Das Thema Supply Chain Management hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Diese Veränderung liegt darin begründet, dass die immer stärker werdenden Märkte einen fundamentalen Wandel erfahren. Weitere Aspekte sind die gestiegenen Kundenanforderungen, verkürzte Produktlebenszyklen, die zunehmende Globalisierung sowie die steigende Relevanz der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. All diese neuen Anforderungen erhöhen den Wettbewerbsdruck der einzelnen Unternehmen, die daraufhin häufig mit einer Konzentration auf ihre Kernkompetenzen und somit der Auslagerung von eigenen Prozessen an andere Unternehmen reagieren. Es wird also zunehmend wichtiger Unternehmensnetzwerke sowie Unternehmenskooperationen aufzubauen. Dies zwingt Unternehmen u.a. dazu ihre Supply Chains effektiver zu gestalten und neuartige Systeme einzuführen. Für ein Unternehmen ist es von großer Bedeutung schnell auf Veränderungen reagieren zu können, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
Supply Chain Management ist ein strategisches Managementkonzept, welches die Geschäftsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette innerbetrieblich sowie unternehmensübergreifend steuert und optimiert. Dies kann mit Hilfe von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien hinsichtlich Kosten, Flexibilität und Geschwindigkeit noch effizienter gestaltet werden, um fortwährend Wettbewerbsvorteile zu sichern. Hierbei ist zu erwähnen, dass ein durchgängiger Waren-, Informations- und Finanzfluss eine sehr wichtige Voraussetzung für die Planung, Koordination und Steuerung der Supply Chain darstellt. Dies kann mit modernen e-Business-Technologien ausgeführt werden, womit das neue e-Supply Chain Management (eSCM) entsteht. Der Dipl.-Ing. Alexander Lichtneger von Atos Origin äußerte sich in einem Interview zum Thema E-Business und Supply Chain Management folgendermaßen:"Erst E-Business ermöglicht es, im SCM moderne Konzepte umzusetzen.“ Diese kurze jedoch prägnante Aussage zeigt auf, wie bedeutsam die Integration von E-Business in die Prozesse entlang der Supply Chain ist und das eine Optimierung entlang der SCM hauptsächlich mit Hilfe der IT zu realisieren ist. Es ist vor allen Dingen wichtig, die tägliche Kommunikation zwischen Lieferanten, Herstellern und Logistikern zu verbessern. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
1.1 MOTIVATION
1.2 AUFBAU UND ZIELSETZUNG
2 DIE SUPPLY CHAIN
2.1 SUPPLY CHAIN MANAGEMENT (SCM)
2.1.1 DIE BEDEUTUNG DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS
2.1.2 DIE ENTWICKLUNG VON MRP ZU SCM
2.1.2.1 Material Requirement Planning (MRP I)-Systeme
2.1.2.2 Manufacturing Resource Planning (MRP II)-Systeme
2.1.2.3 Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme
2.1.2.4 Supply Chain Management (SCM)-Systeme
2.1.3 GRENZEN DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
2.2 SCOR-MODELL
2.3 DER BULLWHIP-EFFEKT - ANFORDERUNGEN UND PROBLEME DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS
2.3.1 OPTIMIERUNGSMAßNAHMEN
2.3.1.1 Vendor Managed Inventory (VMI)
2.3.1.2 Cross-Docking
2.3.1.3 Efficient Consumer Response (ECR)
2.3.1.4 Collaborative Planning Forecasting and Replenishment (CPFR)
2.4 VOM PUSH- ZUM PULL-PRINZIP
3 DIE ROLLE DER IT IN DER SUPPLY CHAIN
4 INSTRUMENTE ZUR OPTIMIERUNG DER SC
4.1 MODERNE KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN
4.1.1 INTERNETTECHNOLOGIEN
4.1.2 XML
4.1.3 EDI
4.2 FRONT-END-INFORMATIONSTECHNOLOGIEN
4.2.1 B2C UND B2B
4.2.2 ONLINE-SHOPS
4.2.3 ELEKTRONISCHE MARKTPLÄTZE
4.2.4 PORTALE
4.2.5 INTRANET / EXTRANET
5 E-BUSINESS UND E-SUPPLY CHAIN MANAGEMENT
5.1 E-BUSINESS
5.1.1 DEFINITION UND BEGRIFFSERLÄUTERUNG DES E-BUSINESS
5.1.2 E-COMMERCE
5.1.3 E-INFORMATION
5.1.4 E-COMMUNICATION
5.1.5 E-COLLABORATION
5.2 DEFINITION UND BEGRIFFSERLÄUTERUNG DES E-SUPPLY CHAIN MANAGEMENTS
5.3 EBENEN UND BESTANDTEILE DES E-SCM-SYSTEMS
5.3.1 SUPPLY CHAIN DESIGN (SCD)
5.3.2 SUPPLY CHAIN PLANNING (SCP)
5.3.3 SUPPLY CHAIN EXECUTION (SCE)
5.4 DATA WAREHOUSE TECHNOLOGIE
6 E-SCM ANWENDUNGSBEREICHE IN KLEIN-,MITTEL- UND GROßBETRIEBEN
6.1 E-MARKETING
6.2 E-SRM
6.3 E-CRM
6.4 E-PROCUREMENT
6.5 E-SALES
6.6 E-SERVICE
6.6.1 PRE-SALES-SERVICE
6.6.2 SALES-SERVICE
6.6.3 AFTER-SALES-SERVICE
6.7 E-DISTRIBUTION
6.7.1 E-FULFILLMENT
6.7.2 STRATEGIEN DER SENDUNGSVERFOLGUNG
6.7.2.1 Tracking & Tracing
6.7.2.2 Barcoding
6.7.2.3 Transponder
6.7.2.4 Satelliten-Systeme
6.7.3 CROSS-DOCKING (CD)
7 TRENDS IN DER ZUKUNFT
8 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen ihre Supply Chains durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien optimieren können, um im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei wird insbesondere auf die Möglichkeiten für klein- und mittelständische Unternehmen eingegangen, wobei Technologien und Systeme zur Steigerung der Effizienz, Transparenz und Kundenorientierung im Fokus stehen.
- Grundlagen und Definitionen des Supply Chain Managements und der IT-Rolle
- Einsatz von E-Business-Technologien zur Optimierung der Wertschöpfungskette
- Analyse von Instrumenten wie E-Procurement, E-Sales und E-Service
- Integration von E-SCM-Systemen und Data Warehouse Technologien
- Praxisbeispiele zur Anwendung von WebGIS und moderner Logistik-Software
Auszug aus dem Buch
2.1.2.1 Material Requirement Planning (MRP I)-Systeme
Die ersten unterstützenden Planungssysteme waren die Material Requirement Planning (MRP I)-Systeme, die nicht mehr ausgehend vom Verbrauch den Bedarf an Halbfertigerzeugnissen, Rohstoffen und Zukaufteilen errechnen, sondern durch das Zerlegen der Stücklistenstrukturen eines geplanten Bedarfs an Enderzeugnissen. Das MRP I-System war jedoch nur in der Lage die Termin- sowie Mengenplanung der benötigten Materialien zu organisieren. Weitere wichtige Planungen, wie z.B. die der „Verfügbarkeitsprüfung von benötigten Ressourcen, wie Maschinen-, Personal-, Finanz- oder Transportkapazitäten wurden vernachlässigt, weshalb durch MRP I nicht garantiert werden konnte, dass ein erstellter Produktionsplan durchführbar war.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung motiviert das Thema Supply Chain Management angesichts steigender Wettbewerbsanforderungen und definiert das Ziel der Arbeit, Optimierungsmöglichkeiten durch IT-Einsatz aufzuzeigen.
2 DIE SUPPLY CHAIN: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Supply Chain Managements, die Entwicklung von Planungssystemen, das SCOR-Modell sowie den Bullwhip-Effekt und Strategien zu dessen Linderung.
3 DIE ROLLE DER IT IN DER SUPPLY CHAIN: Hier wird die fundamentale Bedeutung moderner Informationstechnologien als Unterstützer, Integrator und Enabler für effiziente Prozesse in der Supply Chain beleuchtet.
4 INSTRUMENTE ZUR OPTIMIERUNG DER SC: Dieses Kapitel stellt spezifische Kommunikations- und Front-End-Technologien vor, die für den Datenaustausch und die prozessorientierte Abwicklung zwischen Geschäftspartnern notwendig sind.
5 E-BUSINESS UND E-SUPPLY CHAIN MANAGEMENT: Es wird die Verknüpfung von E-Business und SCM definiert sowie die modulare Struktur von E-SCM-Systemen und die Rolle von Data Warehouse Technologien erklärt.
6 E-SCM ANWENDUNGSBEREICHE IN KLEIN-,MITTEL- UND GROßBETRIEBEN: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Anwendungsgebiete wie E-Marketing, E-SRM, E-CRM, E-Procurement, E-Sales, E-Service und E-Distribution sowie Strategien zur Sendungsverfolgung.
7 TRENDS IN DER ZUKUNFT: Ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des SCM hin zu einer stärker automatisierten, vernetzten und intelligenteren Lieferkette.
8 ZUSAMMENFASSUNG: Eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit über die Möglichkeiten der IT-gestützten Optimierung der Supply Chain.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, SCM, Informationstechnologie, E-Business, E-Supply Chain Management, E-Procurement, E-Sales, E-Marketing, E-CRM, E-Service, Bullwhip-Effekt, Cross-Docking, Data Warehouse, Logistik, Prozessoptimierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung von Supply Chains durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind unter anderem das Supply Chain Management, E-Business, E-Procurement, E-Sales, E-Service sowie die Rolle der Informationstechnik bei der Prozessgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie Unternehmen, insbesondere auch klein- und mittelständische Firmen, ihre Supply Chain durch IT-Systeme effizienter, schneller und transparenter gestalten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse relevanter Managementkonzepte, der Definition von E-SCM-Systemen und der Darstellung praxisbezogener Anwendungsbereiche und Technologien.
Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des SCM, die Rolle der IT als Enabler, die Vorstellung spezifischer E-SCM-Instrumente und eine detaillierte Betrachtung von Anwendungsbereichen in verschiedenen Betriebsgrößen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Schlüsselwörter wie SCM, E-Business, E-Procurement, E-CRM, Logistik und Prozessoptimierung prägen den fachlichen Inhalt der Bachelor Thesis.
Warum ist die Integration von Data Warehouse Technologien für das E-SCM so wichtig?
Sie dienen als unternehmensweite Datenbasis, die eine optimale Schnittstelle zu diversen Systemen bietet und somit eine verbesserte Informationsbasis für Planungs- und Steuerungsprozesse schafft.
Welche Rolle spielt der Bullwhip-Effekt bei der Notwendigkeit von IT-gestützten SCM-Maßnahmen?
Der Bullwhip-Effekt beschreibt die unregelmäßige Nachfragevariabilität entlang der Lieferkette, deren Eindämmung durch IT-gestützte Kooperationsmodelle wie VMI oder ECR eine zentrale Herausforderung im SCM darstellt.
- Arbeit zitieren
- Nina Brodersen (Autor:in), 2011, e-Supply Chain: Wege der Optimierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196642