Die Arbeit klärt in aller Kürze die wesentlichen Begriffe, die Voraussetzung zur Beschäftigung mit dem Thema „Theater im Spanien der Aufklärung“ sind. Anschließend wird in einem knappen Abriss auf
die Situation von Spanien im 18.Jahrhundert,vor allem schon in Hinblick auf das kulturelle und gesellschaftliche Leben, eingegangen. Nachdem dann Form und Inhalt des aufklärerischen Theaters erläutert wurden, soll angeführt werden, wie Belehrung
und Vergnügen zusammenhängen. Selbstverständlich werden Aufbau der Theater der spanischen Aufklärung und die wichtigsten Bühnen dieser Zeit vorgestellt. Im Anschluss daran wird kurz auf die wesentlichen Gattungen des spanischen Theaters eingegangen und das Werk Moratíns beschrieben, bevor mit einer kurzen Conclusio
diese Arbeit beschlossen wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffserklärungen
1.1 Theater
1.2 Publikum
2. Spanien im 18. Jahrhundert
3. Bühnen
3.1 Aufbau und Sitzordnung
3.2 Teatro de la Cruz
3.3 Teatro del Principe
3.4 Teatro del Buen Retiro
3.5 Teatro de los Caños del Peral
4. Form und Inhalt aufklärerischen Theaters
5. Gattungen
5.1 Comedia antigua
5.2 Comedia nueva
5.3 Tragedia
5.4 Sainete
5.5 Tonadilla
5.6 Zarzuela
5.7 Auto Sacramentales
6. Moratín
6.1 El sí de las niñas
7. Conclusio
Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung des Theaters im Spanien des 18. Jahrhunderts, analysiert die soziokulturellen Rahmenbedingungen, die baulichen Gegebenheiten der Bühnen sowie die verschiedenen Gattungen, die den Übergang vom Barock zur Aufklärung prägten.
- Historische und soziale Kontextualisierung des spanischen Theaters im 18. Jahrhundert
- Strukturelle Analyse der wichtigsten Madrider Spielstätten der Epoche
- Gegenüberstellung von barocken Traditionen und neoklassizistischen Reformbestrebungen
- Charakterisierung wesentlicher Theatergattungen wie Sainete, Zarzuela und Comedia
Auszug aus dem Buch
1.1 Theater
Das Wort „Theater“ ist griechischen Ursprungs. theāsthai etwa bedeutet schauen oder anschauen, théa Schau oder Schauspiel. Aus diesen Begriffen hat sich das lat. theatrum entwickelt. Der Ausdruck Theater kann zweierlei bezeichnen: erstens die orts-, zeit- und gewohnheitsmäßig spezifischen Beziehungen zwischen Agierenden und Schauenden, so auch die gesellschaftlichen Konventionen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Kulturkreis vorherrschen, und zweitens bestimmte Bauwerke, Räume und Bühnen.
Wie bekannt sein dürfte, gab es bereits im antiken Griechenland Theateraufführungen. Es spielten dort einige Menschen vor einer Personenmenge etwas vor, möchte man meinen. Ursprünglich war dies jedoch völlig anders. Griechische Orte schickten einander Gesandte, um die théa, also eine Schau, mitzumachen. Der damalige Begriff war ein viel weiterer. In einer solchen Schau waren nämlich Prozessionen (pompé), sportliche Wettkämpfe (agón) und Tänze mit Lied und Musikbegleitung (choroí) enthalten.
In der ersten Hälfte der 18.Jahrhunderts bezeichnet das Wort „Theater“ einerseits das Gebäude, andererseits die Veranstaltung an sich und auch Plätze in Gärten, die mit Wasserspielen und Statuen geschmückt waren. Das Theater war zum einen ein Hinrichtungsgerüst, zum anderen das Podest für Komödianten. Erst in der zweiten Hälfte der 18.Jahrhunderts setzte sich für den Begriff „Theater“ die Voraussetzung eines Textes durch. Dieser musste von einem Dichter verfasst sein und literarisch fixierte Rollen aufweisen. In dieser Zeit war für das Theater auch nicht das Schauen – also das Sehen und Gesehen werden – wesentlich, sondern die Aktion auf der Bühne, das heißt, was gezeigt und gesagt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Umreißt das Seminarthema und beschreibt die Zielsetzung, einen Überblick über das spanische Theater der Aufklärung zu geben.
1. Begriffserklärungen: Definiert die zentralen Begriffe „Theater“ und „Publikum“ in ihrem historischen und soziologischen Kontext.
2. Spanien im 18. Jahrhundert: Analysiert die schwierige wirtschaftliche und geistige Ausgangslage Spaniens zu Beginn des Jahrhunderts und den Einfluss externer Reformideen.
3. Bühnen: Stellt die baulichen Merkmale und die gesellschaftliche Funktion der bedeutendsten Madrider Theatergebäude vor.
4. Form und Inhalt aufklärerischen Theaters: Beschreibt den Spannungsfeld zwischen barocker Comedia antigua und neoklassizistischer Comedia nueva.
5. Gattungen: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen Theaterformen, von der Zarzuela bis zu den Auto Sacramentales.
6. Moratín: Beleuchtet das Werk des Dramatikers Leandro Fernández de Moratín am Beispiel seines bedeutendsten Stückes.
7. Conclusio: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den Wandel des Theaters im 18. Jahrhundert zusammen.
Schlüsselwörter
Spanien, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Theatergeschichte, Bühnenbau, Comedia, Sainete, Zarzuela, Neoklassizismus, Moratín, Gesellschaftskritik, Dramatik, Kulturgeschichte, Spielstätten, Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Theaters im Spanien des 18. Jahrhunderts, einer Epoche, die vom Übergang barocker Traditionen hin zu den reformorientierten Idealen der Aufklärung geprägt war.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Funktion des Theaters, die bauliche Gestaltung der historischen Madrider Spielstätten, die verschiedenen dramatischen Gattungen sowie der Einfluss aufklärerischer Regelpoetik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser einen strukturierten Überblick über die wesentlichen Entwicklungen und Einflüsse auf das spanische Theater der Aufklärungszeit zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Aufarbeitung theatergeschichtlicher Quellen und theoretischer Schriften der damaligen Zeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Begriffen, die historische Situation Spaniens, die Analyse der wichtigsten Theatergebäude und die detaillierte Vorstellung der verschiedenen theatralen Gattungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spanien, Aufklärung, Theatergeschichte, Comedia, Zarzuela, Bühnenbau und das Werk von Moratín.
Warum war der Bau der festen Theater so bedeutsam für die Gesellschaft?
Feste Theater dienten nicht mehr nur als Spielstätte für Wandergruppen, sondern wurden zu festen sozialen Treffpunkten, die den Austausch zwischen verschiedenen Bevölkerungsschichten ermöglichten, wenngleich soziale Hierarchien räumlich strikt gewahrt blieben.
Welche Rolle spielte die Inquisition für das Theater?
Die Inquisition überwachte die Sittenstrenge und den Glauben, was dazu führte, dass bestimmte Theaterformen, wie etwa die Auto Sacramentales, zeitweise verboten oder in ihrer inhaltlichen Freiheit eingeschränkt wurden.
Was zeichnet Moratíns Stück "El sí de las niñas" aus?
Es gilt als ein Musterbeispiel der aufklärerischen Ideale, da es gesellschaftliche Missstände, wie das Zwangsheiraten zur materiellen Absicherung, kritisch thematisiert und nach den Regeln des Neoklassizismus strukturiert ist.
- Arbeit zitieren
- Sophie Houriez (Autor:in), 2010, Die Medienlandschaft und ihre Umbrüche im Spanien der Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197426