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Erziehung und Aufklärung

Eine Studie zu zeitgenössischen Erziehungspraktiken und Institutionen

Title: Erziehung und Aufklärung

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Brigitte Maier (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache desselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung“.

Die Aufklärung, die als eine europäische Bewegung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann und in Deutschland ihren Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte, wurde von Immanuel Kant in seiner Schrift: „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ in dieser Weise umschrieben. Es stellt sich nun die Frage, wie der Mensch aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit herausgeführt werden soll. Schnell wird deutlich, dass Erziehung und Aufklärung in gewisser Weise miteinander verstrickt sein müssen. Aufklärung bedarf der Erziehung, damit der Mensch als Einzelner und als Gattung zu seiner Bestimmung, nämlich zu seiner vernünftigen Natur kommt, stellt Tenorth treffend fest.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kindererziehung im Europa der frühen Neuzeit – Ausgangspunkt des aufklärerischen Wirkens

2.2. Die Bedeutung der Franckeschen Stiftungen

3. Warum spielte die Erziehung in der Aufklärung eine so fundamentale Bedeutung ?

4. Die Aufklärungsbewegung unter Johann Bernhard von Basedow – Ist ein Philanthrop zwangsläufig ein Menschenfreund?

5. Praxis der Kindererziehung in der Institution Schule – Tugend, Abhärtung und Spiel

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Erziehung innerhalb der Epoche der Aufklärung, wobei insbesondere der Einfluss philosophischer Leitgedanken auf die praktische Erziehungsmethodik des 18. Jahrhunderts beleuchtet wird. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsfeld zwischen dem aufklärerischen Ideal der Freiheit und den tatsächlichen, oft autoritären Erziehungspraktiken in den damaligen Bildungsinstitutionen.

  • Die pädagogischen Ideale von Kant und Rousseau im Kontext der gesellschaftlichen Mündigkeit.
  • Die Rolle der Franckeschen Stiftungen als Modell für institutionalisierte Erziehung.
  • Die philanthropische Erziehungsbewegung unter Johann Bernhard von Basedow.
  • Methoden der Tugenderziehung, Abhärtung und die Instrumentalisierung des Spiels in der Schule.
  • Der Vergleich zwischen pädagogischer Theorie und der oft reglementierten Erziehungspraxis des 18. Jahrhunderts.

Auszug aus dem Buch

4. Die Aufklärungsbewegung unter Johann Bernhard von Basedow – Ist ein Philanthrop zwangsläufig ein Menschenfreund?

Beruhend auf den Gedanken von Kant bildete sich in Deutschland eine Gemeinschaft heraus, die sich der Bildung der Menschen annahm: die Philanthropen. Sie traten für eine am Kinde orientierte, der Welt zugewandten Erziehung ein, die vom Vertrauen in die menschliche Natur getragen wurde58. Johann Bernhard von Basedow (1724-1790) war einer der ersten Philanthropen, was aus dem griechischen übersetzt so viel wie Menschenfreund bedeutet. Von Basedow wurde eine umfassende Reform des Erziehungs- und Bildungswesens angestoßen. Unter anderem geschah dies durch seine 1768 verfasste Schrift „Vorstellung an Menschenfreunde und vermögende Männer über Schulen, Studien und ihren Einfluss in die öffentliche Wohlfahrt“59, die sich in zwei Teile gliederte, wobei der erste Teil sich mit der „Staatsaufsicht über Erziehung, Schulen und Studien“ beschäftigte, während der zweite Teil „Meinungen, Zweifel, Fragen und Vorschläge für Erziehung, Schulen und Studien“ behandelt.

Insgesamt stand dieses Traktat für die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht und die religiöse Neutralität der Schule. Basedow erhält vom Fürsten Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau als Nachwirkung auf diese Ausarbeitung das Angebot, in Dessau eine Volksschule mit Lehrerseminar zu gründen60. Diesem Ruf folgend wird im Jahre 1774 das Dessauer Philanthropin gegründet, welches auf die Aufklärung einen sehr starken Einfluss haben wird. Die Einrichtung, welche zur Erziehung und Unterweisung von Knaben und Jünglingen diente, wurde schnell der Mittelpunkt der aufklärerischen Erziehungsbewegung61. Kant nahm dabei direkt Einfluss sowohl auf das Philanthropin, als auch auf das von Basedow verfasste Elementarwerk für die Jugend und ihre Freunde62, dessen Ziel es war ein Bild der ganzen Welt in einem sorgfältig durchdachten Gang vor dem Kinde zu entwickeln. Den Ausgangspunkt seiner Abhandlung stellte bemerkenswerter Weise nicht länger Gott dar, sondern die kindliche Lebensumgebung. Der Mensch rückte – wie überall in der Aufklärung – in den Mittelpunkt, was aber keineswegs heißen soll, dass es sich hier um eine gegen die Religion stehende Bewegung handelte63.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Kants Definition der Aufklärung ein und stellt die Verstrickung von Erziehung und dem Streben nach Mündigkeit als Ausgangspunkt der Untersuchung dar.

2. Kindererziehung im Europa der frühen Neuzeit – Ausgangspunkt des aufklärerischen Wirkens: Dieses Kapitel thematisiert die historische Entdeckung der Kindheit und den Wandel der Familienstrukturen sowie die Bedeutung der Franckeschen Stiftungen als frühe institutionelle Bildungsform.

2.2. Die Bedeutung der Franckeschen Stiftungen: Hier wird der Fokus auf das pietistisch geprägte Reformprogramm August Hermann Franckes und dessen Einfluss auf die organisierte Schulerziehung gelegt.

3. Warum spielte die Erziehung in der Aufklärung eine so fundamentale Bedeutung ?: Das Kapitel erörtert die pädagogischen Ideale der Aufklärer, insbesondere die Notwendigkeit der Erziehung zur Überwindung der Unmündigkeit und zur Vervollkommnung der Gattung Mensch.

4. Die Aufklärungsbewegung unter Johann Bernhard von Basedow – Ist ein Philanthrop zwangsläufig ein Menschenfreund?: Hier wird der Philanthropismus nach Basedow analysiert, insbesondere das Elementarwerk und dessen Ziel, kindgerechte Erkenntnisvermittlung in den Mittelpunkt zu stellen.

5. Praxis der Kindererziehung in der Institution Schule – Tugend, Abhärtung und Spiel: Das Kapitel untersucht die konkrete Erziehungspraxis mit Schwerpunkten auf Tugendbildung, körperliche Abhärtung und die didaktische Nutzung des Spiels.

6. Fazit: Das Fazit fasst die anthropologische Aufwertung der Erziehung durch die Aufklärung zusammen und reflektiert kritisch über die Diskrepanz zwischen Theorie und autoritärer Praxis.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Erziehung, Kindheit, Philanthropin, Johann Bernhard von Basedow, Immanuel Kant, Mündigkeit, Pädagogik, Tugend, Schulwesen, Institution, Elementarwerk, Erziehungspraxis, Rationalität, Menschenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Verbindung von Erziehung und Aufklärung im 18. Jahrhundert und hinterfragt, wie das Ideal der Mündigkeit in pädagogische Praxis umgesetzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Veränderung des Bildes vom Kind, die Entstehung institutionalisierter Bildung, philanthropische Ansätze sowie die Balance zwischen Freiheit und Disziplin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum die Erziehung in der Aufklärung einen so hohen Stellenwert einnahm und inwiefern der Anspruch auf Freiheit mit der tatsächlichen Erziehungspraxis vereinbar war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literatur- und quellenbasierte Analyse, wobei insbesondere zeitgenössische pädagogische Schriften wie die von Kant, Rousseau und Basedow herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des Pädagogischen Zeitalters, der Rolle pietistischer Stiftungen, der philanthropischen Bewegung sowie spezifischen Erziehungsmethoden in Schulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Erziehung, Mündigkeit, Philanthropin, Tugend, Institutionalisierung und das Ideal der vernünftigen Natur des Menschen.

Wie bewertet der Autor die Erziehungspraxis der Aufklärung kritisch?

Der Autor stellt fest, dass die Erziehungspraxis oft in einem starken Kontrast zum Ideal der Freiheit stand und stark von Drill und Fremdsteuerung geprägt war.

Welchen Stellenwert nimmt das Spiel in der philanthropischen Pädagogik ein?

Das Spiel wurde nicht nur zur Unterhaltung, sondern als reglementiertes didaktisches Mittel eingesetzt, um soziale Fähigkeiten und Grundkenntnisse effizient zu vermitteln.

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Details

Title
Erziehung und Aufklärung
Subtitle
Eine Studie zu zeitgenössischen Erziehungspraktiken und Institutionen
College
University of Tubingen  (Philosophisches Institut)
Course
Aufklärung
Grade
1,7
Author
Brigitte Maier (Author)
Publication Year
2011
Pages
23
Catalog Number
V197750
ISBN (eBook)
9783656239642
ISBN (Book)
9783656240501
Language
German
Tags
Aufklärung Erziehung Kant Anton Reiser Philanthropin August Hermann Francke Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Brigitte Maier (Author), 2011, Erziehung und Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197750
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