Zwischen alten Konflikten und neuen Wegen – Weiblichkeit aus feministischer Perspektive


Hausarbeit, 2009
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Feminismus – eine Definition

3. Sozialisation in der frühen Kindheit – Grundlegung von Weiblichkeit
3.1 Psychoanalytische Thesen zur Weiblichkeit
3.2 Weiblichkeit als kulturelle Geschlechtszuschreibung

4. Weibliche Lebensentwürfe zwischen Anerkennung und Selbstentfaltung in der Adoleszenz

5. Frausein – Phase einer eigenständigen Weiblichkeit?
5.1 Von der Hausfrau zur Familienfrau
5.2 Erwerbsarbeit als Persönlichkeitserweiterung
5.3 Ein Weg zu einer eigenständigen Weiblichkeit: Das Modell der geteilten Elternschaft

6. Fazit

7. Literarturverzeichnis

8. Authentizitätserklärung

1. Einleitung

Eine der wohl natürlichsten Gegebenheiten unserer westlichen Kultur scheint die Einteilung der Menschen in zwei Hälften zu sein, nämlich in Männer und Frauen. Diese Zuschreibung vollzieht die Mehrheit der Menschen im Alltag einzig und allein in Abhängigkeit vom biologischen Geschlecht. Ob wir nun männlich oder weiblich sind, ist in dem Weltbild vieler Menschen demzufolge eine reine Laune der Natur. Darüber was genau unter die Kategorien Männlichkeit bzw. Weiblichkeit gehört, vermittelt uns unsere Kultur eine Vielzahl an entgegengesetzten Zuschreibungen – Männer sind das starke Geschlecht, Frauen das schwache Geschlecht, usw. Solch eine „asymmetrische Geschlechterdifferenz“ (Quelle: Liebsch 1993, S.17) gilt als normal und unumgänglich. Natur und Kultur scheinen demnach in einem „harmonisches und komplementäres Verhältnis“ (Quelle: Brück u.a. 1992, S.45) zu stehen. Bei dem Versuch dem Bild der Weiblichkeit der westlichen Kultur zu entsprechen, unterliegen Mädchen und Frauen hohen Ansprüchen. Die Medien vermitteln das, was ein weibliches Äußeres auszumachen hat: Eine schlanke Figur sowie gepflegte und gesunde Haut gelten dabei beispielsweise aus unabdingbar. Auch in anderen Lebensbereichen erwartet Frauen immense Anforderung: Obwohl sich das Geschlechterverhältnis bezüglich Arbeit und Familie in den letzten Jahrzehnten geändert hat und Frauen somit zunehmend beruflich erfolgreich sein möchten, „liegen Erziehungsaufgaben immer noch größtenteils bei den Frauen“ (Quelle: Eichhorst / Thode 2002, S.8). Beruf auf der einen sowie eine gute Mutter und Ehefrau sein auf der anderen Seite, stellen eine anspruchsvolle Doppelaufgabe dar. Denn das Idealbild von der Frau als „selbstlos-mütterliche Hausfrau“ (Quelle: Brück u.a. 1992, S.46) und dem Mann als Familienversorger ist auch heute noch in vielen Köpfen vorhanden.

Feministische Theorien allerdings, sehen diese Ordnung äußerst kritisch. Als Grund hierfür sehen sie, in diesem Punkt sind sich alle feministischen Theorien einig, das patriarchische Gesellschaftsystem, welches die Geschlechter hierarchisch ordnet und somit eine Unterordnung des Weiblichen zur Folge hat (vgl. Ders., S.45ff).

Gegenstand dieser Hauarbeit soll es nun sein, Weiblichkeit aus feministischer Perspektive zu betrachten. Hierfür scheint es notwendig, vorerst eine kurze Erläuterung darüber zu geben, was unter Feminismus grundlegend verstanden wird. Der darauf folgende Hauptteil lässt sich in drei Teile gliedern. Jeder Teil steht jeweils für eine bestimmte Lebensphase von Mädchen bzw. Frauen, nämlich die frühe Kindheit, die Adoleszenz und das Erwachsenenalter. Eine Einteilung in diese drei Lebensabschnitte ist insofern sinnvoll, da sie die Veränderung von Weiblichkeit im Lebenslauf eines Mädchens bzw. einer Frau deutlich macht. Im ersten Teil, welcher sich der frühen Kindheit widmet, sollen zwei verschieden feministische Theorien vorgestellt werden, die darlegen, wie Weiblichkeit innerhalb des Sozialisationsprozesses in diesen jungen Jahren überhaupt entsteht. In der Adoleszenz steht die Weiblichkeit im Konflikt zwischen den eigenen Lebensentwürfen und gesellschaftlichen Ansprüchen, welcher sich zwar im Erwachsenenalter fortsetzt, aber auch zunehmend zu einer Entwicklung einer eigenständigen Weiblichkeit führen kann. Ein Schwerpunkt sei in den letzten beiden Phasen auf die Bereiche Beruf und Familie gelegt, weil weitere Ausführungen den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würden. Abschließend steht ein Fazit.

2. Feminismus

Wo genau der Begriff „Feminismus“ seine historischen Wurzeln hat, lässt sich nicht zweifelsfrei zurückführen. Bekannt ist allerdings, dass er bereits zur Zeit der Französischen Revolution zutage tritt. Jedoch erst nachdem sich als Folge auf die bürgerliche Revolution in Europa mehr und mehr Frauenvereinigungen bildeten, tritt der Begriff Feminismus ab 1890 zunehmend in Frankreich, und ab 1900 auch in anderen Ländern Europas, auf (vgl. Thiessen 2004, S.35).

Versucht man nun diesen Begriff allgemein zu definieren, kann Feminismus als ein

„Ensemble von Debatten, kritischen Erkenntnissen, sozialen Kämpfen und emanzipatorischen Bewegungen [beschrieben werden], das die patriarchalen Geschlechterverhältnisse, die alle Menschen beschädigen, und die unterdrückerischen und ausbeuterischen gesellschaftlichen Mächte, die insbesondere Frauenleben formen, begreifen und verändern will“ (Quelle: ebd.; zitiert nach Hennessy 2003, S.155).

Aus dieser Definition geht hervor, dass es nicht den einen Feminismus gibt, sondern, dass immer verschieden Feminismen vorliegen. Diese können sich ja nach Gegenstand, Ideengeschichte und/oder Zielgruppe ihrer Bewegung unterscheiden. So gibt es beispielsweise den „Ökofeminismus“, den „Schwarzen Feminismus“, den „Liberalen Feminismus“ oder den „Lesbischen Feminismus“ (vgl. Ders, S.36ff). Es geht allerdings auch aus der oben genannten Definition hervor, dass diese Bewegungen, mögen sie sich auch in vielen Punkten unterscheiden, ein gemeinsames Anliegen haben, was sie miteinander verbindet, nämlich eine Veränderung der Lebensbedingungen von Frauen. Dabei ist, wie aus der Definition zu entnehmen ist, eine „grundlegende politische Veränderung von Machtverhältnissen“ (Quelle: Ders., S.36) unumgänglich. Feminismus lässt sich folglich nicht nur über seine Gegenstand, die „Frauen“, definieren, sondern bezieht auch immer ein politisches Interesse mit ein (vgl. ebd.).

Wenn beim Stichwort Feminismus jedoch an die großen Frauenbewegungen des letzten Jahrhunderts gedacht wird, stellt sich die Frage, ob feministische Bewegungen in der heutigen Zeit immer noch vorhanden sind. Manche TheoretikerInnen sprechen heute nur noch von einem Postfeminismus. Aufgrund der weit verbreiteten Individualisierung der Gesellschaft, kämpfen Frauen demnach nicht mehr in einer organisierten Bewegung, sondern in kleinen Gruppen oder für sich allein, beispielsweise an ihrem Arbeitsplatz, für bessere Lebenssituationen (vgl. Nave-Herz 1997, S. 100; zitiert nach: Sommerhoff 1995, S.7).

Andere vertreten die Ansicht, dass Feminismus, auch wenn es keine großen Demonstrationen mehr gibt, weiterhin existiert. Das Wort Feminismus begegnet uns zwar nicht mehr alltäglich in den Nachrichten, was jedoch daran liegt, dass das Nachdenken „über das Verhältnis zwischen den Geschlechtern […], normal geworden ist]“ (Quelle: ebd.; zitiert nach: Meulenbelt 1993, S.12ff.). Gleichstellungsstellen, Frauenbeauftragte usw. zeigen, dass eine Institutionalisierung der Frauenbewegung in Politik und Wissenschaft stattgefunden hat und Feminismus somit heutzutage „einen hohen Grad von Professionalisierung erreicht hat“ (Quelle: ebd.; zitiert nach: Pusch 1993, S.43).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Feminismus immer eine Abschaffung der unterdrückerischen politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnisse anstrebt. Damit in engem Zusammenhang steht die Aufteilung der Menschen in zwei vollkommen gegensätzlich angeordnete Geschlechter, worauf im Folgendem näher eingegangen werden soll (vgl. Thiessen 2004, S.39).

3. Sozialisation in der frühen Kindheit – Grundlegung von Weiblichkeit

Dass die Differenz zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit nicht auf biologischen, sondern auf soziokulturellen Ursachen beruht, ist seit Beginn der Frauenforschung ein wichtiges Anliegen von Feministinnen (vgl. Brück u.a. 1992, S.73). Diesen soziokulturellen Prozess bezeichnet man auch als Sozialisation, welcher allgemein den Vorgang bezeichnet, durch welchen Individuen gesellschaftsfähig gemacht werden. Dieser vollzieht sich „nicht als einseitige soziale Prägung, sondern als Interaktionsprozess zwischen dem jeweiligen Umfeld und den Individuen“ (Quelle: Bührmann u.a. 2007, S.136). Die Sozialisationsforschung der Geschlechter fokussiert in diesem Zusammenhang, wie Personen in ihrem Leben davon geprägt werden, männlich oder weiblich zu sein (vgl. ebd.). Vor Aufkommen der Frauenforschung wurde dieser Bereich eher vernachlässigt. Zwar wurden geschlechtsspezifische Unterschiede innerhalb der Sozialisation thematisiert, allerdings anschließend als natürlich sowie „gut und notwendig“ (Quelle: Brück u.a. 1992, S.74) abgetan. In der Frauenforschung entstand hingegen im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Theorien darüber, wie sich weibliche Identität im Verlauf des Sozialisationsprozesses herausbildet. Dabei wurde von vielen verschiedenen Erklärungsansätzen ausgegangen, wie beispielsweise anthropologischen, ethnologischen, psychologischen, soziologischen oder pädagogischen Ansätzen (vgl. Bührmann 2007, S.135).

Im Folgenden möchte ich zunächst auf psychoanalytische Thesen zur Weiblichkeit eingehen, weil die Psychoanalyse die „Basis für eine feministische Theorie der Sozialisation“ (Quelle: Brück u.a. 1992, S.76) bildete, auf dessen Grundlage amerikanische Soziologinnen und Psychologinnen Theorien entwickelten, welche auch in Deutschland äußerst einflussreich waren (vgl. ebd.). Des Weiteren soll die Theorie der „Zweigeschlechtlichkeit als kulturelles System“ (vgl. Hagemann-White 1984, S. 78ff.) von Carol Hagemann-White dargestellt werden, bei welcher Weiblichkeit infolge kultureller Geschlechtszuschreibung entsteht. Diese Theorie ist in sofern interessant, da sie einen wichtigen Aspekt behandelt, welcher in den psychoanalytischen Theorien nicht vorkommt. Des Weiteren gehört dieser Ansatz zu den umweltbedingten Ursachenerklärung der weiblichen Identität und kommt somit „feministischen Positionen am nächsten, da viele Wissenschaftlerinnen durch vertiefte und erweiternde Forschung an der Vielfältigkeit [dieser] Erklärung arbeiteten“ (Quelle: Grabrucker 1992, S.228).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Zwischen alten Konflikten und neuen Wegen – Weiblichkeit aus feministischer Perspektive
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V197835
ISBN (eBook)
9783656241157
ISBN (Buch)
9783656241614
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Feminismus, Weiblichkeit, Gender, Sozialisation
Arbeit zitieren
Jasmin Ludolf (Autor), 2009, Zwischen alten Konflikten und neuen Wegen – Weiblichkeit aus feministischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197835

Kommentare

  • Gast am 21.8.2012

    Eine Arbeit mit einer 1,0 zu bewerten, die allein in der Einleitung dutzende Rechtschreibfehler enthält und dann für 13,99 Euro verkauft wird, scheint mir leider etwas übertrieben. Überaus interessantes Thema, jedoch der Schreibqualität den Preis nicht Wert. Dass derartige Fehler an deutschen Universitäten nach wie vor als akzeptabel durchgehen, bleibt mir ein Rätsel.

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