Die Arbeit stellt die Möglichkeiten der EZB vor, durch ihre Außenwertpolitik Arbeitslosigkeit und Inflation im Euro-Raum zu beeinflussen. Des weiteren werden diesbezügliche Interdependenzen mit dem politischen System sowie die bisherige Außenwertpolitik der EZB dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Tradeoff von Arbeitslosigkeit und Inflation
2.1. Grundlegende theoretische Annahmen
2.2. Der Tradeoff unter den Bedingungen flexibler Wechselkurse
3. Moderne Politische Ökonomie
3.1. Wechselwirkungen zwischen Politik und Wirtschaft
3.2. Moderne Politische Ökonomie und die Europäische Zentralbank
4. Die Außenwertpolitik der Europäischen Zentralbank
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Europäischen Zentralbank (EZB), durch gezielte Außenwertpolitik und Devisenmarktinterventionen den kurzfristigen Zusammenhang (Tradeoff) zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation im Euro-Raum zu beeinflussen, und beleuchtet dabei mögliche politisch-ökonomische Einflussfaktoren.
- Grundlagen des Tradeoffs zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation
- Mechanismen flexibler Wechselkurse in der Außenwirtschaft
- Anwendung der Modernen Politischen Ökonomie auf die Zentralbankpolitik
- Empirische Betrachtung der bisherigen Außenwertpolitik der EZB
Auszug aus dem Buch
2.2. Der Tradeoff unter den Bedingungen flexibler Wechselkurse
Nachdem geklärt ist, wie sich der Tradeoff im allgemeinen darstellt, soll nun dargelegt werden, wie er sich bei der Betrachtung des Außenwertes einer Währung vor dem Hintergrund flexibler Wechselkurse verhält. Dazu werden kurz Vor- und Nachteile flexibler Wechselkurse im allgemeinen erläutert, woraufhin dann Kosten und Nutzen verschiedener Kursentwicklungen in Bezug auf den Tradeoff von Arbeitslosigkeit und Inflation erörtert werden. Es soll deutlich werden, was bestimmte Kursentwicklungen bzw. Devisenmarktinterventionen in die eine oder andere Richtung im Sinne des Tradeoffs bedeuten.
Krugman/ Obstfeld referieren die Vor- und Nachteile flexibler Wechselkurssysteme. Dabei nennen sie u.a. die Unabhängigkeit und Autonomie nationaler Geld- und Währungspolitik sowie die Funktion flexibler Wechselkurse als automatische Stabilisatoren durch schnelle Schockanpassungsfähigkeit als Vorteile. Als nachteilig erwähnen sie u.a. die destabilisierende Wirkung möglicher Devisenspekulation sowie das den internationalen Handel und Investitionen beeinträchtigende Wechselkursrisiko (Krugman/ Obstfeld 1994: 559).
Bei flexiblen Wechselkursen bestimmen Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt die Kurse der Währungen zueinander; das Verhältnis von Angebot und Nachfrage einer bestimmten Währung bestimmt die Tendenz ihres Kurses. In diesem Rahmen können sich die Zentralbanken bewegen und am Devisenmarkt intervenieren, indem sie z.B. ihre eigene Währung anbieten oder nachfragen. So können sie zumindest versuchen, die Tendenz ihrer Währung am Markt zu beeinflussen. Ein steigender bzw. fallender Wechselkurs der Heimatwährung hat aber Einfluss auf den Tradeoff von Arbeitslosigkeit und Inflation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Euro-Schwäche und Definition der Zielsetzung, den Zusammenhang von EZB-Außenwertpolitik und dem Tradeoff von Arbeitslosigkeit und Inflation zu untersuchen.
2. Der Tradeoff von Arbeitslosigkeit und Inflation: Theoretische Herleitung des kurzfristigen negativen Zusammenhangs zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenquote auf Basis der Phillips-Kurve.
3. Moderne Politische Ökonomie: Analyse der theoretischen Wechselwirkungen zwischen wirtschaftspolitischen Entscheidungen und politischen Interessen (Rational-Choice) im Hinblick auf Wiederwahlorientierung.
4. Die Außenwertpolitik der Europäischen Zentralbank: Gegenüberstellung der theoretischen Möglichkeiten einer Zentralbank mit der tatsächlichen, auf Preisstabilität ausgerichteten und zurückhaltenden Politik der EZB.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die EZB zwar intervenieren könnte, dies jedoch aufgrund ihres Mandats und ihrer Stabilitätsideologie vermeidet.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Monographien.
Schlüsselwörter
Europäische Zentralbank, EZB, Außenwertpolitik, Euro, Wechselkurs, Tradeoff, Arbeitslosigkeit, Inflation, Phillips-Kurve, Geldpolitik, Politische Ökonomie, Devisenmarktintervention, Preisstabilität, Wirtschaftspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Europäischen Zentralbank, durch eine aktive Beeinflussung des Euro-Außenwertes wirtschaftspolitische Zielvariablen wie Arbeitslosigkeit und Inflation zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die makroökonomische Tradeoff-Theorie, die Funktionsweise flexibler Wechselkurssysteme sowie die politikwissenschaftliche Analyse der Entscheidungslogik unabhängiger Zentralbanken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Klärung, ob und unter welchen Bedingungen die EZB durch Außenwertpolitik in den Tradeoff zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation eingreifen kann und ob hierbei politische Einflüsse eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine modelltheoretische Analyse, basierend auf makroökonomischen Lehrbuchgrundlagen und den Ansätzen der Modernen Politischen Ökonomie, um Hypothesen zur EZB-Politik zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert den theoretischen Hintergrund des Tradeoffs, die Auswirkungen flexibler Wechselkurse auf die Binnenwirtschaft sowie die Anwendung der Modernen Politischen Ökonomie auf die Unabhängigkeit der EZB.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Außenwertpolitik, EZB, Tradeoff, Inflation, Arbeitslosigkeit, Devisenmarktintervention und Politische Ökonomie.
Welche Rolle spielt der Euro-Wechselkurs im Modell der Arbeit?
Der Wechselkurs wird als Instrument angesehen, das über Ex- und Importpreise die Gesamtnachfrage und damit den Tradeoff zwischen Preissteigerungen und Beschäftigung beeinflussen kann.
Inwiefern beeinflussen wahlpolitische Kalküle die EZB laut der Untersuchung?
Die Untersuchung deutet an, dass Regierungen zwar ein Interesse an einer Beeinflussung der EZB-Politik haben könnten, die institutionelle Unabhängigkeit der EZB jedoch primär auf Preisstabilität ausgerichtet bleibt.
- Citation du texte
- Frank Stadelmaier (Auteur), 2001, Die Möglichkeiten der Europäischen Zentralbank, durch Außenwertpolitik auf den Tradeoff von Arbeitslosigkeit und Inflation Einfluss zu nehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19768