Die vorliegende empirische Studie befasst sich mit dem Thema Work-Life-Balance
(WLB) am Beispiel von intensivmedizinischen Pflegefachkräften in einer
Leasingtätigkeit. In der heutigen Zeit wird dem Thema eine immer größere
Bedeutung beigemessen, denn ob Berufstätigkeit und private Lebensbedürfnisse von
intensivmedizinischen Pflegefachkräften miteinander vereinbar sind, spiegelt sich
zunehmend in ihrer Arbeitsleistung wieder und damit auch in der Produktivität ihres
Arbeitgebers.
Im nachfolgenden möchte ich eine Aufstellung machen, warum die WLB eine immer
größere Bedeutung hat und welche Vorteile es gibt, z.B. für das Privatleben, das
Unternehmen und die Gesellschaft. In Bezug auf das Privatleben lässt sich sagen:
Eine berufliche Karriere und entsprechende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
die mit Blick auf eine ausgeglichene WLB geplant sind, vereinfachen die Gestaltung
und das Ausleben des individuellen Privatlebens. Wenn man sich nur einmal den
Wunsch nach z.B. Kind/ern anschaut, ist es ein riesen Einschnitt in die WLB. Nach
dem Wiedereinstieg aus der Elternzeit hat sich vieles zur früheren WLB verändert.
Das beeinflusst heutzutage die Kinderwunschplanung vieler junger Paare.
Außerdem gibt es größere Aufstiegschancen nicht nur bei Männern, sondern auch
bei Frauen. Das bisherige Rollenverständnis der Frau innerhalb der Familie und dem
gesamten Privatleben verändert sich.
Für das Unternehmen bietet die WLB „zufriedenere, leistungsfähigere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ (Vgl. bmfsfj 2005, S. 6), „geringere
Abwesenheitszeiten und Fluktuation“ (Vgl. bmfsfj 2005, S. 6), eine Corporate Identity
als strategisches Konzept. Desweiteren kann dem Fachkräftemangel vorgebeugt
werden und diese an das Unternehmen gebunden werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Anlass der Untersuchung
1.2 Wissenschaftliche Fragestellung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Die Work-Life- Balance
2.1.1 Definition der Begriffe
2.1.2 Die Relevanz der Work- Life- Balance
2.2 Problemkontext der Work-Life- Balance
2.2.1 Demografischer Wandel
2.2.2 Wertewandel
2.2.3 Vereinbarkeit von Familie und Beruf
2.3 Wozu dient die Work-Life- Balance
2.3.1 Stressmanagement
2.3.2 Balance- Dysbalance
3 Empirische Untersuchung
4 Das Untersuchungsdesign
5 Die Untersuchungsmethode
5.1 Halbstandardisiertes Leitfadeninterview
5.2 Auswahl der Interviewpartner/Innen
5.3 Entwicklung des Interviewleitfadens
5.4 Durchführung des Interviews
5.5 Mitschnitt und Speicherung des Interviews
5.6 Transkription
5.7 Auswertungsmethodik
6 Auswertung des Interviews
6.1 Person 1
6.2 Person 2
6.3 Person 3
7 Zusammenfassung und Ausblick/ Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob für intensivmedizinische Pflegefachkräfte eine Tätigkeit im Bereich der Leasing-Pflege mit den persönlichen privaten Lebensbedürfnissen vereinbar ist und inwieweit dieses Arbeitsmodell ein adäquater Ersatz zur traditionellen Festanstellung darstellt.
- Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und privatem Leben bei Pflegefachkräften
- Die Rolle der Flexibilität durch moderne Arbeitszeitmodelle (AZM)
- Einfluss von demografischem Wandel und Wertewandel auf die Arbeitswelt
- Methodik der qualitativen Forschung mittels halbstandardisierter Leitfadeninterviews
- Vergleich zwischen Festanstellung und Leasingtätigkeit
Auszug aus dem Buch
1.1 Anlass der Untersuchung
Die Ausgangslage ergibt sich aufgrund einer persönlichen Betroffenheit und beruflichen Erfahrungen. Seit knapp vier Jahren arbeite ich als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer neurochirurgischen Intensivstation in einem Berliner Klinikum. Nach dieser Zeit entschied ich mich das Unternehmen aufgrund diverser privater Gründe zu verlassen und dieselbe Tätigkeit in einer Leasingfirma aufzunehmen. Die Hauptmotivation lag in dem flexiblen Arbeitszeitmodell (AZM) der Leasingfirma. Ich konnte mit der Leasingfirma einen Teilzeitarbeitsvertrag vereinbaren. Der Arbeitsvertrag sah die Einrichtung eines Arbeitszeitkontos vor.
Durch dieses flexible AZM ist es mir möglich, mein Arbeits- und Privatleben optimal auf die entsprechenden Bedürfnisse abzustimmen. Durch das Arbeitszeitkonto (AZK) hatte ich die Möglichkeit in einem Monat Stunden anzusammeln, um dann in bestimmten Lebensphasen (z.B. Studium) die Arbeitszeit unter Beibehaltung des Gehalts anzupassen. Ich habe dadurch vor allem mehr Zeit für mein Studium gewonnen um, z.B. an Präsenzphasen teilzunehmen, oder mich auf Prüfungen vorzubereiten. Das AZM meiner Firma wird durch „…eine strukturierte mittelfristige Dienstplanung“ unterstützt, „d.h. eine Planung der Dienstzeiten mit ausreichend Vorlauf und der Möglichkeit, individuelle Wünsche zu berücksichtigen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ (Vgl. bmfsfj 2009, S. 4) möglich macht.
In einem halbstandardisierten Leitfadeninterview mit drei unterschiedlichen Personen möchte ich herausfinden, ob die Leasingtätigkeit ein Ersatz zu einer Festanstellung traditioneller Art sein kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Hinführung zum Thema Work-Life-Balance, Darstellung der Relevanz für Privatleben, Unternehmen und Gesellschaft sowie Erläuterung des persönlichen Anlasses.
2 Theoretischer Hintergrund: Definition der zentralen Begriffe, Erläuterung der Problemkontexte wie demografischer Wandel und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Bedeutung von Stressmanagement.
3 Empirische Untersuchung: Kurze Erläuterung der Herleitung des empirischen Teils aus der Literaturanalyse.
4 Das Untersuchungsdesign: Festlegung des qualitativen Untersuchungsdesigns in Form einer deskriptiven Querschnittstudie.
5 Die Untersuchungsmethode: Detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, insbesondere der halbstandardisierten Leitfadeninterviews und der Auswertungsphasen.
6 Auswertung des Interviews: Analyse der Interviews von drei ausgewählten Personen unter Berücksichtigung der Kategorien Arbeit, Familie, Freizeit und Arbeitgeber.
7 Zusammenfassung und Ausblick/ Fazit: Beantwortung der Forschungsfrage und Fazit zur Leasingtätigkeit als Alternative zur Festanstellung.
Schlüsselwörter
Work-Life-Balance, Pflegemanagement, Leasingtätigkeit, intensivmedizinische Pflege, Arbeitszeitmodell, Vereinbarkeit, Stressmanagement, qualitative Forschung, Leitfadeninterview, Flexibilität, Beruf, Familie, Freizeit, Demografischer Wandel, Arbeitszufriedenheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und privaten Lebensbedürfnissen von intensivmedizinischen Pflegefachkräften, die in einer Leasingtätigkeit stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Work-Life-Balance, der Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen und den Auswirkungen beruflicher Bedingungen auf das Privatleben der Pflegenden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Leasingtätigkeit für intensivmedizinisches Pflegepersonal einen tragfähigen Ersatz zur traditionellen Festanstellung bietet, um ein ausgeglichenes Privat- und Berufsleben zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Studie mit qualitativem Forschungsansatz. Die Datenerhebung erfolgt durch halbstandardisierte Leitfadeninterviews mit drei verschiedenen Personen, gefolgt von einer interpretativ-explikativen Auswertung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung zum Thema Work-Life-Balance sowie die methodische Beschreibung und anschließende detaillierte Auswertung der geführten Experteninterviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Work-Life-Balance, Leasingtätigkeit, Arbeitszeitmodell, Pflege, Vereinbarkeit und qualitative Forschung.
Wie flexibel gestaltet sich die Leasingtätigkeit laut den Ergebnissen?
Die Ergebnisse zeigen, dass die Leasingtätigkeit eine hohe Selbstbestimmung bei der Dienstplangestaltung ermöglicht, was von den Interviewten als wesentlicher Vorteil gegenüber der starren Festanstellung empfunden wird.
Welche Rolle spielt das Arbeitszeitkonto für die Befragten?
Das Arbeitszeitkonto ermöglicht den Pflegenden, Arbeitszeiten flexibel an ihre aktuellen Lebensbedürfnisse – etwa für das Studium oder Familienpflichten – anzupassen und somit mehr Zeit für private Belange zu gewinnen.
- Quote paper
- Katja Haupt (Author), 2012, Work-Life-Balance: Sind Berufstätigkeit und private Lebensbedürfnisse von intensivmedizinischen Pflegefachkräften in einer Leasingtätigkeit vereinbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197322