Die gesetzliche Rentenversicherung hat die Aufgabe, das ausgefallene Arbeitseinkommen des älteren Teils der Bevölkerung zu ersetzen und ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten und zu fördern. In den letzten Jahrzehnten war die Alterssicherung wie das System der sozialen Sicherung im Allgemeinen einem Wandel unterzogen. Unter anderem wurde das Rentenrecht hin in Richtung einer Flexibilisierung des Übergangs in den Ruhestand reformiert. Das bedeutet, dass der Zeitpunkt des Rentenbeginns nicht starr vorgegeben wird, sondern die Versicherten innerhalb gewisser Grenzen selbst entscheiden, wann sie in den Ruhestand gehen. Zu dieser Entwicklung führten insbesondere drei grundlegende Einflüsse: Dies sind erstens die Globalisierung und der technische Fortschritt, zweitens die sich ändernden Lebensverhältnisse und der Wertewandel in der Gesellschaft und drittens die demographischen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf den Flexibilisierungsmöglichkeiten des
Renteneinstiegs innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung und den Auswirkungen derartiger Regelungen auf die Finanzierbarkeit der Rentenversicherung und der Beschäftigungssituation älterer Menschen liegen. Die Arbeit gliedert sich in drei Blöcke: Um einen Einstieg in das Thema zu erlangen, wird in Kapitel 2.1 vorgestellt, was unter einem flexiblen Renteneinstieg zu verstehen ist. Um die Vorteile dieser Form des Übergangs in den Ruhestand gegenüber anderen Arten zu kennen, werden sie in Kapitel 2.2 aus individueller, betrieblicher und gesamtwirtschaftlicher Sicht erläutert. In Kapitel 3 werden drei in der gesetzlichen Rentenversicherung existierende Möglichkeiten der Flexibilisierung vorgestellt und diskutiert. In Kapitel 4 wird die Ausgestaltung dieser Formen vor dem Hintergrund der Finanzierbarkeit der Rentenversicherung und der Beschäftigungssituation älterer Menschen bewertet und Reformoptionen vorgestellt. Schließlich endet Kapitel 5
mit einem kurzen Fazit.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Symbolverzeichnis
1 Motivation und Zielsetzung der Arbeit
2 Flexibilisierung des Ubergangs in die Rente
2.1 Begriff der Flexibilisierung des Renteneinstiegs
2.2 Gründe für einen gleitenden Renteneinstieg
2.2.1 Individuelle Gründe
2.2.2 Betriebliche Gründe
2.2.3 Gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Gründe
3 Flexibilisierungsmöglichkeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung
3.1 Vorzeitige Vollrente mit Abschlägen
3.2 Teilrente mit Hinzuverdienstgrenze
3.3 Altersteilzeit
4 Bewertung der Flexibilisierungsmöglichkeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung
4.1 Grundsätzliches Bewertungskriterium
4.2 Bewertung der vorgezogenen Vollrente
4.3 Bewertung der Teilrente
4.4 Bewertung der Altersteilzeit
5 Zusammenfassung und Fazit
A Anhang
A.l Entwicklung der Erwerbstätigenquoten der 55 - 64-Jährigen
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einer Flexibilisierung des Renteneintritts?
Es bedeutet, dass der Zeitpunkt des Ruhestands nicht starr vorgegeben ist, sondern Versicherte innerhalb gewisser Grenzen selbst entscheiden können, wann sie in Rente gehen.
Welche Möglichkeiten bietet die gesetzliche Rentenversicherung hierfür?
Die Arbeit nennt drei Hauptinstrumente: die vorzeitige Vollrente mit Abschlägen, die Teilrente mit Hinzuverdienstgrenze und die Altersteilzeit.
Warum ist ein gleitender Renteneinstieg sinnvoll?
Es gibt individuelle Gründe (Gesundheit, Freizeit), betriebliche Gründe (Wissenstransfer) und gesamtwirtschaftliche Gründe (Demographie, Fachkräftemangel).
Wie wirken sich Abschläge auf die Rentenhöhe aus?
Wer vorzeitig in Vollrente geht, muss dauerhafte Kürzungen seiner monatlichen Rente in Kauf nehmen, um die längere Bezugsdauer zu finanzieren.
Was ist das Ziel der Altersteilzeit?
Altersteilzeit soll älteren Arbeitnehmern einen sanften Übergang in den Ruhestand ermöglichen, während sie dem Betrieb noch teilweise zur Verfügung stehen.
- Quote paper
- Till Wichterey (Author), 2012, Flexibilisierung des Übergangs in den Ruhestand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196896