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Die Geburt Europas aus dem Geiste des Katholizismus

Geschichtsphilosophie und Europakonzept in Novalis' "Die Christenheit oder Europa"

Título: Die Geburt Europas aus dem Geiste des Katholizismus

Trabajo , 2012 , 29 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: B.A. Michael Peter Schadow (Autor)

Historia de Europa - Historia contemporánea, Unificación europea
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Glauben und Wissenschaft waren für Friedrich von Hardenberg (1772-1801), besser
bekannt unter seinem Pseudonym „Novalis“, durchaus keine Gegensätze. Sie bildeten
vielmehr die zwei komplementären Komponenten seines ganzheitlichen, romantischen
Weltbildes. Dies spiegelt sich auch in einem seiner bekanntesten und umstrittensten
Texte: „Die Christenheit oder Europa“. Entstanden ist der Text, den Novalis als Rede
konzipiert hat, im November 1799, unmittelbar vor dem Jenaer Romantikertreffen, auf
dem ihn der Dichter dann auch das erste und einzige Mal vor Publikum vortrug.
Gedruckt wurde die Rede erstmalig vollständig 1826 in der vierten Auflage der von
Ludwig Tieck und Friedrich Schlegel herausgegebenen Schriften des Novalis - 25 Jahre
nach dem Tod des Dichters.
Welches Europakonzept entwirft aber nun Novalis‘ Rede „Die Christenheit oder
Europa“? Lassen sich im Rahmen dieses Konzeptes auch nationalistische oder
konservative Tendenzen erkennen? Und schließlich: Wie untermauert der Dichter sein
Europakonzept geschichtsphilosophisch? Diese Fragen stehen im Fokus der
vorliegenden Hausarbeit. Um sie zu beantworten, ist nicht nur die gründliche
Einbeziehung des (geistes-) geschichtlichen Kontextes unabdingbar, sondern es
empfiehlt sich auch - da es recht viele Aspekte zu beachten gibt - besonders
„kleinschrittig“ vorzugehen.
Deshalb gliedert sich meine Arbeit grundlegend in je zwei ungefähr gleich große
Teile: einen ersten Teil, in dem es um Aspekte der (geistes-)geschichtlichen
Entwicklung in Deutschland um 1800 geht (II.). Hierunter fallen etwa die politischen
Rahmenbedingungen der Frühromantik (II.1), die Sedisvakanz des Heiligen Stuhls nach
dem Tode Pius‘ VI. (II.2) sowie einige kurze Bemerkungen über das Verhältnis der
Frühromantik zur Aufklärung (II.3) und Schleiermachers „Reden über die Religion“ als Impulsgeber der „Europa“-Rede (II.4). Im Zentrum des zweiten Teils steht eine
hermeneutische Analyse der „Europa“-Rede, die sich an folgenden Aspekten orientieren
wird: Zunächst werden die von Novalis idealisieren „ächtkatholischen oder ächt
christlichen Zeiten“ dargestellt (III.1), anschließend geht es in historischer Abfolge um
den Protestantismus (III.2), die Aufklärung (III.3) und die Französische Revolution
(III.4). Schließlich gilt es noch, Novalis‘ Vision eines künftigen Europa nachzuzeichnen
(III.5) und der Frage nachzugehen, ob es sich bei Novalis etwa um einen frühen
Nationalisten oder Konservativen handelt (III.6).[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. 1. Teil: Der Kontext. Aspekte der (geistes-)geschichtlichen Entwicklung in Deutschland um 1800

II.1 Politische Rahmenbedingungen der Frühromantik

II.1.1 Konservativismus

II.1.2 Nationalismus

II.2 Christenheit ohne Papst

II.3 Das Erbe der Aufklärung

II.4 Schleiermachers Schrift „Reden über die Religion“ als Impulsgeber der „Europa“-Rede

III. 2. Teil: Novalis‘ Rede „Die Christenheit oder Europa“

III.1 Die „ächtkatholischen oder ächt christlichen Zeiten“

III.2 Der Protestantismus

III.3 Kritik der Aufklärung

III.4 Die Französische Revolution als „Zeugungselement der Religion“

III.5 Vision eines künftigen Europa

III.6 Novalis - früher Nationalist oder Konservativer?

IV. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welches Europakonzept Novalis in seinem Text „Die Christenheit oder Europa“ entwirft und wie dieses politisch sowie geschichtsphilosophisch innerhalb des frühromantischen Kontextes einzuordnen ist.

  • Analyse des (geistes-)geschichtlichen Kontextes der Frühromantik um 1800
  • Untersuchung des geschichtsphilosophischen Entwurfs bei Novalis
  • Diskussion des Verhältnisses zwischen Religion und der Vision eines vereinten Europas
  • Historische Bewertung der Frage nach einer nationalistischen oder konservativen Orientierung von Novalis

Auszug aus dem Buch

III.1 Die „ächtkatholischen oder ächt christlichen Zeiten“

Bereits in den ersten Zeilen seiner Rede beschwört Novalis die „schöne(n) glänzende(n) Zeiten, wo Europa ein christliches Land war“64. Er entwirft damit nicht nur einen Ausgangspunkt für seine geschichtsphilosophischen Betrachtungen, die später in ein Europakonzept münden sollen, sondern idealisiert geradezu das Mittelalter als goldenes Zeitalter. Welche Merkmale hatte aber nun jene, von Novalis idealisierte Zeit?

Das hervorstechendste Merkmal ist wohl die Einheit der Christenheit, die zu einem „menschlich gestalteten Welttheil“65 beigetragen habe. Die katholische Kirche habe für diese Einheit gestanden und - trotz aller partikularen Interessen - eine große Gemeinschaft gestiftet. Als ordnungspolitisch wirksame Kraft sei der Papst ein Garant für den Weisen Umgang mit unterschiedlichen (politischen) Interessen gewesen. Gleichsam hebt Novalis die Bedeutung der Priesterschaft hervor, die unmittelbar dem Papst unterstellt gewesen sei und zu der jedermann Zutritt gehabt habe.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk von Novalis ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dessen Europakonzept sowie einer möglichen konservativen oder nationalistischen Ausrichtung.

II. 1. Teil: Der Kontext. Aspekte der (geistes-)geschichtlichen Entwicklung in Deutschland um 1800: Dieses Kapitel beleuchtet die politischen Rahmenbedingungen, die Rolle der Religion in der Zeit der Französischen Revolution und das Verhältnis der Frühromantik zur Aufklärung.

II.1 Politische Rahmenbedingungen der Frühromantik: Es wird untersucht, wie zeitgenössische Strömungen wie der Konservativismus und Nationalismus die intellektuelle Umgebung prägten.

II.1.1 Konservativismus: Dieser Abschnitt definiert die Haupttypen des Konservativismus um 1800 und ordnet die Bewegung historisch ein.

II.1.2 Nationalismus: Hier werden die Grundkomponenten des frühen Nationalismus und die Bedeutung der Kulturnation erörtert.

II.2 Christenheit ohne Papst: Das Kapitel behandelt die Krise der katholischen Kirche und die Deportation von Papst Pius VI. als prägendes Ereignis für Novalis.

II.3 Das Erbe der Aufklärung: Der Abschnitt diskutiert die kritische Auseinandersetzung der Frühromantiker mit dem Rationalismus und ihr Verhältnis zur Vernunftkultur.

II.4 Schleiermachers Schrift „Reden über die Religion“ als Impulsgeber der „Europa“-Rede: Hier wird die Verbindung zwischen Schleiermachers Theologie und der romantischen Vorstellung von Religion analysiert.

III. 2. Teil: Novalis‘ Rede „Die Christenheit oder Europa“: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Analyse des Textes von Novalis und dessen geschichtsphilosophischer Struktur.

III.1 Die „ächtkatholischen oder ächt christlichen Zeiten“: Eine Untersuchung der Idealisierung des mittelalterlichen Katholizismus durch Novalis.

III.2 Der Protestantismus: Dieses Kapitel analysiert Novalis' ambivalente Kritik an der Reformation und deren Auswirkungen auf die Einheit der Christenheit.

III.3 Kritik der Aufklärung: Der Autor beleuchtet hier die radikale Abkehr Novalis' von den Idealen und dem Religionsverständnis der Aufklärung.

III.4 Die Französische Revolution als „Zeugungselement der Religion“: Eine Analyse, wie Novalis die Revolution trotz ihrer Zerstörungskraft als notwendige Stufe für eine religiöse Erneuerung begreift.

III.5 Vision eines künftigen Europa: In diesem Kapitel wird Novalis' Entwurf einer neuen europäischen Gemeinschaft unter dem Zeichen der Religion dargestellt.

III.6 Novalis - früher Nationalist oder Konservativer?: Die abschließende historische Bewertung ordnet Novalis' politisches Denken in den zeitgenössischen Diskurs ein.

IV. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die zentralen Thesen zusammen und bestätigt Novalis als kritischen Denker und Kosmopoliten mit reaktionären Anklängen.

Schlüsselwörter

Novalis, Frühromantik, Europakonzept, Christentum, Katholizismus, Mittelalter, Aufklärung, Französische Revolution, Nationalismus, Kulturnation, Religion, Schleiermacher, Konservativismus, Europa, Kosmopolitismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert das Europakonzept von Novalis in seiner Schrift „Die Christenheit oder Europa“ und untersucht, wie er die Rolle der Religion und der Geschichte neu bewertet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die geistesgeschichtliche Entwicklung um 1800, das Verhältnis zwischen Romantik und Aufklärung sowie die Bedeutung von Religion und Nation in Novalis' Geschichtsbild.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das in der Rede entworfene Europakonzept zu deuten und zu klären, ob darin nationalistische oder konservative Tendenzen erkennbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Textanalyse in Verbindung mit einer Einbettung in den zeitgenössischen geistesgeschichtlichen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Abfolge von der Idealisierung des Mittelalters über die Kritik an Reformation und Aufklärung bis hin zur Vision eines zukünftigen, religiös geeinten Europas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Romantik, Europa, Religion, Kulturnation und Geschichtsphilosophie geprägt.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Mittelalters bei Novalis?

Der Autor zeigt auf, dass Novalis das Mittelalter als ein verklärte „goldene Zeit“ darstellt, die als utopisches Vorbild für ein künftiges vereintes Europa dient.

Ist Novalis nach Auffassung der Arbeit ein Nationalist?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass Novalis zwar die Idee der deutschen Kulturnation vertritt, dies jedoch frei von politischem Chauvinismus ist und er sich eher als kosmopolitisch orientierter Denker erweist.

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Detalles

Título
Die Geburt Europas aus dem Geiste des Katholizismus
Subtítulo
Geschichtsphilosophie und Europakonzept in Novalis' "Die Christenheit oder Europa"
Universidad
University of Hagen
Calificación
1,3
Autor
B.A. Michael Peter Schadow (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
29
No. de catálogo
V197328
ISBN (Ebook)
9783656235347
ISBN (Libro)
9783656238515
Idioma
Alemán
Etiqueta
Europa Geschichtsphilosophie Europakonzept Romantik Religion Konservativismus politische Romantik Nationalismus Schleiermacher
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
B.A. Michael Peter Schadow (Autor), 2012, Die Geburt Europas aus dem Geiste des Katholizismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197328
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