Während meines Studiums habe ich viele Spielsportarten kennengelernt und einige
in Lehrveranstaltungen auch praktisch erfahren dürfen. Sowohl in der Theorie als
auch in der Praxis der Sportspiele wurde immer wieder anhand koordinativer
Fähigkeiten verdeutlicht, dass Bewegungsausführungen optimiert und auf andere
Sportarten transferiert werden können. Dieser Zusammenhang weckte mein
Interesse, Täuschungshandlungen in verschiedenen Sportspielen genauer zu
betrachten und in den Kontext der koordinativen Fähigkeiten einzuordnen.
Aus der großen Anzahl von Täuschungshandlungen habe ich die Körpertäuschung
ausgewählt, da ich selber Körpertäuschungen in mehreren Variationen im
Handballsport erfahren habe. In der vorliegenden Bachelorarbeit
„Täuschungshandeln im Sportspiel“ stelle ich die Relevanz der
leistungsbestimmenden Faktoren während einer Körpertäuschung dar und arbeite
heraus, welche Eigenschaften verbessert werden können, um die Täuschung zu
perfektionieren.
Mein Auswertungsschwerpunkt wird innerhalb der Sportart Handball liegen, jedoch
werde ich sportübergreifende Vergleiche mit den Sportspielen (Basketball und
Fußball) herstellen.
Eine grundsätzliche Frage zum Thema Täuschungshandeln im Sportspiel lautet: Wie
gelingt es im Sportspiel, ständig wechselnde Spielsituationen wahrzunehmen, sich
auf diese anzupassen und immer im richtigen Augenblick, das Richtige zu tun? (vgl.
NAGEL, 1996, S. 45).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Verlauf der Bachelorarbeit
2 Motorische Fähigkeiten – Voraussetzung für sportliche Leistung
3 Täuschungshandlungen bei Sportspielen
3.1 Begriffserklärung für Täuschungshandlung
3.2 Handlungsvollzug einer Körpertäuschung
3.3 Koordinatives Anforderungsprofil einer Körpertäuschung
4 Leistungsbestimmende Faktoren einer Körpertäuschung
4.1 Koordinative Fähigkeiten
4.2 Druckbedingungen
4.3 Psychisch-taktische Voraussetzungen
4.4 Entscheidungs- und Handlungsregulation
4.5 Leistungsfaktoren einer Täuschungshandlung im Überblick
5 Positionsprofil ausgewählter Rückraummitte Spieler im Handball
6 Leistungsbestimmenden Faktoren zur Optimierung einer Körpertäuschung
7 Trainingsübungen zur Optimierung einer Körpertäuschung
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz leistungsbestimmender Faktoren bei Körpertäuschungen im Sportspiel. Das primäre Ziel ist es, den Bewegungsablauf und die koordinativen Anforderungen von Täuschungshandlungen theoretisch aufzuarbeiten sowie praktische Trainingsmöglichkeiten zur Optimierung dieser Techniken aufzuzeigen, wobei der Schwerpunkt auf dem Handballsport liegt.
- Koordinative Anforderungen und Anforderungsprofile von Täuschungshandlungen
- Leistungsbestimmende Faktoren wie Zeit-, Präzisions- und Situationsdruck
- Kognitive Prozesse: Wahrnehmung, Antizipation und Entscheidungsregulation
- Sportartübergreifende Analyse (Handball, Basketball, Fußball)
- Methodische Trainingsansätze zur Verbesserung der Körpertäuschung
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffserklärung für Täuschungshandlung
Das Handlungsspektrum einer Täuschung ist vielseitig, denn jede Täuschungshandlung verfügt über ihren eigens bestimmten Bewegungsablauf. Die Bewegungsausführungen der Körpertäuschungen sind meistens mit einer Extremitätenbewegung verbunden, so dass die Täuschung von einer Arm- oder Fußbewegung eingeleitet wird.
Täuschungshandlungen umfassen eine große Bandbreite von Techniken, so dass ein Spieler durch Wurf-, Schuss- oder Bewegungstäuschungen oder zum Beispiel mit Hilfe seiner Blickrichtung (Augen) einen Abwehrspieler täuschen kann.
Ein typisches Beispiel für diese Blicktäuschung ist der „No-look-Pass“. An diesem Beispiel erkennt man sehr gut, dass ein Angriffsspieler den Verteidiger im Glauben lässt, den Pass in die Blickrichtung zu spielen. Dies ist jedoch schon der Beginn einer Täuschung, um dann den blinden Pass in eine andere Richtung zum Mitspieler zu vollziehen. Dieses ist nur eine von vielen Täuschungshandlungen, die bei den Sportspielen angewendet werden kann.
Wie eingangs schon erwähnt, werde ich mich auf die Handlung der Körpertäuschung in den großen Sportspielen beziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, Eingrenzung auf Körpertäuschungen im Handball mit Blick auf andere Sportarten und Definition der zentralen Fragestellung.
2 Motorische Fähigkeiten – Voraussetzung für sportliche Leistung: Theoretische Einordnung der motorischen Fähigkeiten als Fundament sportlicher Bewegungen.
3 Täuschungshandlungen bei Sportspielen: Definition der Täuschung, Darstellung des Bewegungsablaufs und Analyse des koordinativen Anforderungsprofils.
4 Leistungsbestimmende Faktoren einer Körpertäuschung: Detaillierte Untersuchung von koordinativen, psychisch-taktischen Faktoren sowie Entscheidungs- und Druckbedingungen.
5 Positionsprofil ausgewählter Rückraummitte Spieler im Handball: Analyse der spielerischen Profile von Experten wie Ivano Balić und Magnus Wislander hinsichtlich ihrer Täuschungsfähigkeiten.
6 Leistungsbestimmenden Faktoren zur Optimierung einer Körpertäuschung: Erörterung der Möglichkeiten zur Verbesserung der motorischen Leistung durch vielseitiges Training.
7 Trainingsübungen zur Optimierung einer Körpertäuschung: Vorstellung konkreter Übungsformen für Koordination, Wahrnehmung und Entscheidungsfindung.
8 Fazit: Persönliche Einschätzung des Autors zur Bedeutung individueller Repertoires an Bewegungshandlungen im modernen Sportspiel.
Schlüsselwörter
Körpertäuschung, Handball, Sportspiel, koordinative Fähigkeiten, Handlungsschnelligkeit, Entscheidungsregulation, Antizipation, Bewegungssteuerung, Wahrnehmung, Druckbedingungen, Leistungsfaktoren, Bewegungstraining, Taktik, Zweikampf, Spielverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die biomechanischen und kognitiven Aspekte von Täuschungshandlungen im Sportspiel mit Fokus auf die Körpertäuschung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind motorische Grundlagen, koordinative Anforderungsprofile, Druckbedingungen (Zeit, Situation) sowie die Optimierung durch Training.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie Sportler durch wechselnde Spielsituationen, Wahrnehmung und koordinative Fähigkeiten eine Täuschung erfolgreich und ökonomisch gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, sportmotorischen Konzepten und der Anwendung sportwissenschaftlicher Modelle wie dem Koordinations-Anforderungs-Regler basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren auf Körpertäuschungen, untersucht Experten-Profile im Handball und leitet daraus spezifische Trainingsübungen ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Körpertäuschung, Sportspiel, Koordination, Handlungsschnelligkeit, Taktik und Wahrnehmung.
Warum ist das Gleichgewicht für Täuschungen so wichtig?
Das dynamische Gleichgewicht ist essenziell, da eine Finte schnelle Lageveränderungen erfordert, bei denen der Sportler trotz Körperkontakt handlungsfähig bleiben muss.
Welchen Einfluss hat das Training der Kindheit auf die Täuschungsqualität?
Vielseitige Bewegungserfahrungen in der Kindheit bilden ein größeres Repertoire an Bewegungsmustern, auf das Spitzensportler in komplexen Spielsituationen unbewusst und kreativ zurückgreifen können.
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- Marco Schilling (Author), 2011, Täuschungshandeln im Sportspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196878