Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, kurz ADS, ist ein lang beobachtetes Störungsbild. Bereits vor 150 Jahren beschrieb der Nervenarzt Dr. Heinrich Hoffman Verhaltensauffälligkeiten von Kindern in seinem Buch „Struwwelpeter“ (vgl. Farnkopf 2002: S. 11). In jüngster Zeit hört man zunehmend von der Diagnose AD(H)S bei Kindern und ich habe das Gefühl, dass die Diagnose immer häufiger gestellt wird. Genau aus diesem Grund werde ich mich in dieser Hausarbeit mit diesem Thema beschäftigen. Doch was bedeutet dies überhaupt und welche Ursachen hat das Störungsbild. Ebenfalls möchte die Hausarbeit die Frage beantworten, welche Therapiemöglichkeiten speziell Schulkinder bei einer AD(H)S-Diagnose haben.
Die Hausarbeit ist im Rahmen des Seminars „Psychologie“ im Wintersemester 2011/2012 an der Evangelischen Hochschule Berlin entstanden. Die angewandte Methode war die wissenschaftliche Literaturrecherche.
Im ersten Kapitel beschäftigt sich die Hausarbeit mit den grundlegenden Informationen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms. Dabei wird neben der Beschreibung des Störungsbildes auch auf Ursachen und Diagnostik eingegangen. Auf Grund von Platzmangel wird an dieser Stelle lediglich auf die psychologische Diagnostik eingegangen, die medizinische und sonderpädagogische Diagnostik muss hierbei außer Acht gelassen werden.
Schließlich widmet sich die Hausarbeit den Therapiemöglichkeiten bei AD(H)S bei Schulkindern. Bei meiner Literaturrecherche bemerkte ich, dass auch dieses Themengebiet ein sehr weites ist und den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Daher habe ich mich auf die erfolgversprechendste multimodale Behandlung beschränkt. Behandlungen wie die Kontextorientierung, die Ressourcenorientierung oder die lerntheoretische Ausrichtung finden daher keine Beachtung.
Die Hausarbeit endet schließlich mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 AD(H)S bei Schulkindern
2.1 Begriff AD(H)S
2.2 Symptome
2.3 Ursachen
2.4 Psychologische Diagnostik
2.5 Die multimodale Therapie
3 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Störungsbild AD(H)S bei Schulkindern, um die zentrale Forschungsfrage nach der geeigneten Therapiemöglichkeit zu beantworten. Dabei steht die Analyse des multimodalen Behandlungsansatzes im Mittelpunkt, um eine ganzheitliche und nachhaltige Unterstützung für betroffene Kinder im schulischen und familiären Kontext aufzuzeigen.
- Grundlagen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms und dessen Symptomatik
- Multikausale Ursachenforschung von AD(H)S
- Methoden der psychologischen Diagnostik bei Kindern
- Die drei Säulen der multimodalen Therapie
- Rolle von Eltern, Schule und medikamentöser Unterstützung
Auszug aus dem Buch
2.5 Die multimodale Therapie
Leider ist bisher noch keine einzige Therapie gefunden worden, die allein ein AD(H)S erfolgsversprechend und nachhaltig behandeln kann (vgl. Hoberg 2007: S. 78). Im Folgenden wird auf den multimodalen Behandlungsplan eingegangen, der nach dem heutigen Erkenntnisstand am erfolgversprechendsten ist (vgl. Hoberg 2007: S. 81).
Die Behandlung bei der multimodalen Therapie erfolgt primär über die Eltern und das Umfeld. Zudem erhalten die Kinder eine professionelle Therapie durch einem Psychiater, Psychologen oder Therapeuten. Schließlich erhalten die Kinder eine medikamentöse Therapie. Die Realisierung dieser Behandlung erfordert ein hohes Maß an Logistik und ist sehr zeitintensiv, denn alle Beteiligten müssen durch ständigen Informationsaustausch miteinander verbunden sein.
Zuerst in der Therapie sollten die Eltern umfassend im Rahmen einer Einzelberatung über das Störungsbild aufgeklärt werden. Schließlich sollten die Eltern ein spezielles Training angeboten bekommen. Ziel ist es, dass die Eltern befähigt werden ihre Kinder im täglichen Ablauf zu unterstützen und gleichzeitig dem Problemverhalten effektiv zu begegnen. Hilfreich für Eltern könnten auch spezielle AD(H)S Selbsthilfegruppe sein. Bei schwerwiegenden Problemen können auch Maßnahmen der Jugendhilfe installiert werden, beispielsweise eine sozialpädagogische Familienhilfe.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema AD(H)S ein, erläutert die Relevanz des Störungsbildes für Schulkinder und definiert die wissenschaftliche Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 AD(H)S bei Schulkindern: Dieses Hauptkapitel bietet einen Überblick über Begrifflichkeiten, Kernsymptome, Ursachen, diagnostische Verfahren und den multimodalen Therapieansatz.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Literaturrecherche zusammen und betont die Notwendigkeit der kontinuierlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten im Rahmen der multimodalen Therapie.
Schlüsselwörter
AD(H)S, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Schulkindern, Symptome, Hyperaktivität, Impulsivität, Multimodale Therapie, Psychologische Diagnostik, Methylphenidat, Elternarbeit, Schulisches Umfeld, Lernstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Frühförderung, Soziale Integration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Symptomatik, den Ursachen und den therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten von AD(H)S bei Schulkindern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die Abgrenzung von ADS und ADHS, die diagnostische Einordnung durch psychologische Testverfahren und die verschiedenen Säulen der multimodalen Therapie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, wie eine geeignete und erfolgsversprechende Therapie für Schulkinder mit einer AD(H)S-Diagnose aussieht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturrecherche zu den genannten Themengebieten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zum Störungsbild vor allem die psychologische Diagnostik sowie die multimodale Therapie, bestehend aus Elternberatung, Umfeldgestaltung und Medikation, ausführlich erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind AD(H)S, Multimodale Therapie, psychologische Diagnostik, Impulsivität, Konzentrationsprobleme und Methylphenidat.
Warum ist eine multimodale Therapie der isolierten Behandlung vorzuziehen?
Da es keine einzelne Therapieform gibt, die AD(H)S nachhaltig heilt, bietet der multimodale Ansatz eine ganzheitliche Versorgung, die alle Lebensbereiche wie Elternhaus, Schule und professionelle Therapie einbezieht.
Welche Rolle spielt die psychologische Diagnostik bei der Identifikation von AD(H)S?
Sie liefert Erkenntnisse über spezifische Belastungsbereiche wie Konzentration und soziale Reife, um das Problemverhalten vergleichbar zu anderen Kindern derselben Altersgruppe einzustufen.
Welcher Wirkstoff wird als erfolgsversprechend für die medikamentöse Therapie genannt?
Methylphenidat wird als der bestgeeignete Wirkstoff hervorgehoben, da er die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit der Kinder nachweislich steigern kann.
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- Rebecca Foth (Autor), 2011, AD(H)S bei Schulkindern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197823