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Die strategische Neuorientierung der NATO seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes im Kontext der Theorien Internationaler Politik und deren Sicherheitsverständnis

Title: Die strategische Neuorientierung der NATO seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes im Kontext der Theorien Internationaler Politik und deren Sicherheitsverständnis

Seminar Paper , 2000 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp Lehmann (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Summary Excerpt Details

Das internationale System des vergangenen Jahrhunderts war weitgehend
geprägt von der Blockkonfrontation des Ost-West-Konfliktes. Letztendlich erwies
sich das Sowjetimperium jedoch als unhaltbare Utopie. Als westliches Bündnis
zur kollektiven Verteidigung verlor die NATO ihr klares Feindbild und sah sich
folglich eines wesentlichen Teiles ihrer Existenzgrundlage beraubt. Zum
legitimen Fortbestehen unterzog sich die Allianz in den 90er Jahren einem
grundlegenden Wandel, der sich schematisch mit den Schlagwörtern Öffnung,
Neuorientierung und Umstrukturierung umreißen läßt.
Der vorliegende Aufsatz skizziert die historisch essentiellen Eckpunkte der
Bündnisgenese und stellt anschließend den Transformationsprozeß in Bezug mit
diversen theoretischen Konzepten der Internationalen Politik. Aufgrund seiner
breiten Resonanz wird zunächst der (Neo-)Realismus betrachtet. Dabei zeigt
sich, dass seine Prämissen nicht in Einklang mit aktuell empirischen
Entwicklungen zu bringen sind. Es folgt der Versuch, die herauskristallisierten
Mängel anhand einer analytischen Verknüpfung von Interdependenzansatz,
(neoliberalen) Institutionalismus und Regimetheorie zu überbrücken. Die
Organisationstheorie liefert eine wesentliche Ergänzung im Bereich des
Verständnisses internationaler Normen. Kurze Erwähnung findet das Phänomen
des demokratischen Friedens, das auf Hypothesen des Idealismus beruht.
Aus der Betrachtung der genannten Theoriebilder lassen sich anschließend zwei
Definitionen des Sicherheitsbegriffes ableiten: Die Annahme einer Dimension
objektiver Sicherheit scheint ein subjektives Sicherheitsverständnis
grundlegend in Frage zu stellen. Bei erneuter Überprüfung durch historische
Fakten zeigt sich, dass es sich nicht wirklich um Alternativkonzepte handelt,
sondern lediglich verschiedene Ebenen analysiert werden: Zusammenfassend
wird die These entwickelt, dass angesichts wachsender Interdependenzen
subjektive Sicherheitsinteressen der Staaten nahezu zwingend internationalobjektive
Sicherheitskooperation zur Folge haben. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Die strategischen Neuorientierung der NATO seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes im Kontext der Theorien Internationaler Politik und deren Sicherheitsverständnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess der NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und analysiert diesen vor dem Hintergrund theoretischer Konzepte der Internationalen Politik sowie unterschiedlicher Sicherheitsverständnisse.

  • Historische Entwicklung der NATO und ihre strategische Neuausrichtung.
  • Theoretische Analyse des Bündniswandels durch Realismus, Neorealismus, Institutionalismus und Regimetheorie.
  • Gegenüberstellung von objektiven und subjektiven Sicherheitskonzepten.
  • Diskussion der Bedeutung kooperativer Sicherheitsstrukturen versus nationaler Machtpolitik.

Auszug aus dem Buch

Die strategische Neuorientierung der NATO

Das internationale System des vergangenen Jahrhunderts war weitgehend geprägt von der Blockkonfrontation des Ost-West-Konfliktes. Letztendlich erwies sich das Sowjetimperium jedoch als unhaltbare Utopie. Als westliches Bündnis zur kollektiven Verteidigung verlor die NATO ihr klares Feindbild und sah sich folglich eines wesentlichen Teiles ihrer Existenzgrundlage beraubt. Zum legitimen Fortbestehen unterzog sich die Allianz in den 90er Jahren einem grundlegenden Wandel, der sich schematisch mit den Schlagwörtern Öffnung, Neuorientierung und Umstrukturierung umreißen läßt.

Der vorliegende Aufsatz skizziert die historisch essentiellen Eckpunkte der Bündnisgenese und stellt anschließend den Transformationsprozeß in Bezug mit diversen theoretischen Konzepten der Internationalen Politik. Aufgrund seiner breiten Resonanz wird zunächst der (Neo-)Realismus betrachtet. Dabei zeigt sich, dass seine Prämissen nicht in Einklang mit aktuell empirischen Entwicklungen zu bringen sind. Es folgt der Versuch, die herauskristallisierten Mängel anhand einer analytischen Verknüpfung von Interdependenzansatz, (neoliberalen) Institutionalismus und Regimetheorie zu überbrücken. Die Organisationstheorie liefert eine wesentliche Ergänzung im Bereich des Verständnisses internationaler Normen. Kurze Erwähnung findet das Phänomen des demokratischen Friedens, das auf Hypothesen des Idealismus beruht.

Zusammenfassung der Kapitel

Die strategische Neuorientierung der NATO seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes im Kontext der Theorien Internationaler Politik und deren Sicherheitsverständnis: Dieser einleitende Abschnitt definiert das Bündnis als wertebasiertes Verteidigungsinstrument und umreißt die Notwendigkeit der Transformation nach dem Wegfall des sowjetisch dominierten Ostblocks sowie die methodische Herangehensweise der Untersuchung.

Schlüsselwörter

NATO, Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Ost-West-Konflikt, Realismus, Neorealismus, Institutionalismus, Regimetheorie, Transformationsprozess, kollektive Sicherheit, Sicherheitsdilemma, Interdependenz, Demokratischer Frieden, Bündnispolitik, Sicherheitsarchitektur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Neuausrichtung der NATO nach dem Ende des Kalten Krieges und untersucht, wie sich die Allianz von einem reinen Verteidigungsbündnis zu einem Instrument für Krisenmanagement und Stabilitätssicherung gewandelt hat.

Welche theoretischen Themenfelder werden schwerpunktmäßig behandelt?

Die Analyse stützt sich auf zentrale Theorien der Internationalen Politik, insbesondere den Realismus, Neorealismus, (neoliberalen) Institutionalismus, die Regimetheorie sowie Ansätze der Organisationstheorie und den demokratischen Frieden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der empirischen Entwicklung der NATO und den klassischen Theoriebildern der Internationalen Politik aufzuzeigen und die Veränderung des Sicherheitsbegriffs von subjektiven Interessen hin zu kollektiven, objektiven Strukturen zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Untersuchung, bei der historische Fakten und die tatsächliche Bündnisentwicklung der NATO systematisch mit verschiedenen politikwissenschaftlichen Theorien verknüpft und kritisch reflektiert werden.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die drei Säulen des NATO-Wandels: die Öffnung gegenüber ehemaligen Ostblockstaaten, die Erschließung neuer Funktionen und die Reform der inneren Strukturen. Zudem erfolgt die theoretische Einordnung dieser Schritte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Interdependenz, Sicherheitdilemma, kollektive Verteidigung, Kosten-Nutzen-Analyse, Normenbildung, Krisenmanagement und die Transformation europäischer Sicherheitskonstellationen.

Inwiefern spielt der Begriff des „demokratischen Friedens“ eine Rolle?

Der Autor nutzt diesen Ansatz aus dem Idealismus, um die Stabilitätshoffnungen zu erklären, die mit der Osterweiterung der NATO und der Integration junger Demokratien verbunden sind, merkt jedoch auch die methodischen Probleme dieses Vergleichs an.

Wie bewertet der Autor die Rolle der USA im Transformationsprozess?

Der Autor konstatiert ein Spannungsfeld zwischen der amerikanischen Dominanz und dem Wunsch der europäischen Partner nach Autonomie, wobei er kritisch hinterfragt, ob das Prinzip der „coalitions of the willing“ die Stabilität des Bündnisses gefährden könnte.

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Details

Title
Die strategische Neuorientierung der NATO seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes im Kontext der Theorien Internationaler Politik und deren Sicherheitsverständnis
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut (GSI))
Course
Kooperative Sicherheit und neue Formen der Konfliktbearbeitung
Grade
1,3
Author
Philipp Lehmann (Author)
Publication Year
2000
Pages
13
Catalog Number
V19782
ISBN (eBook)
9783638238267
Language
German
Tags
Neuorientierung NATO Ende Ost-West-Konfliktes Kontext Theorien Internationaler Politik Sicherheitsverständnis Kooperative Sicherheit Formen Konfliktbearbeitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Lehmann (Author), 2000, Die strategische Neuorientierung der NATO seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes im Kontext der Theorien Internationaler Politik und deren Sicherheitsverständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19782
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