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Die Satzgliedlehre im Deutschunterricht – was kommt an bzw. was bleibt übrig?

Überlegungen anhand des Vergleichs eines gymnasialen Schulbuches mit einer Standardgrammatik

Title: Die Satzgliedlehre im Deutschunterricht – was kommt an bzw. was bleibt übrig?

Term Paper , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marco Schmidt (Author)

Didactics for the subject German - Grammar, Style, Working Technique
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Grammatik – ein Ausdruck, der bei vielen Schülerinnen und Schülern Entsetzen auslöst. Zu langweilig ist die Materie, so ein gängiges Vorurteil. Auch unter Sprachdidaktikern scheint man seit den 70-er Jahren vom traditionellen Grammatikunterricht abgekommen zu sein. Begriffe wie „Sprachreflexion“, „Funktionalität“ und „situationsorientierter Grammatikunterricht“ stehen inzwischen im Vordergrund.
Auf der anderen Seite konstatieren Sprachwissenschaftler zunehmend einen mangelnden Kenntnisstand hinsichtlich grammatischer Phänomene, u.a. bei Studienanfängern der Germanistik. So veröffentlichte Ulrich Schmitz, Professor an der Universität Duisburg-Essen, die Ergebnisse eines Tests, in dem Studierende nach der Bedeutung grammatischer Fachausdrücke befragt wurden. Es zeigte sich, dass nur fünf von circa 200 Studierenden mehr als 50 Prozent der Fragen richtig beantworten konnten. (Schmitz 2003:452-458, zitiert nach: Dürscheid i. E.)
Christa Dürscheid schreibt gar:
„Daraus resultiert […], dass im muttersprachlichen Unterricht […] kein systematisches Grammatikwissen aufgebaut wird. So können sich viele Studenten auf Nachfrage nicht mehr daran erinnern, dass ein grammatischer Terminus in ihrer Schulzeit jemals eingeführt wurde.“ (Dürscheid i. E.)
Es scheint ein trauriges Bild zu sein, das hier auf die Sprachwissenschaft und die Sprachdidaktik geworfen wird. Sollte die Auseinandersetzung mit der deutschen Grammatik bald eine elitäre Spezialwissenschaft weniger Fachkundiger sein?

Das „Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke“ – letztmalig am 26.02.1982 von der Kultusministerkonferenz herausgegeben – gab eine Art allgemeinen Kanon grammatischen Wissens vor, wobei unklar bleibt, inwiefern dieser tatsächlich maßgebend für den Deutschunterricht an Schulen war. In den neuen „Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss“ (2003), die im Schuljahr 2004/05 in Kraft getreten sind, wird nicht mehr explizit auf dieses Verzeichnis verwiesen (Dürscheid i. E.) - ein weiterer Hinweis darauf, dass sich die Grammatik im Rückzug befindet?

Aber wie sieht sie nun tatsächlich aus, die Grammatik der deutschen Sprache, die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse heute an einem Gymnasium lernen? Was kommt an bzw. was bleibt übrig von den Ansätzen, Regeln und Festlegungen zur Grammatik aus Sicht der Sprachwissenschaft bzw. der wissenschaftlichen Sprachdidaktik?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vergleich Deutschbuch 5 – Helbig/Buscha-Grammatik

2.1 Definition und Beschreibung von Satzgliedern

2.1.1 Darstellung in der Helbig/Buscha-Grammatik (2001:444-447)

2.1.2 Darstellung im Deutschbuch 5 (1997:117f.)

2.2 Das Prädikat

2.2.1 Darstellung in der Helbig/Buscha-Grammatik (2001:448-454)

2.2.1.1 Das finite Verb (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:448)

2.2.1.2 Der grammatische Prädikatsteil (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:448 f.)

2.2.1.3 Der lexikalische Prädikatsteil (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:449 f.)

2.2.1.4 Das Subjektsprädikativ bei Kopulaverben (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:450 f.)

2.2.2 Darstellung im Deutschbuch 5 (1997:118-120)

2.3 Das Subjekt

2.3.1 Darstellung in der Helbig/Buscha-Grammatik (2001:454f.)

2.3.2 Darstellung im Deutschbuch 5 (1997:120-122)

2.4 Das Objekt

2.4.1 Darstellung in der Helbig/Buscha-Grammatik (2001:456-459)

2.4.1.1 Das Akkusativobjekt (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:457)

2.4.1.2 Das Dativobjekt (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:457f.)

2.4.1.3 Das Genitivobjekt (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:458)

2.4.1.4 Das Präpositionalobjekt (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:458)

2.4.1.5 Das Objekt zum Prädikativ (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:458 f.)

2.4.2 Darstellung im Deutschbuch 5 (1997:123-125)

2.5 Die graphische Darstellung

3 Resümee

3.1 Zusammenfassung

3.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Vermittlung der Satzgliedlehre im Deutschunterricht der fünften Klasse am Gymnasium, indem sie die Darstellung in einem gängigen Schulbuch (Deutschbuch 5) mit einer wissenschaftlichen Standardgrammatik (Helbig/Buscha-Grammatik) vergleicht. Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit schulische Lehrmaterialien grammatische Konzepte verkürzen oder vereinfachen und ob dies zu einem mangelnden Verständnis bei Schülern führen kann.

  • Vergleich von Schulbuchdarstellung und wissenschaftlicher Grammatiktheorie
  • Analyse der Begriffe Prädikat, Subjekt und Objekt im Unterrichtskontext
  • Bewertung methodischer Ansätze wie Umstell- und Fragenprobe
  • Kritische Reflexion der Qualität des Grammatikunterrichts
  • Diskussion über die Relevanz der Sprachwissenschaft für die Didaktik

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Darstellung in der Helbig/Buscha-Grammatik (2001:444-447)

Die Helbig/Buscha-Grammatik beschreibt, dass Satzglieder aus einem Wort oder aus mehreren Wörtern bestehen können und „dass dasselbe Satzglied durch verschiedene Wortklassen repräsentiert werden kann“. (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:444)

(1) Meike fährt heute nach Kiel.

(2) Meike fährt am Abend nach Kiel.

In beiden Objektbeispielen handelt es sich um ein Temporaladverbial, das in Satz (1) in Form eines Adverbs, in Satz (2) durch Präposition + Substantiv realisiert wird.

Laut Aussage der Verfasser ist eine weitere Eigenschaft von Satzgliedern, dass sie sich im Aussagesatz um das finite Verb in Verbzweitstellung herum bewegen lassen. Ihrer Definition folgend erklärt die Helbig/Buscha-Grammatik Präpositionen, Partikeln, Sondernegationen, Attribute und Artikelwörter für Nicht-Satzglieder. Vom Satzgliedstatus ausgeschlossen werden außerdem Satznegationen, Konjunktionen, Subjunktionen, Interjektionen und andere Satzäquivalente, da sie sich auf mindestens zwei Satzglieder beziehen.

Nebensätze, einfache Infinitive sowie Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen sind hingegen als Satzgliedern zu bestimmen. Die Autoren behandeln sie jedoch nicht in diesem Kapitel, da sie sich auf Grund ihres verbalen Charakters von den anderen Satzgliedern unterscheiden.

Als Test zur Erkennung von Satzgliedern nennt die Helbig/Buscha-Grammatik die Umstell- und die Ersatzprobe. Es wird jedoch deutlich gemacht, dass die Umstellprobe ihre Grenzen hat. Sie führt lediglich zu den morphologisch-syntaktischen Stellungsgliedern:

„Satzglieder sind keine bloßen Stellungsglieder, sondern sind Funktionsglieder. [...] Sie sind syntaktische Einheiten, die vor allem durch ihre Abhängigkeitsstruktur, ihre Substitutionsmöglichkeiten [...], ihre Transformationsmöglichkeiten und ihre Valenzeigenschaften (d.h. ihr obligatorisches, fakultatives oder freies Auftreten) charakterisiert werden.“ (Helbig/Buscha-Grammatik 2001:446)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die verbreitete Skepsis gegenüber dem Grammatikunterricht und verweist auf einen konstatierten Mangel an systematischem Grammatikwissen bei Studierenden.

2 Vergleich Deutschbuch 5 – Helbig/Buscha-Grammatik: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Unterschiede zwischen der wissenschaftlichen Definition von Satzgliedern und deren didaktischer Aufbereitung im Schulbuch.

2.1 Definition und Beschreibung von Satzgliedern: Hier wird der theoretische Rahmen für Satzglieder beleuchtet und die Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Fundierung und schulischer Einführung aufgezeigt.

2.2 Das Prädikat: Dieses Kapitel vergleicht die Erklärungen zum Prädikat, wobei insbesondere die problematische Gleichsetzung von finitem Verb und Prädikat im Schulbuch kritisiert wird.

2.3 Das Subjekt: Es wird untersucht, wie das Subjekt in beiden Werken bestimmt wird, wobei die Grenzen der im Deutschbuch verwendeten "Fragenprobe" aufgezeigt werden.

2.4 Das Objekt: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Erfassung verschiedener Objektarten und beleuchtet, wie Transformationen zur Unterscheidung genutzt werden.

2.5 Die graphische Darstellung: Hier wird die visuelle Vermittlung der Satzstruktur verglichen, wobei die tabellarische Form des Schulbuchs gegenüber der hierarchischen Darstellung der Helbig/Buscha-Grammatik als weniger präzise bewertet wird.

3 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse des Vergleichs zusammen und plädiert für eine stärkere Einbindung fachwissenschaftlicher Expertise in die Schulbuchgestaltung.

3.1 Zusammenfassung: Dieses Unterkapitel bündelt die kritischen Erkenntnisse der Arbeit und reflektiert die Problematik des Grammatikunterrichts aus didaktischer Sicht.

3.2 Ausblick: Der Ausblick schlägt weitere Forschungsmöglichkeiten vor und fordert eine Revision der Lehrpläne unter Einbeziehung von Linguisten und Didaktikern.

Schlüsselwörter

Satzgliedlehre, Deutschunterricht, Grammatik, Schulbuchvergleich, Helbig/Buscha-Grammatik, Deutschbuch 5, Prädikat, Subjekt, Objekt, Valenzgrammatik, Sprachdidaktik, Umstellprobe, Fragenprobe, Satzstruktur, Linguistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die Vermittlung der Satzgliedlehre im Deutschunterricht der fünften Klasse am Gymnasium anhand eines Vergleichs zwischen einem gängigen Schulbuch und einer wissenschaftlichen Standardgrammatik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition und Bestimmung von Satzgliedern (Prädikat, Subjekt, Objekt), die Anwendung grammatischer Proben und die didaktische Reduktion sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie stark die schulische Vermittlung der Satzgliedlehre von der wissenschaftlichen Basis abweicht und welche Probleme sich daraus für das Verständnis der Schüler ergeben können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode des komparativen Vergleichs, um die inhaltlichen Definitionen, Beispiele und graphischen Darstellungen der beiden Lehrwerke gegenüberzustellen und kritisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Darstellung von Prädikat, Subjekt und Objekt, reflektiert die methodischen Ansätze zur Identifikation dieser Satzglieder und untersucht die graphische Aufarbeitung in beiden Werken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Satzgliedlehre, Sprachdidaktik, Valenzgrammatik, Schulbuchvergleich und grammatische Proben (Umstell-, Ersatz- und Fragenprobe) charakterisieren.

Inwiefern unterscheidet sich die graphische Darstellung?

Die Helbig/Buscha-Grammatik nutzt hierarchische Abhängigkeitsstrukturen, während das Schulbuch eine tabellarische Form verwendet, die laut Autorin die syntaktischen Relationen der Satzglieder nicht ausreichend verdeutlicht.

Warum wird die "Fragenprobe" aus dem Schulbuch kritisiert?

Die Arbeit kritisiert, dass die Fragenprobe kein sicheres Kennzeichen ist, zu Fehlern bei nicht-personalen Objekten führen kann und die kommunikative Qualität von Sprache missachtet.

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Details

Title
Die Satzgliedlehre im Deutschunterricht – was kommt an bzw. was bleibt übrig?
Subtitle
Überlegungen anhand des Vergleichs eines gymnasialen Schulbuches mit einer Standardgrammatik
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Grade
1,7
Author
Marco Schmidt (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V196494
ISBN (eBook)
9783656227588
ISBN (Book)
9783656227670
Language
German
Tags
satzgliedlehre deutschunterricht überlegungen vergleichs schulbuches standardgrammatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Schmidt (Author), 2009, Die Satzgliedlehre im Deutschunterricht – was kommt an bzw. was bleibt übrig?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196494
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