In dieser Arbeit soll es um die Präsentation des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems 2 (GAT 2) gehen. Einleitend wird die Entwicklung des GAT 2 kurz umrissen, im Folgenden sollen Kriterien für Transkripte sowie die allgemeine Struktur vorgestellt und erläutert werden. Die weiteren Ausführungen gehen auf das Basistranskript und dessen Konventionen ein. Abschließend wird die Anwendung der Transkriptionskonventionen des Basistranskripts anhand eines Beispiels gezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem
2.1 Transkriptionskriterien
2.2 Die allgemeine Struktur eines Transkripts
3. Das Basistranskript
3.1 Konventionen für Minimal- und Basistranskripte
3.2 Die Erweiterung zum Basistranskript
3.2.1 Prosodie
3.2.2 Sonstige Konventionen für das Basistranskript
4. Ein Anwendungsbeispiel
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der Einführung in das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem 2 (GAT 2). Ziel ist es, die Entwicklung des Systems sowie die für eine wissenschaftliche Transkription notwendigen Kriterien, die allgemeine Struktur und die spezifischen Konventionen des Basistranskripts darzustellen und anhand eines Praxisbeispiels zu veranschaulichen.
- Grundlagen des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems
- Kriterien für die Erstellung von Transkripten
- Struktur des Transkriptionskopfes und des Gesprächstranskripts
- Konventionen für Minimal- und Basistranskripte
- Prosodie und weitere Annotationsebenen
Auszug aus dem Buch
2.1 Transkriptionskriterien
Für das Transkriptionssystem wurden folgende sechs Kriterien entwickelt: Ausbaubarkeit, Lesbarkeit, Eindeutigkeit, Ikonizität, Relevanz und formbezogene Parametrisierung. Das Kriterium der Ausbaubarkeit bzw. Verfeinerbarkeit besagt, dass ein Transkript einer bestimmten Detailliertheitsstufe ausbaubar sein muss, ohne dass die weniger differenzierte Version revidiert wird. Man spricht hier auch vom Zwiebelprinzip. Lesbarkeit soll heißen, dass ein Transkript auch für Nicht-Linguisten lesbar sein soll. Das heißt: spezielle Darstellungsweisen wie z.B. phonetische Umschrift sind zu vermeiden. Mit der Eindeutigkeit wird festgelegt, dass jedes auditive Phänomen pro Detailliertheitsstufe ein klar zugeordnetes und definiertes Transkriptionszeichen besitzt. Das Transkriptionssystem soll hierfür genaue Anweisungen geben. Des Weiteren sollen die festgelegten Zeichen ikonischen Prinzipen folgen und nicht völlig arbiträr sein. Dieses wird mit der Ikonizität beschrieben. Durch die Relevanz wird vorgegeben, dass nur die Phänomene dargestellt werden sollen, die für die Interpretation und Analyse der Interaktion wichtig sind. Schließlich, so wird es durch die formbezogene Parametrisierung festgelegt, sollen keine interpretierenden Kommentare im Transkript vorhanden sein. Stattdessen sollen die Einzelparameter, die dieser Interpretation zugrunde liegen, dargestellt werden (vgl. Selting et al. 2009: 356f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Kurze Vorstellung des GAT 2, seiner Entwicklung und des Aufbaus der Arbeit, die mit einem praktischen Anwendungsbeispiel schließt.
2. Das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem: Darstellung des historischen Hintergrunds und der Zielsetzung der GAT-Systeme zur Vereinheitlichung linguistischer Transkriptionsstandards.
2.1 Transkriptionskriterien: Erläuterung der sechs zentralen Qualitätskriterien, darunter Ausbaubarkeit, Eindeutigkeit und Relevanz für die Transkriptionspraxis.
2.2 Die allgemeine Struktur eines Transkripts: Beschreibung der formalen Anforderungen an den Transkriptionskopf und die grafische Gestaltung des Gesprächstranskripts.
3. Das Basistranskript: Einführung in das Basistranskript als eine erweiterte Detailliertheitsstufe gegenüber dem Minimaltranskript.
3.1 Konventionen für Minimal- und Basistranskripte: Darlegung der grundlegenden Zeichen für Überlappungen, Pausen, Ein-/Ausatmen und nonverbale Ereignisse.
3.2 Die Erweiterung zum Basistranskript: Übergang zu prosodischen Elementen und weiteren spezifischen Annotationsmerkmalen.
3.2.1 Prosodie: Definition von Intonationsphrasen, Fokusakzenten und Tonhöhenbewegungen als zentrale prosodische Parameter.
3.2.2 Sonstige Konventionen für das Basistranskript: Behandlung von Phänomenen wie schnellen Anschlüssen, Dehnungen und Glottalverschlüssen.
4. Ein Anwendungsbeispiel: Dokumentation eines Transkriptausschnitts aus einer Stand-up-Comedy zur praktischen Demonstration der zuvor erläuterten Regeln.
Schlüsselwörter
Gesprächsanalyse, Transkriptionssystem, GAT 2, Basistranskript, Prosodie, Intonationsphrase, Fokusakzent, Transkriptionskonventionen, Gesprächsforschung, linguistische Publikation, Interaktionsanalyse, Tonhöhenbewegung, Transkriptionskriterien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem 2 (GAT 2) und erläutert dessen Konventionen für die wissenschaftliche Transkription gesprochener Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die wissenschaftlichen Kriterien für Transkripte, die formale Struktur der Verschriftlichung sowie die spezifischen Notationsregeln für Prosodie und interaktive Phänomene.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über das GAT 2 zu geben, die verschiedenen Detailliertheitsstufen zu erklären und die Anwendung der Basistranskript-Konventionen anhand eines Beispiels verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf der linguistischen Fachliteratur (insb. Selting et al.) basiert und die Methodik der gesprächsanalytischen Transkription expliziert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Transkriptionskriterien, die allgemeine Struktur von Transkripten sowie die detaillierte Erläuterung der Konventionen für Minimal- und Basistranskripte inklusive prosodischer Merkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Gesprächsanalyse, GAT 2, Transkriptionskonventionen und Prosodie charakterisieren.
Was unterscheidet das Minimaltranskript vom Basistranskript laut dem Text?
Das Basistranskript ist eine gegenüber dem Minimaltranskript erweiterte Version, die zusätzlich prosodische Informationen wie Tonhöhenbewegungen und Fokusakzente abbildet.
Welche Funktion hat der Transkriptionskopf?
Der Transkriptionskopf dient dazu, wesentliche Informationen über die Beteiligten, den Kontext, Ort und Zeit des Gesprächs festzuhalten, wobei sich der Umfang nach dem Zweck (Archivierung vs. Publikation) richtet.
Wie werden Pausen im GAT 2 annotiert?
Pausen werden je nach Dauer unterschiedlich gekennzeichnet: als Mikropause (.), durch geschätzte Längen wie (-) oder (--) oder durch exakte Sekundenangaben wie (0.4).
- Quote paper
- Anke Schepers (Author), 2011, Einführung in das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem 2 (GAT 2), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197282