Inhaltsverzeichnis
1. Orientierung durch das Gewissen? Die Gewissenslehre von Thomas von Aquin 2
2. Wie orientiert der kategorische Imperativ von Kant? 7
3. Stellen Sie die beiden Modelle der autonomen Moral dar. 11
Wie vereinen Auer und Böckle Autonomie und Theonomie (Gottesbezug)?
Literaturverzeichnis 15
Inhaltsverzeichnis
1. Orientierung durch das Gewissen? Die Gewissenslehre von Thomas von Aquin
2. Wie orientiert der kategorische Imperativ von Kant?
3. Stellen Sie die beiden Modelle der autonomen Moral dar.
Wie vereinen Auer und Böckle Autonomie und Theonomie (Gottesbezug)?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophischen und theologischen Grundlagen der moralischen Orientierung und setzt dabei Schwerpunkte auf klassische sowie moderne Ansätze der Ethik, um das Verhältnis von Autonomie und Theonomie zu erörtern.
- Die Gewissenslehre nach Thomas von Aquin
- Die Struktur und Anwendung des kategorischen Imperativs nach Immanuel Kant
- Die autonome Moral nach Alfons Auer
- Die moraltheologischen Ansätze von Franz Böckle
- Die Verbindung von menschlicher Freiheit und göttlichem Anspruch
Auszug aus dem Buch
1. Orientierung durch das Gewissen? Die Gewissenslehre des Thomas von Aquin
Thomas von Aquin entfaltet seine Gewissenslehre von zwei Ansätzen aus. Zunächst durch die Differenzierung von conscientia und synderesis und im weiteren Schritt durch den Begriff der lex naturalis. Wichtig ist zu beachten, dass es bei ihm keine identische Bezeichnung für das gibt, was wir im Deutschen mit Gewissen ausdrücken. Die von ihm verwendeten Begriffe concientia und ratio haben allgemeinere Bedeutung. Durch die folgende Erklärung der beiden Ansätze sollen die Bedeutungen, der genannten Begriffe verständlich gemacht werden.
Um den theologisch-ethischen Entwurf von Thomas von Aquin in seiner Komplexität nachvollziehbar zu machen, möchte ich zunächst seine Grundlage, die Seinsmetaphysik näher erläutern: Nach Thomas ist Gott der Schöpfer der gesamten Wirklichkeit. Die metaphysische Realität und damit auch der Mensch und die Welt haben eine vernünftige Struktur, die der Mensch mit seiner Vernunft erschließen kann. Begründet wird diese Annahme damit, dass Gott, ihr Schöpfer, ein Vernunftwesen ist und deshalb die inneren Gesetze seiner Schöpfung ähnlich vernünftig strukturiert sein müssen wie er. Folglich hat der Mensch insbesondere als Abbild Gottes an der Vernunft Gottes teil und wird für ihn gleichzeitig das Maß seiner eigenen Vernunft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Orientierung durch das Gewissen? Die Gewissenslehre von Thomas von Aquin: Dieses Kapitel erläutert die seinsmetaphysischen Grundlagen von Thomas von Aquin und analysiert, wie der Mensch durch Vernunft und Gewissen an der göttlichen Ordnung (lex aeterna und lex naturalis) teilhat.
2. Wie orientiert der kategorische Imperativ von Kant?: Hier wird Kants Transzendentalphilosophie dargelegt, um zu erklären, wie der Mensch durch reine Vernunft und den kategorischen Imperativ universell gültige moralische Handlungsmaßstäbe jenseits empirischer Neigungen findet.
3. Stellen Sie die beiden Modelle der autonomen Moral dar.: Dieser Abschnitt vergleicht die Ansätze von Alfons Auer und Franz Böckle, um aufzuzeigen, wie moderne theologische Ethik die menschliche Autonomie mit dem christlichen Glauben und einem Gottesbezug (Theonomie) versöhnen kann.
Schlüsselwörter
Gewissenslehre, Thomas von Aquin, lex naturalis, Immanuel Kant, kategorischer Imperativ, Autonomie, Theonomie, Alfons Auer, Franz Böckle, Moraltheologie, praktische Vernunft, Willensakt, Wirklichkeit, Sinnerfahrung, christliche Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Fundamenten der moralischen Orientierung und dem Spannungsfeld zwischen menschlicher Selbstbestimmung und einer durch Gott begründeten Ethik.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der scholastischen Gewissenslehre, der kantischen Pflichtethik sowie modernen moraltheologischen Entwürfen zur Autonomie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Konzepte von Autonomie und Theonomie darzustellen und zu analysieren, wie der Mensch in der heutigen Zeit moralisch begründet handeln kann.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Es werden klassische philosophische Texte und moraltheologische Fachliteratur herangezogen, um eine systematische Herleitung ethischer Normen zu vollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen von Thomas von Aquin, Immanuel Kant sowie der Synthese von Alfons Auer und Franz Böckle.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Besonders prägend sind Begriffe wie Gewissensbildung, Vernunftmotivation, moralisches Subjekt und die Güterabwägung innerhalb des moralischen Handelns.
Was unterscheidet das "vorausgehende" vom "nachfolgenden" Gewissen bei Thomas von Aquin?
Das vorausgehende Gewissen reflektiert eine geplante Handlung vor der Durchführung, während das nachfolgende Gewissen eine bereits vollzogene Tat bewertet.
Wie integriert Alfons Auer die "Wirklichkeit" in sein ethisches Modell?
Auer begreift die Wirklichkeit als eine ethische Grundlage, da sie bereits von Gott mit einer Sinnstruktur versehen wurde, die der Mensch durch Vernunft erkennen soll.
Welche Rolle spielt die Freiheit für das Modell von Franz Böckle?
Für Böckle ist die Freiheit der Ausgangspunkt für die Eigenverantwortlichkeit des Menschen, wobei die moralische Verpflichtung absolut in der Bindung an Gott begründet liegt.
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- Petra Richter (Author), 2009, Alles ist erlaubt?! - Plurale Gesellschaft und moralische Orientierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197501