Schreibfertigkeit im Lehrwerk „Delfin“


Wissenschaftliche Studie, 2012
13 Seiten

Leseprobe

Schreibfertigkeit im Lehrwerk „Delfin“

Chaabani Mohamed

Abstract

Die Textproduktion stellt überaus einen wesentlichen Bestandteil im Fremdsprachenunterricht dar, da die Vermittlung vom Wissen in den verschiedenen Fächern weitgehend schriftlich erfolgt. Vor diesem Hintergrund wird auf den Versuch eingelassen, die Schreibfertigkeit im Lehrwerk „Delfin“ zu erforschen. Hierbei wird angestrebt, die Unzulänglichkeiten im Hinblick auf die Schreibfertigkeit zu eruieren.

Zum Lehrwerk

Das heutige Lehrwerk sollte laut Gez (1985) bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Es geht zum Beispiel darum, dass das Lehrwerk für ein Gleichgewicht zwischen Lernstoffpräsentation und Lernstoffes besonders in Bezug auf Grammatik und Wortschatz sorgen. Darüber hinaus soll das Lehrwerk das Prinzip von Lernstoffdifferenzierung berücksichtigen, d.h. die Besonderheiten der Lernenden im Hinblick auf ihr Niveau müssen beachtet werden.[1]

Die Lehrwerke gelten als notwendige Unterrichtsmaterialien für das Erlernen und den Erwerb von Fremdsprachen. In diesem Sinne werden Lehrwerke von Autoren erstellt, um Lehr- und Lernziele zu erreichen. Allerdings beeinflussen verschiedene Faktoren die Gestaltung von Lehrwerken. In diesem Zusammenhang macht Piepho (1995) auf die Einflüsse, die bei der Gestaltung eines Lehrwerks einwirken, aufmerksam. Zu diesen Faktoren zählen die legitimen Bedingungen. Sie kommen von der Gesellschaft und zielen darauf ab, die Schule zu entwickeln. Diese legitimen Bedingungen dienen als Leitvorstellungen und beeinflussen damit die Gestaltung von Lehrwerken, d.h. das Lehrwerk sollte sich an diesen Leitvorstellungen orientieren. Zudem können ebenfalls die reflexiven Bedingungen auf die Gestaltung von Lehrwerken Einfluss nehmen und in diesem Sinne geht es um die erziehungswissenschaftlichen Konzepte, d.h. das Lehrwerk sollte den Aspekt der Erziehung beim Erlernen von Fremdsprachen berücksichtigen. Darüber hinaus kommen die institutionellen Bedingungen als entscheidender Faktor für die Gestaltung von Lehrwerken in Betracht.[2]

Es geht hier zum Beispiel um die Lehrpläne, Stundentafeln sowie die Zulassungsvorschriften etc. In dieser Hinsicht sind die Autoren von Lehrwerken verpflichtet, den Aufforderungen von Lehrplänen treu zu bleiben, indem sie sich daran orientieren sollten. Diese Orientierung beschränkt sich nicht nur auf die Lehrpläne, sondern vielmehr geht sie über weitere Faktoren wie die Stundentafel und die Zulassungsvorschriften hinaus. Zudem können die analytischen Bedingungen eine beeinflussende Wirkung auf die Gestaltung von Lehrwerken haben.

Es geht hier um die sprachwissenschaftlichen Faktoren, die die Stoffauswahl beeinflussen, d.h. Aspekte wie Sprache, Texte und Landeskunde können eine Rolle bei der Gestaltung von Lehrwerken spielen. Weiterhin können auch die konstruktiven Bedingungen eine Rolle spielen. Es handelt sich dabei um den lernpsychologischen Aspekt, der die Gestaltung von Lehrwerken beeinflussen kann, denn dieser Aspekt spielt eine entscheidende Rolle beim Erlernen von Fremdsprachen.

Zu den Faktoren, die die Gestaltung von Lehrwerken beeinflussen, gehören auch die materiellen Bedingungen. Hier geht es zum Beispiel um das „Büchermachen“, den Preis, den Umfang und die Ausstattung usw., denn die Erstellung von Lehrwerken ist nicht in erster Linie für das Erlernen von Fremdsprachen gedacht, sondern sie zielt darauf ab, materielle Zwecke zu erzielen.

Neuner (1995) macht darauf aufmerksam, dass das Lehrwerk weitgehend mit bestimmten Methoden zusammenhängt.[3] Man kann die Merkmale bestimmter Methoden an den Lehrwerken deutlich erkennen, d.h. anhand von Themenauswahl, Lernstoffprogression, Grammatikdarstellung, Übungsformen sowie Inhaltverzeichnis eines Lehrwerks kann man die Methode erkennen, an dem sich das Lehrwerk orientiert.

Analyse des Lehrwerks „Delfin“

Um die dem Schreiben in DaF-Lehrwerken zukommende Bedeutung abzuschätzen, wird im Rahmen einer empirischen Untersuchung versucht, eine Lehrwerkanalyse zu unternehmen. Es geht nämlich „Delfin“ von Harmut Aufderstraße, u.a.[4], das für Niveaustufe B1 im Referenzrahmen des Europarats gedacht ist. Dieses Lehrwerk wurde deswegen ausgewählt, weil es zum einen klar und übersichtlich aufgebaut ist und zum anderen bestimmend für den Belang meiner wissenschaftlichen Arbeit ist. Zwar sind die Niveaustufen der Europäischen Referenzrahmen nicht offiziell in algerischen Universitäten übernommen, aber dieses Lehrwerk, die sich an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen orientiert, kann an den algerischen Universitäten verwendet werden. Die Lehrwerkanalyse zielt darauf ab, den Stellenwert des Schreibens in diesem zu ermitteln, wobei in erster Linie die Analyse der Schreibübungen in Frage kommt. Darüber hinaus soll diese Lehrwerkanalyse in der Regel anhand bestimmter Kriterien im Hinblick auf das Schreiben erfolgen. Kast, Bernd (1994)[5] hat im Rahmen einer Studie zur Analyse, Begutachtung von Lehrwerken bestimmte Fragen an das Lehrwerk formuliert. Diese Fragen sollten das Lehrwerk einer Überprüfung unterziehen, ob das Schreiben darin genug gefördert ist. In diesem Zusammenhang werden diese Fragen als Kriterien für die Analyse von diesen DaF-Lehrwerken übernehmen.

Das Lehrwerk „Delfin“

Das Lehrwerk folgt einem übersichtlichen und einfachen Aufbau, der eine schnelle Orientierung ermöglicht. In diesem Sinne ist jede Lektion systematisch in fünf Lernbereichen gegliedert und es geht um: Eintauchen, Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben. Diese Lernbereiche sind konsequent auf Doppelseiten aufbereitet. Das Eintauchen beginnt mit einer bebilderten Einstiegsseite, die das jeweilige Thema einführen sollte. Sie dient dem Prinzip der Anschaulichkeit und sie verhilft damit zu einem ersten Kontakt mit dem Thema. Im Lernbereich Lesen findet man Texte, die für die Leseförderung gedacht sind. Diese Texte sind durch Übungen unterstützt, um die Leserfertigkeit zu fördern. In der Stufe des Hörens ist man mit Dialogen über Alltagssituationen konfrontiert. Dazu gibt es Übungen, die das Hörverstehen schulen. Bei der Phase des Sprechens gibt es Dialoge und Übungen, die die Sprechfertigkeit fördern.

[...]


[1] Gez, N.L./ u.a. Metodika obucenija inostrannym jazykam v srednaj skole, Moskva (dt. Zusammenfassung der einschlägigen Passagen bei Reinicke (1985). In: : Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel, 1995

[2] Piepho, Hans –Eberhart, Das Lehrwerk im Englischunterricht, in: Hans Hunfeld/ Konrad Schröder (Hrsg.), Grundkurs Didaktik Englisch, Königstein. In: Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel, 1995.

[3] Neuner, Gerhard, In: Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel, 1995

[4] Harmut Aufderstraße, u.a., Delfin, Hueber, Ismaning, 2002.

[5] Kast, B. u a.: „Zur Analyse, Begutachtung, und Entwicklung von Lehrwerken für den fremdsprachlichen Deutschunterricht, Langenscheidt, Berlin und München, 1994.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Schreibfertigkeit im Lehrwerk „Delfin“
Hochschule
University of Oran  (Fremdsprachen)
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V197883
ISBN (eBook)
9783656244592
ISBN (Buch)
9783656245339
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schreibfertigkeit, lehrwerk, delfin
Arbeit zitieren
Mohamed Chaabani (Autor), 2012, Schreibfertigkeit im Lehrwerk „Delfin“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197883

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