Die zunehmende Intensivierung des globalen Wettbewerbs führt zu dynamischen Reaktionen am Markt. Aufgrund der daraus resultierenden komplexen Wettbewerbsstrukturen wird eine Anpassung der Unternehmensstrategie essentiell für das erfolgreiche Bestehen
auf den Märkten.
Der Zusammenschluss mit anderen Unternehmen, Beteiligungen
und Unternehmenskäufe sowie Unternehmensverkäufe werden zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmensstrategie.
Die grundsätzliche Problematik bei der Umsetzung einer solchen Strategie basiert auf der differenzierten Betrachtung des Käufers und
Verkäufers hinsichtlich des Preises für das Unternehmen. Dabei stellt er für den Käufer einen Investitionswert und für den Verkäufer einen fairen Marktwert dar.
„Heute kennen wir von allem den Preis, aber von nichts den Wert.“
Das aufgeführte Zitat von Oscar Wilde soll den Unterschied zwischen dem ausgehandelten Preis und dem tatsächlichen Wert eines Unternehmens verdeutlichen.
Dieser Unterschied entsteht bspw. aufgrund der Vernachlässigung weicher Faktoren wie den Managementqualitäten und der Unternehmensphilosophie. Um eine adäquate Aussage darüber
zu treffen, ob der Preis eines Unternehmens auch tatsächlich seinem Wert entspricht,werden folglich unterschiedliche Methoden zur Ermittlung des Unternehmenswertes herangezogen, um diesen so objektiv wie möglich darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Unternehmenswert und Unternehmensbewertung
2.1 Definition und Begriffsabgrenzung
2.2 Entwicklung der Unternehmensbewertung
2.3 Aufgaben der Unternehmensbewertung
3 Bewertungskonzeptionen
3.1 Einzelbewertungsverfahren
3.2 Gesamtbewertungsverfahren
3.3 Gegenüberstellung der Konzeptionen
4 Unternehmensbewertung anhand des Unternehmens BMW AG
4.1 Unternehmensprofil
4.2 Bewertungskriterien und Bewertungen
4.3 Kritische Würdigung und Handlungsempfehlung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die detaillierte Darstellung und der kritische Vergleich von Einzel- und Gesamtbewertungsverfahren für Unternehmen. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die methodischen Unterschiede sowie die sich daraus ergebenden Probleme bei der praktischen Anwendung, illustriert am Beispiel der BMW AG.
- Theoretische Grundlagen und Entwicklung der Unternehmensbewertung
- Differenzierung zwischen Einzel- und Gesamtbewertungsverfahren
- Analyse und praktische Anwendung der Bewertungskriterien am Beispiel der BMW AG
- Kritische Würdigung der Aussagekraft verschiedener Bewertungsmodelle
- Handlungsempfehlungen für eine objektivere Wertermittlung
Auszug aus dem Buch
3.1 Einzelbewertungsverfahren
Das Einzelbewertungsverfahren ist eine stichtagsbezogene Methode, bei der die einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens aufaddiert und die Verbindlichkeiten abgezogen werden. Hierbei erfolgt eine Differenzierung in Substanzwert und Liquidationswert.
Die Substanzwertmethode dient zur Bestimmung des Wertes des Nettovernögens des Unternehmens und folgt dementsprechend dem Prinzip der Einzelbewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Dabei wird die Fortführung des Unternehmens angenommen. Die Summe der Wiederbeschaffungs- bzw. Reproduktionswerte materieller sowie immaterieller Vermögensgegenstände werden als Maßstab festgelegt. Die Bilanz des Unternehmens dient als Grundlage. Das Betriebsnotwendige Vermögen wird mit den Wiederbeschaffungskosten und das nichtbetriebsnotwendige Vermögen mit den Liquidationswerten bewertet. Erfolgt eine Berücksichtigung der Verbindlichkeiten, ergibt sich ein Nettosubstanzwert. Ohne Berücksichtigung der Verbindlichkeiten ergibt sich ein Bruttosubstanzwert.
Der Liquidationswert ist eine Sonderform des Substanzwertes und stellt den Nettozufluss des Eigentümers dar und setzt sich aus den Einzelveräußerungserlösen abzüglich der Verbindlichkeiten, Pensionsrückstellungen und Liquidationskosten zusammen. Bei dieser Methodik wird die Liquidation des Unternehmens angenommen.
Der Liquidationswert allein reicht jedoch nicht aus, um eine angemessene Beurteilung über den Unternehmenswert treffen zu können. Er hat lediglich eine Hilfsfunktion und dient als Mindestverkaufspreis und somit als Wertuntergrenze für den Verkäufer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung der Unternehmensbewertung im globalen Wettbewerb und definiert das Ziel der Arbeit, verschiedene Bewertungsmethoden zu vergleichen.
2 Unternehmenswert und Unternehmensbewertung: Hier werden zentrale Begriffe definiert, die historische Entwicklung der Disziplin skizziert und die vielfältigen Aufgaben der Unternehmensbewertung für die Unternehmensführung erläutert.
3 Bewertungskonzeptionen: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Ansätze der Einzel- und Gesamtbewertung gegenüber und diskutiert deren methodische Besonderheiten sowie deren Eignung.
4 Unternehmensbewertung anhand des Unternehmens BMW AG: In diesem Teil werden die theoretischen Erkenntnisse auf das konkrete Beispiel der BMW AG angewendet, indem Multiplikator- und Substanzwertverfahren durchgeführt werden.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine einzelne Methode meist nicht ausreicht, um den Wert eines Unternehmens aufgrund von Planungsunsicherheiten und qualitativen Faktoren vollständig abzubilden.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, BMW AG, Einzelbewertungsverfahren, Gesamtbewertungsverfahren, Substanzwert, Liquidationswert, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Multiplikatorverfahren, Kapitalkosten, Unternehmenswert, Finanzführung, Peer Group, Marktwert, Shareholder Value.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Vielfalt der Unternehmensbewertung und vergleicht, wie verschiedene Ansätze zur Ermittlung eines Unternehmenswertes führen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Abgrenzung von Einzel- und Gesamtbewertungsverfahren, die theoretische Herleitung von Unternehmenswerten sowie deren praktische Anwendung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Einzel- und Gesamtbewertungsansätzen aufzuzeigen und deren Eignung kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine Literaturanalyse zur methodischen Fundierung sowie eine Fallstudienanalyse am Beispiel der BMW AG durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte (Einzel- vs. Gesamtbewertung) theoretisch erläutert und anschließend auf das Praxisbeispiel der BMW AG unter Verwendung von Kennzahlen angewandt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Unternehmenswert, Discounted-Cash-Flow-Verfahren, Substanzwert und Multiplikatorverfahren.
Warum ist das Substanzwertverfahren für eine Unternehmensbewertung oft unzureichend?
Das Substanzwertverfahren vernachlässigt zukunftsbezogene Werte und immaterielle Faktoren, weshalb es eher als Mindestwert oder Hilfsfunktion dient.
Welchen Vorteil bietet das DCF-Verfahren laut Autor?
Das DCF-Verfahren ist zukunftsorientiert und kann bilanztechnisch schwerer beeinflusst werden, da es auf der Betrachtung künftiger Cashflows basiert.
Welche Rolle spielt die BMW AG in dieser Arbeit?
Die BMW AG dient als konkretes Praxisbeispiel, um die theoretisch diskutierten Methoden (Multiplikator- und Substanzwertverfahren) auf aktuelle Unternehmensdaten anzuwenden.
Zu welchem Schluss kommt die kritische Würdigung der Methoden?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass man sich nicht auf eine explizite Methode verlassen sollte, sondern eine Kombination verschiedener Ansätze sowie die Berücksichtigung qualitativer Faktoren für eine objektive Bewertung notwendig ist.
- Quote paper
- Perihan Fidan (Author), 2012, Vergleich von Einzelbewertungsverfahren und Gesamtbewertungsverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197677