Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Faktoren, auf denen das Konstantinbild Burckhardts basiert, zu analysieren. Den Schwerpunkt wird dabei die Quellenauswahl und –interpration
Burckhardts darstellen.
Einleitend werden Burckhardts Geschichtsvorstellung und Konstantinbild, die Quellenlage zur Zeit Konstantins des Großen sowie Burckhardts Quellennutzung und –interpretation kritisch vorgestellt. Um den Rahmen einer Hausarbeit nicht zu sprengen, wurden im Hauptteil folgende Aspekte fokussiert: die Gesetzgebung Konstantins sowie seine Reden und Selbstzeugnisse im Spiegel der Interpretation Burckhardts in dessen Werk „Die Zeit Konstantins des Grossen“. Die wesentlichen Zeugnisse, auf die sich Burckhardt beruft, sollen hinsichtlich ihrer Interpretation vorgestellt und diskutiert werden.
Am Ende der Untersuchung steht eine Analyse der Genese von Burckhardts Konstantinbild in den untersuchten Bereichen sowie eine wertende Stellungnahme.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Burckhardts Geschichtsvorstellung und Konstantinbild
3 Quellen
4 Zu Burckhardts Quellennutzung und -interpretation
5 Hauptteil
5.1 Gesetzgebung
5.2 Selbstzeugnisse und Reden Konstantins
6 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die von Jacob Burckhardt in seinem Werk „Die Zeit Constantins des Großen“ vorgenommene Quellenauswahl und -interpretation hinsichtlich des Konstantinbildes und seiner persönlichen Religiosität. Ziel ist es, die Genese dieses Bildes in den Bereichen der kaiserlichen Gesetzgebung sowie der überlieferten Selbstzeugnisse und Reden nachzuvollziehen und kritisch zu hinterfragen.
- Analyse von Burckhardts methodischem Vorgehen bei der Quellenauswertung.
- Untersuchung der Interpretation der konstantinischen Gesetzgebung.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Sicht auf Konstantins persönliche religiöse Überzeugungen.
- Bewertung der quellenkritischen Herangehensweise Burckhardts.
Auszug aus dem Buch
3. Quellen
Die Quellenlage hinsichtlich Religion und Religionspolitik Konstantins des Großen stellt noch für die moderne Forschung ein gewichtiges Problem dar. Das ist insbesondere darin zu erblicken, das schon die zeitgenössischen Autoren mit unverkennbarer Tendenz zum Sachverhalt schrieben25. So ist die Interpretation bestimmter Ereignisse grundlegend davon abhängig, welchen Wert man der Quelle und welche Glaubwürdigkeit ihrem Autor beimisst. Darüber hinaus ist die kritische Prüfung von (zumal zeitgenössischer) Parallelüberlieferung mitunter nicht möglich, da viele Aspekte von Konstantins Regierung z.B. nur in der vita Constantini berichtet werden. Um die gebotene Kürze der Darstellung einzuhalten, sollen in Folge mit Verweis auf die verwendete Literatur nur die wesentlichen Quellen, die in der Arbeit häufig zur Anwendung kommen, kurz vorgestellt und eingeschätzt werden26.
Zu wichtigsten zeitgenössischen erzählenden Quellen für die Zeit Konstantins zählen die christlichen Autoren Eusebios und Lactantius sowie nichtchristlichen Quellen des Praxagoras und des Anonymus Valesianus27. Weitere narrative Quellen sind mit teils beträchtlichem Abstand zur Regierungszeit Konstantins verfasst worden28.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Debatte um die Religiosität Konstantins ein und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Einschränkung auf spezifische Quellentypen vor.
2 Burckhardts Geschichtsvorstellung und Konstantinbild: Es wird Burckhardts Verständnis der Spätantike als Übergangszeit und seine Einschätzung Konstantins als machtpolitisch motivierten Herrscher, der das Christentum instrumentalisierte, dargelegt.
3 Quellen: Hier erfolgt eine Einordnung der wichtigsten zeitgenössischen Quellen wie Eusebios, Lactantius und anderer Autoren, wobei die Probleme ihrer Tendenzhaftigkeit und Einseitigkeit erörtert werden.
4 Zu Burckhardts Quellennutzung und -interpretation: Dieses Kapitel kritisiert Burckhardts mitunter laienhafte und einseitige Quellenarbeit, die oft mehr seiner vorgefassten Meinung entsprach als einer objektiven wissenschaftlichen Analyse.
5 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Gesetzgebung (5.1) und der Selbstzeugnisse sowie Reden (5.2), wobei Burckhardts Deutungen anhand der Quellen überprüft werden.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die aufzeigt, dass Burckhardts Konstantinbild zu stark vereinfacht und von einer vorgefassten Abneigung gegen die kirchliche Historiographie geprägt ist.
Schlüsselwörter
Jacob Burckhardt, Konstantin der Große, Spätantike, Quellenkritik, Religionspolitik, Christentum, Gesetzgebung, vita Constantini, Eusebios, Lactantius, Konstantinbild, kaiserliche Machtpolitik, Religionsgeschichte, Historiographie, Heidentum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert kritisch das Konstantinbild von Jacob Burckhardt in dessen Werk „Die Zeit Constantins des Großen“ und hinterfragt dessen Quelleninterpretation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit befasst sich mit der Religionspolitik Konstantins, seiner persönlichen Religiosität sowie der quellenkritischen Analyse durch den Historiker Jacob Burckhardt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Faktoren und die Quellenbasis freizulegen, auf denen Burckhardts Konstantinbild beruht, und dabei zu prüfen, ob dieses Bild durch die historischen Quellen gedeckt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine historisch-kritische Methode angewandt, die Burckhardts Aussagen mit den antiken Quellen (z.B. Codex Theodosianus, vita Constantini) vergleicht und einer eigenen Analyse unterzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der religiösen Gesetzgebung Konstantins und eine kritische Auseinandersetzung mit den von Burckhardt herangezogenen Briefen und Reden Konstantins.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Jacob Burckhardt, Konstantin der Große, Quellenkritik, Religionspolitik, Christentum und Geschichtsbild.
Wie bewertet der Autor die Quellenarbeit von Jacob Burckhardt?
Der Autor bemängelt, dass Burckhardt häufig unkritisch und tendenziös vorging und sein Konstantinbild eher auf Spekulationen als auf einer soliden Auswertung der vorhandenen Quellen basierte.
Warum spielt die „vita Constantini“ eine so zentrale Rolle in der Argumentation?
Sie ist eine der wichtigsten, wenn auch tendenziösen Quellen für die Regierungszeit Konstantins, an der sich Burckhardts methodische Schwächen bei der Quelleninterpretation besonders gut aufzeigen lassen.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich Konstantins Religiosität?
Der Autor betont, dass Burckhardts Darstellung Konstantins als „ganz wesentlich unreligiös“ nicht haltbar ist und auf einer einseitigen und simplifizierenden Auslegung der Quellen beruht.
- Quote paper
- Nico Lehmann (Author), 2012, „Ein solcher ist ganz wesentlich unreligiös“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197317