Das Hörspiel vom „Menschenbild, das in seiner Summe null ergibt“ wurde vom Autor Schorsch Kamerun inszeniert und in den Hörfunkstudios des WDR produziert. Am 25.09.2006 wurde es zum ersten Mal gesendet und im selben Jahr gewann das Stück den „Hörspielpreis der Kriegsblinden“.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Hörspiel im Allgemeinen und behandelt im Besonderen die Art und Weise der Übergänge in dem Stück, da diese zur inhaltlichen Kontrastbildung erheblich beitragen, ohne dabei deutlich in Erscheinung zu treten. Durch ihren Beitrag zur Kontrastierung des Inhalts fügen sie sich in das Gesamtkonzept des Hörspiels ein. Es werden drei exemplarisch geltende Übergänge analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Autor „Schorsch Kamerun“
3. Inhalt und Stil
4. Teilanalyse: Übergänge
5.. Fazit
6. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Hörspiel „Ein Menschenbild, das in seiner Summe Null ergibt“ von Schorsch Kamerun unter besonderer Berücksichtigung der technischen Gestaltung von Übergängen. Ziel ist es, zu analysieren, wie der Autor durch spezifische Schnitt- und Montagetechniken Kontraste erzeugt und die atmosphärische Wirkung des Hörspiels gezielt beeinflusst, um das Thema der gesellschaftlichen Desorientierung abzubilden.
- Analyse des künstlerischen Werdegangs von Schorsch Kamerun
- Untersuchung der Struktur und des Stils des Hörspiels als Collage
- Detailanalyse ausgewählter Übergänge und Schnitttechniken
- Manipulation von Wirklichkeit durch radiophone Mittel
- Die Rolle des Kontrasts als zentrales Gestaltungselement
Auszug aus dem Buch
4. Teilanalyse: Übergänge
Die Übergänge, die Kamerun im „Menschenbild“ setzt, sind ein wichtiges Instrument zur Atmosphärenerzeugung im Hörspiel. Für diese Teilanalyse benutze ich den Abschnitt ab 4:48 bis 9:17 im Hörspiel. Insgesamt gibt es in diesem Abschnitt drei verschiedene Übergänge. Als Übergang bezeichne ich den Wechsel von einem inhaltlichen Abschnitt zum nächsten, zum Beispiel den Übergang zwischen zwei Geschichten oder zwischen einem Musikstück und einer Geschichte.
Erster Übergang (04:48):
Der Hörer hat gerade die Geschichte von einem jungen Mann gehört, der über eine Hodenoperation berichtet hat und dies teilweise mit verlegenem Lachen, teilweise mit Schrecken untermalt („...das war eine der schlimmsten Schmerzerfahrungen...(3:55)“). Es folgt die Geschichte eines (der Stimme nach zu urteilen) jungen Mädchens um die zwanzig Jahre, die von einem Promotionjob erzählt, der sie und ihre Kolleginnen zu einer „nach Männerdeo riechenden Politesse (5:48)“ degradiert und den sie nach kurzer Zeit abbricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des prämierten Hörspiels, Einordnung als Collage und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Übergangsgestaltung.
2. Der Autor „Schorsch Kamerun“: Porträt des Künstlers, seiner Herkunft aus der Punkszene und seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb.
3. Inhalt und Stil: Definition des Hörspiels als „Neues Hörspiel“ und Untersuchung der collageartigen Struktur sowie des Einsatzes semiotischer Instrumente wie Geräusche und Musik.
4. Teilanalyse: Übergänge: Detaillierte Untersuchung dreier exemplarischer Schnitte und deren Wirkung auf die Wahrnehmung des Hörers und die Atmosphäre des Stücks.
5.. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass technische Übergänge ein essenzielles, strategisches Gestaltungswerkzeug zur Stimmungssteuerung darstellen.
6. Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Schorsch Kamerun, Hörspiel, Collage, Übergänge, Schnitttechnik, Neues Hörspiel, Gesellschaftskritik, radiophone Mittel, Kontrast, Medienwirklichkeit, Desorientierung, akustische Montage, Klangraum, Identität, Subventionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Hörspiel „Ein Menschenbild, das in seiner Summe Null ergibt“ von Schorsch Kamerun und untersucht, wie der Autor durch technische Mittel wie Übergänge und Schnitte eine spezifische Wirkung beim Hörer erzeugt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Rolle des Autors als gesellschaftskritischer Künstler, die Form des „Neuen Hörspiels“ als Collage sowie die Analyse von Kontrasten und atmosphärischer Gestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technische Gestaltungsmittel (insbesondere Schnitte) wesentlich zur inhaltlichen Aussage des Stücks beitragen, da sie die erzählerischen Fragmente verbinden und durch Kontraste verstärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die Theorieansätze zur Hörspieltheorie (u.a. Lermen, Fischer, Ladler) auf ein konkretes Werk anwendet und durch eine detaillierte Teilanalyse von Ausschnitten stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Autors Schorsch Kamerun, eine medienwissenschaftliche Einordnung von Stil und Inhalt des Hörspiels sowie eine tiefgehende Analyse von drei spezifischen Übergängen im Stück.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hörspiel, Collage, Schnitttechnik, Gesellschaftskritik, radiophone Mittel und Kontrast.
Wie unterscheidet Kamerun die Übergänge in diesem Hörspiel von traditionellen Hörspielen?
Kamerun verzichtet teilweise bewusst auf sanfte Blenden oder Übergänge, um den Hörer mit harten Schnitten und Brüchen zu konfrontieren, was die Desorientierung der Figuren widerspiegelt.
Welche Rolle spielt die Musik im analysierten Werk?
Die Musik ist nicht nur Begleitelement, sondern agiert autonom und gleichwertig zur gesprochenen Sprache, um durch disharmonische oder verstörende Klänge Kontraste zu den persönlichen Geschichten zu bilden.
Wie reagiert der Autor auf die Forschungsanfragen?
Der Autor Schorsch Kamerun hat auf mehrfache Anfragen des Verfassers leider nicht reagiert, weshalb die Analyse der Intentionen teilweise auf fundierten Vermutungen basiert.
- Citar trabajo
- Marco Baumgarten (Autor), 2012, Zu Schorsch Kameruns „Ein Menschenbild, das in seiner Summe Null ergibt“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197482