Gemeinde? Wo fand die Verfolgung statt? Wer waren die Verfolgten im Einzelnen? Welcher Art war die Verfolgung, welche Mittel wurden angewandt? Im letzten Kapitel kann – unter Berücksichtigung der erarbeiteten Erkenntnisse – der Zusammenhang zwischen Verfolgung und Tora hergestellt werden.
Sowohl die Apostelgeschichte als auch die Paulusbriefe zeichnen kein vollständiges Bild der paulinischen Verfolgung, zudem sind sie als frühchristliche Quellen von Tendenzen geleitet. Die Arbeit muss folglich an einigen Stellen auf Forschungshypothesen aufbauen. Behauptungen hypothetischen Charakters werden generell als solche herausgestellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Quellenlage

2.1. Die Apostelgeschichte

2.2. Die Paulusbriefe

3. Prägende Elemente der vorchristlichen Biographie des Paulus

4. Datierung der Verfolgung

5. Der Ort der Verfolgung

6. Die Verfolgten

7. Die Art der Verfolgung

8. Der Zusammenhang zwischen Verfolgung und Tora

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Christenverfolgung durch Paulus und der Tora, um zu klären, warum Paulus die christliche Gemeinde mit Eifer verfolgte und in welchem inhaltlichen Zusammenhang diese Verfolgung zur Tora stand.

  • Analyse der Quellenlage (Apostelgeschichte und Paulusbriefe)
  • Biographische Prägung des Paulus durch den Pharisäismus
  • Zeitliche und örtliche Einordnung der Verfolgertätigkeit
  • Identifikation der Verfolgten und ihrer theologischen Positionen
  • Untersuchung der Beweggründe und Methoden der Verfolgung

Auszug aus dem Buch

Die Art der Verfolgung

Die Frage, wie Paulus die Christengemeinde verfolgte, ist in der Forschung heftig umstritten. Zunächst soll das Ziel der paulinischen Verfolgung geklärt werden. In Apg 22,4 sagt Paulus von sich selbst: „Als solcher [Eiferer für Gott] habe ich auch diese Glaubensrichtung bis auf den Tod verfolgt, indem ich Männer wie Frauen in Ketten legte und ins Gefängnis werfen ließ, ...“ Paulus hatte damit den Tod der Christen zum Ziel. In den Briefen des Paulus fehlen allerdings derartige Details. In Gal 1,13 sagt er lediglich: „Ihr habt ja von meinem einstmaligen Verhalten im Judentum gehört: daß ich nämlich die Gemeinde Gottes maßlos (= wütend) verfolgt habe und sie zu vernichten suchte, ...“ Hier begegnet das Wort πορθεῖν (ἐπόρθουν). Im Kapitel zur Quellenlage habe ich dargelegt, dass πορθεῖν traditionell war, Paulus es nur aufgenommen hat. Allerdings bezweifle ich, dass er nicht aufgenommen hätte, würde es der Sache nach nicht seiner Verfolgertätigkeit entsprechen. Was verbirgt sich nun hinter diesem Wort? Wolfgang Kraus merkt hierzu an, πορθεῖν ist „...sonst im NT nicht bezeugt, jedoch ist der Begriff für Verfolgung von Personen mit religiösem Hintergrund nicht ungebräuchlich.“ Christian Dietzfelbinger schreibt, dass πορθεῖν das „... Element der Gewaltsamkeit...“ anhaftet. Das Objekt, auf das sich πορθεῖν in Gal 1,13 bezieht, ist allerdings „τὴν ἐκκλησίαν τοῦ θεοῦ“. Um die Gemeinde zu zerstören bedurfte es sicher nicht den Tod aller Christen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang von paulinischer Christenverfolgung und dem Gesetz (Tora) vor und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. Die Quellenlage: Dieses Kapitel untersucht die Apostelgeschichte und die Paulusbriefe hinsichtlich ihrer Aussagekraft, Zuverlässigkeit und der tendenziösen Ausrichtung der Berichte über Paulus.

3. Prägende Elemente der vorchristlichen Biographie des Paulus: Hier wird die Herkunft des Paulus, seine Ausbildung als Pharisäer und das Verständnis der Bedeutung der Tora im damaligen Pharisäismus beleuchtet.

4. Datierung der Verfolgung: Die Untersuchung versucht, die Verfolgertätigkeit des Paulus chronologisch einzuordnen, wobei ein Zeitraum zwischen ca. 30 und 33 n.Chr. als wahrscheinlich gilt.

5. Der Ort der Verfolgung: Es wird erörtert, ob die Verfolgung hauptsächlich in Jerusalem oder Damaskus stattfand, wobei die Rekonstruktion für Damaskus als Ort der Konfrontation mit den Hellenisten spricht.

6. Die Verfolgten: Das Kapitel identifiziert die Hellenisten, eine griechischsprachige judenchristliche Gruppe aus dem Umfeld des Stephanus, als primäre Ziele der paulinischen Verfolgung.

7. Die Art der Verfolgung: Hier werden die konkreten Maßnahmen der Verfolgung analysiert, wobei zwischen synagogalen Strafen und der Frage nach der Absicht der Tötung differenziert wird.

8. Der Zusammenhang zwischen Verfolgung und Tora: Dieses Kapitel legt dar, dass die Kritik der Hellenisten an Tempel und Tora sowie ihr Verständnis eines nicht-exklusiven Heilsanspruchs den Zorn des gesetzestreuen Pharisäers Paulus hervorriefen.

9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Kombination aus einer rigoristischen pharisäischen Haltung und den provokanten Thesen der Hellenisten die Ursache für die Verfolgung war.

Schlüsselwörter

Paulus, Christenverfolgung, Tora, Pharisäismus, Hellenisten, Stephanus, Damaskus, Jerusalem, Gesetzeskritik, Tempel, Heilsanspruch, Apostelgeschichte, Paulusbriefe, Judentum, Urgemeinde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das vorchristliche Leben des Apostels Paulus und versucht zu klären, warum er als pharisäischer Jude die frühe christliche Gemeinde verfolgt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Paulus zur Tora, die Rolle der hellenistischen Judenchristen, das Verständnis des Pharisäismus zur Zeit Jesu und die historische Einordnung der paulinischen Verfolgertätigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den inhaltlichen Zusammenhang zwischen der paulinischen Christenverfolgung und dem Gesetz (Tora) aufzuzeigen und zu erklären, warum dieses Verhältnis zu einem „Totalkonflikt“ führen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-kritische Exegese, die die Apostelgeschichte und die Briefe des Paulus als Quellen auswertet und mit aktueller exegetischer Forschung zu diesem Themenkomplex vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Quellen, die biographische Prägung des Paulus, die Identifikation der verfolgten Hellenisten, die Art der Verfolgung sowie die tiefgehende Analyse der Konfliktpunkte bezüglich Tora, Tempel und Heilsanspruch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Paulus, Christenverfolgung, Tora, Pharisäismus, Hellenisten, Gesetzeskritik und der exklusive Heilsanspruch des Volkes Israel.

Warum stand die Rolle der Hellenisten so stark im Fokus der Verfolgung?

Die Hellenisten wurden verfolgt, weil sie kritisch gegenüber dem Tempel eingestellt waren und den christlichen Heilsanspruch auch Nicht-Juden öffneten, was für einen gesetzestreuen Pharisäer wie Paulus eine unerträgliche Provokation der jüdischen Identität darstellte.

Wie bewertet der Autor die Maßnahmen der Verfolgung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Paulus wahrscheinlich synagogale Strafen wie Geißelungen einsetzte, wobei jedoch kein Hinweis darauf existiert, dass Paulus eigenhändig Christen tötete.

Welche Rolle spielte das "Wort vom Kreuz" bei der Verfolgung?

Für den vorchristlichen Paulus war die Verkündigung eines gekreuzigten Messias ein unerträglicher Widerspruch zur Tora, da ein Gekreuzigter nach jüdischem Verständnis als von Gott verflucht galt.

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Résumé des informations

Titre
Der Zusammenhang zwischen der Christenverfolgung des Paulus und der Tora
Université
http://www.uni-jena.de/
Note
2,0
Auteur
Patrick Langbein (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
27
N° de catalogue
V196394
ISBN (ebook)
9783656224402
ISBN (Livre)
9783656224785
Langue
allemand
mots-clé
Christenverfolgung Paulus Urchristentum Paulusbriefe Tora
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Patrick Langbein (Auteur), 2011, Der Zusammenhang zwischen der Christenverfolgung des Paulus und der Tora, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196394
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