Die vorliegende Hausarbeit soll den Leserinnen und Leser einen Überblick über das Phänomen des Schulschwänzens im Hinblick auf mögliche Erklärungsansätze, sowie Präventionsmaßnahmen geben. Während die Theorien zur Erklärung von abweichendem Verhalten hinsichtlich dessen untersucht werden soll, inwieweit die familiäre Situation dieser Schülerinnen und Schüler Einfluss auf ihr Verhalten nimmt, handelt es sich im bei der Prävention von Schulabsentismus um Maßnahmen, die Lehrerinnen und Lehrer in ihre unterrichtliche Struktur integrieren können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
3. Schulabsentismus als abweichendes Verhalten
4. Erklärungsansätze für abweichendes Verhalten
4.1 Etikettierungstheorie
4.2 Anomietheorie
4.3 Subkulturtheorie
4.4 Allgemeine Sozialisationsforschung
5. Einfluss der Familie
5.1 Erweiterung der Kontrolltheorie nach Sampson und Laub
5.2 Zerstörte Familienstruktur – Broken home Forschung
5.3 Familienstresstheorie
5.4 Deprivationstheorie
5.5 Sozioökomischer Status
5.6 Anzahl der Kinder
5.7 Migrationsfamilien
5.8 Mütterliche Berufsfähigkeit
6. Prävention
6.1 Schulbasierte Präventionsmaßnahmen
6.2 Individuumsbezogene Förderprogramme
6.2.1 „Check & connect“ als Beispiel für individuelle Förderung
6.3 Ökologischer Förderungsansatz
6.3.1 „Good Behavior Game“ und „Valued Youth Program“
6.4 Förderung der Transition
6.4.1 „STEP“ (School Transitional Environment Program“)
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Schulabsentismus, analysiert dessen soziologische Erklärungsansätze sowie den Einfluss der familiären Situation auf dieses Verhalten und evaluiert präventive Maßnahmen für den schulischen Kontext.
- Definition und Erscheinungsformen des Schulabsentismus
- Soziologische Theorien zu abweichendem Verhalten (u.a. Etikettierung, Anomie)
- Familiäre Einflussfaktoren auf delinquentes Verhalten bei Schülern
- Schulbasierte Präventionskonzepte und Interventionsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
4.1 Etikettierungstheorie
Ausgehend vom so genannten „Labeling- Approach“- Ansatz, der die Annahme vertritt, dass Kriminalität ein Verhalten wie ein jedes andere ist und erst mit der Deutung und negativen Bewertung als deviant und kriminell durch informelle und formelle Instanzen entsteht oder erzeugt, wird beschäftigt sich die Etikettierungstheorie zur Erklärung von abweichendem Verhalten nicht mit dem delinquenten Verhalten an sich, sondern den gesellschaftlichen Reaktionen auf ein als kriminell bezeichnetes Handeln. Die Grundannahmen dieses Ansatzes bestehen darin, dass abweichendes Verhalten vor allem durch die Zuschreibung durch die Gesellschaft (Etikett „kriminell“) und als Folge dessen vom Individuum in sein Selbstbild aufgenommen wird. Das Individuum übernimmt damit die zugewiesene gesellschaftliche Rolle des Kriminellen und verhält sich weiterhin delinquent. (Schauenberg, 2012)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des unentschuldigten Fernbleibens vom Unterricht als ernstzunehmendes Phänomen mit gravierenden Folgen für den Bildungsabschluss und die soziale Integration.
2. Begriffsdefinition: In diesem Kapitel werden die verschiedenen Fachbegriffe wie Schulschwänzen, Schulverweigerung und Schulabsentismus voneinander abgegrenzt.
3. Schulabsentismus als abweichendes Verhalten: Es wird diskutiert, ob Schulabsentismus unter verschiedenen soziologischen Blickwinkeln, etwa der juristischen oder erwartungsorientierten Definition, als abweichendes Verhalten klassifiziert werden kann.
4. Erklärungsansätze für abweichendes Verhalten: Dieses Kapitel stellt theoretische Modelle wie die Etikettierungs-, Anomie- und Subkulturtheorie sowie Ansätze der Sozialisationsforschung vor, um das Entstehen abweichenden Verhaltens zu erklären.
5. Einfluss der Familie: Der Fokus liegt auf der Analyse familialer Faktoren, wobei insbesondere die Kontrolltheorie sowie Auswirkungen von Familienstrukturen und Erziehungsstilen auf das kindliche Verhalten untersucht werden.
6. Prävention: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene schulbasierte Präventionsmaßnahmen, darunter individuelle Förderprogramme, ökologische Ansätze und spezielle Übergangsprogramme.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass Schulabsentismus nicht isoliert, sondern unter Berücksichtigung des gesamten sozialen Umfelds betrachtet werden muss.
Schlüsselwörter
Schulabsentismus, Schulschwänzen, Schulverweigerung, abweichendes Verhalten, Etikettierungstheorie, Anomietheorie, Kontrolltheorie, Familie, Sozialisation, Prävention, Dropout, Schulerfolg, Delinquenz, Erziehung, Klassenführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen des Schulabsentismus und untersucht dessen Ursachen sowie Möglichkeiten der präventiven Intervention im deutschen Schulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Einordnung von abweichendem Verhalten, die Rolle familiärer Bedingungen und die Implementierung evaluativer Präventionsprogramme in Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrpersonen einen Überblick über Erklärungsansätze zu geben und Maßnahmen aufzuzeigen, wie dem Schulabsentismus durch pädagogische Strukturierung entgegengewirkt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Theorien zur Erklärung abweichenden Verhaltens und zur Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Sozialisationstheorien, die Untersuchung von Familieneinflüssen sowie die Vorstellung konkreter Interventionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Schulabsentismus, Soziale Kontrolle, Familiäre Sozialisation, Prävention sowie Schulerfolg und Delinquenz.
Warum spielt die Etikettierungstheorie eine wichtige Rolle bei der Analyse von Schulabsentismus?
Sie ist relevant, da sie aufzeigt, wie die Stigmatisierung als "Schulschwänzer" durch das soziale Umfeld oder Lehrkräfte dazu führen kann, dass Jugendliche diese Rolle verinnerlichen und weiteres delinquentes Verhalten zeigen.
Welche Bedeutung haben Übergangssituationen wie der Schulwechsel?
Diese Übergänge gelten als kritische Risikophasen, in denen das Risiko für Schulabbruch oder Absentismus steigt, weshalb spezielle Programme wie "STEP" zur Unterstützung der Schüler implementiert werden sollten.
- Citation du texte
- Lilli Heming (Auteur), 2012, Die Ursachen von Schulabsentismus und seine Prävention. Ein Phänomen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197115