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Zwischen Pressefreiheit und Meinungsmacht: Zur gesellschaftlichen Relevanz von Medienkonzentration

Título: Zwischen Pressefreiheit und Meinungsmacht: Zur gesellschaftlichen Relevanz von Medienkonzentration

Trabajo Escrito , 2012 , 11 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Petra Berganov (Autor)

Medios / Comunicación - Otros
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Die Frage, wie mächtig Medienkonzerne sein dürfen, ist von hoher Aktualität und Relevanz für jede demokratische Gesellschaft. Die Pressefreiheit ist ein Grundelement der Demokratie - die Einmischung von Seiten der Politik in Prozesse der Umformung auf dem Mediensektor stellt also immer eine Gratwanderung dar. Publizistische Vielfalt als Grundlage für Meinungsfreiheit und offenen Diskurs gilt es als Ziel zu verfolgen, aber Zusammenschlüsse von Medienunternehmen gehören zum natürlichen Prozess auf dem Markt und sind zuweilen unvermeidlich, etwa weil kleinere Verlage sonst vollständig vom Markt verdrängt würden.
Medienkonzentration bedeutet Konzentration von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher, gleichsam publizistischer und häufig auch politischer „Medienmacht“. Durch internes wie externes Wachstum von Unternehmen wird sie vorangetrieben und liegt grundsätzlich im Interesse der stärksten Medienkonzerne, die ihre Position auf dem Markt festigen und möglichst zu einer dominierenden Stellung ausbauen wollen.

Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ein rein ökonomisches Problem, sondern wesentlich auch um die Macht von Medien als ernstzunehmende Größe im gesellschaftlichen Alltag und im politischen Diskurs.

Der Fall der gescheiterten Übernahme des ProSiebenSat.1-Konzerns durch die Axel Springer AG im Jahr 2005 zeigt deutlich, welche Kontrollinstanzen und Rechtsverordnungen es für Konzentrationsprozesse in Deutschland gibt und wie wichtig sie zur Regulierung von potenziell gefährlichen Fusionen sind. Außerdem lässt sich daran aufzeigen, welche Problempotenziale und Gefahren mit der Konzentration auf dem Mediensektor verbunden sind.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Gesellschaftliche Relevanz von Konzentrationsprozessen

Formen und Messung

Folgen

Regulierung

Meinungsmacht als Risiko

Gescheiterte Übernahme von ProSiebenSat.1

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Auswirkungen von Medienkonzentration und die Rolle von Regulierungsinstanzen, insbesondere anhand des Falls der gescheiterten Übernahme von ProSiebenSat.1 durch die Axel Springer AG.

  • Grundlagen und theoretische Einordnung von Medienkonzentrationsprozessen.
  • Analyse der Folgen von Medienkonzentration für publizistische Vielfalt und demokratische Prozesse.
  • Rolle der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) bei der Fusionskontrolle.
  • Untersuchung von Machtpotenzialen großer Medienkonzerne und deren Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung.

Auszug aus dem Buch

Gesellschaftliche Relevanz von Konzentrationsprozessen

Medienkonzentration an sich ist zunächst kein Problem - sie wird es erst in dem Moment, in dem publizistische Vielfalt, journalistische Qualität oder, allgemeiner, die Leistung des Mediensystems für die demokratische Gesellschaft gefährdet werden (Bonfadelli et. al. 2006: 21). Publizistische Vielfalt ermöglicht gleichsam eine Vielfalt von Meinungen, Inhalten und möglichen Debatten. Wenn Konzentration die Anzahl von Kanälen verringert, durch die diese Vielfalt aufrecht erhalten wird, wächst also zugleich die Gefahr potenzieller Einflussnahme durch einzelne Akteure (Bonfadelli et. al. 2006: 22). Konkrete Auswirkungen auf die publizistische Qualität wurden bisher (zumindest in Deutschland) nicht festgestellt - Homogenisierung von Inhalten findet schließlich als Trend auch unabhängig von konzentrierten Marktstrukturen statt.

In der Konzentrationstheorie nach Manfred Knoche bedingen verschiedene politische (Privatisierung, Deregulierung) oder ökonomische (Konkurrenz, Profitmaximierung) Faktoren die Entstehung und Voranschreitung von Konzentrationsprozessen (Knoche 2007: 128). Die eigentliche Konzentration geschieht im Moment einer Übernahme oder Fusion zweier Konzerne (ebd.). Daraus ergeben sich vielgestaltige Folgen für verschiedenste Bereiche (s.u.).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Medienkonzentrationsfrage für die Demokratie und führt in den Fall der gescheiterten Übernahme von ProSiebenSat.1 ein.

Gesellschaftliche Relevanz von Konzentrationsprozessen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Medienkonzentration, deren Entstehungsfaktoren sowie das Strukturmodell von Manfred Knoche zur Messung von Konzentrationstypen dargelegt.

Formen und Messung: In diesem Abschnitt werden die verschiedenen Ausprägungen von Konzentration wie horizontale, vertikale, diagonale und konglomerate Strukturen unterschieden.

Folgen: Dieses Kapitel analysiert die potenziellen negativen Auswirkungen von Konzentration auf Marktstrukturen, journalistische Qualität und die Meinungsbildung.

Regulierung: Hier wird die Rolle der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) als Kontrollinstanz im deutschen Mediensystem beschrieben.

Meinungsmacht als Risiko: Dieses Kapitel diskutiert die Gefahr, dass Medienkonzerne aufgrund ihrer Marktmacht unangemessenen Einfluss auf politische und gesellschaftliche Diskurse nehmen könnten.

Gescheiterte Übernahme von ProSiebenSat.1: Eine detaillierte Fallstudie zur versuchten Übernahme durch die Axel Springer AG und deren Ablehnung durch die KEK und das Bundeskartellamt.

Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst zusammen, dass die Verhinderung der Fusion eine wichtige Entscheidung für die Sicherung der Meinungsvielfalt war und betont das geringe Problembewusstsein in diesem Bereich.

Schlüsselwörter

Medienkonzentration, Meinungsmacht, KEK, ProSiebenSat.1, Axel Springer AG, Medienfreiheit, Meinungsvielfalt, Fusionskontrolle, Rundfunkstaatsvertrag, Publizistische Vielfalt, Medienmarkt, Regulierung, Medienkonzerne, Wettbewerbsrecht, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen von Medienkonzentration sowie den regulatorischen Maßnahmen zu deren Kontrolle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Konzentration, die Rolle der Meinungsmacht, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Analyse konkreter Fusionsbestrebungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wichtig unabhängige Kontrollinstanzen wie die KEK sind, um die demokratisch essenzielle Meinungsvielfalt gegen monopolistische Tendenzen zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Medienkonzentrationstheorie sowie eine Fallstudien-Analyse zum gescheiterten ProSiebenSat.1-Deal.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Erörterung der Folgen und Risiken von Konzentration sowie eine detaillierte Fallbetrachtung der gescheiterten Springer-Übernahme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Medienkonzentration, Meinungsmacht, KEK und Medienfreiheit geprägt.

Warum lehnte die KEK die Übernahme von ProSiebenSat.1 ab?

Die KEK sah eine Gefahr für die Meinungsvielfalt, da Axel Springer durch die Übernahme eine vorherrschende Meinungsmacht erreicht hätte, die nicht mit dem Rundfunkstaatsvertrag vereinbar war.

Welche Rolle spielt die "diagonale Konzentration" in der Arbeit?

Sie dient als kritisches Beispiel dafür, wie sektorübergreifende Beteiligungen (Print und TV) die tatsächliche Meinungsmacht eines Konzerns drastisch erhöhen können.

Final del extracto de 11 páginas  - subir

Detalles

Título
Zwischen Pressefreiheit und Meinungsmacht: Zur gesellschaftlichen Relevanz von Medienkonzentration
Universidad
University of Hamburg  (Institut für Medien und Kommunikation)
Curso
Mediensystem der BRD
Calificación
1,0
Autor
Petra Berganov (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
11
No. de catálogo
V197356
ISBN (Ebook)
9783656235583
ISBN (Libro)
9783656236818
Idioma
Alemán
Etiqueta
Pressefreiheit Meinungsmacht Medienkonzentration Axel Springer Springer Verlag ProSiebenSat1 Rundfunkstaatsvertrag Konzentrationskontrolle KEK
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Petra Berganov (Autor), 2012, Zwischen Pressefreiheit und Meinungsmacht: Zur gesellschaftlichen Relevanz von Medienkonzentration, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197356
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