Die Verehrung des Heiligen und Märtyrers Pantaleon ist auch heute noch im europäischen Raum verbreitet. Daher ist es interessant, den Weg seiner Reliquien und somit seiner Verehrung zu untersuchen. Da eine Betrachtung des gesamten europäischen Bereichs den Rahmen einer Hausarbeit sprengen würde, soll die vorliegende Arbeit den Weg der Pantaleonsverehrung aus seiner orientalischen Heimat ins Rheinland mit dem Schwerpunkt auf dem Mittelalter behandeln. Am Beispiel der Pfarrkirche St. Pantaleon in Unkel soll in einem Exkurs anhand der dort auch heute noch vorhandenen Darstellungen des heiligen Pantaleon seine Verehrung im Rheinland aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 Einleitung
Kapitel 2 Die Legende des Heiligen Pantaleon (1)
Kapitel 3 Der Weg der Pantaleonsverehrung
Kapitel 3.1 Die Verehrung im Ostreich
Kapitel 3.2 Die Verehrung im Westreich
Kapitel 3.3 Die Förderung der Pantaleonsverehrung durch Erzbischof Bruno von Köln
Kapitel 3.4 Die Förderung der Pantaleonsverehrung durch Kaiserin Theophanu
Kapitel 3.5 Die Pantaleonsreliquien
Kapitel 3.6 Die 14 Nothelfer
Kapitel 3.7 Exkurs: Der Heilige Pantaleon in Unkel am Rhein
Kapitel 4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Weg der Verehrung des heiligen Pantaleon, ausgehend von seiner orientalischen Heimat bis hin zu seiner Ausbreitung im mittelalterlichen Rheinland, wobei die Bedeutung seiner Reliquien als zentrales Element der Kultausbreitung analysiert wird.
- Die hagiographische Legendenbildung des heiligen Pantaleon
- Die Translatio von Reliquien als Motor der Heiligenverehrung
- Der Einfluss von Erzbischof Bruno von Köln und Kaiserin Theophanu
- Die Einbettung in den Kult der Vierzehn Nothelfer
- Fallbeispiel: Die Pantaleonsverehrung in der Pfarrkirche St. Pantaleon in Unkel
Auszug aus dem Buch
Die Legende des Heiligen Pantaleon
Pantaleon wurde in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts als Sohn des Heiden Eustorgios und der Christin Eubula (andere Version: Eukuba) in Kleinasien geboren (ca. 278 n. Chr.). Sein Vater war Arzt und Pantaleon tat es ihm gleich. Bereits im jungen Alter zeigte er Interesse für die Heilkunde; er wurde Schüler des kaiserlichen Leibarztes Euphrosynos in Nikomedien (heutiges Izmit in der Türkei). Er entwickelte bald ungewöhnliche Heilkräfte. Pantaleon ließ sich durch den Priester Hermolaos zum Christentum bekehren und taufen. Nach seiner Taufe gab er einem Blinden das Augenlicht wieder, der sich danach ebenfalls taufen ließ. Pantaleons Vater sah diese Heilung und ließ sich hierdurch seinerseits zum Christentum bekehren.
Ferner soll Pantaleon einen Knaben, der durch einen Schlangenbiss getötet worden war, wieder ins Leben zurückgeholt haben. Durch diese wundersamen Heilungen wurde Kaiser Diokletian, der zu dieser Zeit im Ostreich herrschte (Regierungszeit: 283-305), auf Pantaleon aufmerksam. Der Kaiser ernannte den jungen Arzt zu seinem Leibarzt. Die wundersame Heilungskraft des Pantaleon rief bei den Ärzten am Hof Neid hervor. Die Heilung des Blinden im Namen Christi nahmen sie zum Anlass, ihn als Christ beim Kaiser anzuzeigen. Nachdem Kaiser Diokletian von seinem Amt freiwillig zurückgetreten war und sich mit seiner Frau Prisca ins Privatleben nach Dalmatien zurückgezogen hatte, wurde sein Mitkaiser Galerius sein Nachfolger (Regierungswechsel: 1. Mai 305). Galerius ließ einen Wettstreit zwischen seinen Hofärzten und Pantaleon veranstalten, bei dem die Heilung eines Lahmen bestritten werden sollte. Pantaleon ging aus diesem Wettstreit als Sieger hervor, was ihm aber das Märtyrium nicht ersparte.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation der Christenverfolgungen im Römischen Reich ein und erläutert die Bedeutung der Reliquienverehrung sowie die Zielsetzung der Arbeit.
Kapitel 2 Die Legende des Heiligen Pantaleon (1): Das Kapitel beschreibt das Leben des heiligen Pantaleon, seine ärztliche Ausbildung, seine Bekehrung zum Christentum und sein Martyrium unter Kaiser Galerius.
Kapitel 3 Der Weg der Pantaleonsverehrung: Dieser Hauptteil analysiert die Verbreitung des Kults von Konstantinopel über verschiedene europäische Zentren bis hin zu den spezifischen Entwicklungen im Rheinland.
Kapitel 4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über die Entwicklung des Kults und die Bedeutung des Heiligen als Nothelfer bis in die Gegenwart.
Schlüsselwörter
Heiliger Pantaleon, Reliquien, Märtyrer, Konstantinopel, Köln, Erzbischof Bruno, Kaiserin Theophanu, Translation, Mittelalter, Vierzehn Nothelfer, St. Pantaleon Unkel, Christenverfolgung, Heiligenverehrung, Byzanz, Kirchengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Verehrung des heiligen Pantaleon, einem christlichen Märtyrer des 4. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Hagiographie des Heiligen, die Translation (Übertragung) seiner Reliquien über Jahrhunderte hinweg sowie seine Bedeutung als Schutzpatron und Nothelfer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Weg der Pantaleonsverehrung von seiner orientalischen Herkunft bis hin zur Etablierung im Rheinland und spezifisch in Unkel aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Legenden, kirchengeschichtlichen Dokumenten, Reliquientranslationen und der Kunstgeschichte vor Ort basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Verbreitung im Ost- und Westreich, die entscheidende Förderung durch Kölner Erzbischöfe und Kaiserin Theophanu sowie die Einordnung in den Nothelferkult.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselwörtern gehören Reliquien, Märtyrer, St. Pantaleon, Köln, Theophanu und Vierzehn Nothelfer.
Warum spielt der Ort Unkel eine besondere Rolle?
Unkel dient als Exkurs, um anhand der dortigen Pfarrkirche und ihrer Ausstattung die lokale, rheinische Verehrung des Pantaleon im späten Mittelalter praktisch zu veranschaulichen.
Welchen Einfluss hatte Kaiserin Theophanu auf den Kult?
Durch ihre byzantinische Herkunft und ihre Verbindung zum Kölner Kloster St. Pantaleon förderte sie den Kult maßgeblich durch die Schenkung von Reliquien und den Ausbau der Kirche.
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- Josephine Ottersbach (Author), 2008, Der Heilige Pantaleon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196887