AD(H)S bei Schulkindern

Symptome-Ursachen-Therapie


Hausarbeit, 2011
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 AD(H)S bei Schulkindern
2.1 Begriff AD(H)S
2.2 Symptome
2.3 Ursachen
2.4 Psychologische Diagnostik
2.5 Die multimodale Therapie

3 Fazit

Literatur- und Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, kurz ADS, ist ein lang beobachtetes Störungsbild. Bereits vor 150 Jahren beschrieb der Nervenarzt Dr. Heinrich Hoffman Verhaltensauffälligkeiten von Kindern in seinem Buch „Struwwelpeter“ (vgl. Farnkopf 2002: S. 11). In jüngster Zeit hört man zunehmend von der Diagnose AD(H)S bei Kindern und ich habe das Gefühl, dass die Diagnose immer häufiger gestellt wird. Genau aus diesem Grund werde ich mich in dieser Hausarbeit mit diesem Thema beschäftigen. Doch was bedeutet dies überhaupt und welche Ursachen hat das Störungsbild. Ebenfalls möchte die Hausarbeit die Frage beantworten, welche Therapiemöglichkeiten speziell Schulkinder bei einer AD(H)S-Diagnose haben.

Die Hausarbeit ist im Rahmen des Seminars „Psychologie“ im Wintersemester 2011/2012 an der Evangelischen Hochschule Berlin entstanden. Die angewandte Methode war die wissenschaftliche Literaturrecherche.

Im ersten Kapitel beschäftigt sich die Hausarbeit mit den grundlegenden Informationen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms. Dabei wird neben der Beschreibung des Störungsbildes auch auf Ursachen und Diagnostik eingegangen. Auf Grund von Platzmangel wird an dieser Stelle lediglich auf die psychologische Diagnostik eingegangen, die medizinische und sonderpädagogische Diagnostik muss hierbei außer Acht gelassen werden.

Schließlich widmet sich die Hausarbeit den Therapiemöglichkeiten bei AD(H)S bei Schulkindern. Bei meiner Literaturrecherche bemerkte ich, dass auch dieses Themengebiet ein sehr weites ist und den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Daher habe ich mich auf die erfolgversprechendste multimodale Behandlung beschränkt. Behandlungen wie die Kontextorientierung, die Ressourcenorientierung oder die lerntheoretische Ausrichtung finden daher keine Beachtung.

Die Hausarbeit endet schließlich mit einem Fazit.

2 AD(H)S bei Schulkindern

Das folgende Kapitel geht überblicksmäßig auf das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ein. Dabei finden die Begrifflichkeit genauso Beachtung wie Symptome und psychologische Diagnostik. Die Multimodale Therapie bei Schulkindern wird den Hauptteil der Hausarbeit einnehmen.

2.1 Begriff AD(H)S

Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind die Symptome von AD(H)S bekannt, diese wurden jedoch nicht als eigenständige Krankheit angesehen. Die Bezeichnung des Störungsbildes wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert, so sprach man zwischenzeitlich auch von Hyperaktivität oder von einer Hyperkinetischen Störung. Seit bekannt ist, dass die Betroffenen vor allem unter einem Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizit leiden, einigte man sich auf die Begrifflichkeiten Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (kurz ADS) oder Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (kurz ADHS), wenn zusätzlich eine Hyperaktivität auftritt.

In medizinischen Kreisen wird heute hauptsächlich noch von einer „Hyperkinetischen Störung“ gesprochen (nach dem Klassifikationssystem ICD-101 ). Das Klassifikationssystem DSM-IV2 verwendet den Begriff „Aufmerksamkeits-Defizit- Hyperaktivitäts-Syndrom“. In manchen Fachbüchern wird manchmal auch von einer „Aufmerksamkeits-Defizit- Hyperaktivitäts-Störung“ gesprochen, beides bezeichnet jedoch dasselbe Störungsbild (vgl. Hoberg 2007: S. 14f.).

Statistisch gesehen ist AD(H)S eine der häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. In jeder Grundschulklasse befindet sich durchschnittlich mindestens ein Kind, das an dieser Störung leidet. Jungen sind dreimal so häufig betroffen wie Mädchen, was die Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität angeht. Bei Mädchen zeigt sich das ADS meistens als stark unaufmerksames und verträumtes Leistungsmuster. Die Diagnose AD(H)S erfolgt meist im Schulalter (vgl. Schröder 2006: S. 30).

2.2 Symptome

Da sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten vor allem von einer „Praxis-Gesellschaft“ (das Lernen war durch handwerkliche Verrichtungen und direktes Erproben geprägt) zu einer „Theorie-Gesellschaft“ (das Lernen ist geprägt durch theoretisches Fachwissen) entwickelt hat, fallen Kinder mit einem AD(H)S heute mehr auf als früher (vgl. Hoberg 2007: S. 16).

Bei dem Störungsbild handelt es sich um ein Syndrom, was bedeutet, dass es mehrere Verhaltenssymptome gibt, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Kinder mit einem AD(H)S haben jedoch im Gegensatz zu andere Kinder in ihrem Alter andauernde, stärkere und umfassendere Konzentrations- und Ausdauerprobleme sowie eine zumeist verstärkte Impulsivität. Zudem kommt bei einem Großteil der Kinder das Symptom der erhöhten Aktivität zur Unzeit hinzu. Ebenfalls treten die Symptome vergleichsweise beständig in unterschiedlichen sozialen Kontexten wie Familie, Kindergarten/Schule; Öffentlichkeit vor dem siebenten Lebensjahr auf.

Wenn das Kind schließlich in die Schule kommt, treten die Probleme bereits nach einigen Wochen auf, da die Kinder den schulischen Anforderungen wie Ruhe, Ausdauer und Konzentration nicht gewachsen sind (vgl. Farnkopf 2002: S. 14- 16).

Kernsymptome, die sich im Unterricht bei Kindern mit AD(H)S erkennen lassen sind zunächst Probleme der Aufmerksamkeit. Dies bedeutet, dass ein Kind mit AD(H)S sehr leicht ablenkbar ist, sich nur schwer auf eine Aufgabe konzentrieren kann, Anweisungen nur halb hört und vieles nicht zu Ende führt.

Ein weiteres Kernsymptom ist die Unruhe/Hyperaktivität. Dies äußert sich dadurch, dass das Kind kontinuierlich ungezielte Bewegungen macht und damit seine Umgebung stört. Zudem haben diese Kinder Probleme still zu sitzen, zu warten oder sich zu melden. Oft sprechen diese Kinder ununterbrochen oder machen Geräusche.

Das dritte Kernsymptom, welches sich im Unterricht erkennen lässt ist die Impulsivität. Dies äußert sich vor allem dadurch, dass Kinder mit einer AD(H)S Diagnose andere unterbrechen, dazwischen sprechen oder schreien und nicht warten können, bis sie an der Reihe sind. Ebenfalls äußern sie sich oft ohne zu überlegen und sind dabei sehr aggressiv und beleidigend. Man kann davon sprechen, dass sie dem ersten Impuls folgen, um zu handeln (vgl. Schröder 2006: S. 18-21).

Eine reine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität ist meist schwer zu erkennen. Trotzdessen sollten Pädagogen im Unterricht vor allem auf folgende Symptome achten: Tagträumereien, Black- out-Situationen in Prüfungen, Gefühl der geistigen Erschöpfung nach der Schule, Trödelei oder langsames Arbeitstempo, Antriebsarmut, wirkt schüchtern, oft kritikempfindlich (vgl. Schröder 2006: S. 23)Diese Symptome müssen jedoch nicht alle gleichzeitig auftreten.

Zu beachten ist, dass neben den AD(H)S Kernsymptomen oft noch weitere Störungen zu beobachten sind. Dazu gehören Entwicklungsstörungen, Teilleistungsstörungen (wie rechtschreib- oder Rechenschwäche) sowie emotionale und soziale Probleme. In Folge dieser vielen Probleme kann es zu sogenannten Sekundärstörungen kommen. Dazu gehören beispielsweise Selbstwertprobleme, Depressionen, soziale und Kommunikationsprobleme durch eine Außenseiterrolle des Kindes im Klassenverband (vgl. Schröder 2006: S. 18-21).

[...]


1 International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems ( Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme), Version 10

2 Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen), 4. Auflage

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
AD(H)S bei Schulkindern
Untertitel
Symptome-Ursachen-Therapie
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V197823
ISBN (eBook)
9783656239802
ISBN (Buch)
9783656240723
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ADHS, ADS, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
Arbeit zitieren
Rebecca Foth (Autor), 2011, AD(H)S bei Schulkindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197823

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