Justin der Märyrer: Wasser oder Wein? Messe morgens oder abends?


Hausarbeit, 2008
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Justin der Märtyrer – Seine Biographie und Werke

3. Quellenkritik
3.1. Inhalt der Textpassage
3.2. Liturgiewissenschaftliche Passagen

4. Die Struktur der Messfeier bei Justin – Nach Empfang der Taufe
4.1 Die Struktur der Messfeier bei Justin – Sonntagsgottesdienst
4.2. Vergleich zu heute
4.3. Vergleich zu Paulus
4.4. Wasser statt Wein?
4.5. Vergleich zu Cyprian
4.6. Messe morgens oder abends?

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Philosoph, Kirchenvater, Märtyrer und Christ, Justin war wahrlich eine besondere Größe im 2. Jahrhundert. Wieso stellt er für die Christen eine relevante Person dar?

Mit der Person Justin und seinen Schriften beschäftigt sich diese Ausarbeitung und wird aufzeigen warum Justin einen erhöhten Stellenwert im Christentum einnehmen darf.

Infolgedessen wird zunächst die Biographie von Justin dem Märtyrer vorgestellt und an einer ausgewählten Textpassage von seinem Werk die Bedeutsamkeit seiner Person herausgestellt.

Weiter wird die Messfeier vor und nach Justin mit der heutigen verglichen.

2. Justin der Märtyrer – Seine Biographie und Werke

Justin der Märtyrer wurde in Flavia Neapolis (Nablus) in Palästina geboren und starb um 165. Justin soll der bedeutendste Apologet des 2. Jahrhunderts sein. Durch seine „religiös orientierte mittelplatonische Schule“[1] erlangte er umfassende philosophische Kenntnisse. Seine Lehrer lehrten ihn die stoische Philosophie, insbesondere die Schriften von Platon.

Dies interessierte ihn allerdings weniger und er wand sich dem Christentum zu. Diese Philosophie erschien ihm als die einzig wahre und so ging er als der „christliche Philosoph“[2] in die Geschichte ein. Nach seiner Taufe wurde er als Prediger und Missionar tätig, gab sich allerdings als Philosoph aus.

Unter dem Stadtpräfekten Quintus Junius Rusticus, der unter Marc Aurel von 163 – 168 im Amt war lebte Justin, dies geht aus den Märtyrerakten[3] hervor. Demzufolge war Justin in Rom als Lehrer und/oder Leiter einer Schule tätig. Da in dieser Zeit solche Schulen unabhängig von der römischen Kirchenleitung waren, schildert er nichts über die römische Kirche und deren Mitglieder.

In Rom erlitt Justin mit sechs seiner Schüler das Martyrium.

3. Quellenkritik

Justin hinterließ insgesamt drei Schriften. Zwei Apologien und der „Dialog mit dem Juden Tryphon“.[4]

In dieser Ausarbeitung wird an ausgewählten Textstellen der ersten Apologie gearbeitet. Diese Apologie entstand unter dem Kaiser Antonius Pius, welcher von 138 bis 161 regierte.[5] Justin verfasste seine Apologie in Rom, mit insgesamt 67 Kapiteln. Jedoch kann man anführen, dass die Bezeichnung Apologie bei der ausgewählten Textpassage nicht treffend ist. Apologie leitet sich aus dem griechischen Wort „apologia“[6] ab und bedeutet so viel wie Rechtfertigungsrede. Justin rechtfertigt sich hier jedoch nicht für die christlichen Rituale, er beschreibt sie in den Kapiteln 65. – 67.

Dadurch erfahren wir, wie z.B. der Gottesdienst nach der Taufe im 2. Jahrhundert vollzogen worden ist.

3.1. Inhalt der Textpassage

Inhalt seiner 1. Apologie ist die Rechtfertigung des Christentums, welche unter dem Vorwurf lebten Atheisten zu sein, da sie nicht an die römischen Götter glaubten. Er wollte verdeutlichen, dass Jesus Christus der menschgewordene Gottessohn sei und alle Menschen zum wahren Gott führen werde.[7]

Besonders interessant für die Liturgiewissenschaft sind allerdings die Kapitel 65. – 67. in seiner Apologie. Hier beschreibt er im 65. Kapitel den „eucharistischen Gottesdienst nach Empfang der Taufe.“[8]

Wir erfahren also ganz genau, wie der Taufgottesdienst abgelaufen ist. Im 66. Kapitel äußert sich Justin zu „Das Wesen der Eucharistie“[9]. Auch den Gottesdienst am Sonntag charakterisiert Justin im Kapitel 67. Er schildert den Ablauf und argumentiert für bestimmte Rituale.

3.2. Liturgiewissenschaftliche Passagen

Wie schon eben erwähnt nehmen die Kapitel 65. – 67. einen erhöhten liturgischen Stellenwert ein. Durch diese beschreibende Quelle erfährt man die Ritualabfolge der Messfeier des Christentums im 2. Jahrhundert. Nun stellt sich anschließend die Frage, nach liturgiewissenschaftlich relevanten Passagen. Hier fällt schnell das Kapitel 65 auf, wo der Einsetzungsbericht angeführt wird: „Jesus habe Brot genommen, Dank gesagt und gesprochen: ‚Dieses ist mein Blut‛, und er habe nur ihnen davon mitgeteilt“[10].

Jedoch kann man aus den Aufzeichnungen von Justin nicht erkennen ob dieser damals wirklich gesprochen worden ist oder nicht, da er im Konjunktiv geschrieben worden ist. Vielmehr zeigt der Einsetzungsbericht nur auf, dass nur Gläubige Christen an der Eucharistie teilhaben dürfen ([…], als wer unsere Lehren für wahr hält […])[11]

Aus diesem Grund müssen wir festhalten, dass keine liturgiewissenschaftlichen Passagen vorliegen.

4. Die Struktur der Messfeier bei Justin – Nach Empfang der Taufe

Justin beschreibt in Kapitel 65. den „Gottesdienst nach Empfang der Taufe.“[12] Nachdem sich die Gläubigen versammelt haben ([…] der gläubig geworden und uns beigetreten ist[…])[13], beginnen die anwesenden Gemeindemitglieder, die Diakone und der Vorsteher[14] den Gottesdienst mit einem Gebet. Anschließend begrüßen sie sich mit einem „Kusse“[15]. Daraufhin wird die Gabenprozession vorbereitet. Es wird dem Vorsteher „ein Becher mit Wasser und Wein gebracht“.[16] Anschließend wird Lob und Preis dem Allvater ausgesprochen. Nach einer Danksagung stimmt das Volk mit „Amen“[17] ein. Abschließend werden die Speisen von den Diakonen gebrochen und geteilt. Die Gläubigen die nicht anwesend sind, erhalten die Kommunion durch die Diakone.

[...]


[1] Vgl. zu diesem Abschnitt: Heid, Stefan: Art. Justinos, Martyrer, in: Lexikon für Theologie und Kirche, B. 5. Freiburg/Basel/Rom/Wien, 1996, Sp.1112-1113

[2] Vgl zu diesem Abschnitt: Voderholzer, Rudolf: Art. Justin der Märtyrer, in: Theologen, Ketzer, Heilige Kleines Personenlexikon zur Kirchengeschichte, München 2001, S. 211

[3] Vgl. zu diesem Abschnitt: Wildermuth, Bernd: Justinus der Märtyrer, auf: www.bautz.de/bbkl/j/Justinus_f_n.shtml (abgerufen am: 25.01.08)

[4] Vgl. zu diesem Abschnitt: Voderholzer, Rudolf: Art. Justin der Märtyrer, in: Theologen, Ketzer, Heilige Kleines Personenlexikon zur Kirchengeschichte, München 2001, S. 211

[5] Vgl. Anonymus: Antonius Pius, auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Antoninus_Pius (abgerufen am 01.02.08)

[6] Anonymus: Apologie, auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Apologie (abgerufen am 01.02.08)

[7] Vgl. zu diesem Abschnitt: Voderholzer, Rudolf: Art. Justin der Märtyrer, in: Theologen, Ketzer, Heilige Kleines Personenlexikon zur Kirchengeschichte, München 2001, S. 211

[8] Justin der Märtyrer: Erste Apologie, Kap. 65, in: Bibliothek der Kirchenväter 12: Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten. Bd. I. Kempten – München 1913.

[9] Justin der Märtyrer: Erste Apologie, Kap. 66, in: Bibliothek der Kirchenväter 12: Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten. Bd. I. Kempten – München 1913.

[10] Vgl. Ebd.

[11] Vgl. Ebd.

[12] Justin der Märtyrer: Erste Apologie, Kap. 65, in: Bibliothek der Kirchenväter 12: Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten. Bd. I. Kempten – München 1913.

[13] Vgl. ebd.

[14] Vgl. ebd.

[15] Vgl. ebd.

[16] Vgl. ebd.

[17] Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Justin der Märyrer: Wasser oder Wein? Messe morgens oder abends?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Katholische Theologie)
Veranstaltung
Seminar für Liturgiewissenschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V197782
ISBN (eBook)
9783656237891
ISBN (Buch)
9783656238607
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Justin der Märtyrer
Arbeit zitieren
Kristina Lüffe (Autor), 2008, Justin der Märyrer: Wasser oder Wein? Messe morgens oder abends?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197782

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