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Ökologische Ökonomie und Monetarisierung der Umwelt. Was kostet die Welt?

Zur Monetarisierung von Ökosystemen

Título: Ökologische Ökonomie und Monetarisierung der Umwelt. Was kostet die Welt?

Tesis de Máster , 2011 , 74 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Moritz Jacobi (Autor)

Ciencias Culturales - Otros
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Ziel dieser Arbeit ist es, das Thema aus der ökonomischen Okkupation mit Fokus auf die Evaluation gegenwärtiger Ökosystemleistungen herauszulösen und in einen breiteren, auch für Laien verständlichen und für die Ökonomik unsichtbaren Kontext zu stellen. Dabei interessieren vor allem Prämissen und Implikate derer, die unsere Natur mit Preisen versehen, um sie zu retten (oder sich kommerziellen Erfolg zu sichern). Schließlich geht es um eine langfristige, grundlegende Neuausrichtung der alltäglichen Aneignung von Natur, womit das Thema alle Geisteswissenschaften etwas angeht. Meine Untersuchungen widmen sich zum einen der fachübergreifenden diskursanalytischen Aufarbeitung des Feldes und fragen somit nach der Entstehungsgeschichte, den Akteuren, Motiven und Instrumentarien der Inwertsetzung von Ökosystemen. Hierbei steht der geistesgeschichtliche Hintergrund, d.h. die zugrundeliegenden Konzepte von Ökonomie, Natur und Geld, im Vordergrund.
Außerdem möchte ich die These diskutieren, ob diese Praxis und die dahinterstehende Konzepte neben der vermeintlichen Objektivierung und Entfremdung von ›der Natur‹ zugleich auch die Trennung des Urteilens in die Teilbereiche der Moral, der Ästhetik und der Theorie in eine werttheoretischen Synthesis überführen kann. Vereint der monetäre Wert – vermittelt über die ›Gleichgültigkeit‹ des Geldes - alle weiteren Arten von Werturteilen gegenüber der Natur, indem er diese Urteile in ihrer Funktion als Zahlungsmotivationen darstellbar und für die Logik von Kosten-Nutzen-Rechnungen kommensurabel macht? Und: Stellen die Kapitalisierung von Ökosystemleistungen und der damit gegebene wirtschaftliche Impetus zur Wahrung ihrer Funktionalität nicht eine neue Anerkennungsbeziehung zur Natur her, da Tausch- und Zahlungslogik, anders als ethisch-normative oder ästhetische Ratio, zugleich abstrakt und reell-praktisch sind?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

1.1. Was kostet die Welt?

1.2. Ziel & Fragestellung

1.3. Intermezzo

1.4. Gegenstand der Evaluationen

1.5. Methoden des Evaluierens

1.6. Akteure der Inwertsetzungen

II. Diskursanalytischer Teil

2.1. Ökonomik

2.1.1. Vom Verschwinden der Natur…

2.1.2. …und ihrer Renaissance

2.1.3. Der Begriff der Externalität

2.1.4. Zur Dialektik von Emergenz und Referenz

2.1.5. Besitz als Marktgrundlage

2.2. Ökologie

2.2.1. Ideologische Ökologie

2.2.2. Preservationism vs. Resourcism

2.2.3. Ökonomie der Natur

2.2.4. Biodiversität – eine ›optische Illusion‹?

III. Synthetischer Teil

3.1 Zeichenesperanto: Bits – Moneten – DNA

3.1.1. Geld als Leitmedium

3.1.2. Geld – ein erweiterter Phänotyp?

3.1.3. Das Prinzip der Knappheit

3.1.4. Von Linien und Kreisen und Netzen

3.1.5. Der Wald als Wertkonserve

3.2. Monetäre Teleologie

3.2.1. Natura nihil frustra facit.

3.2.2. Marktvertrauen

3.3. Synthesis der Werte

3.4. Repräsentation des Unnützen

IV. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die monetäre Inwertsetzung von Ökosystemen als ein interdisziplinäres, kulturelles Phänomen. Ziel ist es, die ökonomischen Praktiken der Preisfindung für Naturleistungen aus ihrem rein fachspezifischen Kontext zu lösen, die zugrunde liegenden Prämissen kritisch zu hinterfragen und die Rolle des Geldes als Zeichensystem im Verhältnis zur biologischen Komplexität der Natur zu analysieren.

  • Diskursanalytische Aufarbeitung des Verhältnisses von Ökonomie und Ökologie.
  • Untersuchung von Bewertungsmethoden und ihrer Abhängigkeit von Marktlogiken.
  • Kritische Analyse der Transformation von Natur in ein "ökonomisches Agens" oder Kapital.
  • Reflexion über die moralischen und ästhetischen Konsequenzen der monetären Natur-Evaluation.

Auszug aus dem Buch

1.1. Was kostet die Welt?

Unter Monetarisierung von Ökosystemen verstehe man hier also nicht nur den Preis, den ein Fisch für den Fischer hat. Fälle, in denen sowohl Organismen wie auch die abiotischen natürlichen Gegebenheiten klar als unmittelbare Ressourcen oder Produkte in der Ökonomie des Menschen verortet sind – etwa Holz- und Lebensmittelindustrie, Handel mit Lebewesen und dergleichen – sind aus den folgenden Betrachtungen sogar weitgehend ausgenommen. Dort ist Natur unterschiedslos zu sonstigen Warenformen, ihre Inwertsetzung wird entsprechend von der Zahlungsbereitschaft der Konsumenten und den Kosten des Angebots abgeleitet.

Vielmehr geht es hier um Ansätze, in denen außerhalb der unmittelbaren menschlichen Wirtschaftssphäre stattfindende Vorgänge als produktive ökonomische Faktoren ›dritter Ordnung‹ wahrgenommen und Bezüge zwischen Ökologie und Ökonomie jenseits der klassischen Rollenverteilung - erstere als Objekt der Aktivität letzterer - erzeugt werden; die Fallbeispiele im Text werden dies verdeutlichen. Der Klarheit und Kürze halber sei hier eine Definition des ökonomischen Werts der Natur angeführt, die hier die Grundlage für Weiteres bildet und die Komplexität des Gegenstandes bündig andeutet:

»The total economic value of biodiversity consists of several components. Direct-use value derives from direct use of or contact with biological resources or an ecosystem, for instance the use of the reserve of a species for scientific research or to attract tourism. Indirect use value derives from the role of ecosystems in supporting human activity, for example the support given to agriculture by forests that regulate the hydrological cycle. Option value is the value placed on preserving an asset that, while not used at present, may be used in the future. An example of option value is the value that people place on preserving ecosystems and landscapes that they may wish to visit in the future. Bequest value is the value that people place on preserving natural assets to pass on to future generations, and existence value is the value that people place on the knowledge that a particular species or ecosystem exists.«

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Definition des Untersuchungsgegenstands als monetäre Inwertsetzung von Ökosystemen und Einordnung in den Kontext der Mensch-Natur-Dichotomie.

II. Diskursanalytischer Teil: Analyse der makrogeschichtlichen Entwicklungen in Ökonomie und Ökologie, die zur heutigen Sicht auf Natur als ökonomischem Agens geführt haben.

III. Synthetischer Teil: Untersuchung der Konvertibilität von Zeichensystemen wie Geld, Genom und Binärcode sowie der Konstruktion von Werten in einem Marktkontext.

IV. Ausblick: Zusammenfassende Reflexion über die zukünftige Rolle von Natur als Kapital und die Notwendigkeit einer reflexiven, soziotechnischen Natur-Kultur-Beziehung.

Schlüsselwörter

Monetarisierung, Ökosystemdienstleistung, Ökologische Ökonomik, Naturkapital, Diskursanalyse, Total Economic Value, Biodiversität, Externalität, Zeichensysteme, Inwertsetzung, Werttheorie, Umweltökonomie, Nachhaltigkeit, Markteffizienz, Anthropozän.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der monetären Bewertung von Ökosystemleistungen und wie diese Praxis unser Verständnis von Natur als ökonomischem Faktor prägt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Hauptfelder umfassen die ökonomische Geschichte des Naturbegriffs, die ökologische Theoriebildung im Kontext der Moderne sowie die Rolle von Geld als Leitmedium für die Bewertung natürlicher Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Praxis der monetären Natur-Evaluation aus ihrem rein ökonomischen Fokus herauszulösen und in einen breiteren kulturwissenschaftlichen Kontext zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine kulturwissenschaftliche Diskursanalyse sowie auf systemtheoretische und werttheoretische Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie sich ökonomische und ökologische Begriffe wie "Externalität", "Biodiversität" und "Kapital" historisch entwickelt haben und wie sie heute zur Konstruktion von monetären Werten beitragen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zentrale Begriffe sind Inwertsetzung, Monetarisierung, Ökosystemdienste, das "Knappheitsprinzip" sowie die Betrachtung von Natur als "Werte-Konserve".

Wie unterscheidet der Autor zwischen Nutz- und Nicht-Nutzeffekten?

Der Autor argumentiert, dass eine reine Fokussierung auf ökonomischen Nutzen zu einer problematischen Doppelanrechnung von Leistungen führt und dass die Natur als komplexes, relationales Gefüge nicht vollständig in einem einfachen Kosten-Nutzen-Schema aufgeht.

Welche Rolle spielt die DNA im monetären Diskurs?

Die DNA wird als digitalisierbarer Code beschrieben, der wie das Geld Information speichert und somit eine Brücke zur ökonomischen Standardisierung und "Berechenbarkeit" der biologischen Welt bildet.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "Fonds" und "Kapital" wichtig?

Die Unterscheidung verdeutlicht den Wandel von der Sicht auf die Natur als reine Ressourcenquelle hin zu einem zukunftsorientierten, aktiven Kapitalbegriff, der jedoch auf der Voraussetzung basiert, dass ökologische Einheiten als substituierbar angesehen werden.

Final del extracto de 74 páginas  - subir

Detalles

Título
Ökologische Ökonomie und Monetarisierung der Umwelt. Was kostet die Welt?
Subtítulo
Zur Monetarisierung von Ökosystemen
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,3
Autor
Moritz Jacobi (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
74
No. de catálogo
V197381
ISBN (Ebook)
9783656234661
ISBN (Libro)
9783656238676
Idioma
Alemán
Etiqueta
Natur Geld Ökonomie Monetarisierung Ökosysteme Naturschutz Green Economy Wertphilosophie Ressourcen Markt DNA Biodiversität Ökologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Moritz Jacobi (Autor), 2011, Ökologische Ökonomie und Monetarisierung der Umwelt. Was kostet die Welt?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197381
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