Die Gleichgewichtsfähigkeit - In Theorie und Praxis


Hausarbeit, 2012

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Das Gleichgewicht als koordinative Fähigkeit
2.2 Die drei Arten des Gleichgewichts
2.3 Die Analysatoren
2.4 Möglichkeiten zur Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit
2.4.1 Bewegungsgeschichten
2.4.2 Abenteuerlandschaften
2.4.3 Kleine Spiele
2.4.4 Slackline
2.4.5 Einzel-, Partner- und Gruppenaufgaben

3. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Anhang

„Das Gleichgewicht ist nicht alles, aber ohne Gleichgewicht ist alles nichts“

(Annelie E. Adler, 2010)

1. Einleitung

Seit einigen Jahren werden die Vorwürfe, Kinder und Jugendliche werden zunehmend unsportlicher und können nicht einmal mehr eine Vorwärtsrolle turnen, geschweige denn auf einer Linie geradeaus balancieren, immer lauter.

Verantwortlich für Durchführung und Beherrschung dieser und vieler weiterer Aufgaben im Sportunterricht sind die koordinativen Fähigkeiten. Bei einigen Personen sind sie besser, bei anderen sind sie schlechter ausgebildet.

Alle sieben koordinativen Fähigkeiten lassen sich fördern und somit verbessern. Beispielhaft soll diese Arbeit zeigen, was im Bereich der Gleichgewichtsfähigkeit möglich ist. Dazu wird diese Fähigkeit zunächst in einem Theorieteil definiert und differenziert betrachtet. Daraufhin folgt ein Abschnitt, in dem Möglichkeiten für die Praxis (Übungen für den Sportunterricht) aufgezeigt werden.

2. Hauptteil

Oben bereits angedeutet, wird die Gleichgewichtsfähigkeit neben sechs weiteren Fähigkeiten (Differenzierungsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit und Rhythmisierungsfähigkeit) zu den koordinativen Fähigkeiten gezählt. Im Folgenden wird die Gleichgewichtsfähigkeit definiert.

2.1 Das Gleichgewicht als koordinative Fähigkeit

Zunächst soll kurz geklärt werden, was genau unter koordinativen Fähigkeiten im Allgemeinen zu verstehen ist: Zimmermann et.al. (2002, S. 25) erklären, dass es sich dabei um eine Klasse motorischer Fähigkeiten handelt, die „vorrangig durch die Prozesse der Steuerung und Regelung der Bewegungstätigkeit bedingt ist. [… Die koordinativen Fähigkeiten] sind Leistungsvoraussetzungen für die Bewältigung dominant koordinativer Anforderungen“.

Der Gleichgewichtsfähigkeit wird sowohl in der Alltagsmotorik, als auch in der Sportmotorik eine dominierende Rolle zugesprochen und wird als die Grundlage für jede Bewegungshandlung bezeichnet (vgl. Circus, 1990, S.127 und Rusch/Weineck, 1998, S.84).

Was genau unter der Gleichgewichtsfähigkeit zu verstehen ist, wird in der Definition nach Zimmermann et.al. (2002, S.30) deutlich: „[…] die Fähigkeit, den gesamten Körper im Gleichgewichtszustand zu halten oder während und nach umfangreichen Körperverlagerungen diesen Zustand beizubehalten bzw. wiederherzustellen“.

Weiter gehen die Autoren darauf ein, dass sich die Fähigkeit noch untergliedern lässt in statisches und dynamisches Gleichgewicht. Fetz (1990, S.22) und Rusch/Weineck (1998, S.84) fügen den beiden Untergliederungen noch das Objektgleichgewicht hinzu.

Im Folgenden werden die einzelnen Untergliederungen näher betrachtet.

2.2 Die drei Arten des Gleichgewichts

Die Ansichten über genaue Definitionen der Untergliederungen gehen teilweise auseinander und sorgen für Diskussionen. Grund dafür ist die Schwierigkeit der eindeutigen Abgrenzung zwischen statischem und dynamischem Gleichgewicht in Bezug auf die Muskelspannung und Ausgleichsbewegungen (vgl. Fetz, 1990, S. 23).

Das statische Gleichgewicht wird als „die Fähigkeit, das Gleichgewicht in relativer Ruhestellung oder bei sehr langsamen Bewegungen des Körpers zu erhalten“ bezeichnet (Zimmermann et.al., 2002, S.30). Fetz (1990, S.22) erklärt hingegen, dass es ein statisches Gleichgewicht im physikalischen Sinne nicht bei lebenden Menschen gebe, da u.a. wechselnde Muskelspannungen nachgewiesen werden können.

Unter dynamischem Gleichgewicht versteht man nach Zimmermann et.al. (2002, S.30) „die Fähigkeit, das Gleichgewicht bei umfangreichen und oft schnellen Lageveränderungen des Körpers (translatorischen und/oder rotatorischen) zu erhalten und wiederherzustellen“.

Das bei Fetz (1990, S.22) und Rusch/Weineck (1998, S.84) hinzugefügte Objektgleichgewicht wird folgendermaßen definiert: Das Objektgleichgewicht ist die Fähigkeit, ein Gerät oder einen Gegenstand zu balancieren. Dabei „hängt die Schwierigkeit der Aufgabe unter anderem von Größe und Form der Auflagefläche, der Beweglichkeit des Körperteils, der das Objekt stützt, sowie von der Form des Objekts ab“ (Fetz, 1990, S. 22).

Hirtzet.al. (2000) schlagen eine weitere Systematisierung des Gleichgewichts vor. Sie untergliedern die Fähigkeit in folgende Komponenten: Standgleichgewicht, Balanciergleichgewicht, Drehgleichgewicht sowie Fluggleichgewicht. Diese sind jeweils für den Erhalt und die Wiederherstellung des Körpergleichgewichts zuständig. Das Standgleichgewicht bei Bewegungen ohne Ortsveränderungen auf stabiler und labiler Unterlage, das Balanciergleichgewicht bei Bewegungen mit Ortsveränderungen, das Drehgleichgewicht bei und nach Drehungen um verschiedene Körperachsen und das Fluggleichgewicht in der stützlosen Phase (vgl. Hirtz et.al., 2000, S.55f.).

2.3Die Analysatoren

Die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu erhalten und wiederherzustellen beruht auf der Verarbeitung von Informationen verschiedener Analysatoren. Diese werden im Folgenden vorgestellt.

Der statico-dynamische Analysator, auch bekannt als der vestibuläre Analysator, ist „verantwortlich für die richtige Raumlage des Körpers bei motorischen Handlungen und informiert über Richtungs- und Beschleunigungsveränderungen des Kopfes“ (Circus, 1990, S.127). Das Organ für diesen Analysator ist der Vestibularapparat im Innenohr.

Die „Kontrolle der Eigenbewegung des Körpers und die Entwicklung der Bewegungsvorstellung und des Bewegungsgedächtnisses“ liegen in der Verantwortung des kinästhetischen Analysators (ebd.). Die Rezeptoren, die in den Muskelspindeln, Sehnen, Bändern und Gelenken liegen, geben Auskünfte über die Raum-, Zeit- und Spannungsverhältnisse des Körpers (vgl. ebd.).

Der optische Analysator, „dessen Rezeptoren als Distanz- oder Telerezeptoren arbeiten und Auskunft über Eigen- und Fremdbewegung geben“, ist weitgehend für die Sicherung des Bewegungsvollzuges verantwortlich (ebd., S.128). Die Bedeutsamkeit dieses Analysators kommt besonders zum Vorschein, wenn bei Gleichgewichtsübungen die Augen geschlossen werden.

Der taktile Analysator verarbeitet Informationen der Rezeptoren, die über die gesamte Körperoberfläche verteilt sind. „Sie informieren über Form und Oberfläche berührter Gegenstände“ (ebd.).

Das Zusammenwirken der vorgestellten Analysatoren in ihrer Informationsaufnahme und –verarbeitung sorgt insgesamt für eine gute Gleichgewichtsfähigkeit.

2.4 Möglichkeiten zur Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit

Besonders bei Kindern ist darauf zu achten, dassAufgaben zur Gleichgewichtsschulung entsprechend ihres Alters und Leistungsstandes angepasst werden. Sie sollen weder über- noch unterfordert werden. Aus motivationalen Gründen ist es gerade bei Kindern hilfreich und empfehlenswert die entsprechenden Übungen spielerisch zu verpacken, sie attraktiv zu gestalten und den Schwierigkeitsgrad nach und nach zu steigern. Dazu werden viele Möglichkeiten vorgeschlagen – einige davon sollen im Folgenden präsentiert werden[1].

[...]


[1] Aufgrund der Seitenvorgabe handelt es sich hier um eine sehr eingeschränkte Auswahl. Diese soll an dieser Stelle als kleiner Einblick genügen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Gleichgewichtsfähigkeit - In Theorie und Praxis
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V197274
ISBN (eBook)
9783656234821
ISBN (Buch)
9783656235156
Dateigröße
812 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gleichgewichtsfähigkeit, theorie, praxis
Arbeit zitieren
Anke Schepers (Autor), 2012, Die Gleichgewichtsfähigkeit - In Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197274

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