Naturentfremdung bei Kindern und Jugendlichen ist ein hinlänglich bekanntes Phänomen unserer heutigen, schnelllebigen Konsumgesellschaft. Umso wichtiger wird es in Zukunft sein, den Wald wieder enger in das Bewusstsein der jüngeren Generationen zu rücken. Die Wertvorstellungen des Lebens, die bei jedem Menschen unterschiedlich zum Ausdruck kommen, haben einen erheblichen Einfluss auf die individuelle Entfaltung und die Entwicklung des Sozialverhaltens unserer Kinder und Jugendlichen.
Dies soll zum Anlass genommen werden, den Wald als Lebensgrundlage für eine nachhaltige und gerechtere Zukunft zu sehen. Der Wald kann große emotionale Wirkungen auf die Gefühlswelt von Menschen haben und bietet somit immer eine Handlungsbasis für die Kommunikation und das Lernen miteinander. Ein Ökosystem wie der Wald ist nicht nur aufgrund seiner Multifunktionalität von Bedeutung, sondern verkörpert auch Geborgenheit, Ruhe, Besinnlichkeit und Entspannung vor dem immer mehr zunehmenden Alltagsstress. Der Wert unserer Wälder lässt sich nicht allein in Zahlen beschreiben, vielmehr wird es insbesondere in dieser Arbeit darum gehen, den Wald als Bildungs- und Lernobjekt für unsere Kinder und Jugendlichen zu skizzieren, um bestmögliche Entwicklungschancen und Entfaltungsmöglichkeiten zukünftiger Generationen zu sichern. Aus diesem Gedanken heraus habe ich mich entschlossen, dieses angesprochene Thema bezüglich der Lehrpläne an den Schulen im Land Brandenburg umfassend zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Zielsetzungen für eine erfolgreiche Integration des Waldes/der Forstwirtschaft im Lehrplan an den Schulen des Landes Brandenburg
2.1 Zielaspekte - Lernen am Wald
2.2 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
2.3 Individuelle Förderung
2.4 Soziale Dimensionen - Sozialer Raum - Sozialverhalten
2.5 Lernqualität im Unterricht
2.6 Bildungsangebote
3 Politische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Ausgestaltung der Rahmenlehrpläne in Brandenburg
3.1 Bildungspolitische Zielsetzungen
3.1.1 BNE - orientierte Grundsätze
3.1.2 Länderspezifische Zielsetzungen
3.2 Schulrechtliche Voraussetzungen
3.3 Lehrerbildung
3.4 Möglichkeiten der Finanzierung von waldbezogenen Bildungsangeboten
3.5 Aufbau und Gestaltung des Lehrplanes durch den Gesetzgeber
4 Schulorganisatorische Grundlagen
4.1 Schulorganisation in Brandenburg
4.2 Steuerungsinstrumente zur qualitativen Ausrichtung der Lehrinhalte
4.3 Kooperationen
4.4 Unterrichtsgestaltung unter Berücksichtigung der Rahmenlehrpläne
4.5 Übersichten Lernfelder Wald/Forstwirtschaft
4.5.1 Übersichten - Primarstufe
4.5.2 Übersichten - Sekundarstufe I
5 Unterrichtsmethodik - Didaktik
5.1 Der Wald als Lernort - Gegenstand zum Verstehen und Bewerten waldbezogener Bildungsprozesse
5.2 Praxislernen
5.3 Lernformen und die Umsetzung im Schulalltag
5.3.1 Waldprojekte
5.3.2 Försterwanderungen
5.3.3 Waldjugendspiele
5.3.4 Waldschulen und deren Aufgaben zur Wahrnehmung und Umsetzung von Lehrinhalten zum Thema Wald
5.3.5 Waldtheater
5.3.6 Schulprojekte mit Umweltbildungscharakter
6 Methodik - Durchführung einer Befragung unter sozialempirischen Gesichtspunkten zum Thema Wald/Forstwirtschaft im Lehrplan an Schulen in Brandenburg
6.1 Ziel und Gegenstand der Befragung
6.2 Gliederung der Befragung
6.3 Methodisches Vorgehen
6.4 Ablauf und Durchführung
6.5 Auswertung und Ergebnisse
6.5.1 Primarstufe
6.5.1.1 Schüler - Grundschule
6.5.1.2 Lehrer - Grundschule
6.5.2 Sekundarstufe I
6.5.2.1 Schüler - Oberschule
6.5.2.2 Lehrer - Oberschule
7 Zusammenfassung
7.1 Gesamtbilanzierung der Ergebnisse
7.2 Handlungsempfehlungen
7.3 Praxisbeispiele
7.4 Abschlussdiskussion
7.5 Meinungsbild des Autors
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie der Wald als bedeutender Unterrichtsgegenstand in den Lehrplan an Schulen im Land Brandenburg integriert werden kann, um Wissensvermittlung und Umweltbewusstsein bei Schülern zu fördern. Das primäre Ziel ist es, die bestehenden Möglichkeiten im Schulbereich zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, welche Ansprüche Schüler und Lehrer an diese Thematik stellen.
- Integration von waldbezogenen Inhalten in den Lehrplan.
- Analyse der Einstellung von Schülern und Lehrern zum Thema Wald.
- Methodisch-didaktische Konzepte zur Einbindung des Lernorts Wald.
- Rolle der Waldpädagogik und Kooperationen mit externen Partnern.
- Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung waldbezogener Bildungsarbeit.
Auszug aus dem Buch
2.4 Soziale Dimensionen – Sozialer Raum – Sozialverhalten
Die seit den siebziger Jahren verstärkt zunehmenden ökologischen Umweltprobleme (Klimawandel, Waldsterben, Meeresverschmutzung, Versteppung, Bodenversauerung, Naturkatastrophen) erfordern einen grundlegenden Umdenkungsprozess im Bereich der Umweltbildung. Mit der AGENDA 21 wurden Ziele für einen Paradigmenwechsel von der Umwelterziehung zur Umweltbildung definiert. Damit Umweltfragen nicht nur mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu beantworten sind, kommt der Umweltbildung ein hoher Stellenwert zu.
Unter den derzeit gesellschaftlichen Lebensbildern ist es notwendig, eine dafür adäquate Umweltpädagogikstrategie zu erarbeiten und in der Umweltbildungsarbeit integrativ fachlich umzusetzen. Den ökologischen Folgen kann nur mit ressourcenschonenden Umgang, einem vorausschauenden Konsumverhalten und generationsgerechten Handlungsweisen begegnet werden. An diesem Punkt ist es eine Aufgabe von Schule, auf der subjektiven Ebene die benötigten Voraussetzungen zu schaffen. Begründet wird dies mit der Verbindung der 3 Ebenen Mensch - Gesellschaft - Natur. Die zunehmende Verschlechterung der sozialen Umgangsformen bei Kindern und Jugendlichen, die gesellschaftliche Konkurrenzorientierung und die verstärkten risikobehafteten Veränderungsprozesse machen es dringend erforderlich, pädagogische Konzepte für soziales und kommunikatives Lernen zu entwickeln. Dabei sollen gleichzeitig die sozialen Kompetenzen gefördert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Waldes als Bildungsgegenstand ein und erläutert das Ziel der kritischen Analyse der Lehrpläne sowie die Vorgehensweise der empirischen Untersuchung.
2 Grundlagen und Zielsetzungen für eine erfolgreiche Integration des Waldes/der Forstwirtschaft im Lehrplan an den Schulen des Landes Brandenburg: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Natur- und Umweltbildung sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Rahmen für das Lernen am Wald.
3 Politische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Ausgestaltung der Rahmenlehrpläne in Brandenburg: Hier werden die bildungspolitischen und schulrechtlichen Grundlagen sowie Möglichkeiten der Finanzierung waldbezogener Bildungsangebote dargelegt.
4 Schulorganisatorische Grundlagen: Das Kapitel behandelt die Struktur der Brandenburger Schulen und zeigt Wege zur qualitativen Ausrichtung der Lehrinhalte sowie Kooperationen auf.
5 Unterrichtsmethodik - Didaktik: Dieser Teil widmet sich dem Wald als Lernort und stellt verschiedene Unterrichtsmethoden wie Waldprojekte, Försterwanderungen und Waldschulen vor.
6 Methodik - Durchführung einer Befragung unter sozialempirischen Gesichtspunkten zum Thema Wald/Forstwirtschaft im Lehrplan an Schulen in Brandenburg: Der Autor beschreibt das methodische Vorgehen der Befragung an Grund- und Oberschulen sowie die Auswertung und Ergebnisse.
7 Zusammenfassung: Dieses Kapitel bilanziert die Ergebnisse, gibt Handlungsempfehlungen für die Schulpraxis und schließt mit dem persönlichen Meinungsbild des Autors.
Schlüsselwörter
Wald, Forstwirtschaft, Umweltbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Lehrplan, Brandenburg, Schule, Sozialverhalten, Didaktik, Waldpädagogik, Kooperation, Nachhaltigkeit, Praxislernen, Umwelterziehung, Wissensvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Integration des Themenfeldes Wald und Forstwirtschaft in die Lehrpläne der Schulen im Land Brandenburg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), die methodisch-didaktische Gestaltung des Unterrichts am Lernort Wald sowie die sozioökonomische Bedeutung des Waldes für Kinder und Jugendliche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den aktuellen Stellenwert waldbezogener Bildung in Brandenburger Schulen durch eine empirische Befragung von Schülern und Lehrern zu ermitteln und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine sozialempirische, schriftliche Befragung in zwei Schulen (Grundschule und Oberschule) in Cottbus durch und wertet diese deskriptiv und quantitativ aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen, schulorganisatorischer Voraussetzungen, methodisch-didaktischer Ansätze sowie die detaillierte Durchführung und Auswertung der empirischen Untersuchung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Wald, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Lehrplan, Waldpädagogik und Umweltbildung definieren.
Wie unterscheidet sich die Einstellung von Grund- und Oberschülern zum Wald?
Grundschüler zeigen laut Studie eine emotionalere und positivere Bindung zum Wald, während Oberschüler das Thema häufiger als weniger relevant empfinden und ihre Einstellungen stärker von mediengeprägten Lebensidealen beeinflusst werden.
Welche Rolle spielt die Kooperation zwischen Schule und Förstern?
Die Kooperation gilt als Schlüssel für einen praxisnahen Unterricht, da Förster als fachkundige Experten die pädagogische Bildungsarbeit am Lernort Wald methodisch und inhaltlich bereichern können.
Welche Handlungsempfehlung gibt der Autor für die Lehrerbildung?
Der Autor empfiehlt eine Intensivierung der BNE-orientierten Lehrerbildung in der Erstausbildung sowie die Einführung eines waldpädagogischen Zertifikats für Lehrer und Förster, um die Qualität der Bildungsarbeit zu sichern.
- Citar trabajo
- David Plato (Autor), 2011, Grünes Klassenzimmer. Der Wald und die Forstwirtschaft im Lehrplan an Schulen in Brandenburg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196634