Die elektronische Abwicklung von Geschäftsprozessen gehört zu den aktuellen Top-Themen des Internet-Zeitalters. E-Business ist ein Geschäftsfeld, das zur Zeit von Euphorie beherrscht wird und enorme Wachstumschancen bietet.
Die Abwicklung von Geschäftsprozessen über das Internet erfordert von allen teilnehmenden
Geschäftseinheiten die Bereitstellung geeigneter softwaretechnischer Strukturen, insbesondere die Unterstützung vorgegebener Schnittstellen. Der Anbieter von elektronischen Services hat für die Abwicklung und Verarbeitung der unterschiedlichsten Geschäftsprozesse Sorge zu tragen. Die vorliegende Arbeit stellt eine allgemeine Struktur für eine E-Business Plattform bereit, die als Intermediär externe Geschäftseinheiten integriert, die Abwicklung von Geschäftsprozessen zwischen Anbietern und Kunden ermöglicht und Standardformate für den Datenaustausch bereitstellt. Die bloße Abwicklung
von Geschäftsprozessen über das Internet ist durch heutige Technologien möglich. Darauf basierend, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Aufgabe, für Unternehmen und Endkunden eine Architektur für einen zentralen elektronischen Transaktionsplatz zu schaffen und eine Grundlage für die softwaretechnische Analyse zu entwickeln.
Neben der Entwicklung eines Architekturkonzeptes werden Konzepte von auf dem Markt erhältlichen Systemen untersucht und bewertet. Anhand eines Praxisbeispiel wird außerdem dargestellt, wie ein bestehender Online Shop hin zu einer B2B-Plattform weiterentwickelt werden kann.
THESEN
(1) Für den universellen Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Applikationen wird sich die eXtensible Markup Language (XML) als Standard etablieren.
(2) XML wird von modernen Datenbanksystemen verstärkt unterstützt werden.
(3) Relationale Datenbanksysteme sind ungeeignet zur optimalen Speicherung und Verarbeitung von XML-Daten.
(4) Java wird sich für die plattformunabhängige Entwicklung von Applikation durchsetzen und behaupten.
(5) Java und XML sind Schlüsseltechnologien bei der Entwicklung moderner E-Business Anwendungen.
(6) Der Markt zur elektronischen Abwicklung von Geschäftsprozessen befindet sich momentan in einer Orientierungs- und Umstrukturierungsphase. E-Business wird sich in Zukunft auf dem Markt etablieren.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. ÜBERBLICK UND MOTIVATION
1.2. AUFGABENSTELLUNG UND GLIEDERUNG DER ARBEIT
1.2.1. Aufgabenstellung
1.2.2. Gliederung der Arbeit
1.3. KONVENTIONEN
2. GRUNDLAGEN
2.1. EINLEITUNG
2.2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN
2.2.1. Die Begriffe E-Business und E-Commerce
2.2.2. Der Begriff des E-Business Transaktionszentrums
3. ANFORDERUNGEN AN EIN E-BUSINESS TRANSAKTIONSZENTRUM
3.1. ÜBERBLICK
3.2. DATENAUSTAUSCH MIT XML
3.3. ELEKTRONISCHE SERVICES
4. KONZEPTION EINES E-BUSINESS TRANSAKTIONSZENTRUMS
4.1. EINLEITUNG
4.2. DIE FUNKTIONSBEREICHE DES TRANSAKTIONSZENTRUMS
4.3. DIE INTERNE VERARBEITUNG DES TRANSAKTIONSZENTRUMS
4.3.1. Einleitung
4.3.2. Allgemeine Beschreibung
4.3.3. Der Transaktionskoordinator
4.3.4. Fehlerbehandlung
4.3.4.1. Direkter Abbruch
4.3.4.2. Mehrmaliges Wiederholen mit zeitlicher Verzögerung
4.3.4.3. Mehrmaliges Wiederholen in Wellen
4.3.5. Sicherheitsmechanismen
4.3.6. Entwicklungsumgebung
4.4. DIE VERBINDUNGSEINHEIT DES TRANSAKTIONSZENTRUMS
4.4.1. Einleitung
4.4.2. Verbindung mit dem Internet
4.4.3. Lastenteilung
4.4.4. Request Router
4.5. DATENAUSTAUSCH MIT DEM TRANSAKTIONSZENTRUM
4.5.1. Einleitung
4.5.2. Datenaustausch über XML-Dateien
4.5.3. Der Exportvorgang
4.5.4. Der Data Aggregator im Detail
4.6. KOMPONENTEN DES TRANSAKTIONSZENTRUMS
4.6.1. Einleitung
4.6.2. Interne Softwarekomponenten
4.6.2.1. Überblick
4.6.2.2. Der Transaktionskoordinator
4.6.2.3. Empfang und Senden
4.6.2.4. Import und Export
4.6.2.5. Request Routing
4.6.2.6. Sicherheit
4.6.2.7. Visualisierung
4.6.2.8. Datenverarbeitungsprozesse
4.6.2.9. Datenhaltung
4.6.2.10. Datenpflege
4.6.2.11. Logistik und Versand
4.6.2.12. E-Services
4.6.3. Interne Hardwarekomponenten
4.6.3.1. Überblick
4.6.3.2. Peripherie
4.6.3.3. Datenbankserver
4.6.3.4. Data Warehouse und Data Mart
4.6.4. Die externe Umgebung
4.6.4.1. Externe Hardwaresysteme
4.6.4.2. Externe Softwaresysteme
5. EVALUIERUNG VON ARCHITEKTURKONZEPTEN
5.1. EINLEITUNG
5.2. DATENBANKSYSTEME UND E-BUSINESS UNTERSTÜTZUNG
5.2.1. Überblick
5.2.2. Oracle 8i
5.2.3. DB2 Version 7 von IBM
5.2.4. Tamino XML Datenbank von der Software AG
5.2.5. Bewertung
5.3. DIE XML-PLATTFORM DER SOFTWARE AG
5.3.1. Überblick
5.3.2. Bolero
5.3.3. Bolero Component Studio
5.3.4. EntireX
5.3.5. Tamino X-Bridge
5.3.6. Bewertung
5.4. BEA WEBLOGIC SERVER VERSION 6
5.4.1. Überblick
5.4.2. Kommunikation
5.4.3. Die Middleware Tuxedo
5.4.4. Unterstützung von Clustern
5.4.5. Entwicklungsumgebung
5.4.6. Bewertung
5.5. INTERSHOP ENFINITY
5.5.1. Überblick
5.5.2. Die Architektur
5.5.3. Kommunikation mit anderen Systemen
5.5.4. Die Entwicklungsumgebung
5.5.4.1. Templates
5.5.4.2. Pipelines
5.5.5. Bewertung
5.6. INTOS/M2, RELEASE 2.1
5.6.1. Überblick
5.6.2. Funktionsbereiche
5.6.2.1. E-Commerce
5.6.2.2. Data Interchange
5.6.2.3. Content Management
5.6.2.4. Collaboration
5.6.3. Bewertung
5.7. BEWERTUNG DER VORGESTELLTEN KONZEPTE
6. PRAXISBEISPIEL: DIE „FASHIONMARKET AG“
6.1. EINLEITUNG
6.2. DIE TÄTIGKEIT BEI DER FASHIONMARKET AG
6.2.1. Einleitung
6.2.2. Umstellung des bestehenden Systems
6.2.3. Der Aufbau der B2B-Plattform
7. SCHLUßBETRACHTUNGEN UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Evaluierung von Architekturkonzepten für E-Business Transaktionszentren. Ziel ist die Schaffung einer softwaretechnischen Struktur, die als Intermediär zwischen verschiedenen Geschäftseinheiten agiert, Geschäftsprozesse integriert und einen standardisierten Datenaustausch, insbesondere basierend auf XML, ermöglicht.
- Entwicklung eines Architekturkonzepts für zentrale E-Business Transaktionszentren.
- Untersuchung und Bewertung marktüblicher Software- und Datenbanksysteme.
- Integration von Standards und Schnittstellen für einen effizienten Datenaustausch.
- Praxisnahe Anwendung und Weiterentwicklung anhand der fashionmarket AG.
- Betrachtung von Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit und Sicherheitsmechanismen.
Auszug aus dem Buch
4.3.3. Der Transaktionskoordinator
Wie zuvor beschrieben, fungiert der Transaktionskoordinator als Zentrale bei der Verarbeitung von mehrstufigen Prozessen. Das nächste Beispiel verdeutlicht die Arbeitsweise dieser Zentrale.
Aufgabe ist es im Beispiel, eine Statistik in Form eines Dokumentes zu erstellen und dieses an zuständige Stellen zu verteilen. Die einzelnen Kriterien sind in der nächsten Liste angegeben. Alle Kriterien sind der Reihenfolge nach abzuarbeiten, sofern in der Abarbeitung kein Fehler auftritt. Die Aufgabe gliedert sich in mehrere Teile, die in der Reihenfolge der Nennung abzuarbeiten sind. Die Aufgabe lautet:
a) Zeitpunktgesteuertes Erstellen einer Statistik über Abverkäufe (als vertraulich angenommene Daten)
b) Berücksichtigung eines bestimmten Zeitraums und von Abverkaufsartikeln aus einer bestimmten Artikelgruppe
c) Konvertieren der Statistik vom Standardausgabeformat in ein vom Empfänger abhängiges Zielformat
d) Verschlüsseln der Zieldatei, für deren Entschlüsselung die Empfänger der Statistik entsprechende Schlüssel haben
e) Versehen der verschlüsselten Datei mit einem Ursprungszertifikat
f) Weiterleiten an zuständigen Sachbearbeiter zu einem bestimmten Zeitpunkt über einen bestimmten Übertragungsweg
g) Senden einer Kopie der Statistik in einem anderen Zielformat an einen Sachbearbeiter einer Außenstelle
h) Erwarten einer Empfangsbestätigung sowohl vom Empfänger des „Originals“ als auch der „Kopie“ der Statistik
i) Backup der erstellten Statistik im Ursprungsformat auf einem Backupsystem / File Server
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Überblick über E-Business als elektronische Geschäftsprozessabwicklung und Motivation zur Entwicklung einer skalierbaren Architektur für Transaktionszentren.
2. Grundlagen: Definition wesentlicher Begriffe wie E-Business, E-Commerce und E-Business Transaktionszentrum sowie Erläuterung der Geschäftsbeziehungen.
3. Anforderungen an ein E-Business Transaktionszentrum: Analyse technischer Erfordernisse wie Datenaustausch via XML und elektronische Services zur Systemintegration.
4. Konzeption eines E-Business Transaktionszentrums: Detaillierte Darstellung der Systemarchitektur, interner Verarbeitungskomponenten, Sicherheitsmechanismen und Datenflussmodelle.
5. Evaluierung von Architekturkonzepten: Untersuchung und Bewertung verschiedener Marktprodukte hinsichtlich ihrer Eignung für E-Business-Infrastrukturen.
6. Praxisbeispiel: Die „fashionmarket AG“: Anwendung des erarbeiteten Architekturkonzepts in einem realen Unternehmensumfeld zur Umstellung und Erweiterung eines E-Commerce-Systems.
7. Schlußbetrachtungen und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der technologischen Entwicklungen im E-Business und Zukunftsprognosen bezüglich XML, Java und neuen Technologien.
Schlüsselwörter
E-Business, Transaktionszentrum, XML, Datenaustausch, Softwarearchitektur, Geschäftsprozess, Skalierbarkeit, Middleware, WebLogic Server, Intershop, Java, Backend, Systemintegration, Sicherheit, EDI.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Entwicklung und Konzeption einer softwaretechnischen Architektur für E-Business Transaktionszentren, um Geschäftsprozesse über das Internet effizient abzuwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Systemintegration, dem dateibasierten Datenaustausch mittels XML, der Skalierbarkeit von Transaktionssystemen und der Evaluierung bestehender Middleware-Lösungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein allgemeines Architekturkonzept zu entwerfen, das als Grundlage für Unternehmen dient, um eine zukunftssichere E-Business-Plattform zu realisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse von Software- und Systemarchitekturen, die Bewertung aktueller Industriestandards und die praktische Anwendung an einem Fallbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konzeption eines idealen Transaktionszentrums und die anschließende kritische Bewertung marktgängiger Systeme wie Bea WebLogic, Intershop enfinity und Intos/m2.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen E-Business, Transaktionszentrum, XML, Middleware, Skalierbarkeit, Systemarchitektur und Datenaustausch.
Warum ist der Transaktionskoordinator für die Architektur so wichtig?
Er fungiert als zentrale Instanz und "Message Handler", der alle internen und externen Prozesse steuert, Anfragen weiterleitet und sicherstellt, dass komplexe Arbeitsabläufe innerhalb des Systems korrekt ausgeführt werden.
Welche Rolle spielt die fashionmarket AG im letzten Teil der Arbeit?
Sie dient als Praxisbeispiel, um die Anwendung des erarbeiteten Konzepts zu verdeutlichen, insbesondere im Hinblick auf die Datenbank-Restrukturierung und den Aufbau einer B2B-Plattform auf Basis bestehender Systeme.
- Quote paper
- Klaus Meffert (Author), 2001, Entwicklung und Evaluierung von Architekturkonzepten für E-Business-Transaktionszentren unter Berücksichtigung gegebener Standards und Schnittstellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19749