1 Problemstellung
Voranschreitende wirtschaftliche und technologische Entwicklungen begründen Veränderungen in der Organisationsentwicklung der Unternehmen und damit die Veränderungen in der Arbeitsorganisation jedes einzelnen Arbeitnehmers. Diese Veränderungen erfordern bei den Beschäftigen Kenntnisse über die Prozesse bei der Abwicklung von Kundenaufträgen. Jugendliche, die heute eine Berufsausbildung abschließen, müssen daher nicht nur mit fundierter Fachkompetenz ausgestattet sein, sondern auch auf eine solide Ausbildung ihrer persönlichen Kompetenzen bauen können, damit sie auch zukünftig geforderte Qualifikationen erlernen können.
„Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen“. (BMBF 2005, Teil I, §1, Abs. 3, S. 4)
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Die Veränderungen der Arbeitsorganisation haben die Forderung der Unternehmen nach Projektkompetenzen mit sich gebracht (vgl. Kassner 2009, S. 16). In immer mehr Arbeitsbereichen wird in Projekten gearbeitet und fast immer wird Arbeit heute in Teams durchgeführt. Technische Entwicklungen sind aufgrund ihrer Komplexität heute meistens das Produkt des Projektes eines Teams, in dem mit Hilfe unterschiedlicher Spezialisierungen arbeitsteilig gearbeitet wird. Trotzdem ist der Projektgedanke in der Pädagogik nicht neu. Seit der Grundlegung des amerikanischen Pädagogen Dewey4 (1859-1952) hält die Projektarbeit immer mehr Einzug in den schulischen Kontext und ist als handlungsorientierte Unterrichtsmethode etabliert. „Projektunterricht steht bei allen Formen handlungsorientierter schulischer Lernarbeit, die sich am Kriterium der Ganzheitlichkeit menschlichen Lernens orientieren, ganz oben an.“ (Gudjons 2001, S. 113)
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Dabei umfasst der Arbeitsprozess die Entwicklung von Einsatzmöglichkeiten des Robotinos® zur Wartung der Zwischenräume eines Doppelhüllentankers, indem die Sensoren und Funktionen des Roboters selbstständig erarbeitet werden, und die Realisierung einer geeigneten Steuerung.
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Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
1.1 Bezug zum Modul
1.2 Bezug zu den Ausbildungsstandards
1.3 Vorstellung der Leitfrage
1.4 Vorstellung der Unterrichtsziele
2 Unterrichtspraxis
2.1 Didaktische Überlegungen
2.1.1 Curriculare Vorgaben
2.1.2 Einbindung der Einheit in den laufenden Unterricht
2.1.3 Rahmenbedingungen
2.1.4 Zur Klasse
2.2 Methodische Überlegungen
2.2.1 Planung der Unterrichtseinheit
2.2.2 Bewertung der arbeitsteiligen Projektarbeit
2.3 Verlauf der Unterrichtseinheit
3 Evaluation und persönliches Resümee
3.1 Methoden der Evaluation
3.2 Ergebnisse und Auswertung
3.3 Überprüfung der Leitfrage und der Unterrichtsziele
3.4 Persönliches Resümee und Schlussfolgerungen für die Unterrichtspraxis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Einsatz des Roboters Festo Robotino® in einer arbeitsteiligen Projektarbeit geeignet ist, um die Sensortechnik zu festigen und die Projektkompetenz bei Auszubildenden im Beruf Systeminformatiker zu fördern. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Gestaltung lernfeldorientierter Unterrichtsprozesse unter Berücksichtigung der Anforderungen an moderne berufliche Handlungsfähigkeit.
- Didaktische Einordnung der Projektarbeit in das Lernfeld 10
- Konzeption und Durchführung einer arbeitsteiligen Projektsequenz
- Methodik der Leistungsbewertung in projektorientierten Settings
- Evaluation des Lernerfolgs und der Kompetenzentwicklung der Schüler
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Curriculare Vorgaben
Die Forderung des Lehrplans nach Berufs- und Arbeitsbezug (KMK 2003, S. 5) soll durch die Einbettung des Unterrichts in einen berufstypischen Arbeitsprozess erfüllt werden. Die Rechnungsstellung und die Kalkulation des Budgets, die einen Geschäftsprozess vervollständigen würde, lasse ich aus zeitlichen Gründen unberücksichtigt. Der Arbeitsprozess wird durch eine Problemstellung initiiert und mithilfe der Phasen eines Projektes durchlaufen. Damit löst die Unterrichtseinheit die Forderung des Lehrplans nach projektorientierten berufstypischen Aufgabenstellungen ein (KMK 2003, S. 7).
Wie in der Problemstellung dargelegt, steht bei der Projektmethode das „Handeln-Lernen“ im Mittelpunkt. Genau dieses „Handeln-Lernen“ ist es, was die geforderte Gestaltungskompetenz von Rauner (2006) ausmacht und was der Lehrplan mit der gedanklichen Durchdringung beruflicher Arbeit als Voraussetzungen für das Lernen in und aus der Arbeit meint (vgl. KMK 2003, S. 5). Die Planung, Durchführung und Beurteilung (Reflexivität) der Betätigungen auf einem bestimmten Gebiet ist bei einem Projektunterricht das Bildende. Dabei kann der Projektunterricht in der Schule nie ganz in den Berufsalltag übernommen werden, da einige Einflussfaktoren wie z.B. der Kostenfaktor nicht vorhanden sind. Trotzdem sollte gerade bei der Planung eines Projektunterrichts im gewerblich-technischen Berufsschulunterricht eine möglichst hohe Korrelation angestrebt werden, um vor allem die Organisationsstrukturen einer Projektarbeit zu verdeutlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel verortet das Vorhaben im Kontext der beruflichen Bildung und leitet daraus die Leitfrage sowie die angestrebten Lernziele ab.
2 Unterrichtspraxis: Hier werden die didaktischen und methodischen Planungen der Unterrichtseinheit sowie die konkrete Gestaltung der arbeitsteiligen Projektarbeit erläutert.
3 Evaluation und persönliches Resümee: In diesem Teil werden die verwendeten Evaluationsmethoden dargelegt, die Ergebnisse ausgewertet und die Arbeit kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Systeminformatiker, Robotino, Projektarbeit, Sensortechnik, Handlungsorientierung, Projektkompetenz, Lernfeld 10, berufliche Handlungsfähigkeit, Unterrichtsplanung, formative Evaluation, Reflexivität, arbeitsteilige Gruppenarbeit, Leistungsbewertung, Festo, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der unterrichtlichen Anwendung von mobiler Robotik (Festo Robotino®) zur Förderung der fachlichen und methodischen Kompetenzen in einer Klasse für Systeminformatiker.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die arbeitsteilige Projektarbeit, die Implementierung von Sensortechnik im Unterricht sowie die Gestaltung von Lernprozessen nach dem Prinzip des „Handeln-Lernens“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu prüfen, ob der Einsatz des Roboters in einer arbeitsteiligen Struktur geeignet ist, sowohl die fachliche Sensortechnik zu vertiefen als auch die allgemeine Projektkompetenz der Auszubildenden zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt einen handlungsorientierten Unterrichtsansatz, der durch Feedbackbögen, Stimmungsbilder und eine Dokumentenanalyse evaluiert wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung, die detaillierte methodische Planung der Unterrichtsphasen und die Evaluation des tatsächlichen Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Projektarbeit, Handlungsorientierung, Systeminformatik, Sensortechnik, Reflexion und Kompetenzförderung.
Warum wurde ein arbeitsteiliges Konzept gewählt?
Das arbeitsteilige Konzept soll die realen Anforderungen in Wirtschaftsunternehmen simulieren, in denen technische Produkte in Teams mit spezialisierten Arbeitspaketen entwickelt werden.
Welche Rolle spielt der Roboter im Projekt?
Der Robotino® dient als technisches Objekt, an dem die Schüler Funktionen der Sensorik und Steuerung selbstständig erarbeiten und in einem realitätsnahen Auftragskontext anwenden können.
- Arbeit zitieren
- Meike Weber (Autor:in), 2010, Unterrichtliche Umsetzung der Sensorik in der Handhabungstechnik mit Festo Robotino®, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197016