Finanzcontrolling. Ein Überblick zu Grundlagen, Zielen und Aufgaben


Seminararbeit, 2011

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Grundlagen des Finanzcontrollings
1.1 Controlling
1.2 Begriff des Finanzcontrollings
1.3 Abgrenzung zum Finanzmanagement

2 Ziele des Finanzcontrollings
2.1 Primärziel
2.2 Sekundärziele
2.2.1 Liquidität
2.2.2 Gewinn
2.2.3 Risiko
2.2.4 weitere Ziele

3 Aufgaben des Finanzcontrollings
3.1 Liquiditätssicherung mittels Liquiditätsplanung
3.2 Informationsversorgung
3.3 Finanzwirtschaftliche Planung und Kontrolle
3.4 Gestaltung des FinanzcontrollingSystems

4 Instrumente des Finanzcontrollings
4.1 Finanzplanung
4.1.1 Langfristige Finanzplanung
4.1.1.1 PlanBilanz und PlanGuV als Koordinierungsinstrumente
4.1.1.2 Kapitalflussrechnung als Darstellungsinstrument
4.1.2 Kurzfristige Finanzplanung
4.2 Finanzkontrolle
4.3 Berichtswesen

5 Fazit

Literatur und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Zusammenspiel zwischen Management und Controlling

Abb. 2: Formalstruktur einer Kapitalflussrechnung

Abb. 3: Beispiel zum Aufbau eines Finanzplans

Abb. 4: Berichtsarten

Abb. 5: Aufwandsverteilung monatliches Reporting

1 Grundlagen des Finanzcontrollings

1.1 Controlling

Der Begriff Controlling wird vom Englischen „to control“ abgeleitet und heißt übersetzt „lenken“, „steuern“ und „regeln“.[1] Für den Begriff „Controlling“ existiert in der Literatur keine einheitliche Definition. Deshalb gibt es auch unterschiedliche Auffassungen zu den Controllingzielen, den Controllingaufgaben und der Verbreitung des Controllings.[2] Controlling kann als Subsystem der Unternehmensführung angesehen werden, das dem Zweck einer planvollen und zielorientierten Unternehmenssteuerung dient. Es dient dem Prozess der Zielfestlegung, der Planung und der Steuerung im finanz- und leistungswirtschaftlichen Bereich. Ein Controller beschafft also Daten, bereitet diese auf, analysiert sie und stellt die Ergebnisse einem Entscheidungsträger (z. B. Geschäftsführung) bereit, welcher sie als Basis für seine eigene Entscheidungsfindung nimmt.[3]

1.2 Begriff des Finanzcontrollings

Finanzcontrolling ist ein Aufgabenbereich, der die Unterstützung des Finanzmanagements beinhaltet. Demnach kann Controlling als Subsystem des Finanzmanagements betrachtet werden.[4] Unterstützt wird Finanzmanagement durch Sicherstellung der Informationsströme, die entlastende Durchführung von Finanzplanungs- und Finanzkontrollarbeiten sowie die Schaffung von geeigneten Systemen für Finanzplanung und -kontrolle sowie –berichtswesen. Damit soll eine bessere und effizientere Unternehmensführung sowie eine bessere Finanzsituation erreicht werden.[5]

1.3 Abgrenzung zum Finanzmanagement

Eine wesentliche Abgrenzung zum Finanzmanagement besteht darin, dass Finanzcontrolling nicht über die finanz- und leistungswirtschaftlichen Unternehmensaktivitäten entscheidet, sondern Entscheidungen vorbereitet und unterstützt. Controller leisten dafür einen Service, der einerseits in der Bereitstellung von Instrumenten, Werkzeugen (Tools), andererseits in betriebswirtschaftlicher Beratung und Begleitung besteht.[6] Also hat der Controller die Aufgabe, als wirtschaftlicher Ratgeber des Managements so zu wirken, dass die Unternehmung nachhaltig Gewinn erzielt oder Kostendeckung erreicht.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Zusammenspiel zwischen Management und Controlling[8]

Mit dem Schnittmengenbild soll Finanzcontrolling visualisiert werden als Symbol für „Gemeinsamkeit“. Aus dieser Sicht kann Finanzcontrolling als Gestaltungsrahmen verstanden werden, der sich als Schnittmenge der Verantwortungsbereiche zwischen Finanzmanager und dem Finanzcontroller ergibt.[9]

Die Schnittmenge ist ein Begriff aus der Mengenlehre. Sie symbolisiert Gemeinsamkeit in der Sache, das wirtschaftliche Ergebnis und die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, einem Unternehmen oder einer Sparte.[10]

2 Ziele des Finanzcontrollings

2.1 Primärziel

Finanzmanagement und damit das Finanzcontrolling erfolgen auf der Basis von Zielen. Unter Ziel wird ein angestrebter Zustand oder eine angestrebte Entwicklung verstanden. Ziele dienen in der Unternehmensführung als Beurteilungskriterien, d. h. sie sind Größen bzw. Tatbestände anhand derer Aktivitäten oder Situationen beurteilt werden.[11]

Aus ökonomischer Sicht ist das oberste Gebot eines jeden Unternehmens im Markt dessen Überleben, woraus sich als Primärziel die dauerhafte Existenzsicherung der Unternehmung ergibt. Um dies gewährleisten zu können, sind im Unternehmensablauf eine Vielzahl von Aufgaben und Prozessen zu erfüllen. Die Erfüllung dieser Aufgabenbereiche spiegelt sich in diversen Nebenzielen wider, welche allesamt darauf abzielen, den Unternehmenstatbestand zu gewährleisten. Diese Sekundärziele stehen jedoch teilweise in Konkurrenz zueinander, woraus sich für den Finanzcontroller ein Verantwortungsbereich ergibt, die Sekundärziele unter Berücksichtigung der Unternehmenspolitik aufeinander abzustimmen.[12] Die Ziele des Finanzcontrollings können demnach aus den Zielen des Finanzbereichs, dem Erhalt des finanziellen Gleichgewichts und der zielorientierten Gestaltung von Zahlungsströmen abgeleitet werden.[13]

2.2 Sekundärziele

2.2.1 Liquidität

Das wichtigste zu beachtende Ziel des Finanzcontrollings ist die Aufrechterhaltung der Liquidität, also die Fähigkeit des Unternehmens, jederzeit seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.[14] Liquidität ist die unabdingbare Voraussetzung für den Fortbestand einer jeden Unternehmung, denn eine Zahlungsunfähigkeit (Illiquidität) stellt unabhängig von der Rechtsform einen Insolvenzgrund dar.[15] Kommt ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen dauerhaft nicht nach, führt dies zur Liquidation des Unternehmens. Sondermaßnahmen, die ergriffen werden können, sind beispielsweise die Aufnahme teurer Kredite oder Verkauf von Vermögensgegenständen, die mit erheblichen Nachteilen für das Unternehmen verbunden ist. Ist die Zahlungsunfähigkeit nur vorübergehend, so führt dies zu Vertrauensverlust, der die finanzielle Lage des Unternehmens belastet. Um unerwartete Finanzmittelfehlbeträge abdecken zu können, benötigt ein Unternehmen Liquiditätsreserven, wie zum Beispiel nicht ausgeschöpfte Kreditlinien oder kurzfristig liquidierbares Vermögen (gut handelbare Wertpapiere, schnell kündbare Geldeinlagen).[16] Dies muss jedoch unter Berücksichtigung des Rentabilitätsziels geschehen, da Überliquidität, zu viele liquide Mittel, die nicht investiert sind, zu einer Verminderung der Renditen des Eigenkapitals führt.

Zur Sicherstellung der Liquidität dient als wesentliches Instrument die Finanzplanung.

2.2.2 Gewinn

Ein weiteres Ziel des Finanzcontrollings ist das Erwirtschaften von Gewinn bzw. Renditen. Allgemein kann das Gewinnstreben als Vermögenszuwachs bzw. Einkommen für die Anteilseigner interpretiert werden. Da jeder Investor grundsätzlich die Möglichkeit hat, zu entscheiden das zu investierende Kapital risikolos zu einer bestimmten Verzinsung bei Banken oder am Kapitalmarkt anzulegen oder in ein Unternehmen zu investieren, wird auch von der Unternehmensleitung verlangt, eine angemessene Kapitalverzinsung zu erwirtschaften. „Angemessen“ bedeutet in diesem Zusammenhang jedoch den Kapitalinvestor auch für das zusätzliche Risiko zu entschädigen, welches er im Vergleich zu Investitionen in risikolose Anlageformen eingeht. Also ist ein weiteres wichtiges Ziel des Finanzcontrollings die finanziellen Mittel im Unternehmen so zu koordinieren, dass Investitionen im Leistungsbereich zu Wertsteigerungen führen, welche über den risikolosen Marktzinssatz liegen. Kann dies erreicht werden, so führt das in weiterer Folge zu Wertsteigerung des Unternehmens.[17] Die an den Interessen der Anteilseigner orientierte Gewinnformulierung führt zum Shareholder-Value. Das Shareholder Value-Konzept ist eine Unternehmensstrategie, bei der zum Beispiel der Vorstand einer börsennotierten Aktiengesellschaft durch alle Maßnahmen, die er in seinem Unternehmen entwickelt und umsetzt, den Unternehmenswert im Sinn des Marktwertes des Eigenkapitals steigern soll. Anhand von Aktienkursen oder Discounted-Cashflow kann ermittelt werden, ob ein Mehrwert des Unternehmens geschaffen wurde. Akzeptiert man die Zielvorgabe der Gewinnmaximierung bzw. Steigerung des Shareholder-Value, so müssen schließlich die Zahlungsströme entsprechend wertorientiert konkretisiert werden.[18]

2.2.3 Risiko

Ein weiteres Ziel des Finanzcontrollings liegt in der Handhabung der Risiken bei der Unternehmenstätigkeit. Jedes Unternehmen muss, um überhaupt Gewinne erzielen zu können, gewisse Risiken eingehen. Jedoch dürfen die Risiken nicht zur Existenzgefährdung führen. Allerdings durch Inkaufnahme von zusätzlichen Risiken können die Ertragschancen im Unternehmen gesteigert werden. Also besteht zwischen Risiko und Gewinn eine Interdependenz (wechselseitige Abhängigkeit). Deshalb ist es die Aufgabe des Finanzcontrollings die Risiken aus dem leistungs- und finanzwirtschaftlichen Bereich zu beobachten, bei der Beurteilung der Unternehmensaktivitäten zu berücksichtigen sowie durch geeignete Si

cherungsmaßnahmen die Risiken zu reduzieren und zu kontrollieren, damit sie nicht zur Existenzbedrohung werden.[19]

2.2.4 Weitere Ziele

Neben den oben genannten Hauptzielen treten noch weitere Ziele auf, die mit den Hauptzielen in Verbindung stehen und diese auch ergänzen. Im Rahmen des Finanzcontrollings ist zum Beispiel darauf zu achten, dass eine „günstige Bilanzstruktur“ erreicht wird, um nach außen hin ein positives Bild über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu geben. Ebenfalls muss die Bonität des Unternehmens im Auge behaltet werden, da sie bei Kapitalgebern als Ansehen des Unternehmens interpretiert wird und eine wesentliche Voraussetzung für die Beschaffung von Finanzmitteln ist und somit einen wesentlichen Faktor zur Bestimmung der Finanzierungskosten darstellt. Da für Kapitalgesellschaften neben der Illiquidität Überschuldung als Insolvenzgrund gilt, ist auch noch im langfristigen Bereich wichtiges Ziel die Überschuldung zu begrenzen und zu verhindern.[20]

[...]


[1] Vgl. Schröder, E. (2000), S. 23

[2] Vgl. Jung, H. (2007), S. 4

[3] Vgl. Dettmer, H. / Hausmann, Th. / Rothlauf, J. / Zdrowomyslaw, N (1997), S. 26

[4] Vgl. Dettmer, H. / Hausmann, Th. / Rothlauf, J. / Zdrowomyslaw, N (1997), S. 26

[5] Vgl. Mensch, G. (2001) S. 1, S. 21

[6] Vgl. Jehle, K. / Blazek, A. / Deyhle, A. (1994), S. 29

[7] Vgl. Jehle, K / Blazek, A / Deyhle, A. (1994), S. 40

[8] Vgl. Jehle, K. / Blazek, A. / Deyhle, A. (1994), S. 30 ff.

[9] Vgl. Busse, J. (1993), S. 419

[10] Vgl. Jehle, K. / Blazek, A. / Deyhle, A. (1994), S. 30 ff.

[11] Vgl. Mensch, G. (2001), S. 7

[12] Vgl. Blazek, A. / Deyhle, A. / Eiselmayer, K. (2002)

[13] Vgl. Franke, G. / Hax, H. (2004), S. 17

[14] Vgl. Mensch, G. (2001), S. 8

[15] Vgl. Prätsch, I. / Schikorra, U. / Ludwig, E. (2007), S. 23

[16] Vgl.: Mensch, G. (2001), S. 9

[17] Vgl. Mensch, G. (2001), S. 10

[18] Vgl. Gillenkirch, R, (2004), S. 19

[19] Vgl. Mensch, G. (2001), S. 12

[20] Vgl. Mensch, G. (2001), S. 13

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Finanzcontrolling. Ein Überblick zu Grundlagen, Zielen und Aufgaben
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Veranstaltung
Controlling
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V196558
ISBN (eBook)
9783656225294
ISBN (Buch)
9783668197473
Dateigröße
827 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
finanzcontrolling, überblick
Arbeit zitieren
Aljona Kühn (Autor), 2011, Finanzcontrolling. Ein Überblick zu Grundlagen, Zielen und Aufgaben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196558

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