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Staufer und Welfen

Judiths Einfluss auf die Nachfolgeregelung des Reiches

Titre: Staufer und Welfen

Dossier / Travail de Séminaire , 2011 , 21 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Brigitte Maier (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Das Hochmittelalter ist in Deutschland geprägt durch den langjährigen Streit zwischen Staufern und Welfen. Betrachtet man sich den Konflikt zwischen Staufern und Welfen genauer, so stellt man fest, dass der Wechsel zwischen Erb- und Wahlkaisertum bzw. eine nicht genau festgelegte Nachfolgeregelung für die Thronstreitigkeiten innerhalb der machthabenen Familien verantwortlich war. Bereits während des Aufstreben des Familienclans im 9. Jahrhundert waren solcherlei Erbstreitigkeiten in den Kaiserfamilien vorhanden. Dies zeigt besonders eindrücklich die Geschichte der Judith I aus dem Hause Welf, welche zeitgleich das erste Mitglied dieser Familie ist, das in der Geschichtsschreibung verewigt ist.

Aus heutiger Sicht wirkt die Hochzeit mit Kaiser Ludwig dem Frommen von daher auch mehr als spektakulär. An seiner Seite sollte sie das 9. Jahrhundert ebenso prägen wie die Entwicklung des mittelalterlichen Europas. Durch die Geburt ihres Sohnes Karl brachte sie die bis dato unanfechtbar geglaubte Nachfolgeregelung ihres Mannes, die sogenannte Ordinatio Imperii, durcheinander. Kein Wunder, dass oftmals der Versuch unternommen wurde, jene Frau auszuschalten. Letztendlich setzte sie sich jedoch durch und sicherte sich und ihrem Sohn einen nicht geringen Anteil am ehemaligen Reich Karl des Großen. Nur auf den ersten Blick erscheint das Selbstbewusstsein dieser Frau, mit dem sie ihre Rechte und Interessen durchsetzte, befremdlich; sprengt es doch unser Bild vom patriarchalisch gelenkten Mittelalter. Beim genauen Hinsehen kann dieses Vorurteil jedoch nicht lange aufrechterhalten werden, da es – auch aus dem Hause der Welfen – zahlreiche Frauen gab die den weiteren Geschichtsverlauf nachhaltig prägten.

Von der älteren Geschichtsforschung wurden Judiths Leistungen meist nur negativ bewertet. Sie galt als egoistische, machthungrige Frau, die ihre Eigeninteressen vor das Wohl der Allgemeinheit stellte und als “Böse Stiefmutter“ ihren Mann manipulierte. Erst die neuere Forschung, wie beispielsweise das Werk von Armin Koch, nähert sich der Geschichte von Judith mit einer milderen Gesinnung an und unterstreicht auch ihre positiven Eigenschaften.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, nicht nur auf die historische Person Judith I Bezug zu nehmen, sondern vielmehr auch die Hintergründe der ordonatio imperii und die erste Ausstattung Karls im August 829 zu untersuchen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Divisio Regnorum und Machtübernahme Ludwigs des Frommen

2.2. Die Ordinatio Imperii

3. Die Hochzeit mit Judith

3.2. Die Geburt Karl des Kahlen

4. Judiths Rolle

5. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Kaiserin Judith auf die politische Nachfolgeregelung des Karolingerreiches im 9. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Hintergründe der Ordinatio imperii und die Ausstattung ihres Sohnes Karl des Kahlen.

  • Analyse der karolingischen Nachfolge- und Erbteilungspolitik unter Ludwig dem Frommen.
  • Untersuchung der politischen Rolle und der Handlungsmotive von Kaiserin Judith.
  • Bewertung der Ordinatio imperii als Ursprung innerfamiliärer Konflikte.
  • Kontrastierung älterer Forschungspositionen mit neueren, differenzierteren Forschungsansätzen zur Person Judiths.
  • Auswertung zeitgenössischer Quellen wie der Annalen, Kaiserviten und biographischer Schriften.

Auszug aus dem Buch

3. Die Hochzeit mit Judith

Ludwig der Fromme heiratete 819 Judith41, die Tochter des Grafen Welf, nachdem seine erste Frau Irmingard 818 verstorben war.42 Dies erscheint zunächst nicht verwunderlich, suchten sich die meisten Herrscher nach dem Tode ihrer Frau eine neue Mitregentin43. Somit gelangte Judiths Familie, die zuvor – zumindest der Quellenlage nach zu urteilen – gänzlich unbekannt war, in unmittelbare Königsnähe. 44 Schneidmüller bemerkt aber, dass Judiths Familie, auch wenn zuvor keine Quellen darüber berichten, zum Hochadel gehört haben müsse.45 In einer Zeit, in der Heiratspolitik ein wesentliches Instrument zum Machterhalt darstellte46 ist eine Hochzeit mit einer Frau aus niederem Geschlecht vollkommen ausgeschlossen. So berichten auch die beiden einschlägigen Quellen Astronomus und Thegans einstimmig über die „edle“47 bzw. „vornehme“48 Herkunft Judiths.

Nach den Maßstäben einer byzantinischen Brautschau war Judith ebenfalls eine gelungene Wahl49. Übereinstimmend wird in den Quellen ihre außergewöhnliche Schönheit gerühmt. Thegan schreibt anlässlich dieser Hochzeit, Judith sei auf Grund ihrer außergewöhnlichen Schönheit zur Königin erhoben worden:

Sequenti vero anno accepit (in coniugium) filiam Huuelfi ducis sui, qui erat de nobilissima progenie Baioriorum50, et nomen virginia Iudith, que constituit; erat enim pulchra valde51.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den historischen Kontext des Konflikts zwischen Staufern und Welfen sowie die Problemstellung der karolingischen Thronfolge.

2. Divisio Regnorum und Machtübernahme Ludwigs des Frommen: Darstellung der frühen karolingischen Reichsteilung und der Machtkonsolidierung unter Ludwig dem Frommen nach dem Tod Karls des Großen.

2.2. Die Ordinatio Imperii: Analyse der Nachfolgeordnung von 817, die den Grundstein für spätere Familienkonflikte legte.

3. Die Hochzeit mit Judith: Untersuchung der Eheschließung Ludwigs mit Judith und deren Bedeutung für die politische Vernetzung sowie die Etablierung des welfischen Einflusses.

3.2. Die Geburt Karl des Kahlen: Erörterung der Auswirkungen der Geburt Karls auf die bestehende Reichsteilung und die Versuche Ludwigs, eine tragfähige Erbregelung für seinen jüngsten Sohn zu finden.

4. Judiths Rolle: Analyse der politischen Aktivitäten Judiths zur Sicherung der Zukunft ihres Sohnes Karl und deren Wahrnehmung durch Zeitgenossen und spätere Historiker.

5. Ergebnis: Resümee über die komplexen Umstände der karolingischen Erbpolitik und die Neubewertung des Wirkens von Kaiserin Judith in der historischen Forschung.

Schlüsselwörter

Kaiserin Judith, Ludwig der Fromme, Ordinatio imperii, Karolingerreich, Karl der Kahle, Welfen, Erbstreitigkeiten, Reichsteilung, Adelspolitik, Mittelalter, Geschichtsforschung, Machtpolitik, Thronfolge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Kaiserin Judith im Kontext der politischen Instabilität und der Nachfolgeregelungen im Karolingerreich unter Kaiser Ludwig dem Frommen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die karolingische Heiratspolitik, die Auswirkungen der Ordinatio imperii sowie das Spannungsfeld zwischen dynastischer Erbteilung und der Sicherung der Reichseinheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Rolle Judiths in den Erbstreitigkeiten des 9. Jahrhunderts zu beleuchten und die Hintergründe der Gebietsausstattung ihres Sohnes Karl des Kahlen kritisch zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die auf zeitgenössischen Berichten wie Annalen, Kaiserviten und biographischen Texten basiert, um ein differenziertes Bild der Ereignisse zu zeichnen.

Welche Aspekte stehen im Mittelpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil stehen die chronologische Entwicklung der Nachfolgeregelungen, die Bedeutung der Hochzeit Judiths für die Machtstrukturen am Hofe und die Reaktionen der fränkischen Großen auf die Bevorzugung Karls des Kahlen.

Was charakterisiert die Forschungsarbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die kritische Auseinandersetzung mit sowohl älteren, Judith meist negativ bewertenden Forschungspositionen als auch moderneren, milderen Interpretationen aus.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Kaisers Ludwig des Frommen?

Die Autorin stellt Ludwig als einen Herrscher dar, der kein einheitliches Konzept verfolgte und sich durch widersprüchliche Entscheidungen selbst in eine schwierige politische Lage manövrierte.

Welche Bedeutung kommt der Taufpatenschaft Lothars für Karl den Kahlen zu?

Die Patenschaft wird als politischer Akt interpretiert, durch den versucht wurde, die Spannungen innerhalb der Familie zu entschärfen und eine Sicherung für den Nachgeborenen zu etablieren.

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Résumé des informations

Titre
Staufer und Welfen
Sous-titre
Judiths Einfluss auf die Nachfolgeregelung des Reiches
Université
University of Tubingen  (Philosophisches Seminar)
Cours
Der Aufstieg des staufischen Hauses bis zum Tode Friedrich I. Barbarossa
Note
1,3
Auteur
Brigitte Maier (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
21
N° de catalogue
V197742
ISBN (ebook)
9783656239673
ISBN (Livre)
9783656240426
Langue
allemand
mots-clé
Staufer Welfen Judith ordonatio imperii Herrschaft 9. Jahrhundert
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Brigitte Maier (Auteur), 2011, Staufer und Welfen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197742
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Extrait de  21  pages
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