Die Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt mit 3-7 % Betroffenen weltweit zu den häufigsten Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Die betroffenen Schüler erzielen aufgrund ihrer Erkrankung schlechtere Ergebnisse und müssen in der Schule öfter als andere eine Klasse wiederholen. Im Fokus stehen die Ursachen, die Diagnostik und die besondere Betreuung im Unterricht. Neben diesen Maßnahmen verspricht ein begleitendes Lerntraining / Verhaltenstherapie den größten Erfolg.
Im ersten Abschnitt dieser Arbeit wird zunächst der Begriff ADHS definiert. Was bedeutet er genau und welche Formen von ADHS gibt es? Dies geschieht auf Basis der international anerkannten Klassifikationssystem DSM-IV und ICD-10. Im Anschluss daran werden kurz die Ursachen - soweit bekannt - der Verhaltensstörung dargestellt.
Im zweiten Abschnitt wird auf die Diagnose und die Probleme dabei eingegangen. Sie wird in Deutschland oft nicht sachgemäß durchgeführt und liefert häufig Anlass zur Kritik. In der neueren Forschung wird meist eine multimodale und multimethodale Diagnose empfohlen. Dann wird auf die Häufigkeit des Vorliegens von ADHS bei
Jugendlichen und Kindern in Deutschland eingegangen, um so zu zeigen, welche Rolle ADHS in der Schule spielt. Am Ende des zweiten Abschnitts werden die Möglichkeiten der Behandlung dargestellt.
Die Forschung im Bereich ADHS hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Dabei wurden nach Linderkamp nicht nur die ursächlichen und weiteren Bedingungsfaktoren untersucht, sondern auch die Verhaltens-, Erlebens- und Leistungsprobleme wurden weitgehend untersucht. Genau diese Erkenntnisse bieten Ansatzpunkte für besondere Methoden zur Förderung der ADHS-Kinder und -Jugendlichen in der Schule. Darauf wird im zweiten Abschnitt genauer eingegangen.Zunächst werden grundlegende Strategien, Methoden und Vorgehensweisen aufgezeigt. Dann wird auf mögliche konkrete Vorgehensweisen durch die Lehrkräfte eingegangen. In einem kurzen Fazit werden die wichtigsten Ergebnisse zusammen gefasst.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Definition und Ursachen
1.1 Definition
1.2 Ursachen
II. Diagnostik, Prävalenz, Behandlung
2.1 Diagnostik
2.2 Prävalenz und Verlauf
2.3 Behandlung
III. ADHS in der Schule
3.1 Grundlegendes
3.2 Verstärkerpläne und Selbstregulation
3.3 Die Auszeitmethode
3.4 Konzentrationsförderung
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Störungsbild ADHS mit einem besonderen Fokus auf die schulische Praxis, um Möglichkeiten für eine effektive Unterstützung betroffener Kinder und Jugendlicher aufzuzeigen.
- Grundlagen, Definition und Ursachen von ADHS
- Kritische Analyse der Diagnostik und Prävalenz
- Multimodale Therapieansätze und deren Bedeutung
- Pädagogische Interventionsmöglichkeiten im Schulalltag
- Förderung von Konzentration und Selbstregulation
Auszug aus dem Buch
3.2 Verstärkerpläne und Selbstregulation
Positive Verstärkung bietet gute Ansatzpunkte zur Förderung von ADHS-Schülern im Unterricht. Besonders wirkungsvoll dabei ist der Einsatz von Verstärkerplänen. Sie sind eine bewährte Methode der Verhaltenstherapie, die Kinder motiviert und ihnen dabei hilft, gewünschtes Verhalten zu üben. Für ein vorher ausgemachtes Verhalten bekommt ein Schüler Punkte oder Tokens, die sie in einen Plan eintragen. Schon die Tokens alleine besitzen nach Krowatschek/Krowatschek/Hengst einen verstärkenden Charakter. Sammelt ein Schüler genügend Tokens, kann er sie gegen einen Gewinn eintauschen. Dies können materielle Dinge oder besondere Vorzüge sein, z.B. keine Hausaufgaben. Allerdings ist es wichtig, dass Verstärkerpläne nicht zu früh und auch nicht zu lange eingesetzt werden, sie müssen immer die Ausnahmen darstellen. Beispiele für in der Klasse trainierbare Verhaltensweisen sind nach Krotwatschek/Krowatschek/Hengst unter anderem das Abwarten, bis man an der Reihe ist, still auf dem Platz sitzen bleiben usw.
Eine andere Form der Verstärkerpläne ist eine Methode der Selbsregulation, nämlich die "Wenn-Dann-Pläne". Die Schüler erhalten dabei Instruktionen, wie sie selbstregulative Strategien anwenden können. Nach Gawrilow/Rauch werden dabei konkrete Situationen und zielführende Handlungen in "Wenn-Dann-Plänen" fest vereinbart. Ein solcher Plan kann beispielsweise so lauten: "Immer wenn meine Sitznachbarin im Unterricht mit mir reden will, dann sage ich ihr, dass ich mich konzentrieren möchte". Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass es ADHS-Kindern mit diesen Plänen besonders gut gelingt, unerwünschte Reaktionen und Verhaltensweisen zu unterdrücken. "Wenn-Dann-Pläne" sind dabei wesentlich effektiver als einfache Zielintentionen wie, um bei dem Beispiel zu bleiben: "Ich möchte im Unterricht besser aufpassen". Mehrere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Kinder mit ADHS durch die konsequente und angeleitete Verwendung von "Wenn-Dann-Plänen" ihre Leistungen deutlich steigern und damit das Niveau der Kinder ohne ADHS angleichen konnten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Störungsbild ADHS, dessen weltweite Relevanz für den Schulalltag sowie Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
I. Definition und Ursachen: Definition von ADHS auf Basis von Klassifikationssystemen wie DSM-IV und ICD-10 sowie Erläuterung der vielfältigen Ursachenfaktoren.
II. Diagnostik, Prävalenz, Behandlung: Analyse der diagnostischen Prozesse, Darstellung von Verbreitungsdaten und Diskussion medikamentöser versus multimodaler Behandlungsansätze.
III. ADHS in der Schule: Vorstellung praktischer pädagogischer Ansätze, wie Verstärkerpläne, die Auszeitmethode und Konzentrationsförderung zur Unterstützung betroffener Schüler.
IV. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der aktuellen Situation in Diagnostik und Schule sowie Plädoyer für eine verstärkte integrative Unterstützung.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Schule, Diagnostik, Prävalenz, Ritalin, Verhaltenstherapie, Verstärkerpläne, Selbstregulation, Konzentrationsförderung, Multimodale Therapie, Lehrerbildung, Schulerfolg, Lernstörung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Störungsbild ADHS mit dem Ziel, Ursachen, diagnostische Probleme und vor allem praktische Ansätze für den Schulalltag zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der theoretischen Definition und medizinischen Diagnostik stehen insbesondere pädagogische Interventionsstrategien im Vordergrund.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch gezielte Methoden und ein Verständnis der Störung die Integration und Leistungen von ADHS-Schülern verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung auf Basis aktueller Fachliteratur und internationaler Klassifikationsstandards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinisch-diagnostische Fundierung sowie einen anwendungsorientierten Teil, der konkrete schulische Maßnahmen vorstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem ADHS, Verstärkerpläne, Selbstregulation, multimodale Therapie und schulische Förderung.
Was unterscheidet "Wenn-Dann-Pläne" von einfachen Zielintentionen?
Studien zeigen, dass "Wenn-Dann-Pläne" durch die Verknüpfung spezifischer Situationen mit Handlungen effektiver dabei helfen, unerwünschtes Verhalten zu unterdrücken.
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld bei der Behandlung?
Die Arbeit betont, dass eine erfolgreiche Behandlung nicht nur das Kind, sondern auch das Elternhaus und die Schule als Einheit einbeziehen muss.
- Citation du texte
- Steffen Rudolph (Auteur), 2011, ADHS in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197366